Sonntag, 27. Dezember 2015

Die Elstern in der Regionalliga Teil 2 – Spielzeit 1964 / 65 (von Hans-Martin Lippold)

Die erste Saison ( 1963 / 64 ) nach der Umstrukturierung des Erstligafußballs nahm für die Elstern einen unerwartet guten Ausgang. Tabellenplatz acht mit einem positiven Punktekonto war mehr, als man erwarten durfte .Die von den Elstern erzielten 65 Treffern wurden nur von fünf Mannschaften überboten. Der kommenden Regionalligasaison konnte man mit freudiger Erwartung entgegensehen.

Änderungen im Spieleraufgebot 
Wie auch in diesem Jahr wechselten einige den Arbeitgeber, dies führte auch im Spieleraufgebot der Elstern zu Veränderungen. Günter Emsen, Akteur mit den meisten Einsätzen, ein großer Kämpfer mit nimmermüdem Einsatz – 140 Spiele in der Oberliga sowie 19 Einsätzen in der Regionalliga - hängte die Fußballstiefel an den berühmten Nagel und wurde Trainer. Werner Erb, eine der prägenden Figuren des Hamburger Fußballs zog es zurück zu seinem Stammverein, dem FC Altona 93. Auch Peter Haack zog das Elsterntrikot aus und wechselte zum VfL Osnabrück.

Diesen Spielerabgängen standen jedoch fünf Neuzugänge gegenüber, von denen man viel erwarten durfte. Der Nachbarort Wentorf war Bundeswehrstandort und so zog es Fußballspieler, die ihren Wehrdienst dort ableisteten, zu den Elstern. Einer der ersten war Torhüter Dieter Jürgensen aus dem Jugendbereich der Elstern. Später, im Range eines Feldwebels, war Dieter Jürgensen disziplinarischer Vorgesetzter der Neuzugänge Hagen Kuchenbecker aus der eigenen Jugend und Günter Lubasch, Neuzugang vom BSV Westfalia Lütgendortmund. Zwei weitere Neuzugänge, Hans – Peter Fischer und Manfred Simanowski kamen aus dem Amateur – bzw. Jugendbereich. Beide brachten noch keine Erfahrungen aus dem höherklassigen Amateurfußball mit. Anders jedoch Neuzugang Dieter Meyer. Von 1960 bis 1962 bei den Elstern tätig, gab er in 58 Oberligaspielen einundvierzig Mal dem gegnerischen Torwart das Nachsehen . Für die Oberligasaison 1962 / 63 sicherte sich der SV Werder Bremen die Dienste von Dieter Meyer. Seinem Ruf als Torjäger wurde er auch an der Weser gerecht, er eroberte am Ende der Saison die Torjägerkrone mit 36 Treffern noch vor Uwe Seeler, der es auf 32 Treffer brachte. In der ersten Saison der neu ins Leben gerufenen Bundesliga konnte er sich in fünfzehn Partien neunmal in die Torschützenliste eintragen. Mit dem Wechsel von Trainer Georg Knöpfle zu Willi „Fischken“ Multhaupt endete die Bundesligakarriere von Dieter Meyer und er kehrte zu den Elstern zurück.
Mit drei Spielerabgängen und fünf Neuverpflichtungen waren die Elstern für die neue Saison gut aufgestellt.
Die Regionalliga Nord hatte im Vergleich zur Vorsaison ihr Gesicht verändert. Die beiden Absteiger BU und der VfL Oldenburg wurden durch den 1. SC Göttingen 05, einem Verein mit langer Oberligatradition und den Hamburger Vertreter Rasensport Harburg ersetzt. Vizemeister Hannover 96 konnte sich gemeinsam mit dem VfB Borussia Neunkirchen für die Bundesliga zu qualifizieren. Mit siebzehn Vereinen startet die Regionalliga in die neue Saison.

Vorbereitung auf die Punkterunde
Eine gute Gelegenheit zur Standortbestimmung sind Freundschaftsspiele vor dem Start in die neue Saison. Diese Gelegenheit nahmen auch die Elstern wahr. Zweitausend Besucher auf dem Harburger Rabenstein sahen das Gastspiel der Elstern beim neuen Klassenkollegen Rasensport Harburg. Nachdenkliche Gesichter machten die Zuschauer auf dem Heimweg, denn drei Tore von Micky Neisner sowie ein Treffer von Heimkehrer Dieter Meyer zeigten dem Neuling deutlich seine Grenzen auf. Zwei Tore des Harburgers „Moppel“ Pohla gestalteten das Ergebnis aus Sicht der Platzherrn etwas freundlicher. Am darauffolgenden Wochenende, eine Woche vor dem Punktspielstart, stand die erste Pokalrunde auf NFV – Ebene auf dem Programm. Das Los führte die langjährigen Weggefährten SC Concordia und den ASV im Wandsbeker Gehölz zusammen. Auf der Anlage im Marienthal zeigte die Bergedorfer Mannschaft eine gute Frühform und ließ den Concorden beim 1 : 6 nicht den Hauch einer Chance. Vier Treffer von Dieter Meyer sowie Tore von Heinz und Neisner zeichneten für den hohen Sieg verantwortlich. Die Saison 1964 / 65 konnte beginnen.

Kantersieg zum Saisonauftakt
Wenn eine Mannschaft nach neunzig Minuten mit hängenden Köpfen das Spielfeld verläßt, deutet dies auf einen unerfreulichen Nachmittag hin. Dies widerfuhr der Mannschaft des VfR Neumünster zum Saisonauftakt vor 4500 Zuschauern an den Sander Tannen. Neisner und Planetta sorgten für den 2 : 0 Pausenstand, nach dem Wechsel stürmten die Elstern munter weiter und erhöhten nach weiteren zwei Toren von Neisner und einem Treffer von Planetta auf den Endstand von 5 : 0. Die Gäste waren nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten läßt, aber Spielerabgänge am Ende der Vorsaison konnten noch nicht kompensiert werden. Der Lohn für diesen fulminanten Auftritt zum Saisonstart war die Tabellenführung.

Untergang in Durchgang zwei
Im Kieler Holsteinstadion standen die Zeichen nach dem 1 : 0 durch Dieter Meyer auf Sieg, aber in der 44. Minute ließ sich Micky Neisner zu einer „leichten Selbstjustiz“ – so das HAB – nach mehrfachen harten Attacken seines Gegenspielers hinreißen. Micky Neisner, ein untadeliger Sportsmann wurde von Schiedsrichter Horstmann des Feldes verwiesen. In der zweiten Halbzeit waren die Elstern in Unterzahl dem zunehmenden Druck der Kieler nicht mehr gewachsen und mußten vier Gegentore quittieren. Zehn Minuten vor dem Abpfiff konnte Gerd Voß das Ergebnis auf 2 : 4 etwas abmildern. Eine Niederlage, die von einer kompletten Mannschaft vielleicht verhindert worden wäre.

Sieben Tore gegen den VfL Wolfsburg
Dreitausend Zuschauer trauten ihren Augen nicht, als die Gäste aus Wolfsburg von den Elstern nach allen Regeln der Kunst zerlegt wurden. Dem VfL gelang zwar in der 6. Spielminute das 0 : 1, aber bis zum Seitenwechsel hatten die Bergedorfer Hochgeschwindigkeitsfußballer einen satten 5 : 1 – Vorsprung herausgeschossen. Das Bergedorfer Spiel war an diesem Tag wirkungsvoll wie eine Brotschneidemaschine und hätten sich angesichts eines sicheren Sieges nicht Leichtsinnsfehler eingeschlichen, wären die Gäste mit einer zweistelligen Niederlage heimgeschickt worden. So aber gelangen dem VfL noch Tore zum 2 : 5 und 3 : 6, ehe Heinz Weißleder in der 82. Minute per Foulelfmeter der 7 : 3 Endstand gelang. Am Torreigen der Elstern waren Jörg Urban, zweimal Lothar Kauker, zweimal Dieter Meyer, Gerd Voß und Heinz Weißleder beteiligt.

Deftiger Rückschlag in Altona
Mit großen Hoffnungen auf einen Punktgewinn traten die Elstern die Reise zum alten Rivalen Altona 93 an. Doch es kam ganz anders. Konnten Planetta und Knubbe den schnellen 0 : 2 Rückstand bis zur 24. Spielminute noch ausgleichen, fanden die Elstern in der Folgezeit keine Mittel, den Sturmlauf des AFC zu stoppen. Mit einem 2 : 4 aus Sicht der Bergedorfer ging es in die Kabinen. Die Hintermannschaft des ASV – an diesem Tag nicht auf der Höhe - konnte zwei weitere AFC – Tore nicht verhindern. Mit einer deftigen 2 : 6 Schlappe kehrten die Elstern an die Sander Tannen zurück.

Wiedergutmachumg gegen den SC Victoria
Versöhnung mit den Fans und Wiedergutmachung war gegen Victoria angesagt. Viertausend Besucher fanden den Weg an die Sander Tannen um der Einlösung dieses Versprechens beizuwohnen. Dies gelang überzeugend, denn die indisponierte Mannschaft des SCV hatte während der gesamten neunzig Minuten nur eine Torchance, doch ein schwach geschossener Foulelfmeter wurde eine sichere Beute von Torwart Jürgen Horn. Anders der ASV! Heinz ( 37. ) und Meyer ( 40. ) stellten die Pausenführung sicher, Micky Neisner ( 78. ) setzte mit dem 3 : 0 den Schlußpunkt unter eine Partie, die mit den Elstern einen verdienten Sieger hatte

Johnny Weißleder überzeugte
Mit betont defensiver Einstellung traten die Elstern bei Arminia Hannover an. Lothar Kauker wurde früh in die Abwehr zurückgezogen und bildete mit seinen Kollegen Bochmann, Knubbe und Vierkant unter Anleitung des überragenden Heinz Weißleder ein unüberwindliches Bollwerk. Lediglich eine Minute vor dem Pausenpfiff gelang es den Niedersachsen, den Abwehrriegel zu knacken und die 1: 0 – Führung der Elstern auszugleichen, denn in der 5. Minute unterlief den Arminen ein Eigentor. Infolge einer Verletzung mußte Micky Neisner in der Schlußphase ausscheiden.

Mühevolles 2 : 0
Fußballerische Leckerbissen wurden den Zuschauern bei Spielen gegen Bremerhaven noch nie vorgesetzt. Auch in der Partie vom 27.9.64 wurde den dreitausend Besuchern an den Sander Tannen Feinkost vorenthalten. Starke Abwehrreihen auf beiden Seiten hielten die gegnerischen Sturmreihen in Schach sodaß es an Strafraumszenen mangelte. In seinem zweiten Einsatz im Regionalligateam der Elstern sorgte Hagen Kuchenbecker schon in der 2. Spielminute für das 1 : 0 der Elstern, der Endstand von 2 : 0 ging auf das Konto von Rolf Planetta.Siege wie dieser werden in der Fußballersprache gemeinhin mit dem Prädikat „Arbeitssieg“ belegt.

Blitzstart in Osnabrück
Nach zehn Minuten war alles vorbei. So widerfuhr es den Platzherrn, als die Mannschaft von Trainer Werner durch Tore von Planetta ( 2. ) und Meyer ( 10. ) dem heimischen VfL alle Hoffnungen raubte Nie gelang es dem VfL, die gefährlichen Meyer, Planetta und Neisner im Zaum zu halten, die wenigen Osnabrücker Torchancen wurden von Jürgen Horn in überzeugender Manier zunichte gemacht. Mit einem 3 : 0 Erfolg ( Micky Neisner in der 50. Minute ) verabschiedeten sich die Elstern von der Bremer Brücke und traten in bester Stimmung die Heimreise an.


Beim Blick auf die Tabelle kam Freude auf. Platz drei hinter Holstein Kiel und dem FC St. Pauli mit 11 : 5 Punkten und mit vierundzwanzig Toren die zweitbeste Sturmreihe. Das war mehr als man erwarten konnte.


In der zweiten Pokalrunde auf NFV – Ebene unterlagen die Elstern dem Schleswig – Holsteinischen Amateurvertreter Schleswig 06 mit 1 : 3. Die 1 : 0 Führung der Amateure konnte durch Dieter Meyer noch wettgemacht werden, aber der ausgezeichneten Leistung der Amateure konnten die Elstern nichts gleichwertiges entgegensetzen und gingen zu Recht als Verlierer vom Platz.



Höherer Sieg vergeben
Eines der besten Regionalligaspiele der Elstern endete mit einem 3 : 2 Erfolg über den SV Friedrichsort auf heimischen Gelände. Nach einer 3 : 0 Führung in der 58. Minute deutete alles auf einen hohen Sieg der Bergedorfer Mannschaft hin, aber Leichtsinnsfehler verhalfen den Gästen in den Schlußminuten zu zwei Toren und einer Ergebniskorrektur auf 2 : 3. Trotz des knappen Ergebnisses ein hochverdienter Sieg der Bergedorfer. Ein vergebener Elfmeter verhinderte einen höheren Sieg.

Hoher Sieg in Oldenburg
Gerd Voß und Dieter Meyer je zweimal sowie Rolf Planetta hießen die Torschützen zum vollkommen verdienten und ungefährdeten Sieg über den VfB Oldenburg. Die schnellen Flügelstürmer Neisner und Planetta wurden von den Mittelfeldstrategen Heinz und Knubbe mit präzisen Pässen perfekt in Szene gesetzt, sodaß die Oldenburger Hintermannschaft immer wieder vor Probleme gestellt wurde, wie auch durch die fünf Tore deutlich werden konnte. Beim Stande von 0 : 5 gelang dem VfB der Ehrentreffer. Herausragende Spieler bei den Elstern waren Jürgen Horn und Heinz Weißleder.

Hoch an den Sander Tannen
Diese Überschrift beschreibt nicht das Wetter in der ersten Novemberhälfte, sondern gibt Auskunft über die Gemütsverfassung der Bergedorfer Fußballfreunde Doch zum Spiel: Zu Gast war das Tabellenschlußlicht, der VfB Lübeck. Die Gäste von der Trave zeigten in der ersten Halbzeit eine couragierte Leistung, die zu keiner Zeit auf den Tabellenstand hindeutete. Im zweiten Spielabschnitt legten die Elstern ihre im ersten Durchgang gezeigte Lethargie ab und bewiesen, daß sie zu Recht in den oberen Tabellenregionen angesiedelt waren. Genaue Pässe und Steilvorlagen von Lothar Heinz und Gerd Voß fanden in Dieter Meyer einen dankbaren Abnehmer, der dem Lübecker Torhüter zweimal das Nachsehen gab. Eine feine Einzelleistung von Dieter Vierkant führte in der 74. Minute zum 3 : 0 für die Bergedorfer Mannschaft.Viertausend Besucher sahen eine Klassepartie und gingen zufrieden nach Hause.

Stolperstein in Harburg
Konnte der Klassenneuling Rasensport Harburg in der Vorbereitung noch mit 4 : 2 niedergehalten werden, wurden im Punktspiel die Karten neu gemischt! Der Neuling zeigte seinem Publikum die beste Leistung seit dem Aufstieg und ging schon in der 6. Minute durch „Moppel“ Pohla in Führung. Den zwischenzeitlichen Ausgleich führte Knubbe durch Elfmeter in der 75. Minute herbei. Die Rasensportler ließen sich die Butter aber nicht vom Brot nehmen und erzielten – wiederum war es Pohla - acht Minuten vor dem Ende die 2 : 1 Führung. Interessant, das Pohla auch in der Vorbereitung beide Tore gegen die Elstern markierte. Da Dieter Meyer wie auch Micky Neisner bei ihren Gegenspielern gut aufgehoben waren, konnte die Angriffsreihe des ASV nicht wie gewohnt in Erscheinung treten. Neuling Rasensport konnte seinem Punktekonto zwei Zähler gutschreiben, während die Elstern mit leeren Händen die Rückfahrt antreten mußten.

Wechselbad der Gefühle
Am Buß-und Bettag, einem Tag, an dem der Begriff Stille hohe Bedeutung genießt, erlebten dreitausend Besucher beim Lokalderby gegen den SC Concordia ein Wechselbad der Emotionen. Bestürzung auf den Rängen als Jörg Urban schon in der 2. Minute ein Eigentor zum 1 : 0 für Concordia unterlief, doch die Freude der Concorden war nur von kurzer Dauer, denn in der 8. Minute führte ein Mißverständnis in der Abwehr der Gäste zum 1 : 1 Ausgleich – wiederum ein Eigentor. Damit nicht genug. Nach zwanzig Minuten mußte Jürgen Horn einen strammen Schuß des Concorden Horst Engel aus den Netz holen – die Gäste hatten mit 2 : 1 die Nase vorn. Die Dramatik war steigerungsfähig, denn nur sechzig Sekunden später beruhigte Micky Neiner mit dem Ausgleichstreffer zum 2 : 2 die Gemüter. Nach weiteren zwei Minuten war es Planetta, der mit einem blitzsauberen Tor seine Mannschaft auf die Erfolgsspur zurückbrachte. In den nachfolgenden zehn Minuten hatte der Pulsschlag der Zuschauer Gelegenheit, sich zu normalisieren, dann mißlang Jürgen Horn ein Abwehrversuch und schon lag das Leder im Tor der Elstern – es stand 3 : 3. Mit diesem Spielstand schickte der Schiedsrichter die Spieler in die Kabinen. Kurz nach dem Seitenwechsel wurde Torwart Horn durch eine heftige Attacke eines Concorden schwer verletzt und mußte für zehn Minuten den Platz verlassen, dennoch gelang zehn Elstern durch Micky Neisner in der 54. Minute die Führung zum 4 : 3. Als der Concorde Horst Engel nach einem Zusammenprall mit Weißleder ebenfalls verletzt wurde, waren die verbliebenen Concorden dem Druck der Bergedorfer Mannschaft nicht mehr gewachsen und mußte in der 75. Minute durch Dieter Meyer den fünften Treffer hinnehmen. Die Bergedorfer Mannschaft ging nach dem Schlußpfiff als Sieger vom Platz während die Concorden mit fünf Gegentoren im Gepäck die Heimfahrt antreten mußten.

Spitzenspiel beim FC St. Pauli 
Eine für Bergedorf 85 bisher nicht erlebte Tabellensituation vor dem Spiel beim FC St. Pauli. Hinter Tabellenführer Holstein Kiel ( 25 : 3 Punkte ) und dem Gastgeber St. Pauli ( 22 : 4 Punkte ) rangierten die Bergedorfer mit 19 : 7 Zählern auf dem dritten Tabellenplatz. Bei einem Heimsieg hätte St. Pauli die Elstern um fünf Punkte hinter sich gelassen, im umgekehrten Fall wäre die Tabellenspitze noch enger zusammengerückt. Fußball – Hamburg konnte sich also auf ein echtes Sptzenspiel – konkurrenzlos an einem Sonnabend – freuen. Neuntausend Besucher säumten das Spielfeld am Heiligengeistfeld, um den Ansturm der Elstern auf die oberen Tabellenregionen zu beobachten. Nach Vorarbeit von Meyer und Planetta überwand Hagen Kuchenbecker in der 9. Minute St. Pauli – Torwart Thoms zum 0 : 1. Dieses Tor gab den Elstern Sicherheit. Immer wieder sorgten die schnellen Bergedorfer Stürmer für brenzlige Situationen im Strafraum der Platzherrn, doch kurz vor dem Gang in die Kabinen gelang St. Pauli der Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel dominierte zunächst die Heimmannschaft, konnte aber die sattelfeste Elstern – Abwehr nicht in Verlegenheit bringen. Dann kam es, wie es kommen mußte: wenn eine Mannschaft voll auf Offensive spielt, schafft sie Räume für Konter und gefährliche Spielsituationen im eigenem Strafraum. So geschehen in der 81. Minute. Dieter Meyer, von Knubbe präzise angespielt, überlief seinen Gegenspieler und schob nach einem 40m – Sprint das Leder am St. Pauli – Torwart vorbei zum 2 : 1 - Endstand ins Netz. Einsatzfreude, Leidenschaft, Spielwitz und Siegeswille der gesanten Mannschaft war Grundlage dieses verdienten Erfolges, der die Elstern bis auf einen Punkt an den FC St. Pauli heranrücken ließ. Wann hat man je besseren Fußball in Bergedorf gesehen ?

Arbeitssieg gegen Göttingen 05
Es ist keine Übertreibung, den SC Göttingen 05 als einen der norddeutschen Traditionsvereine zu bezeichnen. Von 1948 bis 1958 gehörte die Mannschaft aus der Universitätsstadt der Oberliga Nord an, 1964 gelang die Rückkehr in die höchste norddeutsche Spielklasse, die Regionalliga Nord. Dreitausend Unentwegte fanden Anfang Dezember 64 den Weg an die Sander Tannen, um dem Kräftemessen der beiden Teams beizuwohnen. Ein guter Start der Elstern führte zur schnellen 1 : 0 Vorsprung durch Rolf Planetta in der dritten Minute, weitere gute Möglichkeiten konnten nicht verwertet werden. Die Göttinger präsentierten sich als starke Mannschaft mit hoher Spielkultur und hätte Weißleder als ruhender Pol in der Abwehr nicht einen sehr guten Tag gehabt, wäre Horn im Tor der Elstern in ernsthafte Bedrängnis geraten. So aber blieb es bei dem knappen 1 : 0 für die Elstern, die mit diesem Ergebnis auf dem 3. Tabellenplatz verweilen konnten.

Letzte Spiel der Hinrunde
Mit dem Gastspiel beim VfV Hildesheim sollten die Elstern die Hinrunde abschließen. Die Spielanlage der Bergedorfer Mannschaft deutete auf eine defensive Ausrichtung hin, denn Kauker wurde früh in die Abwehr zurückgezogen. Da sich Dieter Meyer nicht wie gewohnt durchsetzen konnte, ging von der Bergedorfer Angriffsreihe nicht die gewohnte Gefahr aus. Lediglich Neisner machte sich als ständiger Unruhestifter im Hildesheimer Strafraum bemerkbar. Somit standen die besten Bergedorfer Spieler in der Hintermannschaft. Verdienter Lohn für diese couragierte Leistung war ein Zähler für das Punktekonto.


Eingefleischte Elsternfans haben gut daran getan, die Tabelle einzurahmen und im Wohnzimmer aufzuhängen - die Elstern auf dem zweiten Tabellenplatz!!! Während der ASV aus Hildesheim einen Punkt mitnehmen konnte, unterlag zeitgleich der FC St. Pauli im eigenem Stadion dem SV Arminia Hannover mit 1 : 2, damit lag der ASV mit einem Punkt Vorsprung vor dem FC St. Pauli. Für die Zuschauer war es eine helle Freude, den 85ern zuzusehen, die zweitstärkste Sturmreihe der Liga ( fast drei Tore pro Spiel ) schickte so renommierte Mannschafte wie z.B. Neumünster, Wolfsburg, Oldenburg, Concordia mit hohen Niederlagen nach Hause, an den heimischen Sander Tannen wurde kein einziger Punkt abgegeben. Der positive Eindruck vom bisherigen Saisonverlauf wird durch eine ausgeglichene Auswärtsbilanz abgerundet. Auf den weiteren Weg der Mannschaft von Trainer Heinz Werner durfte man gespannt sein.

Erste Heimniederlage
Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest empfingen die Elstern zum Start in die Rückrunde den VfL Osnabrück. 4500 Zuschauer zollten der Bergedorfer Mannschaft Respekt und Anerkennung für die bisher gezeigten Leistungen in der Hinrunde. Der VfL, ein alter Bekannter, zeigte sich als versierte Mannschaft, die auf dem glatten, winterlichen Untergrund ihre technischen Qualitäten voll zur Geltung bringen konnte. Schwächen in der Bergedorfer Abwehr ( Kalle Bochmann fehlte ) wurden vom VfL ausgenutzt und da auch Jürgen Horn nicht seinen allerbesten Tag erwischt hatte, mußten die Elstern Federn lassen. Dem kurz vor dem Pausenpfiff erzielten Osnabrücker Führungstreffer setzte Horst Howind unmittelbar nach Wiederanpfiff den Ausgleichstreffer zum 1 : 1 entgegen, doch zehn Minuten später ging der VfL erneut in Führung. Aufgeben war zum Rückrundenstart nicht Sache der Bergedorfer Mannschaft, der Erfolg blieb nicht aus – Gerd Voß überwand der Osnabrücker Schlußmann in der 72. Minute zum 2 : 2. Das Drängen des VfL auf den Siegtreffer blieb nicht ohne Erfolg, in der 87. Minute schlug es bei Jürgen Horn zum dritten Mal ein. Der VfL stellte die bessere Mannschaft und entführte die Punkte aus den Sander Tannen, für Bergedorf 85 war es die erste Heimniederlage der Saison.

Fußball trifft Grobmotorik
Zehn Bergedorfer Spieler verließen mit hängenden Köpfen den Bremerhavener Zollinlandplatz. Nur zehn, denn Dieter Meyer saß seit den 60. Minute mit gebrochenem Knöchel in der Kabine. Was war geschehen ? In der 42. Minute foulte Verteidiger Egon Cordes ( später Trainer in der Bundesliga ) Dieter Meyer so schwer, daß dieser mit einem Knöchelbruch später ausscheiden mußte. Eine Minute zuvor brachte Horst Bertl die 93er mit 1 : 0 in Führung, derselbe Spieler erzielte unmittelbar nach dem Ausscheiden von Meyer das 2 : 0 für seine Farben. Dermaßen geschockt, war die Moral der Bergedorfer Mannschaft gebrochen und sie konnte den Bremerhavenern keinen wirkungsvollen Widerstand entgegensetzen. Eine ganz bittere Niederlage, aber schwerer als der Punktverlust wog die Verletzung von Dieter Meyer; seine Mannschaft sollte ihn lange vermissen.

Start ins neue Jahr mißlungen.
 Das erste Spiel des Jahres 1965 führte die Elstern auf die Hoheluft zum SC Victoria. Die Bergedorfer Mannschaft trat ohne Dieter Meyer, Lothar Kauker und Micky Neisner an. Diese “Reststurmformation“ konnte den SC Victoria nicht entscheidend unter Druck setzen, trotz vieler guter Möglichkeiten fand das Leder nicht den Weg ins Victoria – Gehäuse. Ein anderes Bild in der zweiten Halbzeit – Angriff auf Angriff auf das Tor der Elstern, hätten Weißleder, Horn& Co. nicht einen sehr guten Tag erwischt, die Elstern wären ins Hintertreffen geraten. In der Drangperiode des SCV gelang Hans – Peter Fischer in seinem zweiten Regionalligaeinsatz in der 63. Minute das 1 : 0 für den ASV. Dem Tatendrang des SCV tat dieser Treffer keinen Abbruch, es war nur eine Frage der Zeit, wann der SC Victoria ausgleichen würde. Dies geschah in der 78. Spielminute. Als Klaus Beyer ( SC Victoria ) vier Minuten vor dem Ende der Partie in den Bergedorfer Strafraum rollte, entschied Schiedsrichter Picker auf Strafstoß für den SCV - anschließend hieß es 2 : 1 für den SC Victoria. Die bessere Mannschaft war der SC Victoria, aber auf so eine Art ein Spiel zu verlieren hatten die Elstern nicht verdient.

Arminia Hannover war die bessere Mannschaft
Spielwitz und Ballbeherrschung zeigten die Gäste von der Leine DEN 6000 Besuchern an den Sander Tannen. Unheil deutete sich an, als Knubbe in der 22. Minute ein Handspiel im eigenem Strafraum unterlief. Der fällige Strafstoß führte zum 1 : 0 für die Gäste aus Hannover. Trotz vieler guter Möglichkeiten in der Folgezeit gelang dem ASV kein Torerfolg. Im zweiten Durchgang gewannen die Arminen Oberhand über die Elstern, ein Doppelschlag in der 58. und 59. Minute brachte die Entscheidung. Die Arminen brachten dieses Resultat problemlos über die Zeit und nahmen die Punkte aus Bergedorf mit nach Hause.

Sieg gegen den alten Rivalen
 Kraftlosigkeit attestierte Trainer Kurt“Jockel“ Krause seiner Mannschaft, dem FC Altona 93. Im ersten Spielabschnitt war davon nichts zu spüren und der AFC gewann leichtes Übergewicht ohne das Elsterntor ernsthaft zu gefährden. Im zweiten Durchgang setzte der ASV die Akzente. Ein Zuspiel von Planetta nahm Gerd Voß in der 54. Minute per Kopf auf und überwand AFC – Schlußmann Schonscheck. Dieter Meyer wurde im Angriff schmerzlich vermißt, so blieb es trotz weiterer Gelegenheiten beim verdienten 1 : 0 Erfolg der Bergedorfer. Der zufriedene Trainer Heinz Werner meinte nach Spielende “ Diesen Erfolg haben wir uns wohl verdient“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Neuling nahm Revanche
Hatten sich die Göttinger schon in der Hinrunde an den Sander Tannen beim 0 : 1 als spielstarke und technisch gute Mannschaft präsentiert, so konnten sie diesen Eindruck im heimischen Maschpark überzeugend bestätigen. Schon in der ersten Halbzeit mußte 85 – Schlußmann Horn dreimal hinter sich greifen. Die Elsternabwehr fand gegen die schnellen Außenstürmer der 05er kein wirksames Gegenmittel und so nahm das Unheil seinen Lauf. Dies fand in der 46. Minute seine Fortsetzung, denn die Göttinger erhöhten auf 4 : 0. Mit diesem Resultat ließen es die Platzherrn bewenden.Für die Göttinger eine erfolgreiche Revanche, für die Elstern eine klare Niederlage.

Rutschpartie gegen die Kieler Störche
Mitte Februar, schneebedecktes Spielfeld, 4500 Zuschauer und die Kieler Störche zu Gast an der Sander Tannen. Diese erwiesen sich auf dem glatten Untergrund als standfest und spielten den besseren Fußball, der sich am Ende in einem 3 : 0 Erfolg niederschlug. Als nach 60 Sekunden Gerd Voß einen Ball an den Kieler Innenpfosten setzte, keimten Hoffnungen auf ein gutes Ende für die Elstern auf. Doch nur eine Minute später setzte der Kieler Saborowski mit senem 1 : 0 für die Kieler diesen Überlegungen ein schnelles Ende. Der Offensivdrang der Kieler hielt an, mit schnellen Angriffen aus einer sicheren Abwehr heraus belagerten die Männer von der Förde das Tor ihres früheren Vereinskollegen Jürgen Horn. Als der beste Bergedorfer Spieler – Heinz Weißleder – einen Elfmeter verwirkte, war es um die Elstern geschehen – es fiel das 2 : 0. In der 76. Minute dann die endgültige Entscheidung, völlig freistehend erhöhte wiederum Saborowski auf 3 : 0 für den KSV Holstein Kiel. Die Störche besiegten die Elstern mit 3 : 0 und die Zuschauer gingen betrübt nach Hause.

Der Spieß wurde umgedreht 
In der Hinrunde wurde die Mannschaft des VfL Wolfsburg mit einer 7 : 3 Klatsche nach allen Regeln der Kunst deklassiert. Dieses Ergebnis war für den VfL willkommener Anlaß, sich vor heimischer Kulisse zu rehabilitieren. Kaum auf dem Platz begannen die Wolfsburger, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. In der 6. Minute schlug es zum ersten Mal im Kasten von Horn ein – der konnte einen Ball nicht festhalten, der Nachschuß traf zum 1 : 0. Für die nächsten drei Treffer zeichnete der Wolfsburgen Mittelstürmer Kemmer – der Johnny Weißleder erhebliches Kopfzerbrechen bereitete – verantwortlich. Ein von Knubbe zwischenzeitlich verwandelter Foulelfmeter ergab eine kurzzeitige Korrektur. Das 5 : 1 besorgte der Wolfsburger Jura, Gerd Voß verkürzte dann nochmals auf 5 : 2 ehe der VfL in der Schlußminute mit dem sechsten Treffer den Endstand von 6 : 2 fixierte. Große Lücken in der Abwehr und umständliches Sturmspiel ließen die Bergedorfer Mannschaft zu keiner Zeit ins Spielkommen, nur Voß und Knubbe erreichten Normalform.




Bis zum Ende der Hinrunde waren die Elstern auf dem besten Wege, sich in der Regionalliga als Spitzenteam zu etablieren. Ein gravierender Einschnitt war die schwere Verletzung von Dieter Meyer am 18. Spieltag. Als wenn eine andere Mannschaft auf dem Platz stehen würde, die Mannschaft wirkte teilweise wie paralysiert und war im Vergleich zur Hinrunde nicht wiederzuerkennen. 2 : 14 Punkte in der bisherigen Rückrunde entsprachen nicht dem bisher gezeigten Leistungsvermögen. Tabellenplatz sechs ist immer noch eine ausgezeichnete Position, aber fraglich ob dieser Platz noch gehalten werden könnte.



Spiel der verpassten Chancen
Ohne den immer noch verletzten Torjäger Dieter Meyer sind die Elstern nur noch die Hälfte wert. Howind, Kuchenbecker und Kauker verpaßten gegen den VfV Hildesheim auf eigenem Geläuf die besten Torchancen. Dafür mußten sie mit ansehen, wie der krisengeschüttelte VfV in der 27, Minute den Führungstreffer erzielte – das Resultat planvoller und weiträumiger Angriffe. Dem konnten die Elstern nichts entgegensetzen. Es kam noch schlimmer, die Gäste aus der Bischofsstadt erhöhten in der 76. Minute auf 2 : 0. Die Zeit nach Howinds 1 : 2 Anschlußtor war zu knapp, um wenigstens noch einen Punkt in Bergedorf zu behalten.

Unglückliche Heimniederlage
Die Niederlagenserie der letzten Wochen hat bei den Elstern Spuren hinterlassen. Nur so ist zu erklären, daß sich Jürgen Horn beim Spiel gegen den FC St. Pauli in der 78. Minute zu einem Revanchefoul hinreißen ließ. Der fällige Elfmeter führte zum 1 : 0 für den FC. Es gibt Schiedsrichter die für solche Vergehen auch einen Platzverweis aussprechen. Die Elstern waren die bessere Mannschaft, aber es nützt nichts, wenn die besten Gelegenheiten nicht in Tore umgesetzt werden. Dieter Meyer wurde schmerzlich vermißt und so mußte sich die bessere Mannschaft erneut geschlagen geben.

Keine Punkte bei Concordia
Das alte Lied im Marienthal beim SC Concordia – ohne Vollstrecker keine Tore. Ein Lattentreffer von Howind ließ die Zuschauer aufhorchen, aber diese Aktion blieb das einzige Lebenszeichen der Elstern, weitere gute Möglichkeiten blieben ungenutzt. Torlos ging es in die Kabinen. Nach Wiederanpfiff machten die Concorden in der 48. Minute auf sich aufmerksam – Bayerl schoß das 1 : 0 für seine Mannschaft. Ein von Knubbe verwandelter Strafstoß hielt die Elstern im Spiel, aber ein Doppelschlag der Platzherrn in der 60. und 68. Minute machte alle Bergedorfer Hoffnungen zunichte, zu allem Übel wurde die Mannschaft durch eine schwere Leistenverletzung von Hagen Kuchenbecker geschwächt. Bei den Elstern waren Horn, Knubbe sowie Lubasch und Neisner die herausragenden Spieler.

Endlich wieder ein Sieg
 Seit dem 24.1.65 ( 1 : 0 gegen Altona ) hatte es bei 4 : 19 Toren nur Niederlagen gegeben, eine Bilanz, die auf das Gemüt schlagen kann. Gegen die Rasensportler aus Harburg konnte erstmals seit seiner Verletzung Dieter Meyer wieder mitwirken. Im Sturm lief es wesentlich besser als in den Vorwochen, obwohl sich Meyer noch merklich zurückhielt. Vor 2500 Zuschauern stellte 85 die bessere Mannschaft und setzte die Möglichkeiten auch in Tore um. Es begann in der 5. Minute - Knubbe setzte einen Strafstoß in die Harburger Maschen. Micky Neisner nahm sich daran ein Beispiel und erhöhte in der 32. Minute auf 2 : 0. Für das 1 : 2 aus Harburger Sicht zeichnete „Moppel“ Pohla in der 57. Minute durch einen verwandelten Elfmeter verantwortlich. Standesgemäß meldete sich Dieter Meyer kurz vor dem Spielende mit dem Tor zum 3 : 1 zurück. Für die Gäste aus Harburg hatte diese Niederlage schwerwiegende Folgen: sie konnten dem Abstieg ins Amateurlager nicht mehr entgehen.

Unglückliche Niederlage auf der Lübecker Lohmühle
Micky Neisners schneller Führungstreffer in der 3. Minute weckte bei den Elstern und den mitgereiste Fans Hoffnungen auf einen Punktgewinn. Leider vergeblich, denn an diesem Tag wandte sich die Glücksgöttin Fortuna von den Elstern ab. Hochkarätige Chancen konnten nicht verwertet werden ( Voß aus fünf Metern frei vor dem Tor, Verteidiger retten auf der Torlinie ). Der VfB machte es besser, Halbstürmer Schülke erzielte in der 28. Minute den Ausgleich. Zu allem Überfluß wurde Dieter Meyer erneut am Knöchel verletzt und konnte am weiteren Spielgeschehen nur noch als Statist teilnehmen. Im zweien Durchgang witterten die Lübecker Morgenluft und gingen Dank ihrer nicht erlahmenden Kampfkraft eine Viertelstunde vor dem Abpfiff mit 2 : 1 Toren in Führung. Dieser Spielstandbehielt bis zum Abpfiff Gültigkeit. Die Elstern waren den Lübeckern spielerisch gleichwertig, mußten sich aber den kampfkräftigeren Lübeckern geschlagen geben. Der VfB machte mit diesem Sieg einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt.

Der VfR Neumünster war einfach stärker
 Der heimische VfR konnte nur im Falle eines Sieges weiter auf den Klassenerhalt hoffen, entsprechend engagiert gingen die Platzherrn zu Werke. Die Bemühungen wurden mit einem glatten 3 : 0 Erfolg belohnt. In der 30. – 80. und 89. Minute konnten die Neumünsteraner Elsterntorwart Dieter Jürgensen überwinden. Die Bergedorfer Mannschaft, diesmal ohne Vierkant ( berufliche Fortbildung ) und den verletzten Dieter Meyer hatte in der Läuferreihe Heinz – Weißleder – Knubbe den besten Mannschaftsteil, dies reichte aber nicht, dem VfR Paroli bieten zu können.

Schwache Elstern unterliegen in Oldenburg
Die Heimmannschaft, der VfB Oldenburg zeigte sich in ausgezeichneter Verfassung und ließ die Bergedorfer Mannschaft nicht zur Entfaltung kommen. Kein Wunder, daß es nach vierunddreißig Minuten 3 : 0 für den VfB stand. Nach dem 1 : 3 ( Heinz Weißleder ) glaubten einige Optimisten noch an eine Wende, doch diese wurden durch das 4 : 1 für den VfB eines Besseren belehrt. Eine Ergebnisverbesserung gelang Horst Howind nit dem Tor zum 2 : 4. Erstmals im Tor der Elstern stand Amateur Björn Arbo – man hätte ihm einen besseren Einstand gewünscht.

Saisonausklang mit doppeltem Punktgewinn
Der SV Friedrichsort – vor dem Abstieg gerettet – empfing am letzten Spieltag der Saison 1965 / 65 die Mannschaft von Bergedorf 85. Die Friedrichsorter, vom bisherigen Verlauf der Saison gezeichnet, ließen Elan und Kampfgeist vermissen und unterlagen verdient mit 0 : 2, wobei sich Dieter Meyer und Hans Knubbe als Torschützen auszeichneten. Ein verdienter Sieg der Bergedorfer Mannschaft, die nicht nur die beiden Punkte aus dem hohen Norden mitnehmen konnte, sondern auch für einen versöhnlichen Saisonausklang sorgte.




Rückblick auf die abgelaufene Saison
Selten haben die Elsten ihren Anhängern ein solches Wechselbad der Gefühle bereitet. Eine Vorrunde, die Fußball – Hamburg in Erstaunen versetzte, alle Favoriten wurden besiegt, die Sander Tannen waren eine uneinnehmbare Festung geworden, eine ausgeglichene Auswärtsbilanz rundete den hervorragenden Eindruck ab. Der Bruch kam am 18. Spieltag, Dieter Meyer wurde schwer verletzt und fehlte der Mannschaft in neun Spielen. Ein gravierender Einschnitt, in der Rückrunde konnten nur noch drei Spiele gewonnen werden. Es ist unergiebig darüber nachzudenken, welchen Tabellenplatz die Elstern hätten belegen können, wäre Meyer nicht verletzt worden. Die Leistungen der Hinrunde haben deutlich gezeigt, wessen die Mannschaft fähig sein kann, dies könnte ein gutes Fundament werden für den weiteren Aufbau einer regionalligatauglichen Mannschaft.
Kreuztabelle 1964/65

Spannung im Abstiegskampf
Die Saison 1964 / 65 der Fußballregionalliga Nord beendeten die Elstern mit einem Punkteverhältnis von 30 : 34 auf dem achten Tabellenplatz. Mit 52 : 12 Punkten wurde Holstein Kiel
Zuschauerresonanz
unangefochten Meister mit zehn Punkten Vorsprung vor dem FC St. Pauli. Beide Vereine vertreten den Norden in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Während der Neuling Rasensport Harburg sich früh auf dem letzten Tabellenplatz festsetzte und als Absteiger feststand, entbrannte um den zweiten Absteiger ein heftiges Duell. Noch am vorletzten Spieltag sah es so aus, als müßte der VfV Hildesheim in den sauren Apfel beißen, aber am letzten Spieltag gewann der VfV bei Vizemeister FC St. Pauli mit 3 : 1. Dieses Ergebnis setzte den VfR Neumünster unter Zugzwang, denn der VfV hatte das bessere Torverhältnis. Am allerletzten Spieltag, dem 17.5.65 mußte der VfR beim SC Concordia antreten. Der VfV hatte bereits eine Woche zuvor ( 10.5.65 ) die Runde mit 26 : 38 Punkten abgeschlossen. Bei einem Unentschieden beim SCC wäre der VfR mit 27 Zählern gerettet gewesen, aber der VfR unterlag dem SC Concordia in Wandsbek mit 0 : 2 . Mit 26 . 38 Punkten und dem schlechteren Torverhältnis gegenüber dem VfV Hildesheim mußte der VfR Neumümster den Weg ins Amateurlager antreten. Für den VfR eine ganz schwarze Stunde.

Eine Randbemerkung : Der kleine Der Zeitungsausschnitt aus dem Abendblatt wirft ein Licht auf den wichtigsten Strafprozeß der Bundesrepublik. Gemeint ist der Frankfurter Auschwitzprozeß.  (April 1964 bis August 1965)       Daß dieser Prozeß zustande kommen konnte, ist in erster Linie dem Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ( 1903 - 1968 ) zu verdanken. Fritz Bauer war Patriot im besten Sinne, keiner, der am Montag Spaziergänge machte. Ihm gilt unser aller Dank.
(Wer sich eingehender mit dem damaligen Prozess auseinandersetzen möchte, dem sei dieser Link empfohlen)


Quellenangabe
Fotos und Tabellen sind dem Archiv des HAB entnommen Die Abschlußtabelle mit dem Ergebniskasten entstammen der Broschüre REGIONALLIGA NORD von U. Nuttelmann Informationen über die Herkunft der Spielerzugänge wurde den Aufzeichnungen des DSFS entnommen
(Zum Vergrößern bitte auf die  Tabellen klicken !)

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