Samstag, 23. März 2024

Doppelschlag verhindert Befreiungsschlag - 85 und Urania trennen sich 2:2


Ziehen wir das Fazit vor: Sowohl Urania als auch unsere Elstern sind eigentlich zu stark, um abzusteigen aus der Bezirksliga Ost.

Das aber "eigentlich"  im Fußball nichts zu sagen hat, hat das heutige Spiel der beiden Traditionsvereine mal wieder gezeigt: Als in der 61. Minuten halb Bergedorf den Torschützen zum 2:0 Bryan Pinto Ferro umarmte, sah der ASV Bergedorf 85 wie der sichere Sieger aus. Plötzlich schien alles zu gelingen und EIGENTLICH steuerte 85 eher auf einen hohen Sieg zu.

Dabei lieferten sich beide Teams von Beginn an eine unterhaltsame Partie auf Augenhöhe. Es ging hin und her. Urania und 85 versuchten passsicher immer wieder schnell umzuschalten und das Mittelfeld zu überbrücken. 

In der 12. Minuten brachte eine der seltenen Fehlpässe Uranias Bergedorfs Nr.17 Niclas Matzat in beste Schussposition. Doch mit links verzog er . Der Ball ging am langen Pfosten vorbei.

Im Gegenzug befreit sich Urania - das in traditionellen Grün-Blau auflief - nach Lehrbuch aus dem Bergedorfer Pressing. Auch hier stand dann der Urane frei vor Mika Schäfer. Doch im letzten Moment wurde Schuss geblockt.

In der nächsten Szene konnte sich wieder der Elstern-Keeper auszeichnen. Nach einem Freistoß riskierte er auf der Linie Kopf und Kragen.

Dann ein toller Angriff von 85: Der heute sehr starke Spielmacher Sohrab Mohabatzadeh (Nummer 10) steckte genial durch auf den jungen Sergej Perepelitsin, der auch knapp verzog.

Sergej - Bergedorfs Nummer 26 - wurde immer wieder vom Bergedorfer Co-Trainer Mario Friedrich in seiner starken Leistung auf der linken Angriffsseite bestätigt und Mut zugesprochen, seinen Freiraum zu nutzen.

Vor dem Halbzeitpfiff der Schiedsrichterin Sabrina Zwalinna noch auf beiden Seiten gute Chancen. Einmal kratzte Uranias guter Torwart Jan Niclas Bohlmann den Distanzschuss von Matzat über die Latte.

Dann pfiff die junge Schiedsrichterin zur Pause. Zwallina leitete übrigens das letztjährige Hamburger Pokalfinale der Damen. Kein Wunder, denn was das Unparteiischen Gespann heute bot, war wirklich eine ganz starke Leistung. Unscheinbar, aber mit klaren Ansagen und auch mal Weiterlaufen lassen, um den Spielfluss nicht zu unterbinden.

Nach dem Wechsel wurde es stürmischer und.. es gab Hagelschauer. In der heutigen Zeit rechnet man ja eher, dass Tennisbälle auf die Spielfläche purzeln. Heute aber kamen wie aus Zauberhand ganz


komisch flauschige Hagelkörner von oben. Der Platz war fast weiß.

Zeitgleich setzen die Fangesänge des Bergedorfer Anhängerclubs ein und d85 wurde spielbestimmend.

In der 58. Minute war es soweit: Schnell über Links eine Ballstafette über Bryan Pinto Ferro und Sohrab Mohabatzadeh, der dann uneigennützig nach rechts zum mitgelaufenen Ali Moghimi (4) legte. Aus kurzer Distanz lochte er dann halbhoch ein.

Der Tor-Bann ist gebrochen.

Paar Zeigerumdrehungen später wieder ein Angriff über links. Diesmal war der Gamemaker Sergej Perepelitsin, der das Spiel schnell machte und die Vorarbeit für den Torschützen Pinto machte.

Punktemäßig war man in der Blitztabelle auf zwei Punkte an Urania heran. Doch blitzartig änderte sich alles. Ein Pass in die Tiefe, ein zögernder Torwart Mika Schäfer . SC Uranias Nico Klüver (20) setzte zunächst den Ball an den Pfosten , den Abpraller aber ins Tor.

Die Unsicherheit der Elstern zum Greifen, Urania witterte den schnelle Ausgleich, den Shawn Kevin Kuhnert (21) dann auch schon eine Minute nach dem Anschlusstreffer erzielte.

Danach war alles möglich. Beide Teams spielten auf Sieg. Doch am Ende blieb es beim letztendlich gerechten Remis.

Damit kommt der ASV Bergedorf 85 nicht weiter an Urania heran, doch hat man nun einen Punkt Vorsprung vor dem Drittletzten Eilbek 2 - allerdings mit einem Spiel mehr.

Offizieller Spielbericht der Vereinshomepage hier:

ASV Bergedorf 85 – Fußballabteilung (asv-bergedorf85-fussball.de)



Montag, 18. März 2024

Nachruf auf Ernie Jordan


Wie kaum ein Anderer stand Ernst Jordan für den Aufschwung des ASV-Fußballs Ende der fünfziger Jahre. 

Schon bei der SuS Bergedorf machte er als Zwanzigjähriger im Dezember 1956 durch Tore gegen einen Oberligisten im Pokalwettbewerb auf sich aufmerksam. Nach einem Jahr beim SC Sperber wechselte er 1958 zu den Elstern in die höchste deutsche Spielklasse, der Oberliga Nord. Er wurde auf Anhieb Stammspieler und bestach durch seine Spielintelligenz, Schnelligkeit und hohe technische Fähigkeiten. Seine Tore sicherten ihm einen Spitzenplatz in der internen Erfolgsbilanz. 

Einer seiner Höhepunkte war der Einsatz in der Hamburger Amateurauswahl im Spiel gegen eine Berliner Auswahl. Noch auf dem Spielfeld durfte er die Glückwünsche seines Gegenspielers für sein sehenswertes Tor entgegennehmen. Nach zwei Jahren im Trikot der Elstern wechselte er zur Duisburger Spv. in die Oberliga West und wirkte dort in zehn Punktspielen mit. 

Zu Beginn der Spielzeit 1960/61 kehrte er an die Sander Tannen zurück und wurde wieder Stammspieler. Als 1963 die Bundesliga eingeführt wurde und der ASV in die Regionalliga eingegliedert wurde wechselte er zum SC Victoria. Dort war er in zwei Spielzeiten aktiv bevor er bei der TSG Bergedorf seine Laufbahn beendete. 

Sein Studium der Philologie beendete er erfolgreich und wirkte lange Jahre als Rektor einer Realschule im niedersächsischen Schöningen. Ernst Jordan verstarb am 15. März nach schwerer Krankheit im Alter von siebenundachtzig Jahren.

(Hans-Martin Lippold)