Sonntag, 25. Oktober 2015

Die Elstern in der Regionalliga Teil 1 – Spielzeit 1963 / 64 (von Hans-Martin Lippold)


Die Oberliga Nord ist Geschichte. Zum Ende der Saison 1962 / 63 wurden die Oberligen von der Bundesliga als höchste deutsche Spielklasse abgelöst, aus der Oberliga Nord wurden der HSV, SV Werder Bremen und Eintracht Braunschweig in die neue Liga „befördert“.Tabellarische Absteiger aus der Oberliga Nord waren am Ende der Saison 1963 / 63 der VfB Lübeck und Altona 93. Die neue Regionalliga sollte mit achtzehn Vereinen den Punktspielbetrieb aufnehmen, die Zusammenstellung der Vereine sollte folgendermaßen erfolgen: „Alte“ Oberliga = 16 Mannschaften vermindert um die „Aufsteiger“ in die Bundesliga = 3 Mannschaften und die Absteiger aus der Oberliga = 2 Mannschaften Somit standen die ersten elf Mannschaften für die neue Regionalliga fest, die fehlenden sieben Vereine wurden in einer Qualifikationsrunde in Hin – und Rückspielen unter Mitwirkung der beiden Absteiger Lübeck und Altona ermittelt.
Folgende Vereine nahmen an dieser Runde teil: aus Hamburg der SC Victoria, der HSV Barmbek-Uhlenhorst und Altona 93, die niedersächsischen Vertreter VfL Wolfsburg, der SC Leu Braunschweig sowie der VfL Oldenburg, aus Schleswig-Holstein der VfB Lübeck, der SV Friedrichsort und der Heider SV, schließlich hatte sich aus dem Bundesland Bremen der AGSV Bremen 1860 qualifiziert.
Die Spielergebnisse dieser Qualifikationsrunden:



Rechtliche Grundlage für den Spielbetrieb in den Regionalligen war unverändert das Vertragsspielerstatut während für die Bundesliga das neugeschaffene Lizenzspielerstatut Geltung erlangte.
Wie auch in diesem Jahr war die Zeitspanne zwischen den Spielzeiten Gelegenheit für die Spieler für einen Vereinswechsel, ebenso für die Vereine Anlass und Gelegenheit, den Spielerkader neu zu strukturieren. Ernie Jordan wechselte von den Elstern zum SC Victoria, Karl Heinz Pörschke ließ sich reamateurisieren und Horst Hillebrand beendete seine Laufbahn. Neu zu den Elstern stießen aus dem Amateurlager Reinhard Heinz vom TSV Langenhorn, früher für den TSV Ahrensburg am Ball. Aus dem eigenen Amateurbereich kam Jörg Urban in den Vertragsspielerkader. Vom großen Nachbarn HSV fanden Peter Haack und Klaus “Micky“ Neisner den Weg nach Bergedorf. Peter Haack erhielt seine fußballerische „Grundausbildung“ beim FC Grün Weiß 07, bevor er für den HSV in 11 Spielen 8 Tore erzielte. Mit der Empfehlung einer Deutschen Meisterschaft ( 1961 ) und 28 Toren in 73 Oberligaspielen kam Klaus Neisner an die Sander Tannen. Vor seiner HSV – Zeit war er für TuS Berne und den SC Sperber aktiv. Komplettiert wurde der Elsternkader durch Lothar Kauker – bisher schon als Amateur im Dreß der Elstern aktiv und Dieter Jürgensen, der von Kilia Kiel zu den Elstern – Amateuren kam und nun in der Ligamannschaft zum Einsatz kommen sollte.
Die erste Spielzeit der Regionalliga Nord konnte beginnen, der Startschuß fiel am 11. August 1963

Guter Start in der VW – Stadt
Das erste Spiel in der Regionalliga führte die Bergedorfer Mannschaft zum VfL Wolfsburg, dem Aufsteiger aus Niedersachsen. Mit einer blitzsauberen Leistung nahmen die Elstern die Punkte mit nach Hause. Klaus Neisner und Gerd Voß waren ständige Unruhestifter in der Hintermannschaft des VfL und brachten ihre Kollegen in beste Schußpositionen.
Peter Haack machte von diesen Angeboten regen Gebrauch und erzielte bei seinem Einstand im Trikot der Elstern drei Treffer. Den Torreigen komplettierte Gerd Voß mit dem vierten Elsterntor. Herausragende Spieler neben den Torschützen waren Heinz Weißleder und Otmar Sommerfeld. Mit einem 4 : 1 Erfolg und zwei Punkten im Gepäck traten die Elstern gutgelaunt die Heimfahrt an.

Ernüchterung gegen den SC Victoria
Nachdem Neisner und Weißleder bis zur 50. Minute einen 0 : 2 Rückstand aufgeholt hatten, wähnten die 5000 Besucher die Elstern schon auf der Siegerstraße, aber die Gäste von der Hoheluft machten den Hausherrn einen kräftigen Strich durch die Rechnung und erzielten in der 75. Minute das Tor zum 3 : 2. Peter Haack, in der Vorwoche noch dreifacher Torschütze, war bei Ex – Elster Ernie Jordan gut aufgehoben und konnte nicht die erhoffte Wirkung entfalten.Mit einem 3 : 2 Erfolg ging der SC Victoria als verdienter Sieger vom Platz, beste Spieler in der Bergedorfer Mannschaft waren Neisner, Vierkant und Weißleder.

Gute Leistung bei Arminia Hannover
Das gute Zusammenspiel zwischen Peter Haack und Werner Erb hatte erheblichen Anteil am Punktgewinn der Elstern Eine Flanke von Haack verwandelte Werner Erb per Kopf zum 1 : 0 in der 24. Minute. Danach folgten zwei Tore der Arminen, ehe es erneut Peter Haack war, der mit einem präzisen Zuspiel Erb in Position brachte, der fackelte nicht lange und versenkte das Leder zum 2 : 2 Ausgleich im Tor der Gastgeber.

Deutlicher Sieg über den SC Concordia
Das Punktspieldebüt des Amateurtorwarts Dieter Adam im Gehäuse des SC Concordia ging daneben. Zunächst mußte er nach einem von Haack verwandelten Foulelfmeter ( Erb wurde gefoult ) das Leder aus dem Netz holen, dann war Haack in der 62. Minute erneut erfolgreich zum 2 : 0. Den Schlußpunkt setzte Horst Howind, als er ein Zuspiel von Haack zum 3 : 0 verwandelte. 3000 Zuschauer verließen gutgelaunt die Anlage an den Sander Tanne mit dem Vorsatz, am kommenden Wochenende die Elstern erneut zu besuchen.

Gute Stimmung beim Bergedorfer Sieg
Zwei Tore von Neisner im ersten Durchgang sorgten für prächtige Stimmung auf den Rängen an den Sander Tannen. So beflügelt, gelangen dem ASV zwei weitere Treffer durch Knubbe und Howind zu einem ungefährdeten 4 : 0 Erfolg über den VfB Lübeck. Einen Lübecker Gegentreffer verhinderte Torsteher Jürgen Horn, als er einen Foulelfmeter abwehrte. Diesem begeisternden Fußballspiel sahen 4000 Besucher zu.

Unglückliches 0 : 3 bei Holstein Kiel
Im Durchgang eins waren der 85er ein gleichwertiger Gegner und hatten durch Peter Haack und Klaus Neisner durchaus Chancen zur Führung. Dem 1 : 0 in der 56. Minute für die Kieler ließ Saborowski das 2 : 0 in der 69. Minute folgen. Hierbei kam es zu einem Zusammenprall mit Torhüter Horn. Die Folgen für das Elsternteam waren schwerwiegend: Jürgen Horn mußte verletzt das Tor für Peter Haack räumen. Die auf diese Weise geschwächten Elstern mußten dann noch das 0 : 3 hinnehmen. Der KSV Holstein blieb mit diesem 3 : 0 Sieger über Bergedorf 85.

Auf eigenem Platz ohne Chance
Der siebte Spieltag der Regionalliga führte die alten Rivalen Bergedorf 85 und Altona 93 zusammen. Die Männer von der Griegstraße warteten an den Sander Tannen mit einer ausgezeichneten, geschlossenen Mannschaftsleistung auf und ließen den Platzbesitzern keine Chance. Konnten die ASVer bis zum 0 : 2 noch einigermaßen mithalten, rückten zwei Tore der Altonaer in der 77. und 81. Minute die Kräfteverhältnisse an diesem Tag eindeutig zurecht. Vor 6000 Besuchern verließ die Altonaer Mannschaft als verdienter Sieger den Platz.

Kein Glück in Osnabrück
Nur 1800 Besucher ( Minuskulisse ) wollten die Partie des heimischen VfL gegen Bergedorf 85 sehen. Diese sahen zunächst eine überlegene Bergedorfer Mannschaft, die aber ihre Torgelegenheiten nicht in zählbare Treffer ummünzen konnte. Dann wurde die alte Fußballweisheit Realität: wer die eigenen Chancen nicht wahrnimmt, lädt den Gegner zum Tore schießen ein. Dies taten dann auch die Hausherrn, Walter Bensmann und Udo Lattek schossen die Tore zum 2 : 0 Erfolg für den VfL Osnabrück. An diesem Tag wurden die Elstern nicht vom Glück verfolgt.

Teilerfolg gegen Bremerhaven 93
Bei regnerischem Wetter fanden immerhin noch 1500 Zuschauer den Weg an die Sander Tannen und sahen eine defensiv eingestellte Gastmannschaft, die sich zudem durch unangemessene Härte die Sympathien der Zuschauer verscherzte. Die Gäste gingen durch Horst Bertl ( später beim HSV in der Bundesliga ) 1 : 0 in Front, wurden aber durch Planetta mit den 1 : 1 Gleichstand in die Schranken verwiesen. Noch vor dem Pausenpfiff die erneute Führung der Gäste – Uwe Klimaschefski traf zum 1 : 2. Rolf Planetta blieb es vorbehalten, mit einem satten Schuß aus zwanzig Metern zum 2 : 2 einzuschiessen.

Auch beim VfL Oldenburg Punkteteilung
Kaum auf dem Platz gingen die Elstern durch ein Tor von Haack in Führung. Die schnelle Führung weckte Hoffnungen auf einen aus Sicht der Elstern positiven Spielausgang, aber die Angriffsreihe der Elstern fand kein Mittel das dicht geknüpfte Abwehrnetz der Oldenburger zu überwinden. In der Endphase dieser Begegnung gelang den Gastgebern der von 3000 Zuschauern der vielumjubelte Ausgleichstreffer.Mit einem Punkt auf der Habenseite kehrten die Elstern nach Bergedorf zurück.

BU nahm die Punkte mit
Konter aus einer sicheren Abwehr – das war an diesem Tag das Erfolgsrezept des Neulings aus dem Stadtteil Barmbek. Eine schnelle Führung ( 6. Minute ) des Neulings konnte das Bergedorfer Team trotz überlegen geführten Spiels nicht ausgleichen. Ganz im Gegenteil, in der 57. Minute erhöhten die Gäste auf 2 : 0. Der Anschlußtreffer durch Planetta zum 1 : 2 setzte bei den Elstern – die in Kalle Bochmann ihren besten Mann hatten - nochmals Kräfte frei aber es reichte nicht mehr zum Ausgleich.

Emsen flog vom Platz
Unter keinem guten Stern stand vor 6000 Besuchern das Gastspiel der Bergedorfer bei Hannover 96. Bis zur 60. Minute war für die Elstern die Welt noch in Ordnung. Als aber Jürgen Horn nach Auffassung von Schiedsrichter und Linienrichter einen Kopfball hinter der Linie hielt, deutete der Unparteiische in Richtung Anstoßkreis – es stand somit 1 : 0 für Hannover 96. Alle Proteste waren vergeblich, als dann noch Günter Emsen mit dem Zeigefinger auf die Stirn tippte, beendete der Schiedsrichter den Arbeitstag von Emsen. Damit nicht genug, Kellermann ( Hannover 96 ) erhöhte das Ergebnis in der 81. Minute auf 2 : 0. Die unterlegene Bergedorfer Mannschaft hatte in Horn, Haack und Weißleder ihre besten Kräfte.

Aufatmen in Bergedorf
Eine starke Angriffsreihe, die mit schnellen und flüssigen Kombinationen den Gästen aus der Bischofsstadt Hildesheim das Leben schwer machte, waren die Grundlagen für einen auch in dieser Höhe verdienten 5 : 2 Sieg der Bergedorfer Mannschaft. Der Torreigen begann mit einem Foulelfmeter, den Peter Haack in der 13. Minute in die Hildesheimer Maschen setzte. Der Ausgleich des VfV ließ zwar nicht lange auf sich warten ( 29. ), hatte aber nur aufschiebende Wirkung, denn Planetta und Voß stellte den Halbzeitstand von 3 : 1 her. Nach dem Seitenwechsel kam der VfV noch auf 2 : 3 heran, jedoch erwiesen sich Haack und Planetta als wenig gastfreundlich und gaben den Gästen noch zwei weitere Gegentreffer mit auf den Heimweg. Dieser 5 : 2 Erfolg führte zum ersten doppelten Punktgewinn seit sieben Spielen.

Starke Schlußoffensive
In der 29. Minute drohte dem ASV beim SV Friedrichsort massives Unheil, denn zu diesem Zeitpunkt gingen die Gastgeber mit 2 : 0 in Front. Danach besannen sich die Elstern auf ihre Tugenden und setzten die Friedrichsorter unter Druck. Mit Erfolg denn in der 33. Minute verkürzte Voß zum 1 : 2. Mit diesem Ergebnis wurden die Seiten gewechselt. Kaum wieder auf dem Platz ( 46. ) zeichnete Neisner für den Ausgleich ( 2 : 2 ) verantwortlich. Auch ein ein Eigentor konnte die Friedrichsorter nicht aus der Bahn werfen, diese konterten in der 69. Minute mit dem 3 : 3. Die zu keiner Zeit erlahmende Einsatzfreude und gute Kondition der Elstern waren die Grundlagen für eine fulminante Schlußoffensive. Kauker und Planetta gaben dem Schlußmann der Friedrichsorter noch zweimal das Nachsehen und sorgten für einen klaren 5 : 3 Sieg der Elstern.

Jubelstürme um Planetta.
Wenn eine Mannschaft mit der Empfehlung von fünf aufeinanderfolgenden Siegen an den Sander Tannen bei den Elstern antritt, weist man den Gästen ohne Einschränkung die Favoritenrolle zu. So auch dem FC St. Pauli, der 6000 Zuschauer zum fälligen Punktspiel anlockte. Das schnelle 1 : 0 für die Gäste schien manch düstere Vorahnung zu bestätigen, aber St. Pauli konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufprägen. Anders die Elstern! Mit zunehmender Spieldauer gewann die Bergedorfer Mannschaft die Oberhand über den Favoriten. In der 82. Minute war dann das Eis gebrochen: ein Zuspiel von Voß nahm Rolf Planetta auf und schoß zum vielumjubelten 1 : 1 Ausgleich ein. Damit nicht genug , der Torjubel war noch nicht verklungen, als ein von Neisner gefühlvoll hereingegebener Eckball von Planetta per Fallrückzieher zum zum 2 : 1 verwandelt wurde. Der Verfasser dieser Zeilen weilte bei dieser Partie unter den Zuschauern. Ein denkwürdiges, hochklassiges Spiel sah die Elstern als verdienten 2 : 1 Sieger vom Platz gehen.

Fortsetzung der Erfolgsserie
Nach zuletzt drei Siegen in Folge traten die Elstern die Reise nach Neumünster an. Nach der Führung für 85 ( Neisner ) drehte der VfR die Partie und ging in der 53. Minute sogar 2 : 1 in Führung. Von Voß und Knubbe unermüdlich angetrieben , brachten Howind ( 67. Minute ) und Knubbe selbst ( 70. Minute ) ihre Mannschaft auf die Siegerstrasse. Dank eines druckvollen Endspurts siegten die Elstern verdient mit 3 : 2 beim VfR Neumünster
.
Der Oldenburger Stopper überragte
Eine überragende Leistung lieferte der Stopper des VfB Oldenburg an den Sander Tannen ab. War das 1 : 0 der Gäste in der ersten Halbzeit noch verdient, starteten die Elstern im zweiten Spielabschnitt eine Daueroffensive, doch der Oldenburger Mittelläufer Klaus Forbrig hatte seine Hintermannschaft bestens organisiert. Dem Angriffsschwung der Bergedorfer wurde ein ums andere Mal die Wirkung genommen. In der 79. Minute hatte die Bemühungen der Platzherrn den verdienten Erfolg: Kalle Bochmann hatte in den Strafraum geflankt, Lotar Kauker leitete der Leder zum freistehenden Planetta, der hatte keine Mühe, mit einem Kopfball den Oldenburger Torhüter zum 1 : 1 Gleichstand zu überwinden. Der durchaus verdiente Siegtreffer wollte den Elstern nicht mehr gelingen. Mit einem glücklichen Punktgewinn kehrten die Oldenburger an die Hunte zurück.

Herbe Niederlage beim FC St. Pauli
Es gibt Tage, da kann man machen, was man will – es geht schief! Ein kollektives Erlebnis dieser Art hatte die Mannschaft von Bergedorf 85 zum Rückrundenauftakt am Millerntor. Der Verlauf der ersten Halbzeit gestattete noch keine Prognose über den Spielausgang, aber dann nahm das Unheil seinen Lauf. Bei einem Weitschuß war Torwart Horn die Sicht versperrt – es stand 1 : 0 in der 54. Minute. Ein verunglückte Abwehraktion von Heinz Weißleder führte in der 75. Minute zum 2 : 0, dann kam es Schlag auf Schlag – ein von Knubbe verschuldeter Handelfmeter hatte das 3 : 0 zur Folge, Horst Haecks und Rolf Bergeest schraubten das Resultat in den letzten zehn Minuten auf 5 : 0 für den FC St. Pauli. Da Kalle Bochmann auf ungewohnter Position spielen mußte und Neisner im Laufe der Begegnung verletzt wurde, konnte man sich über dieses Ergebnis nicht wundern und, wie gesagt – an manchen Tagen geht alles schief.

Aufholjagd gegen Friedrichsort
Wie schon im Hinspiel geriete die Bergedorfer mit 0 : 2 ins Hintertreffen. Nach dem Seitenwechsel stürmte die Elstern unverdrossen in Richtung Gästestrafraum und es war nur eine Frage der Zeit, wann der Rückstand aufgeholt sein würde. In der 58. Minute war es soweit, Neisner verkürzte zum 1 : 2, Horst Howind folgte 90 Sekunden später dem Beispiel seines Kollegen und schoss zum 2 : 2 Ausgleich ein. Die Chance zur Führung vergab Gerd Voß als er einen Strafstoß nicht verwandeln konnte. Ein Spiel, welches die Bergedorfer Mannschaft hätte gewinnen müssen, endete somit 2 : 2 unentschieden.

Glücklicher Sieg in Neumünster
Sowohl Trainer Heinz Werner als auch sein Neumünsteraner Kollege hätten ein Königreich für einen Stürmer geboten. Im ersten Durchgang hatten die 85er das Kommando auf dem Platz, doch die Hintermannschaft der Gäste war Herr der Lage – bis auf eine Ausnahme: Horst Howind nahm ein Zuspiel von Planetta auf und überwand Torhüter Lipp im Kasten der Gäste. Das für die Elstern glückliche 1 : 0 hatte zunächst bis zum Pausenpfiff Bestand, doch im zweiten Spielabschnitt ein gänzlich anderes Bild, der VfR bestimmte das Spielgeschehen, aber ein vermeintliches Tor aus Abseitsposition blieb die einzige Ausbeute der Gäste. Jürgen Horn, Reinhard Heinz und „Johnny“ Weißleder waren an diesem Tag die Garanten für den knappen 1 : 0 Erfolg der Elstern.

Schwaches Spiel in Oldenburg
Nach dreiunddreißig Minuten war alles vorbei. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Elstern beim VfB Oldenburg 0 : 2 im Rückstand. Diesen Vorsprung konnte die Heimmannschaft verteidigen ohne von Bergedorf 85 ernsthaft in Verlegenheit gebracht worden zu sein. Die besten Akteure in einer schwachen Mannschaft waren Emsen, Knubbe und Planetta.

An Arminentorwart gescheitert
Einen Tag, an dem die Elsternabwehr nicht die gewohnte Form präsentieren konnte, wußten die Gäste aus Hannover an den Sander Tannen auszunutzen. In der 33. Minute und im zweiten Durchgang in der 66. und 71. Minute schossen die Gäste einen beruhigenden 3 : 0 Vorsprung heraus. Hätte Haack in der 30. Minute einen Foulelfmeter nicht am Tor vorbeigeschossen, hätte dieses Spiel möglicherweise einen anderen Verlauf genommen – hätte, wäre, wenn, alles Spekulation ! Alle Bemühungeen der Elstern um Ergebnisverbesserung fanden bei dem ausgezeichneten Torwart der Arminen ihre Endstation. So konnte nur Planetta vier Minuten vor dem Schlußpfiff das Ergebnis mit seinem 1 : 3 etwas erträglicher gestalten. 3500 Zuschauer traten enttäuscht den Heimweg an.

Prachtparaden von Jürgen Horn.
Die Stürmer des SC Concordia waren der Verzweiflung nahe, immer wieder war es der Bergedorfer Torhüter Horn, assistiert von Reinhard Heinz und Heinz Weißleder, der die besten Chancen der Concorden zunichte machte. In der Bergedorfer Sturmreihe wurde Rolf Planetta durch kluges Paßspiel zum spielentscheidenden Akteur. Seine Pässe wurden in der 80. Minute von Howind und drei Minuten später von Neisner in Tore umgemünzt. Der Anschlußtreffer der Concorden in der 85. Minute kam zu spät um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Durch diese Niederlage wurden die Abstiegssorgen der Wandsbeker drastisch erhöht.

Keine Diskussionen mit dem Schiedsrichter
Diese alte Regel sei allen Fußballspielern ins Stammbuch geschrieben. An diesem Tag galt dies für Horst Howind, denn seine Unterhaltung mit Schiedsrichter Seekamp endete in der 88. Minute mit dem vorzeitigen Gang in die Kabine. Zu diesem Zeitpunkt war die Begegnung gegen den VfB Lübeck auf der gefürchteten Lohmühle bereits entschieden. Zur Halbzeit stand es 3 : 0 für den VfB, der frühere Kieler Bornemann – jetzt für den VfB aktiv, machte mit drei Toren im ersten Durchgang seinem früheren Kollegen Heinz Weißleder das Leben schwer. Tore von Howind und Planetta waren das Ergebnis eines energischen Zwischenspurts der Elstern, aber ein Foulelfmeter für die Lübecker zum 4 : 2 machte alle Hoffnungen auf einen Punktgewinn zunichte. Der Sieg des VfB war verdient, während die Elstern eine enttäuschende Leistung ablieferten.

Punktverlust kurz vor dem Abpfiff 
Beim Stande von 3 : 1 für die Elstern gegen die Störche aus Kiel schien die Partie gelaufen zu sein. Die Führung von Voß ( 8. Min. ) wurde ausgeglichen, aber Tore von Neisner nach einem Alleingang ( 35. Min. ) und 77. Spielminute schienen das Spiel entschieden zu haben, aber zwei Tore der Kieler in der 80. und 88. Minute zum 3 : 3 Ausgleich krönten deren starken Endspurt mit einem Punktgewinn an den Sander Tannen.

Ein großes Spiel 
So überschrieb das HAB den Bericht über das Spiel des AFC gegen die Gäste aus dem Osten Hamburgs. Beide Mannschaften spielten einen herzerfrischenden Offensivfußball, wobei die Gäste aus Bergedorf in der ersten Halbzeit die überlegene Mannschaft war. Hier die Torfolge 0 : 1 Peter Haack in der 8. Minute, Ausgleich durch Horst Wendtland ( AFC ) in der 33. Minute, erneute Führung der Elstern, wiederum Haack drei Minuten nach dem Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel ( 48. Min. ) Tor durch Planetta zum 3 : 1 für Bergedorf 85. Der AFC war jedoch weit davon entfernt, sich aufzugeben und markierte unmittelbar danach das 2 : 3 . Die weiterhin intensiven Altonaer Bemühungen blieben nicht ohne Erfolg, Wellnitz ( AFC ) stellte Mitte der zweiten Halbzeit den 3 : 3 Ausgleich her und nach weiteren vier Minuten ( 67.) ging der AFC durch ein Tor von Neudorf mit 4 : 3 in Führung. 6000 Besucher waren Zeugen eines hochklassigen Regionalligaspieles zweier gleichwertiger Mannschaften, wobei der AFC zum Schluß das bessere Ende für sich hatte.

Spannende Schlußminuten
 3000 Besucher hatten sich schon damit abgefunden, daß das Spiel der Elstern gegen den VfL Osnabrück keinen Sieger haben würde . Ein Elfmetertor durch Neisner sorgte für das 1 : 0 für den ASV, dem setzten die Gäste in der 55. Minute den Ausgleich entgegen. Dieser Spielstand sollte bis sechs Minuten vor dem Ende Bestand haben, doch dann machte sich auf den Rängen Bestürzung breit, per Kopfball überwand Udo Lattek ( ein alter Bekannter ) Torhüter Horn zum 1 : 2. In der Schlußminute erlöste Gerd Voß die Zuschauer von ihren Qualen, ein Mißverständnis in der Osnabrücker Hintermannschaft nutzte er aus und schob die Lederkugel zum 2 : 2 Endstand ins Netz.

Siegtor kurz vor Spielende
Spiele gegen Bremerhaven 93 waren für die Bergedorfer Mannschaft stets mit harter Arbeit verbunden. Auch diesmal waren die 93 er auf dem heimischen Zollinlandplatz die spielbestimmende Mannschaft, doch alle Angriffsbemühungen der der Platzherrn konnten die von Weißleder gut organisierte Hintermannschaft nicht in Verlegenheit bringen. In der Schlußphase dieser Begegnung fand dann ein Weitschuß von Planetta den Weg ins Bremerhavener Gehäuse zum 1 : 0 Siegtreffer der Elstern.

Der Favorit stolperte
An den Kassenhäuschen an den Sander Tannen entrichteten 4000 Besucher ihr Eintrittsgeld, um den Tabellenzweiten der Regionalliga Nord, Hannover 96, zu sehen. Dieses Geld war gut angelegt, denn die Besucher sahen eine Bergedorfer Mannschaft, die an diesem Nachmittag viele Tugenden offenbarte. Einsatzfreude, spielerische Momente und alle Spieler in Topform - so präsentierten sich die Elstern ihrem Publikum. Auch als Howind in der zweiten Halbzeit verletzungsbedingt auf den linken Flügel beordert wurde, tat dies dem Schwung der Elstern keinen Abbruch. Die von Gästetrainer Helmut Kronsbein angeordneten taktischen Umstellungen verschafften den Gästen im Feldspiel Vorteile, doch am glänzend disponierten Torhüter Jürgen Horn war Endstation aller Bemühungen – ein ums andere Mal brachte er die Stürmer der Gäste zur Verzweiflung. In der Drangperiode der Hannoveraner starteten die Elstern einen klassischen Konter: Planetta und Neisner spielten sich per Doppelpaß durch und „Micky“ Neisner schob am Hannoveraner Torwart vorbei den Ball zum 1 : 0 ins Netz. Ein strahlender Trainer Werner, jubelnde Spieler und restlos zufriedene Zuschauer waren das Resultat eines Klassespieles der Elstern.

Unentschieden bei BU
Ungewohnte Uhrzeit ( vormittags ) und ungewohnte Spielstätte ( Jahnkampfbahn im Stadtpark ) waren die äußeren Bedingungen für das Spiel der Elstern bei BU. Die Barmbeker, in höchster Abstiegsgefahr, wollten unbedingt ihre Chance auf einen doppelten Punktgewinn wahrnehmen, doch es kam anders, denn in der 12. Minute verpasste Planetta den BU – Männern mit seinem 1 : 0 den ersten Dämpfer. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten, doch vier Minuten später brachte Neisner die Elstern erneut in Führung – es stand 2 : 1 für die Bergedorfer. Die Chance zum erneuten Ausgleich wurde durch Auslassen eines Elfmeters leichtfertig vergeben. Bedingt durch Umstellungen in der zweiten Halbzeit konnte BU den Druck auf das Tor von Jürgen Horn erhöhen, Lohn hierfür war schließlich das Ausgleichstor in der 75. Minute. Durch diesen Punktgewinn wurden die Sorgen der Barmbeker nicht geringer, während sich die Elstern auf dem achten Tabellenplatz behaupten konnten.

Ausgleich durch Elfmeter
Der alte Weggefährte der Elstern ( gemeinsam 1958 in die Oberliga aufgestiegen ) der VfV Hildesheim war Gastgeber für den ASV. Das Spiel nahm für den VfV nicht den erhofften Verlauf, denn das in der 50. Minute erzielte 1 : 0 konnte nicht ausgebaut werden, weitere gute Möglichkeiten wurden ausgelassen. Ein Rempler an Planetta im Hildesheimer Strafraum ( 73. Minute ) wurde mit einem Foulelfmeter geahndet, diese Chance ließ sich Neisner nicht entgehen und verwandelte zum 1 : 1. In der noch verbleibenden Spielzeit konnten die Hildesheimer ihre Möglichkeiten nicht in Tore ummünzen sodaß sich die Mannschaften die Punkte teilen mussten. Herausragende Spieler auf Seiten der Elstern waren Haack, Neisner, Knubbe und Weißleder,

Die Saison ist gelaufen
Die Saison neigte sich dem Ende entgegen, doch der VfL Oldenburg – Gast in Bergedorf – kämpfte mit erheblichen Abstiegssorgen. Die Elstern, aller Sorgen ledig konnten ihrer Spielfreude freien Lauf lassen. Als hätten die Oldenburger nicht schon genug Probleme unterlief ihnen in der 20. Minute ein Eigentor. Bis zum Pausenpfiff blieb der Spielstand von 1 : 0 unverändert. In der zweiten Halbzeit besannen sich die Elstern auf ihre Angriffsqualitäten und schraubten den Spielstand auf 4 : 0, wobei sich Planetta, Voß und Haack in die Torschützenliste eintragen konnten. 2000 Besucher gingen nach Spielende in guter Stimmung nach Hause.

Wolfsburg kam noch gut davon
Bei strömenden Regen kamen 1500 Zuschauer an die Sander Tannen um das letzte Heimspiel der Saison 1963 / 64 zu verfolgen. Die Gäste aus Wolfsburg konnten zwar in der 8. Minute die Elsternführung ( 5. Minute – Haack ) noch ausgleichen, mussten aber schon nach einundzwanzig Minuten die erneute Bergedorfer Führung durch Neisner hinnehmen. Es dauerte aber bis zur 76. Minute bis das 3 : 1 für Bergedorf 85 verbucht werden konnte. Eine Ergebniskorrektur durch die „Wölfe“ zum 2 : 3 hatte nur noch statistischen Wert. Während der gesamten Spieldauer waren die Elstern die überlegene Mannschaft , zeigten eine sehr gute Leistung und gingen als verdiente Sieger vom Platz.

Die guten Geister und der Schiedsrichter
„Johnny“ Weißleders Versuch, eine Karambolage mit seinem Gegenspieler zu vermeiden, wurde vom Schiedsrichter ( laut HAB : von allen guten Geistern verlassen! ) vollkommen falsch interpretiert und mit einem Elfmeter zwei Minuten vor dem Ende gewürdigtt. Bis dahin sahen die 1000 Zuschauer ein verteiltes Spiel mit einem bis dahin gerechten 2 : 2. Zu den Toren: In der 47. Minute gab Voß mit dem 1 : 0 dem Victoria – Schlußmann das Nachsehen, dann ging es Schlag auf Schlag: 1 : 1 Ausgleich in der 61. Minute, nach vier Umdrehungen des Sekundenzeigers 2 : 1 Führung für Victoria. Drei Minuten später 2 : 2 Ausgleich durch Lothar Kauker. Als sich alle Besucher mit einem 2 : 2 Unentschieden abgefunden hatten , brach die 88. Minute an und die guten Geister verabschiedeten sich vom Schiedsrichter – der eingangs erwähnte Strafstoß wurde zum 3 : 2 für den SC Victoria verwandelt
Erster Meister der Regionalliga Nord wurde der FC St. Paili mit 51 : 17 Punkten gefolgt von Hannover 96 mit zwei Punkten Rückstand. Der VfL Oldenburg und Barmbek – Uhlenhorst müssen den Weg ins Amateurlager antreten.


Schlußbetrachtung.
 Den Elstern muß man einen sehr erfreulichen Saisonverlauf bescheinigen. Erstmals seit der Zugehörigkeit zum bezahlten Fußball wurde eine Spielzeit auf Tabellenplatz acht mit einem positiven Punktekonto abgeschlossen. Auch die 65 erzielten Tore waren bislang unerreicht. Zwiespältig waren die Spielergebnisse der Elstern gegen die Klassenneulinge: Gegen die beiden Lokalrivalen Victoria und BU konnte nur ein Unentschieden erreicht werden, die restlichen dre Partien gingen verloren. Anders die Ergebnisse gegen die Neilinge aus Niedersachsen. Konnte der VfL Oldenburg ein Spiel noch unentschieden gestalten, musste der VfL Wolsfurg vier Punkte den Elstern überlassen. Neuling Friedrichsort unterlag auf der Kieler Waldwiese mit 3 : 5, konnte aber von der Sander Tannen einen Zähler mitnehmen.
Rolf Planetta sowie die die Neuzugänge Peter Haack und Klaus Neisner erzielten jeweils 14 Treffer wobei dies die Leistung der übrigen Mannschaftskameraden in keiner Weise schmälern kann. In 34 Begegnungen schickte Trainer Heinz Werner siebzehn Spieler aufs Feld, Dauerbrenner war Hansi Knubbe mit 34 Einsätzen gefolgt von Kalle Bochmann ( 33 ) sowie sowie der „Kieler Fraktion“ Horn und Weißleder und „Heeschen“ Voß mit 32 Spielen Alle Neuzugänge haben sich als Volltreffer erwiesen und sich einen Stammplatz erworben, Reinhard Heinz z.B. hat seit dem achten Spieltag kein Spiel versäumt. Einige Spiele kann man mit Fug und Recht in die Kategorie „Klassepartien“ einordnen, hier seien genannt die Spiele gegen Hannover 96 ( 1 : 0 ); VfV Hildesheim (5 : 2 ), Altona 93 ( 3 : 4 ) und das Spiel gegen St. Pauli ( 2 : 1 ) mit zwei Toren von Planetta in der Schlußphase. Gegenüber der letzten Oberligasaison sind die Besucherzahlen erwartungsgemäß zurückgegangen, Wollten in der Vorsaison noch 4033 Zuschauer die Elstern sehen, fanden in der ersten Regionalligasaison durchschnittlich 3329 Besucher den Weg zu den Sander Tannen, in der Rangliste des Zuschauerzuspruchs der RL landeten die Elstern auf Platz Neun. Die Hamburger Vereine hatten folgenden Zuspruch St. Pauli 5853, Altona 93 4601, BU 3442, Bergedorf 85 3329, Victoria 2194 und Concordia 1665 Zuschauer.
Auf kommende Spielzeiten in der Regionalliga Nord durfte man sich freuen.











Nachweis der Bezugsquellen
Grundlage für die Spielberichte und die Wettkampfbilder war das historische Archiv des Hamburger Abendblattes.
Mannschaftsaufstellungen und Zuschauerzahlen entstammen der Broschüre von U. Nuttelmann: Regionalligen 1963 – 1974 / NORD Die Informationen über das sportliche „Vorleben“ der Neuzugänge wurden den Statistiken des DSFS entnommen, ebenso die Mittelwerte der angegebenen Zuschauerzahlen.
Für die Abschlußtabelle und die Ergebnisdarstellung wurde das DEUTSCHE FUSSBALLARCHIV aus dem Internet herangezogen.

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