Sonntag, 5. November 2017

Alle Elstern spielten für „Päddy“ - ASV Bergedorf 85 gewinnt 6:0 gegen FC Lauenburg


Die Rückennummer 14 ist eine heilige Rückennummer unter Fußballern. Der Niederländische Fußball- Ästhet Johan Cruyff machte sie legendär.
Die Fußballer des ASV Bergedorf 85 liefen heute alle mit der Nummer 14 auf dem Trikot auf, um einen ihrer Mitspieler Mut zuzusprechen - der sonst eigentlich die 14 trägt -  und leider auch als aktiven Fußballer zu verabschieden:

Patrik Koßatz riss sich am vergangenen Dienstag beim Freundschaftsspiel gegen Billstedt-Horn ohne gegnerische Einwirkung das Kreuzband und muss voraussichtlich operiert werden.
Es ist jetzt das dritte Mal, dass dieses Band gerissen  und der Entschluss von Patrik nun seine Karriere zu beenden ebenso vernünftig wie nachvollziehbar ist.
Die „Elsternpost“, die Stadionzeitung des ASV Bergedorf 85, widmete spontan die Titelseite dem langjährigen Elstern-Spieler: „Danke Päddy für die geile Zeit“ titelte sie.

Zur Erinnerung: Patrik spielte in der A-Jugendbundesliga für den HSV, wechselte dann in die Regionalliga, wo er u.a. für den SV Cloppenburg Und Hannover 96 II auf Torejagd ging.
2007 holten ihn dann Rüdiger Schwarz und Manfred Nitschke nach Bergedorf. Für 85 spielte er bis 2010 an den Sander Tannen. In dieser Zeit riß auch zum ersten Mal das Kreuzband (2008 bei einem Vorbereitungsturnier des SC Condor), ausgerechnet in einer Phase, wo Patrik so richtig durchstartete.
2010 wechselte Patrik Koßatz zu Eintracht Norderstedt. Doch nach nur wenigen Monaten erneut die von Fußballern meist gefürchtete Verletzung.
Seine Fußballschuhe hing Patrik Koßatz dann fünf Jahre an den Nagel, bis der befreundete ASV-Kapitän Norman Lessmann so lange bohrte, bis Patrik endlich versprach es noch einmal bei 85 zu versuchen.
Seit dem profitieren die Elstern nicht nur von seinen Toren, tollem Auge und großer Erfahrung, sondern auch von der Persönlichkeit des sehr sympathischen 31 jährigen.
Nicht nur die Aktion mit der Rückennummer und dem Banner der Fans zeugt von der Beliebtheit Patriks, sondern auch die unheimlich herzlichen Umarmungen, mit denen seine Mitspieler, Trainer und der Stadionsprecher Burhard Rehr ihn bedachten.
In Anbetracht dieser Herzlichkeit floss auch die ein oder andere Träne.
Alle Elstern wünschen zunächst gute Genesung und dann dass Patrik dem Verein abseits des grünen Rasens unbedingt erhalten bleibt !!!

Nachdem auch der 1. Vorsitzende Klaus Hinz Patrik mit einem Blumenstrauß verabschiedete, wurde die heutige Partie gegen den FC Lauenburg mit 7 Minuten Verspätung angepfiffen.
Die vielen Fans von 85 sollten eine sehr gut aufgelegte Elstern-Mannschaft erleben.
Schon nach wenigen Minuten zeichnete sich ab, dass 85 dem Gegner besonders in der Raumaufteilung und Fitness überlegen war.
Besonders Niklas Kretschel erfreute sich auf der rechten Angriffseite über viel Platz und nutzte diesen mit vielen Flankenläufen.
Doch der Führungstreffer resultierte aus einem Eckball.
Timo Schwenke zog den Ball von links auf den kurzen Pfosten, der Ball gelangte durch ein Gewurschtel zu Stephan Funk, der mit dem 1:0 aus kürzester Distanz Danke sagte.
Zu diesem Zeitpunk 85 mit klarem Chancenplus. Wenn Lauenburg ansatzweise gefährlich wurde, sorgte der sehr gut mitspielende Elstern-Torwart Lukas Stradins für Entwarnung.

Das 2:0 fiel in der 34. Minute der Begegnung:
Wieder ein Angriff über die rechte Seite. Der sehr gut aufgelegte Felix Rehr flankte mustergültig auf Stephan Funk, der förmlich in der Luft steht und gegen die Laufrichtung des Keepers ins lange Eck bogenlampenmäßig köpft.

Keine vier Minuten später sorgt unsere Nummer 4 mit einem lupenreinen Hattrick für die Vorentscheidung.
Die Elstern werden von den Zuschauern mit Applaus in die Halbzeitpause verabschiedet.

Ein kurzes Strohfeuer des Gästeteams übersteht Bergedorf, dann verlagert sich das Spielgeschehen immer mehr in die Hälfte Lauenburgs.
In der 52. Minute ist Stephan Funk „nur“ Vorbereiter und schickt Normann Leßmann auf die Reise, der den Torhüter umkurvt und dann gekonnt einschiebt.
Such hier dauerte es nur vier Minuten, bis unser Kapitän mit dem 5:0 sein Doppelpack vollendete.

Lauenburg mehr oder weniger chancenlos, aber – und dies ist vielleicht viel wichtiger – zu jeder Zeit diszipliniert und fair. Ein großer Verdienst von Trainer Burhan Ötztürk!
So hat der gute Schiedsrichter Nicknam Meschkat mit seinen Assistenten Maurice Maximillian Kirberger und Gero Streit jederzeit das faire Spiel im Griff und überzeugte durch eine klare Linie.

In der 69. Minute sorgte Malte Adden per Kopf zum Endstand.

Eine starke spielerische Leistung der Elstern, die jetzt genauso konzentriert und motiviert die Rückrundenspiele bestreiten sollte. Zum avancierten Aufstieg in die Bezirksliga ist der Weg noch weit, genauer gesagt beträgt die Entfernung noch 15 Begegnungen.


Dieses 6:0 krönte ein erfolgreiches Wochenende aus Elsternsicht:

Am Freitag bezwangen die Senioren des ASV Condor mit 4:1, gestern bestätigte Dietmar Gietzen seine ungeahnten Torjägerqualitäten beim 2:0 in Harburg.



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