Sonntag, 16. September 2018

Auswärts weiterhin nichts zu holen – Elstern verlieren auch in Glinde 2:4



Wer kennt nicht auch solche Spielertypen, die auch bei haushoher Führung der eigenen Mannschaft sich bei den kleinsten Fehler des Mitspielers noch aufregen und die Mitspieler immer weiter anspornen, doch bloß nicht nachzulassen.
Diese über ehrgeizigen Gesellen werden für das Team umso wichtiger, je enger das Match ist.
In Glinde hätte der ASV Bergedorf 85 gut solche Spezies gebrauchen können...

Auch wenn die erste Halbzeit torlos blieb, war es stark, was beide Mannschaften den vielen Zuschauern boten. Die Anfangsviertelstunde gehörte den Gastgebern. Animiert von ihrem Trainer Sören Deutsch, die Abwehrspieler des ASV immer wieder anzurennen und „zu jagen“, verhinderten sie einen geordneten Spielaufbau von Bergedorf. Im Mittelfeld wurde um jeden Ball gekämpft und immer im sportlich fairem Rahmen. Zweimal konnte 85 noch im letzten Moment hinten klären.
Doch je länger die Partie lief, gewann der ASV mehr und mehr die Oberhand und konnte sich ihrerseits mehrere Halbchancen herausspielen.
Als der sehr junge Schiedsrichter Miles Taylor Tardieu zur Halbzeit pfiff gab es Applaus – zu recht.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten blieb Bergedorf 85 souverän. Hinten spielte Pascal Asante- Sefa einen ausgezeichneten Abwehrchef. Eine Augenweide, wie er antizipiert und auch durch das gute Timing die meisten Kopfballduelle gewann.
Nach vorne wurde variabel über die Außen gespielt. Sah gut aus.
Doch dann in der 54. Minute verschätzte sich der wieder genesende Malte Golinske sich . Sein Gegenspieler Jannik Gehrke konnte so mutterseelenallein auf das 85 Tor zu laufen und ließ Lukas Stradins im Tor keine Chance.
85 steckte das Gegentor sehr locker weg. Es wurde weiter versucht mit spielerischen Mitteln zu agieren. So auch in der 59. Minute: Gregor Kahn in bester Manfred-Kalz.-Manier marschierte die rechte Außenbahn entlang, flankte aus dem Lauf bananenmäßig in den Strafraum und Mirko Dell (?) machte den Hrubesch . Ein wunderschön herausgespieltes Tor!

Dann vielleicht ein entscheidender Wechsel:
85-Trainer Patrick Paap nahm Mikel Jason Ehmke vom Feld . Für ihn kam Ugur Naci Karakas.
Mikel Ehmke erfüllt auf Bergedorfer Seite am ehesten den oben erwähnten Spielertyp Marke „Kampfschwein“.

Doch es ging aus Elstern-Sicht gut weiter. Stefan Funk wurde an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht und der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt. Den Strafstoß versenkte Timo Schwenke gewohnt sicher.
Der ASV Bergedorf 85 hat das Spiel gedreht und spielt weiter nach vorne und läuft in ein Konter hinein. Das 0:1 könnte als Blaupause gedient haben. Wieder ein langer Ball auf die linke Angriffs seite, der die Abseitsfalle aushebelt. Diesmal passt der Linksaußen sehr schön in die Mitte , wo Sturmkollege Christian Albus direkt abschloss. Lukas Stradins war noch mit den Fingern dran, aber zu spät.

Nun waren noch 20 Minuten zu spielen. Eigentlich könnte man mit einem Remis leben. Aber 85 spielte weiter gut und unverdrossen nach vorne. Hätte Stefan Funk aus 5 Metern nicht in dem sensationell parierenden Glinder Keeper Mirko Brandt seinen Meister gefunden, wäre das Spiel wohl zugunsten Bergedorfs ausgegangen.
So verloren die Elstern mehr und mehr die Ordnung im Mittelfeld. Es wurde wieder ein Schlagabtausch. Dann wohl eine Konsessions-Entscheidung. Ein Glinder rennt eher auf Gregor Kahn im Strafraum auf, doch der Schiedsrichter zeigte auf den ominösen Punkt.
Unhaltbar jagte Christopher Scheele den Ball unter die Latte.
Nun hatte der TSV das Spiel seinerseits gedreht.
85 fehlte jetzt der Leader und die Kondition, um noch einmal zurückzukommen. Das 4:2 für die Hausherren war nur noch Ergebniskosmetik.

Am Ende gingen die Elstern nach einem sehr unterhaltsamen Spiel mit leeren Händen vom Platz und müssen nun – vor schweren Aufgaben stehend – sich nach unten orientieren.


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