Sonntag, 3. April 2011

Ein Remis, das Mut macht - 0:0 bei Condor


"Mit dem Unentschieden können wir gut leben nä?" zeigte sich Elstern-Coach Manni Nitschke kurz nach der vormittäglichen Oberligapartie beim SC Condor durchaus zufrrieden mit dem Punkt und war dabei gelassen wie immer. Ein paar Minuten vorher sah das aber noch komplett anders aus. Gestikulierend und schimpfend sprang der 85-Übungsleiter da regelmäßig vom weißen Plastikgartenstuhl auf, dirigierte mit lauten Anweisungen seine Jungs auf dem Spielfeld und haderte des Öfteren mit laschen Fehlpässen. So kennt man Manni garnicht. Und er erreichte sogar einen höheren Lautstärkepegel als Sohn und Co-Trainer Ben Nitschke - ein Novum in der bisherigen Saison. Denn normalerweise ist es eigentlich immer umgekehrt. Aber nicht am heutigen Vormittag. Manni gibt alles an der Seitenlinie - alles für ein Unentschieden, für eine Nullnummer. Wann er das zuletzt so getan hat - keine Ahnung. Aber es zeigt ganz klar, wie wichtig der heutige Punkt für die Elstern war. Vor allem angesichts von 3 Niederlagen am Stück inkilusive 8 Gegentoren.
Zwar zappelte der Ball auch heute wieder nicht im gegnerischen Netz, aber dafür auch nicht im Eigenen. Dazu zeigten sich die Elstern stark verbessert zur Vorwoche und konnten so den Abwärtstrend vorerst stoppen.
Und dass es ein anderes Spiel werden würde, als gegen Schnelsen, vermochte der Zuschauer trotz strömenden Regens gleich zu Beginn zu erkennen. 85 mit einer ganz anderen Körpersprache als letzten Sonntag, aggressiver, bemüht, gleich das Heft in die Hand zu nehmen. Und das gelingt ganz gut. Die Elstern haben mehr von der ersten Hälfte, mit Chancen für Kunath (2x), Landau (heute erstmals seit seiner Verletzung wieder von Beginn an, spielte 70 Min. durch) und Sobczyk per sehenswerter Direktabnahme, die allerdings knapp drüber geht. Hinten heißt es aber aufpassen, denn Condor versucht ein ums andere mal schnell zu kontern. Auf schwerem Boden macht die Elstern-Defensive aber einen guten Job. Umso bitterer, dass Innenverteidiger Roman Schmer nach 60 Minuten verletzt raus muss. Gerade erst von einer Grippe richtig genesen, hatte Schmer eine sehr solide Partie gespielt und sogar die erste richtig gute Möglichkeit in der 2.Hälfte gehabt. Doch genau dabei verletzt er sich derart, dass er nur gestütz das Spielfeld verlassen kann. Sah verdammt nach einer Sprunggelenksverletzung aus. 85live wünscht gute Besserung!
Mit dem Ausfall von Schmer ist plötzlich auch der Schwung weg. Condor kommt immer mehr auf, die Elstern verfallen dagegen ein wenig in die Spielweise aus den letzten Spielen. Die Fehlpässe häufen sich und die Elstern kommen nur noch sehr selten in den gegnerischen Strafraum, wenn, dann höchstens über die Seite von Kunath. Die Angst geht um, dass es doch wieder nix werden sollte mit einem Punktgewinn - so scheint es zumindest. Das sieht auch Manni so, der in der Coachingzone langsam immer aktiver wird. Aber der Elstern-Defensivverbund hält den anderen Raubvögeln wacker stand, mit etwas Glück und viel Einsatz. Besonderes Lob gebührt dabei einem heute überragend agierenden Tobias Braun. Mindestens drei Mal bewahrt er sein Team mit Glanzreflexen vor einem Rückstand. Dementsprechend groß ist die Erleichterung nach dem Schlusspfiff. Denn nach solchen Krisenwochen, kann sich auch ein 0-0 wie ein Sieg anfühlen!

Wie schon erwähnt 85 mit einer stark verbesserten Leistung und einer ganz anderen Körpersprache und Engagement als in den letzten Wochen. Angefangen mit Sobczyk, der heute die Abwehr gut zusammenhielt und dirigierte, über Iscan und Carolus, die im defensiven Mittelfeld Akzente setzen konnten und eifrig ackerten, bis hin zur Abteilung Angriff, wo de la Cuesta endlich seine Spielfreude wiederentdeckt hat und Jan Landau den Sturm belebte. Darauf lässt sich auf jeden Fall aufbauen - damit am Donnerstag im Pokal beim ETV endlich wieder ein richtiger Sieg gefeiert werden kann. Und Manni wieder ganz laut werden darf: Vor Freude!
85-Startelf: Braun - Ildir, Sobcyzk, Schmer, Goldgraebe - Iscan, Carolus, de la Cuesta, Kunath - Landau, Örün

POKALSPIEL NICHT AUF DEM ETV-PLATZ
Eigentlich wars für alle klar - das Pokalachtelfinale am Donnerstag gegen den ETV steigt auf dem kleinen aber feinen Platz am Lokstedter Steindamm. Doch dem ist (leider) nicht so. Wie 85live heute erfahren hat, wird auf dem Kunstrasen an der Bundesstraße gespielt. Hier gehts zu einem Lageplan (bitte runterscrollen) . Wer mit den Öffis anreist, der sollte am besten die U2 bis Christuskirche nehmen. Dort in die Straße Hohe Weide einbiegen - sind nur wenige Minuten Fußweg. Anpfiff ist um 19.30 Uhr.
Für die Elstern möglicherweise ein Vorteil, dass nun auf Kunstrasen gespielt wird und nicht auf dem sehr engen ETV-Platz. Andererseits wäre es echt auch mal wieder schön gewesen, das Spiel zu verfolgen und dabei gemütlich am Stehtisch eine Feierabendbratwurst zu verzehren :-). Denn das ging am Lokstedter Steindamm immer perfekt.

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