Donnerstag, 18. Dezember 2008

Stadionfinanzierung - Traum oder Trauma ?

Besserer Rasen, Flutlicht oder gar eine neze Tribüne - welcher Fussball-Verein träumt nicht von derartigen Erungenschaften, die den Spielbetrieb erheblich erleichtern würden und dem Verein neue Möglichkeiten eröffnen könnte. So wie z.B. den Aufstieg in die Regionalliga oder die Erfüllung von Lizenzauflagen für Liga Zwei.

Der Knackpunkt bei diesen teilweise existenziellen Überlegungen ist, wie so oft im Leben, das liebe Geld. Woher die nötigen Summen nehmen ? Ein Lottogewinn scheint dabei die schwierigste Lösung zu sein.
Immerhin, Fussball-Clubs in England wird zumindest Starthilfe geboten, ein wenig unter die Arme geholfen. Sorgen tzt dafür der "football stadia improvement fund" (fsif), also ein Pott, in dem Geld für Verbesserungen an Stadien und anderen Vereins-Einrichtungen zur Verfügung steht. Seit seiner Gründung 2000 hat der Fund schon satte 37 Mio. Pfund (ca. 52 Mio Euro) an Vereine verteilt.

Die FA (Fussballverband), Premier League und die Regierung sind die Geldgeber für den Fund, der besonders Vereine aus unteren Ligen finanziell bei Stadionprojekten unterstützt. Ein Fünftligist kann auf bis zu 400.000 Pfund hoffen, während Clubs aus Liga 6,7 und 8 als Spitzensumme 150.000 Pfund erhalten. Die jeweiligen Anträge, die ganz einfach über die Homepage des Funds gestellt werden können, werden in bis zu 18 Wochen bearbeitet und von einer Komission abgesegnet. Die Summe muss nicht zurückgezahlt werden, ist also kein Darlehen.

Insbesondere das Thema Sicherheit spielt bei der Antragsbearbeitung eine große Rolle. Seit dem berühmt berüchtigten Taylor Report im Zuge des Hillsborough Disasters von 1989 werden die Sicherheitsstandards immer höher, selbst in unteren Ligen. Auch die allgemeinen Auflagen, wie Tribünen etc., werden immer höher gesetzt, was weitere finanzielle Unterstützung unabdingbar macht.

Müsste Bergedorf 85 für ein neues Stadion nun einfach die Landesgrenzen wechseln ?

Nein, denn ein Schlaraffenland ist England diesbezüglich auch nicht. Ein Beispiel dafür ist Maidsotone United FC. Der Achtligist aus dem County Kent (bei Dover) ist seit 2001 heimatlos und muss seine Heimspiele im 16 km entfernten Sittingbourne austragen. Seit 2004 versucht der Verein ein neues Stadion auf die Beine zu stellen, bei einem Zuschauerzuspruch von 444 im Schnitt durchaus lohnendswert. Vor drei Wochen nun der Schock: Der Antrag auf 1.2 Mio. Pfund Unterstützung aus dem Fund wurde komplett abgelehnt, ohne Teilunterstützung.
Bild: Der geplante Neubau von Maidstone United. Bleibt er ein Traum ?

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