Sonntag, 22. April 2018

Partystimmung, Sahnetor und ganz viele Geschenke – ASV Bergedorf 85 verliert 3:4 in einem packenden Spitzenspiel in Mümmelmannsberg



Alles war angerichtet für ein großes Fußballfest: Bei herrlichem Wetter waren die Ränge des Kunstrasenplatzes in Mümmelmannsberg gut besucht. Unter den vielen Zuschauern auch die große Bergedorfer Fangruppe, die über die gesamte Spielzeit für großartige Stimmung sorgte und ihre Elstern mit unzählig verschiedenen Fangesängen immer positiv anfeuerte – einmalig!

Das Spiel unter der Leitung des erfahrenen Schiedsrichters Christian Henkel nahm sofort Fahrt auf. Bergedorf war im Vergleich zum verhaltenem Auftritt letzte Woche nicht wiederzuerkennen: Lauffreudig und zweikampfstark. Auffällig, dass „85“ auf dem Kunstrasenplatz der Generation I die Bälle in Bedrängnis kompromisslos hinten herausschlug. Hier werden die Trainer klare Anweisungen gegeben haben, kein Risiko einzugehen.
Um den ehemaligen Oberligaakteur und Starspieler des MSV Dieter Forkert kümmerte sich Gregor Krahn und dies zunächst sehr erfolgreich und mit fairen Mitteln Jener Gregor Krahn sorgte dann auch bereits in der 13 Minute für ein herausragendes Ereignis, das schon alleine sein Eintrittsgeld wert war:
Kurz hinter der Mittellinie wurde Gregor per Kurzpass angespielt. Er sah, dass der MSV-Keeper Erik Buchmiller zu weit vor seinem Tor stand und zog mit großartiger Schußtechnik einfach ab. Ein Sperrwerfer wird im Augenblick des Abwurfs ein ähnliches Glücks-Gefühl haben, wenn er weiß, der Sperr könnte weit fliegen. In Mümmelmannsberg segelte das Leder in hohem Bogen über den Torwart und senkte sich rechtzeitig in das Tor.
Marke Tor des Monats!
Großer Jubel bei Spielern und den vielen meist Bergedorfer Anhängern.
Der MSV meist durch sehr gut gezogenen Freistöße und Eckbälle gefährlich. So auch in der 22. Minute. Von halb rechts aus Stürmersicht wurde der Ball aufs Tor gezogen. Ein Stürmer konnte den Ball noch per Haarschopf berühren. Schwer zu halten für Elstern-Torwart Marc Stückler, der keine zehn Minuten später statt einen langen Abschlag Kollege Christian Kautz kurz anspielt. Noch unbedrängt verdaddelt Christian sich. Der Mümmelmannsberger Marvin Fischer erkennt seine Chance und stibitzt die Pille und hat dann keine große Mühe den Ball auch an Stückler vorbei zur Führung in die Machen aus kurzer Distanz zu jagen.
Hätte „Kautzi“ man auch den Ball einfach nach vorne geschlagen...

Doch vom Elstern-Anhang nach vorne gepeitscht gewann Bergedorf wieder Land. Nach einer schönen Kombination konnte der ASV im Nachschuss zum 2:2 ausgleichen. Stephan Funk soll der Schütze gewesen sein.
Mit Applaus ging es in die Kabinen.
Die zweite Halbzeit sollte es in sich haben. Kaum angepfiffen, setzte wieder einmal Center-Spieler Stephan Funk seinen Körper gut ein, legte den Ball auf Benjamin Vermehren auf, der noch vor wenigen Augenblicken von seiner Familie in der Halbzeitpause aufmunternd geherzt wurde. Die Küsse wirkten. Abgebrüht vollendete der Neuzugang von Billstedt-Horn zur 3:2 Führung der Elstern – und das direkt vor der Bergedofer-Fangruppe. Was für ein Jubel.

Doch wie gewonnen, so zeronnen..
Keine fünf Minuten später wird Kapitän Felix Rehr wieder in völliger Unbedrängnis von Außen im eigenen Strafraum angespielt. Der Ball springt unglücklich (wie schon erwähnt, Kunstrasen Generation I) bei angelegtem Arm an Felix Hand. Schiedsrichters Henkel sah genau hin, pfiff und zeigte erbarmungslos auf den Elfmeterpunkt.
Felix, der die Welt nicht mehr Verstehende konnte es nicht begreifen und handelte sich noch bei seinen Protesten die Gelbe Karte ein.
Dieter Forkert sagte zum Geschenk von wem auch immer danke und versenkte den Strafstoß hart und platziert.
Nun wurde es nicklig bzw. auch unnötig unfair.
Zuerst erhielt Forkert Gelb, dann ließ Elster Timo Schwenke Forkert in Höhe der Mittellinier absichtlich „über die Klinge“ springen und versuchte dann auch noch den Gegenspieler zu provozieren. Was soll sowas?
Jedenfalls sah Schwenke auch gelb.
Handelte Schiedsrichter Henkel hier vollkommen richtig, ließ er doch in vielen anderen Situationen die „klare Linie“ vermissen. Mal zeigte er bei sog.taktischen Fouls gelb, mal ließ er Gnade vor recht ergehen.
85 wechselte kurz danach . Doppelwechsel. Für Mirko Dell und Stephan Funk kamen Justin Gauger und Florian Heinze.
Funk, der vorne sich abrackerte und immer mehre Gegenspieler band, hätte vielleicht nicht ausgewechselt werden sollen. Wäre, hätte Fahrradkette. Jedenfalls übernahm ab diesem Zeitpunkt der Hausherr das Kommando. So fiel die 4:3 Führung nicht unverdient: Langer Seitenwechsel, Krahn verschätze sich und Dieter Forkert zeigte erneut seine gehobene Klasse und schoß flach ins Tor.
Als dann Timo Schwenke mit einer saudummen Aktion sich seine gelb-rote Karte abholte und seinem Team somit einen Bärendienst erwies, sah sich Bergedorf in schwieriger Situation.
Nur der starke 12. Mann, die Fans blieben optimistisch. Auf dem Platz schwamm man nun jedoch.
„Ob denn Bergedorf immer so schwach in der Abwehr ist ?“ fragte ein neutraler Zuschauer. Man hätte lügen müssen, wenn man diese Frage verneint hätte.
Felix Rehr haderte immer noch mit dem Unparteiischen und dieser hörte anscheinend gut hin. Folge gelb-rot und Bergedorf nur noch zu neunt.
Trotzdem 85 jetzt wieder gefährlich nach vorne. Der starke Vermehren wurde auf die Resie geschickt und nur eine tolle Abwehraktion vom Mümmelmannsberger Baran Can Aydin verhinderte den Ausgleich. Zuvor hielt ASV-Torwart Marc Stückler durch gute Parade sein Team „am Leben“. Dann die letzte Aktion. Freistoß für 85. Tolle Flanke in den 16er. Die Fans haben den Torschrei schon auf den Lippen, aber der Torwart des MSV hält 2x glänzend.
Abfiff.
Mümmelmannsberg feiert den nicht unverdienten Sieg. Bergedorf hätte nicht zu viele Fehler machen dürfen, ein wichtiger Punkt wurde so verschenkt.
Dadurch verliert der ASV die Tabellenführung an Oststeinbek und liegt nur noch fünf Punkte vor dem MSV.
Im nächsten Heimspiel empfängt man den Tabellenvierten Geesthacht. Die Messe - sprich Aufstieg - ist noch lange nicht gelesen.


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