Mittwoch, 3. August 2016

Aha-Erlebnis trotz Pokalaus. 85 muss sich erst gegen Ohe in Verlängerung geschlagen geben


Dritte Minute der Nachspielzeit im Stadion Sander Tannen: Der ASV Bergedorf 85 liegt im Pokalspiel gegen SC Voran Ohe 2:3 zurück.
Letzte Aktion. Eckball durch Jakob Föhres, Kopfballverlängerung auf den langen Pfosten, wo der nach vorn geeilte Bergedorfer Keeper Marc Stückler per Seitfaller den Ball mustergültig ins leere Tor drischt.
Unbeschreiblicher Jubel. Der sehr gute Schiedsrichter Martin Höck vom TuS Dassendorf pfeift die Partie gar nicht wieder an. Verlängerung.
Für diese Szenen und Dramatik spielt man Fußball und ist man Fan.
Drehen wir den Uhrzeiger gut eineinhalb Stunden zurück:
In der 15. Spielminute wird Patrick Kossatz mit einem schönen Pass in die Tiefe auf die Reise geschickt. Kossatz (nicht nur von seiner Athletik) wieder fast ganz der Alte, lässt den Oher Schlussmann keine Chance und schiebt gekonnt zum 1:0 für 85 ein. Zuvor hatten beide Teams je eine gute Möglichkeit, die die Torwächter aber jeweils vereilteten.
Jetzt sieht man keinen Klassenunterschied mehr. Der Kreisligist begeistert die geschätzten 130-150 Zuschauer mit durchdachtem Aufbauspiel und jede Menge Spielintelligenz. So ist es kein Wunder mehr, dass Bergedorf nach gut 35 Minuten mit 2:0 in Führung geht. Der ganz starke Jakob Föhres setzt sich durch seine Schnelligkeit und gute Ballbehandlung (ja, er erinnert ein wenig an Arne Klein) rechts durch, Flanke in die Mitte zum mitgelaufenem Julius Rauscher - Tor!
Der Landesligist ohne Esprit . Liegt es an der guten Raumaufteilung der Elstern oder haben sie 85 total unterschätzt?
Nach der Pause Ohe mit mehr Druck. Doch gute Möglichkeiten werden oft unkonzentriert vergeben. Man gewinnt immer mehr den Eindruck, heute ist eine große Pokalüberraschung möglich.
Bergedorf mit schnellem Umschaltspiel. Ein Konter hätte zum 3:0 führen können. Patrick Kossatz verzieht alleine vor dem Torwart knapp.
Nach 65 Minuten doch das erste Tor für die in Rot spielenden Gäste. Nach einem Eckball. Der Kopfball passte genau im Winkel.
Doch Bergedorf befreit sich wieder. Wiederholt harmonieren Patrick Kossatz und Jakob Föhres, der  so eine tolle Kombination mit Direktabnahme zum 3:1 krönen hätte können.
Die Bergedorfer Fans mittlerweile voll im Bann dieses intensiven Spiels. Immer wieder Anfeuerungsrufe und musikalisches Schlagzeug-Entertainment. Doch langsam lässt die Kraft beim Underdog nach. Ohe schafft den Ausgleich und danach auch die Führung bis die 93. Minute anbricht.

In der Verlängerung verletzt sich gleich nach Wiederanpfiff  der in der Viererkette agierende Thomas Herrmann, der fortan sich leider kaum noch bewegen kann . Da der ASV  Bergedorf 85 bereits dreimal wechselte, muss Thomas durchbeißen.
Alle Spieler der Elstern kämpfen enorm. Kapitän Christian Kautz macht ein großes Spiel und auch der eingewechselte Gregor Krahn gibt nach über einem Jahr Verletzungspause vollen Einsatz.
Dann sind die ersten 15 Minuten nach der Verlängerung schon fast um. Wieder eine Ecke - ja die hohen Bälle, hier war ein Schwachpunkt von 85 auszumachen - und wieder durch ein Kopfball das 4:3. Gefühlt war nicht mehr drin, trotzdem ackerte man weiter. Nach einem Konter das 5:3 für Ohe
Nach dem Abpfiff großer Applaus für das Bergedorfer Team.
Viele hoffnungsvolle Akteure. Auch der agile Pacal Röner überzeugte voll.
Insgesamt vielleicht die beste Mannschaftsleistung des ASV Bergedorf 85 seit Neubeginn. Auf jeden Fall ein Abend der Hoffnung und neugierig macht auf die Kreisligasaison.

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