Sonntag, 12. September 2021

Die Elstern – Fußball im Amateurbereich Oberliga Hamburg / Schleswig – Holstein Saison 1995 / 96 (Autor: Hans-Martin Lippold)


 Rückschau auf die abgelaufene Spielzeit

... Er erreicht den Hof mit Müh und Not... 

Dieser Rückgriff auf den Erlkönig beschreibt noch am besten das Ende der vorigen Saison. Es war aus Sicht der Elstern eine turbulente Saison. Der 14. Tabellenplatz als schwächste Hamburger Mannschaft entsprach in keiner Weise den Erwartungen, allerdings darf man die Abwanderung einiger Leistungsträger hierbei nicht außer Acht lassen. Vergleicht man die Mannschaften aus HH und SH miteinander stellt man für die Saison 1994 / 95 eine deutliche Überlegenheit der Hamburger Mannschaften fest, auch daran erkennbar daß alle drei Absteiger aus SH stammen. Man darf aber getrost davon ausgehen daß für die Saison 95 / 96 die Karten neu gemischt werden.

Zusammenstellung des Spieleraufgebotes

Eine Lehre hat man in Bergedorf aus dem Verlauf der letzten und vorangegangenen Spielzeiten gezogen: das Konzept, mit teuren Stars den Aufstieg in die Regionalliga zu realisieren ist gescheitert. Junge , talentierte, hungrige Spieler aus der Region sollen die Elstern in der Oberliga etablieren und höhere Ziele anstreben. Diese Betrachtungsweise ist dem Spieleraufgebot für die Spielzeit 95 / 96 deutlich anzusehen. Acht Spieler kehrten den Elstern den Rücken und fanden ein neues Betätigungsfeld. Roy Witte schloß sich nach seinem abrupten Abgang Altona 93 an während Dirk Köhlert, Marco Bode und Sven Marr beim SC Norderstedt den Sprung in die Regionalliga vollzogen. Erbarth zog es an die Hoheluft zum SC Victoria, Ingo Glashoff landete zwischen den Pfosten beim SV Tonndorf – Lohe in der Hansastaffel / Landesliga. Der Tabellenvierte der Verbandsliga, der SC Condor war der neue Arbeitgeber von Karsten Merkel. Thomas Schüttler verlegte sein Betätigungsfeld in den Hamburger Süden, zum Harburger SC.

Aus den verbliebenen Spielern und zwölf Neuzugängen eine homogene Mannschaft zu entwickeln war eine anspruchsvolle Aufgabe der sich Trainer Hartmut Wulff stellen mußte. Die Neuzugänge kamen ausnahmslos aus Spielklassen unterhalb der Oberliga. Zwei Neuzugänge bewarben sich um den Platz im Elsterntor. Dies waren Oliver Grabolle vom VfL Lohbrügge und Edvard Milanovic vom SC Croatia, dem dreizehnten der Bezirksliga Nord. Die Hintermannschaft ist das Einsatzgebiet von Kay Gräber und Andreas Jähnig, beide vom VfL Lohbrügge. Dazu kam Marco Feldhusen von V/W Billstedt. Ergänzt wird die Defensivtruppe durch Marco Niemann, einem der jüngeren Zugänge, der vorher für den FC St. Pauli am Ball war.

Verstärkung für das Mittelfeld versprach man sich von folgenden Neuzugängen: Von FC Geesthacht kamen Idris Gümüsdere und Mehmet Dogan. Beide passen optimal in das Anforderungsprofil des ASV und sind technisch hochbegabte Spieler. Der dritte Neuzugang für dieses Aufgabenfeld ist Tobias Stehr, in der Vorsaison in der Verbandsliga beim SC Langenhorn tätig. Die Offensivabteilung wird durch Andreas Hammer, Bernd Sievert und Michael Sonntag verstärkt. Nach zweijähriger Abwesenheit beim Meiendorfer SV ist Andres Hammer wieder an die Sander Tannen zurückgekehrt. Aus der Bezirksliga Ost, vom VfL Geesthacht kam Bernd Sievert zu den Elstern und als
jüngster Neuzugang ( 19 Jahre ) kam Michael Sonntag vom Kreisligisten Voran Ohe zum ASV. Vom
Aufgebot der Vorsaison waren noch neun Spieler im aktuellen Kader, nämlich Thorsten Lentz, Christian Leverenz, Friedhelm Mienert, Sven Pinz, Adrian Blaut, Simon Gottschling, Rene Keller, Amir Nadarevic, Oliver Zapel und Jörg Havemann.
Für Trainer Hartmut Wulff mit Sicherheit keine leichte Aufgabe aus dem „alten“ Stamm und den zwölf
Neuzugängen eine konkurrenzfähige Mannschaft zu formen. Über vordere Tabellenplätze mußte man
sich keine Gedanken machen, das Ziel konnte nur Klassenerhalt lauten.

Vorschau auf die kommende Spielzeit

 
Klarer Favorit auf Meisterschaft / Aufstieg war die Mannschaft von Altona 93. Trainiert wird die Elf von Dieter Schatzschneider, Torjäger früherer Jahre. Für TuS Hoisdorf, Absteiger aus der Regionalliga war der Klassenerhalt das oberste Ziel, ein weiterer Abstieg sollte unbedingt verhindert werden. Mit ähnlicher Zielsetzung gingen der Meiendorfer SV und der SC Victoria an den Start. In Meiendorf mußte man den Verlust von Stefan Schraub und Andreas Hammer hinnehmen. Andreas Hammer kehrte zu den Elstern zurück, Stefan Schraub zog es zum TSV Kirchwerder. Harte Zeiten drohen dem SC Victoria. Acht Spieler der Meistermannschaft haben den Verein verlassen, dem standen sechzehn (!) Neuzugänge gegenüber.
Hieraus nun eine verbandsligataugliche Mannschaft zu formen war die Aufgabe von Trainer Bernd Haury – eine Mammutaufgabe.

Neue Gesichter gab es auch in der Oberliga HH / SH. Die beiden Flensburger Vereine Flensburg 08 und
der TSB Flensburg sowie der SV Seeretz mußten die Oberliga Richtung Verbandsliga verlassen, der FC St. Pauli (2) und der SC Norderstedt entschwanden Richtung Regionalliga Nord. Aus dieser Klasse kam TuS Hoisdorf zurück. Aus den beiden untergeordneten Verbandsligen konnten sich die beiden Hamburger Vereine Meiendorfer SV und der SC Victoria sowie aus Schleswig – Holstein der TSV Nord – Harrislee und der VfR Neumünster qualifizieren.
In der vorigen Saison hatten die Hamburger Vereine Übergewicht und belegten sieben der acht
vorderen Tabellenplätze. Herausragend und überraschend der Heider SV, der „kleine HSV“ verlor auf
eigenem Platz kein einziges Spiel.
Auf den Verlauf der kommenden Saison durfte man sehr gespannt sein.

Vor Beginn der Punkterunde wurde die erste Pokalrunde ausgetragen. Am letzten Juliwochenende mußte der ASV zum TuS Berne reisen. Nach einhundertzwanzig Minuten stand es 0:0, der Sieger wurde durch Elfmeterschießen ermittelt. Nach Treffern von Hammer, Lentz, Feldhusen und Gräber zogen die Elstern nach einem 4:2 – Erfolg in die nächste Runde ein.
Am ersten Augustwochenende begann der Ernst des Lebens.

Niederlage im Auftaktspiel

Der erste Spieltag führte die Elstern zum SV Halstenbek – Rellingen.
Die Elstern starteten mit viel Elan in die Partie aber die erste Torchance wurde von Andreas Hammer
vergeben. Im Gegenzug fiel durch Reddig in der 12. Minute das 1:0 für Halstenbek. Es gab im ersten
Durchgang Gelegenheiten zum Ausgleich aber der Mannschaft fehlte in dieser Phase die Cleverness.
In der Halbzeitpause erlitt Simon Gotschling einen Kreislaufkollaps und wurde aus dem Spiel genommen.
Kay Rückert, von Werder Bremen zurückgekehrt wurde im zweiten Durchgang zum Mann des Spiels.
Zwei Kopfballtore in der 65. und 70. Minute brachten die Elstern 0:3 in Rückstand, bei einer Körpergröße von zwei Metern für ihn kein Problem, Oliver Grabolle zu überwinden. In der 80. Minute erhöhte Marco Schabacker auf 4:0, mit diesem Ergebnis endete das Spiel.
Das Ergebnis war aus Sicht der Elstern sicher enttäuschend aber immerhin war eine Steigerung
gegenüber den letzten Spielen der Vorsaison erkennbar.

Enttäuschung gegen den Neuling
Schon vor dem Anpfiff gab es lange Gesichter an den Sander Tannen.
Trotz groß angelegter Werbeaktionen kamen nur 315 Besucher um das Spiel gegen Liganeuling TSV Nord– Harrislee zu verfolgen.
Der Start der Elstern machte Hoffnung auf den Gewinn dreier Punkte. Idris Gümüsdere nahm einen
weiten Einwurf von Hammer in der 6. Minute auf und vollendete zur 1:0 – Führung. Die Freude über die Führung war nur von kurzer Dauer, in der 17. Minute kamen die Gäste durch Hansen zum Ausgleich. Ein schnell ausgeführter Freistoß ergab in der 48. Minute durch Peters fas 2:1 für die Mannschaft von der dänischen Grenze. Danach kamen die Elstern besser ins Spiel, gingen mit ihren Torgelegenheiten aber sehr fahrlässig um und standen nach neunzig Minuten mit leeren Händen da.

Eine unglückliche Niederlage
Weit zurückliegende Erinnerungen wurden beim Heider SV wach denn sechzig Minuten lang mußten
sich die Dithmarscher Fußballfreunde mit dem Gedanken an eine Heimniederlage vertraut machen –
aber eben nur sechzig Minuten.
In der 12. Minute brachte Groß den Heider SV in Führung aber nur eine Minute später sorgte Idris
Gümüsdere für den Ausgleich. In der 16. Minute bestätigte Simon Gottschling die aufsteigende Form des ASV und brachte seine Mannschaft mit 2:1 in Führung. Dieses Ergebnis nahmen die Elstern mit in die Halbzeitpause. Bis zu diesem Zeitpunkt zeigten die Elstern die beste Leistung seit langer Zeit. Daß es nicht zum Sieg reichte hatte zwei Gründe: Andreas Hammer mußte in der 22. Minute verletzt den Platz verlassen, ebenso Friedhelm Mienert in der 55. Minute.
Nun nahmen die Dinge ihren Lauf.
In der 60. Minute brachte Thorsten Lenz seinen Gegenspieler im Strafraum zu Fall, der fällige Elfmeter
führte zum 2:2, in der 65. Minute wurde im Mittelfeld der Ball verloren und es kam zum Führungstor der Heimmannschaft.
In der restlichen Spielzeit gab es für die Elstern hinreichend Gelegenheiten zur Ergebniskorrektur, da
diese nicht genutzt wurden fuhren die Elstern ohne Punkte nach Bergedorf zurück.

Der Neuling nahm die Punkte mit
Es gibt Niederlagen die tun so richtig weh!
Der alte Bekannte aus gemeinsamen Oberliga‐und Regionalligazeiten, der VfR Neumünster bereitete
den Elstern eine unangenehme Überraschung.
In den letzten drei Spielen konnte man, trotz dreier Niederlagen, die Handschrift des Trainers erkennen
und ein Aufschwung blieb den Betrachtern nicht verborgen. Der war auch im ersten Durchgang deutlich wahrnehmbar, aber der Ausfall zweier „gelernter“ Stürmer‐ Hammer und Havemann ‐ machte


sich bemerkbar und Idris Gümüsdrer konnte seine gute Form der letzten Spiele nicht auf den Platz bringen.
Stetiger Unruheherd in Reihen der Gäste war der Ausnahmestürmer Enis Tufina. der nahm in der 68.
Minute ein Zuspiel von Witek Gawrzyalski auf und ließ Oliver Grabolle keine Chance. Es gab für den VfR noch weitere Gelegenheiten die allerdings ungenutzt blieben.
Der erkennbare Aufschwung der letzten Wochen fand ein Ende und Null Punkte nach vier Spielen sind
kein Grund zur Freude.

Der erste Sieg
Die Chancen des ASV beim allerersten Auftritt in Hoisdorf, einem kleinen Ort im Holsteinischen Kreis
Stormarn standen nicht allzu gut.
Hoisdorf, in der Vorsaison noch in der Regionalliga unterwegs empfing den punktlosen Tabellenletzten
Bergedorf 85.
Früh gaben die Elstern zu erkennen daß sie dem Gegner Paroli bieten wollen, und das auf eine
eindrucksvolle Art und Weise.
Von den Mittelfeldmotoren Zapel und Gottschling in Szene gesetzt bauten die Elstern Druck auf den
Gegner auf und gingen in der 16. Minute verdient in Führung, Christian Leverenz konnte einen Abpraller im Hoisdorfer Gehäuse unterbringen. Der ASV ruhte sich auf dieser Führung nicht aus, im Gegenteil, Idris Gümüsdere erhöhte fünfzehn Minuten später aus 2:0 für den ASV.
Nach dem Seitenwechsel entwickelten die Gastgeber mehr Initiative und setzten die Elstern unter
Druck, damit wurde aber auch Raum für Bergedorfer Konter geschaffen die in hochkarätigen Chancen
mündeten. Die Elstern kamen dem dritten Treffer nahe, der gelang Bernd Sievert in der 70. Minute als er ein Zuspiel von Zapel vollendete.
Der erste Sieg im fünften Spiel war perfekt und die Elstern konnten nach einer feinen Leistung den
letzten Tabellenplatz verlassen.

Die Arbeit trägt Früchte
Die Arbeit von Trainer Hartmut Wulff beginnt Früchte zu tragen. Was den dreihundert Besuchern an den Sander Tannen in der ersten Halbzeit gegen den Meiendorfer SV geboten wurde war das Beste was dieElstern in d en letzten Monaten auf den Platz gebracht hatten.
Von Beginn an zeigten die Elstern wer Herr im Hause ist. Flüssige Kombinationen und druckvolles
Angriffsspiel bestimmten das Geschehen auf dem Platz und führte früh zum Erfolg. Eine Flanke von
Simon Gottschling fand in Bernd Sievert einen dankbaren Abnehmer und es stand 1:0. In der 20. Minute traf Oliver Zapel „nur“ den Pfosten aber Gümüsdere war zur Stelleund traf zum 2:0. Zu Beginn der 2. Halbzeit wurde der Sturmlauf der Elstern gestoppt, denn Rene Keller wurde nach einer

Tätlichkeit, die nur vom Schiedsrichter gesehen wurde, mit der roten Karte in die Kabine geschickt. Die Meiendorfer konnten sich befreien ohne zunächst aus der personellen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Erst Sekunden vor dem Abpfiff konnte Robin Radtke auf 1:2 verkürzen.

Nach verständlichen Anlaufproblemen ist es Hartmut Wilff gelungen eine homogene Mannschaft zu
entwickeln und ansehnlichen Fußball anzubieten. Lohn ist der 10. Tabellenplatz und der Anschluß an das Mittelfeld der Tabelle.


Der dritte Streich
Auch nach dem Heimspiel gegen Phönix Lübeck sah man nach dem Abpfiff allerorten zufriedene Minen.
Die Gäste aus der Hansestadt wurden mit einer Niederlage an die Trave zurückgeschickt.
Beide Mannschaften begannen das Spiel vorsichtig um Risiken und Fehler zu vermeiden. Erste Schüsse
auf das Lübecker Tor verfehlten ihr Ziel. In der 18. Minute krönte Simon Gottschling seine sehr gute
Form, mit einem Heber aus zwanzig Metern überwand er den Lübecker Torhüter Oberbeck zum 1:0 für


den ASV. Das 2:0 für die Elstern fiel in der 43. Minute durch Christian Leverenz.
Im zweiten Durchgang bestimmten die Gäste weitgehend das Spielgeschehen und kamen in der 62.
Minute zum 1:2 – Anschlußtreffer durch Lübcke.
Am Ergebnis änderte sich nichts mehr und die Elstern blieben verdienter Sieger.

Da war mehr drin
Bei Spielen in Pinneberg muß man eigentlich immer eine Niederlage einkalkulieren, das ist die Lehre der vergangenen Spielzeiten. So gab es den ersten Dämpfer bereits nach zwei Minuten, Marco Niemann
konnte seinem Gegenspieler Grünwald nicht folgen und der erzielte mit einem „Billardtor“ das 1:0 für
den VfL. Das 2:0 aus der 30. Minute ging auch auf das Konto von Andre Grünwald.
Nach dem Wechsel kamen die Elstern besser ins Spiel, scheiterten aber immer wieder am VfL – Torwart Wroblewski. Der inzwischen hochverdiente Anschlußtreffer fiel durch Oliver Zapel in der 73. Minute doch im Gegenzug brachte Mienert seinen Gegenspieler im Strafraim zu Fall, der fällige Elfmeter führte dann zum 3:1 für den VfL. Die Elstern gaben sich nicht geschlagen und kamen in der 81. Minute durch Zapel zum erneuten Anschlußtreffer. Das VfL – Tor wurde weiter belagert, aber Wroblewski setzte allen Bemühungen ein Ende. Trotz einer couragierten Leistung verloren die Elstern beim VfL Pinneberg mit 2:3.

Heimniederlage gegen das Schlußlicht
Gegen den bisher sieglosen HTB traten die Elstern in ganz schwacher Verfassung an. Die
Mittelfeldmotoren Zapel / Gottschling liefen nicht rund, einzig Gümüsdere zeigte Normalform. Bei
einem Zweikampf mit Jan Böhning büßte Andreas Hammer drei Vorderzähne ein.


Die erste ernsthafte Torchance der Elstern verwertete Gümüsdere in der 24. Minute zum 1:0 für den
ASV. Mit dem 1:1 durch Paeslack wurde in der 42. Minute die Wende eingeleitet. Die Gäste wurden
zusehends stärker und kamen in der 68. Minute durch Unlü zum 2:1. Der Angriff der Elstern blieb
harmlos und konnte den HTB nicht in Verlegenheit bringen. In der 88. Minute erhöhte Sauke ( HTB ) auf 3:1.
Vor diesem Spiel trennte sich der HTB nach zwei Punkten aus acht Spielen von Trainer Uwe Knodel.
Neuer Trainer wurde Bert Ehm, der mit diesem 3:1 – Erfolg einen guten Eisstand hatte.

Kantersieg an der Hoheluft
Der SC Victoria erwischte gegen die Bergedorfer Mannschaft einen rabenschwarzen Tag und wurde im
eigenen Stadion nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen. In der Victoria – Stadionzeitung
wurde vor dem Spiel zwar Siegeszuversicht verbreitet aber diese Worte entsprachen nicht den
nachfolgenden Taten.
Die Offensivabteilung der Victoria bestand aus zwei technisch sehr versierten Spielern, die aber waren
bei der Bergedorfer Hintermannschaft gut aufgehoben. Spielerisch waren die Elstern dem Gastgeber
deutlich überlegen, mit langen Bällen wurden Sievert und Gümüsdere bestens bedient. Beide sorgten
nach achtzehn Minuten für einen 2:0 – Vorsprung. In der zweiten Halbzeit waren die Elstern nicht mehr
zu bremsen. Tore von Sievert (54.), Leverenz (65.), Zapel (82, und Räck (85.) sorgten für einen hohen 6:0 – Erfolg beim SC Victoria.

Nach dem Ablauf des ersten Saisondrittels ein Blick auf die Tabelle.
Nach einem mißlungenem Start in die Punkterunde haben sich die Elstern mit zwölf Punkten aus zehn
Spielen auf den neunten Tabellenplatz vorgearbeitet. Man muß Trainer Wulff hier gute Arbeit
bescheinigen. Für eine Überraschung sorgte an der Tabellenspitze der Heider SV. Die Dithmarscher
besiegten Altona 93 an der Griegstraße mit 5:0 und setzten sich damit an die Tabellenspitze vor dem TSV Pansdorf mit ebenfalls 23 Punkten. Ungemütlich ist im Tabellenkeller die Lage für Victoria (6 P.),
HTB (5 P.) und Meiendorf mit drei Punkten. Auf dem 7. Tabellenplatz findet man Barsbüttel mit sechzehn Punkten.

Drei Punkte für ein gutes Spiel
Zu Gast an den Sander Tannen waren der Itzehoer SV, die Mannschaft aus dem Kreis Steinburg.
Dreihundertzwanzig Besucher wollten sich vom anhaltenden Aufschwung der Elstern überzeugen. Die
sahen zunächst eine schleppende, träge Darbietung beider Mannschaften, Torgelegenheiten blieben
Mangelware.
Dies änderte sich nach einer halben Stunde, Bernd Sievert ließ drei Abwehrspieler stehen und schob das

Leder in aller Ruhe über die Torlinie zum 1:0 für den ASV. Vom ISV war nichts zu sehen, dies änderte sich auch nach der Pause nicht. Anders die Elstern, die gingen weiterhin konzentriert und aggressiv zu Werke – und das mit Erfolg. In der 75. Minute traf Marco Feldhusen nach einem Abspielfehler der Itzehoer zum 2:0. Zwei Minuten später dann die Entscheidung, eine Flanke von Oliver Zapel landete bei Idris Gümüsdere und der machte das 3:0. Der verdiente Ehrentreffer für die Gäste fiel durch Hartmann in der 85. Spielminute. Mit einer rundherum guten Leistung behielten die Elstern die Punkte in Bergedorf und schickten die 320 Fußballfreunde gutgelaunt nach Hause.

Ein neuer Angstgegner
In der vergangenen Saison wurden beide Spiele gegen die zweite Mannschaft von Holstein Kiel mit 0:1
verloren.
Die Elstern begannen offensiv und versuchten, die Platzherrn unter Druck zu setzen, aber gute
Torgelegenheiten wurden vergeben. Es häuften sich Fehlpässe und die Elstern fanden keine Mittel das
Spiel für sich zu entscheiden. Das Flügelspiel wurde vernachlässigt, es lief zu viel über die Mitte.
Das mußte irgendwann schiefgehen. In der 83. Minute führte ein Konter der „Störche“ zum 1:0 für den
KSV Holstein. Danach schalteten die Elstern auf totale Offensive, fanden aber im Kieler Torhüter Balsam ihren Meister. Eine vermeidbare Niederlage stoppte den Vormarsch der Elstern.

Rückschlag gegen Altona
Wenn das Vorspiel interessanter als das „ eigentliche“ Spiel ist so darf man erkennbare Defizite
vermuten. Im Vorspiel trennten sich eine Auswahl früherer ASV – Ligaspieler und die HSV – Altliga 5:5.
Die 650 Besucher kamen aber in erster Linie um das Spiel der Elstern gegen Altona 93 zu sehen. Die
Zuschauer kamen nicht auf ihre Kosten und wurden lange Zeit von einem lustlosen Ballgeschiebe
gelangweilt. Nach dem Wechsel deuteten die Elstern Angriffsbemühungen an, konnten das AFC – Tor
nicht in Gefahr bringen. Auch die Mannschaft von Dieter Schatzschneider hatte nicht allzuviel zu bieten.


In der 83. Minute wurde Oliver Wolf eingewechselt und der bedankte sich spontan beim Trainer mit
dem Tor zum 1:0 für Altona 93. Die Schlußoffensive der Elstern kam zu spät um der Partie noch eine
Wendung zu geben. Erneut mußten die Elstern in den letzten Minuten eine bittere Niederlage
hinnehmen.

Das Spiel von Oliver Zapel
In bester Stimmung verließen die Elstern die Anlage am Soltausredder in Barsbüttel und kehrten
Richtung Bergedorf zurück. Schlechte Stimmung hingegen bei den Gastgebern, Diskrepanzen zwischen
Präsident und Trainer schlugen sich auf das gesamte Umfeld nieder. Dazu passte auch die Zuschauerzahl – nur zweihundert Besucher wollten das Derby sehen.

Voller Elan und Tatendrang kamen die Elstern auf den Platz und nahmen das Heft in die Hand. In der 24. Minute versenkte Oliver Zapel einen Kopfball – Aufsetzer in den Barsbütteler Maschen zur Führung des ASV, weitere Chancen blieben ungenutzt. Das 1:1 in der 40. Minute war auf einen überflüssigen Ballverlust von Mienert zurückzuführen.
Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie bis in der 60 Minute. Thorsten Lentz vom Barsbütteler
Andreas Krienke von den Beinen geholt wurde. In gewohnter Manier verwandelte Zapel den Strafstoß
zum 2:1 für den ASV. Danach kam Barsbüttel zwar besser ins Spiel aber Tore blieben Fehlanzeige. In
der 82. Minute wurde das Spiel entschieden, erneut war es Oliver Zapel der zum 3:1 ins Schwarze traf.
Mit einer ganz starken Leistung nahmen die Elstern die Punkte mit und waren nun mit achtzehn Punkten aus vierzehn Spielen im Mittelfeld der Tabelle angekommen. Das war mehr als man zu Beginn der Saison erhoffen durfte. Mann des Tages war mit seinen drei Treffern Oliver Zapel, nach Spielende wurde auch bekannt daß er seine Griechenlandpläne zu den Akten gelegt hat.

Erfreuliches Ende der Hinrunde
Es war keine Galaleistung die den zweihundertfünfzig Besuchern geboten wurde.. Der TSV Pansdorf war lange Zeit das bessere Tean, nahm sich aber selbst alle Chancen. Torhüter Willig (TSV) sah in der 37. Minute die gelbe Karte nach einem Foul an Gümüsdere, der fällige Strafstoß wurde von Zapel zum 1:0 verwandelt. Drei Minuten später wurde Torhüter Willig zum Wiederholungstäter, diesmal wurde Bernd Sievert zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter hatte gar keine andere Wahl und schickte Willig mit gelb /rot vom Platz.
Die Gäste gaben das Spiel keinesfalls verloren und kamen in Unterzahl in der 59. Minute zum Ausgleich.


Dieser Treffer rief alllerdings die Elstern auf den Plan, nach einem Eckball von Oliver Zapel stand Bernd Sievert frei und überwand den Pansdorfer ( Ersatz ‐ ) Torwart zum 2:1. Bewundernswert der Kampfgeistder Pansdorfer, auch nach dem zweiten Feldverweis ( gelb / rot für Heiko Anders ) setzten sie die Elstern unter Druck aber alle Bemühungen blieben erfolglos.

Mit einundzwanzig Punkten aus fünfzehn Spielen kletterten die Elstern auf den 7. Tabellenplatz – ein
absolut erfreulicher Saisonverlauf. Herbstmeister wurde mit 33 Punkten der Heider SV vor Altona 93
und dem VfL Pinneberg. Die letzten vier Plätze belegten die zweite Mannschaft von Holstein Kiel, der
HTB, der SC Victoria und der Meiendorfer SV.
Mit dem Ende der Hinrunde beginnt die Winterpause, für viele Spieler und Vereine eine willkommene
Unterbrechung. So auch für Trainer Hartmut Wulff, der verbrachte seinen Urlaub fern der Heimat – in
Kenia.

Die Neuigkeiten im Umfeld des ASV müssen ihn wie ein Keulenschlag getroffen haben. Manager Harald Schröder teilte Hartmut Wulff mit daß für die kommende Saison ohne ihn geplant wird. Schröder wird in der BZ vom23.1.96 wie folgt zitiert:
Ich habe ihm von Anfang an gesagt, daß er nur eine Zwischenlösung ist. Mein Konzept sieht einen
anderen Trainer vor.
Anders die Stimmung in der Mannschaft die von Mannschaftskapitän Oliver Zapel wie folgt
wiedergegeben wird:
Fünfundachtzig Prozent der Mannschaft stehen hinter dem Trainer. Auch für mich, so Oliver Zapel, ist die Entscheidung, Wulff für die neue Saison keinen Vertrag zu geben, ein Schlag ins Gesicht.
Es ist in diesem Zusammenhang vollkommen unerheblich ob Wulff vor der Saison als Übergangslösung betrachtet wurde. Wenn ein Trainer gute Arbeit mit der Mannschaft abliefert und eine als Abstiegskandidat angesehene Mannschaft nach der Hinrunde auf den siebten Tabellenplatz führt hat er den Beweis seiner hohen fachlichen Qualifikation erbracht.
Niemand kann Hartmut Wulff verübeln daß er sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegte. Im HAB vom 25.1.96 wird Wulff mit den Worten
...fehlendes Vertrauen und mangelnde Unterstützung für mein leistungsbezogenes Training zitiert
Zeitnah mußte Harald Schröder feststellen , daß für die Bezahlung der Mannschaft
( Aufwandsentschädigung, Spesen u.Ä. ) das Geld fehlte.
Seine Nachfrage, ob Hartmut Wulff dem Verein 20 000 DM borgen könnte wurde von Wulff abschlägig
beschieden.
Die Leitung des Trainings sollte nun Jaro Deppe, einst bei Eintracht Braunschweig aktiv und bislang Co – Trainer bei den Elstern übernehmen.
Einer der besten Fußballer in Hamburgs Osten , Idris Gümsdere, hat bisher eine überragende Saison
gespielt und kam so in das Blickfeld höherklassiger Vereine, so soll auch Bayer Leverkusen ein Auge auf ihn geworfen haben. Es folgte eine Berufung in die U 21 – Auswahl des türkischen Verbandes und ein Vertrag mit einem türkischen Erstligisten. Für die Mannschaft ein ganz herber Verlust.

Harald Schröder machte sich nun an die Umsetzung seines Konzeptes und begab sich auf Trainersuche.
Sein Wunschkandidat war Rainer Wysotzki, derzeit noch in Diensten des SV Börnsen. Rainer Wysotzki
hat in Börnsen sehr erfolgreich gearbeitet und den SV Börnsen innerhalb zweier Jahre aus der Bezirksliga in die Verbandsliga geführt.
Von 1985 bis1988 war Wysotzki für drei Spielzeiten Trainer in Bergedorf. Seine Bilanz darf man als
überschaubar betrachten. Von den neunzig Punktspielen unter seiner Regie wurden einunddreißig
Spiele gewonnen, zwanzig Mal wurden die Punkte geteilt und neununddreißig Spiele wurden verloren.
Rainer Wysotzki konnte dem Werben des ASV nicht widerstehen und wurde nach Ende der Winterpause Trainer der Ligamannschaft des ASV.

Fehlstart in die Rückrunde
Zum Start in die Rückrunde stand für den ASV das Spiel beim TSV Nord – Harrislee auf der Agenda. Die Bergedorfer Mannschaft konnte nicht überzeugen und ließ spielerische Mängel erkennen. Bevor sich die Hintermannschaft sortiert hatte, stand es 1:0 für die Gastgeber – in der dritten Minute verschätzte sich Grabolle bei einer Flanke, Peters (TSV) war zur Stelle und brachte seine Mannschaft in Führung.
Machtlos war Oliver Grabolle in der 12. Minute, als er einen unhaltbaren Distanzschuß passieren lassen mußte, es stand 2:0 für die Heimmannschaft. Nur Oliver Zapel zeigte an diesem Tag Normalform, aber
weder Simon Gottschling als auch Bernd Sievert gingen auf seine Iden ein.
Einsatzbereitschaft und kämpferische Einstellung stimmten, reichten aber nicht aus um den TSV in
Schwierigkeiten zu bringen.

Niederlage beim Schlußlicht

Das Spiel der Elstern beim Tabellenletzten Meiendorfer SV erinnerte in weiten Phasen an so manche
Darbietung aus der letzten Saison, es war schlicht eine Zumutung. Lediglich Pinz, Keller und Feldhusen ließen annähernd Normalform erkennen. Wenn Stürmer in neunzig Minuten nur zwei Kopfbälle in Richtung gegnerisches Gehäuse platzieren ist über Effektivität alles gesagt. Im ersten Durchgang fielen keine Tore. In der 55. Minute gelang dem MSV durch Gunnar Griem der Führungstreffer. Unerwartet fiel das 1:1, ein fulminanter Schuß von Andreas Jähning aus 25 Metern war für dem Meiendorfer Torhüter nicht zu halten. In der 87. Minute mußte Torhüter Rainer Schmidt verletzt das Feld verlassen.
Als Behrami (MSV) in der Schlußminute vom Bergedorfer Ersatztorwart Witt zu Fall gebracht wurde gab es einen Strafstoß der in der Schlußminute zum 2:1 für den MSV verwandelt wurde.
Auch wenn das 2:1 zu einem für die Elstern sehr ungünstigen Zeitpunkt gefallen war gingen die
Meiendorfer als verdiente Sieger vom Platz.

Gelungene Wiedergutmachung

Das schwache Spiel in Meiendorf rief nach einer Wiedergutmachung – und die kam auch. Der Gegner
der Elstern, der VfL Pinneberg, hat dem ASV schon oft genug Probleme bereitet. Von Beginn an
präsentierte sich eine ganz andere ASV – Mannschaft an den Sander Tannen, es stand im besten Sinne
des Wortes ein Team auf dem Platz. Der Platz des verletzten Friedhelm Mienert wurde von Oliver

Zapel eingenommen. Der bekam vom Trainer alle Freiheiten und machte davon regen Gebrauch. In der 24.Minute gingen die Gäste aus Pinneberg durch Ehlers in Führung. Nach diesem Rückstand spielte Oliver Zapel seine ganzen fußballerischen Qualitäten aus und brachte die Elstern mit dem 1:1 in der 34. Minute zurück ins Spiel, drei Minuten später war das Spiel gedreht denn Zapel besorgte die 2:1 ‐ Führung. Die zweite Halbzeit blieb torlos.
Die gesamte Bergedorfer Mannschaft zeigte eine geschlossene Mannschaftsleistung aber man
übertreibt nicht, wenn man Oliver Zapel als den Vater des Sieges bezeichnet.


Vier Punkte über Ostern

Für die Ostertage sah der Spielplan für die Bergedorfer Mannschaft die
Begegnungen gegen den Heider SV und den VfR Neumünster vor.

Teilerfolg gegen Heide
Den Heider SV darf man ohne Übertreibung als die Überraschungsmannschaft der Oberliga bezeichnen.
In der Vorsaison ohne Heimniederlage geblieben spielen die Heider auch in der laufenden Saison eine
gute Rolle. An den Sander Tannen blieben sie allerdings hinter den Erwartungen zurück. Als Michael
Sontag in der 39. Minute im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht wurde bekam Oliver Zapel per
Strafstoß die Gelegenheit die Elstern in Führung zu bringen. Er nutze die Gelegenheit in bewährter
Manier – es stand 1:0. Eine der ganz wenigen Gelegenheiten verwerteten die Gäste kurz vor dem
Pausenpfiff zum 1:1. Im zweiten Durchgang verflachte die Partie und beide Mannschaften schienen mit
der Punkteteilung zufrieden zu sein. In der 84. Minute wurde Sven Pinz mit der Ampelkarte vom Platz
geschickt.

Drei Punkte in Neumünster
Eine Halbzeit reichte den Elstern um aus Neumünster drei Punkte mitzunehmen. Für den Auftakt sorgte
in der 32. Minute Sven Pinz, zwei Minuten später ließ Marco Feldhusen das 2:0 folgen. Für den
Pausenstand von 3:0 zeichnete eine Minute vor dem Halbzeitpfiff Oliver Zapel mit einem Strafstoß
verantwortlich. Nach zwei Ampelkarten ( Sonntag und Zapel ) kam der Sieg der Elstern in Gefahr denn
Tufina und Meeseberg konnten in den letzten fünf Minuten noch auf 2:3 verkürzen.
Am Ende des Spieltages sind die Elstern vom siebten auf den achten Tabellenplatz gerutscht, denn
Tabellennachbar TuS Hoisdorf holte über Ostern sechs Punkte und setzte sich vor die Elstern.

Pleite beim HTB
Seit der Amtsübernahme von Bert Ehm hat der HTB einen beachtlichen Aufschwung erlebt. Nach zwei
Punkten aus den ersten acht Begegnungen holte der HTB aus den folgenden elf Spielen neunzehn
Punkte.
In der Anfangsphase des Spiels traten die Elstern sehr vorsichtig und auf Sicherheit bedacht auf. Anders
die Harburger und so war die 1:0‐ Führung durch Sauke aus der 33. Minute durchaus verdient. Die
Halbzeitansprache von Trainer Wysotzki zeigte Wirkung, denn kurz nach Wiederbeginn gelang Zapel der Ausgleichstreffer. Der ASV blieb die überlegene Mannschaft machte aber nichts aus seinen
Torgelegenheiten.
Besser machte es der HTB, innerhalb von fünf Minuten drehten die Harburger durch Askelson (69. ) und Sander ( 74.)das Spiel. Kurz vor dem Abpfiff nahm Sauke eine Flanke von Bockelmann auf und stellte das Ergebnis auf 4:1. Nach einem Trikotzupfer wurde Marco Niemann in der Schlußphase mit der Ampelkarte in die Kabine geschickt.
An diesem Tag hatten die Elstern einfach zu wenig zu bieten um den HTB in Verlegenheit zu bringen

Aus im Pokalwettbewerb

Mit einer 2:5 Niederlage bei den Amateuren des HSV ging für die Elstern der Pokalwettbewerb 1995 / 96 zu Ende.
Nach Siegen über u.A. TuS Berne, 4:2 nach Elfmeterschießen, 5:0 über den Barsbütteler SV und ein 4:1 über den EMTV zogen die Elstern ins Halbfinale des Wettbewerbs ein. Gegner waren die Amateure des HSV. Zur Halbzeit führten die Rothosen nach Toren von Trejgis, Nadj, Krausz und Avramovic mit 4:0, Michael Sonntag und Oliver Zapel konnten auf 2:4 verkürzen bevor Marek Trejgis den 5:2 Endstand herstellte.

Das schlechteste Saisonspiel
Wenn eine Mannschaft in der Vorrunde auf eigenem Platz mit 6:0 deklassiert wird, wenn diese
Mannschaft auf die Elstern aktuell siebzehn Punkte Rückstand hat, dann darf man mit einem
Punktgewinn der eigenen Mannschaft rechnen. Gemeint ist hiermit der SC Victoria, der aktuelle Gegner der Elstern.
Die Elstern kamen gut in diese Partie und in der 10. Minute brachte Marco Feldhusen den ASV vor
zweihundert Besuchern in Führung. Danach verflachte das Bergedorfer Spiel zusehends. Die Quittung
kam nach neunzehn Minuten: ein schnell ausgeführter Einwurf, eine präzise Flanke von Ex‐Elster
Hardekopf und Kopetzky (SCV) macht per Kopf das 1:1. Danach zeigten beide Mannschaften den
Zuschauern nur noch Schlafwagenfußball und in der 76. Minute die Gelb / rote Karte für Christian Müller ( SCV ). Diese personelle Überlegenheit konnten die Elstern nicht nutzen, im Gegenteil, in der 82. Minute mußten sie durch Mouktar das 1:2 hinnehmen. Dieses 1:2 war eine verdiente Niederlage welche die Sorgen der Elstern wieder vergrößerte. Für Rainer Wysotzki gab es noch viel Arbeit.


An der Trave keine Punkte
Es kam einem so vor wie die Verlängerung des Spieles gegen die Victoria.
In den ersten Minuten stand das Spiel ganz im Zeichen der Lübecker aber auch die vergaben ihre
Torchancen. Bis in die zweite Halbzeit tat sich herzlich wenig auf dem Platz. Dann nahm „Boller“ Jeschke in der 60.‐ Minute einen Eckball auf und verwandelte diesem zum 1:0. Auch das Endresultat von 2:0 ging auf das Konto von Jeschke, in der 75. Minute entwischte er seinem Bewacher und ließ Grabolle keine Chance. Erneut waren die Elstern geschlagen und sehen schweren Zeiten entgegen.

Fortsetzung der Talfahrt

Wenn ein Manndecker in der Schlußphase einer Begegnung den Versuch unternimmt, seinen
Gegenspieler vor dem eigenem Strafraum auszutricksen kann das schon mal ins Auge gehen. Genau das passierte beim Stande von 0:0 in der 79. Minute beim Spiel gegen den Itzehoer SV. Der Pechvogel war Friedhelm Mienert, der aber ansonsten eine tadellose Leistung abgeliefert hat. Der Versuch, den
Itzehoer Torjäger Torsten Kiekhöber auszudribbeln scheiterte und wurde bitter bestraft. Ähnliche
Chancen wurden vorher von den Elstern vergeben bzw. vom ISV – Torhüter entschärft.
Am Ende der neunzig Minuten stand es 1:0 für den ISV und die Abstiegszone rückte immer näher.

Es wird bitterernst

Vier aufeinanderfolgende Niederlagen haben den ASV vom achten auf den zwölften Tabellenplatz
gebracht. Aus trügerischer Sicherheit wurde Abstiegsangst.
Im Heimspiel gegen den SV Halstenbek – Rellingen gab es Gelegenheit diese mißliche Lage zu
entschärfen aber der Ernst der Lage war nicht allen Akteuren klar, nur zwei Spieler präsentierten sich in
Normalform – Torhüter Oliver Grabolle war zu verdanken daß der Sieg der Gäste nicht höher ausfiel und Sven Pinz ging an diesem Tag an seine Leistungsgrenze.
Im ersten Durchgang hatten die Elstern noch gute Torgelegenheiten, vermochten diese aber nicht zu
verwerten. In der zweiten Halbzeit bauten die Elstern ab und ließen jede Spielkultur vermissen. Kein
Einsatzwille, kein Aufbäumen, kein Nachsetzen nach Ballverlusten – so kann man in der Oberliga nicht
bestehen.
Die Gäste aus dem Landkreis Pinneberg wußten dies auszunutzen.
In der 58. Minute degradierte Kay Rückert die Elsternabwehr zu Statisten und überwand Oliver Grabolle zum 0:1. Elf Minuten später gab es den nächsten Blackout in der Abwehr. Als sich Wieckhoff das Leder schnappte griff kein Abwehrspieler ein und schon stand es 0:2.
Die Schlußoffensive blieb wirkungslos, außer einem Pfostenschuß von Sven Pinz gab es nichts
Erwähnenswertes. Die große Chance zur Ergebnisverbesserung vergab Oliver Zapel als er einen
Foulelfmeter in der 85. Minute nicht verwandeln konnte. Nach fünf Spielen ohne Sieg war die Lage der
Elstern überaus kritisch.


Hier ein Ausschnitt aus der Tabelle nach fünfundzwanzig Spieltagen:
10. Phönix Lübeck 33 P.
11. Barsbüttel 29 P.
12. HTB 28 P.
13. ASV 28 P.
14. Kiel (2) 27 P.
15. Victoria  17 P.
16. Meiendorf  11.P

Ähnlich bedrohlich ist die Lage am Tabellenende der Regionalliga. Drei Vereine werden absteigen, zwei dieser Vereine, der VfL 93 und die erste Mannschaft von Holstein Kiel werden dann in die Oberliga eingegliedert. Noch können die Elstern das Blatt noch wenden, aber es helfen nur noch Siege.

Applaus nach dem Abpfiff
Lange ist es her daß die Mannschaft nach dem Schlußpfiff mit Applaus in die Kabine begleitet wurde.
Das war der Dank der Zuschauer für eine überzeugende Leistung gegen den Abstiegsmitbewerber
Holstein Kiel. Die Elstern siegten deutlich mit 5:0.
Es sah zunächst nicht nach einem so deutlichen Erfolg aus. Nach schwungvollem Beginn schien die Partie zu verflachen aber angetrieben von Oliver Zapel häuften sich die Torchancen für den ASV. Eine dieser Chancen nutzte Bernd Sievert in der 37. Minute zum Führungstreffer. Das Ergebnis hatte bis zum
Pausenpfiff Bestand. Nach dem Seitenwechsel spielten die Kieler zwar gefällig mit. aber deren
Gegenwehr bewegte sich auf „Freundschaftsspielniveau“. So hatten die Elstern leichtes Spiel die Gäste
von der Förde zu distanzieren. Mehmet Dogan in der 59. – Oliver Zapel in der 72. – Thorsten Lenz in der 80. Minute und in der 87. Minute Marek Mackiewicz waren die Torschützen zum verdienten Sieg über Holstein Kiel. Die Elstern konnten sich vom 13. auf den 12. Tabellenplatz verbesern, da aber sowohl Barsbüttel als auch der HTB ihre Spiele gewinnen konnten blieb die Lage für den ASV äußerst prekär.

Stell dir vor es droht Abstieg und keiner sieht zu
In dieser Phase der Saison, bei dieser Tabellenkonstellation könnte die Mannschaft Unterstützung von
den Rängen wirklich gut gebrauchen aber gegen den TuS Hoisdorf kamen nur zweihundert Getreue. an
die Sander Tannen .
Es war das alte Lied, die eigenen Torchancen werden nicht genutzt und wenn sich die Mannschaft


durch vermeintlich fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt fühlt dann steht die Mannschaft nach neunzig Minuten mit leeren Händen da.
Das Spiel endete 0:0 und dieses Ergebnis gibt den Spielverlauf exakt wieder.
Man muß eines ganz klar sehen, dieses 0:0 ist kein Punktgewinn sondern bei dieser Tabellenlage der
Verlust zweier Punkte. Die Abstiegszone wird in der Tabelle nach siebenundzwanzig Spielen wie folgt
abgebildet:


11. Barsbüttel 35 P.
12. ASV 32 P.
13. HTB 32 P.
14. Kiel (2) 27 P.
15. Victoria 17 P.
16. Meiendorf 11 P.


Man muß damit rechnen daß im schlimmsten Fall fünf Mannschaften aus der Oberliga absteigen
müssen. Von „einfachen“ Spielen kann nun keine Rede mehr sein, jeder Punktverlust kann
schwerwiegende Folgen haben und es gibt nur wenige Gelegenheiten dies zu korrigieren.


Leichter Sieg für Altona 93
Die Elstern hatten einen ganz harten Brocken vor der Brust. Altona stand ganz oben in der Tabelle,
bedrängt vom Heider SV und dem TSV Pansdorf und war auf jeden Punkt angewiesen. Das war auch die einzige Gemeinsamkeit mit den Elstern an diesem Tag.
Altona war in dieser Partie der eindeutige Favorit. Die Elstern haben dem AFC einen ganz leichten Sieg
ermöglicht. In der 7. Minute mußte Rene Keller das Feld nach der roten Karte verlassen, ihm folgte
Friedhelm Mienert in der 29. Minute mit der Ampelkarte. Beide Spieler haben sich an Oliver Wolf mit
Foulspiel „abgearbeitet“. Zur Erinnerung: Oliver Wolf war im Hinspiel der Torschütze zum 1:0 – Sieg an den Sander Tannen. Sechzig Minuten in Unterzahl beim Tabellenführer waren von den Elstern nicht
aufzufangen und führten zu einer 0:3 – Niederlage. Zwei Tore von Oliver Wolf und ein Treffer von
Andreas Prohn schickten die Elstern auf die Verliererstraße. Die Mannschaft hat sich nicht hängen
lassen, der Einsatz stimmte auch bei zwei Mann in Unterzahl.
Eine Frage darf erlaubt sein – kann man von den Spielern in dieser Situation nicht erwarten, daß sie ihre Nerven im Zaum behalten und das Spiel mit elf Mann beenden?
Tabellenplatz dreizehn bei zwei noch ausstehenden Spielen lassen die Alarmglocken an den Sander
Tannen ganz laut schrillen.

Abstiegskampf pur

Gegen den Barsbütteler SV zeigten die Elstern eine ganz starke Leistung , längst vergessene Tugenden
wie Moral, Laufbereitschaft und absoluter Einsatzwille haben an diesem Tag gestimmt.
Es war keine großartige Partie, dafür stand zu viel auf dem Spiel. Die Elstern begannen nervös aber als
Marco Niemann in der 25. Minute nach einem Sololauf über das halbe Spielfeld Oliver Zapel anspielte
war das 1:0 für den ASV fällig. Die Mannschaft legte die Nervosität ab und vier Minuten vor dem


Seitenwechsel traf Zapel erneut, diesmal zum 2:0. Die Bergedorfer Mannschaft beherrschte nun ihren
Gegner und ließ sich auch durch das 1:2 in der 87. Minute durch Huremovic nicht aus der Fassung
bringen. In der Schlußminute stellte Bernd Sievert mit dem Tor zum 3:1 den alten Abstand wieder her.

 

 

 

 

 

 

In der Tabelle stellt sich die Situation vor dem letzten Spieltag wie folgt dar:


auf den Plätzen 10 – 12 mit jeweils 36 Punkten ( in Klammern die Tordifferenz)
Phönix Lübeck (‐3),
Barsbüttel (‐6),
Neumünster (‐6);
13. ASV (‐2) mit 35 Punkten
14. Holstein Kiel (‐21) 33 P.
15. Victoria 18 P.
16. Meiendorf 15 P.
Man kann es drehen und wenden wie man will, am letzten Spieltag sind die Elstern auf die Hilfe anderer angewiesen – keine guten Vorzeichen.

Der Abstieg aus der Oberliga
Nur ein Sieg beim TSV Pansdorf würde den Elstern den Klassenerhalt sichern.
Es kam anders.
Der TSV Pansdorf brauchte jeden Punkt um sich die Chance des Aufstiegs in die Regionalliga zu erhalten.
Die Elstern traten couragiert auf aber der Sturmreihe mangelte es an Durchschlagskraft. Nachdem in der 25. Minute ein Schuß sein Ziel ganz knapp verfehlte ging die Heimmannschaft durch Michael Beier in Führung. In der 54. Minute hätte es 1:1 stehen können, aber der Schiedsrichter versagte einem Treffer von Sven Pinz wegen vermeintlicher Abseitsposition die Anerkennung. Nachdem Friedhelm Mienert in der 79. Minute des Feldes verwiesen wurde verschlechterte sich die Situation des ASV, dies umso mehr als die Pansdorfer in der 89. Minute auf 2:0 erhöhten.

Mit dem 2:0 – Sieg über Bergedorf 85 sicherte sich der TSV Pansdorf hinter Altona 93 den zweiten
Tabellenplatz da der Heider SV völlig überraschend in Meiendorf mit 1:2 unterlag. Über zwei
Relegationsspiele gegen Göttingen 05, Zweiter der Oberliga Niedersachsen / Bremen könnte sich der
TSV Pansdorf für die Regionalliga qualifizieren, dann würden die Bergedorfer in der Oberliga bleiben.
Scheitert der TSV führt der Weg von Bergedorf 85 in die Hamburger Verbandsliga.



 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                         

Das erste Spiel der Aufstiegsaspiranten endete vor eintausend Besuchern in Pansdorf 1:1.
Zum Rückspiel in Göttingen fanden sich zweitausend Zuschauer ein und sahen einen verdienten 4:1 ‐
Sieg ihrer Mannschaft.
Göttingen 05 kehrte nach einem Jahr Abwesenheit in die Regionalliga zurück, Holstein Kiel, Bergedorf
85, der SC Victoria und der Meiendorfer SV steigen in die jeweilige Verbandsliga ab.

Die Elstern und ihre Trainer
Wie kam es zu diesem Desaster? In den letzten Jahren gab es viel zu viel interne Probleme und
Auseinandersetzungen. Die Trainerbank wurde zum Schleudersitz und der jeweilige Trainer konnte
kaum in Ruhe arbeiten, sehr häufig fand der Trainer einen Spielerkader vor an dessen Zusammenstellung er nicht beteiligt war.

Hier ein kurzer Abriß zum Thema Trainer:
Spielzeiten 90 / 91 und 91 / 92
Trainer Bernd Enge, schied zum Ende der Saison 91 / 92 aus freien Stücken aus.
1992 / 93
Trainer Manfred Rabe schied nach einem blamablen 1:3 bei Victoria am 10. Spieltag auf eigenen Wunsch aus ( 1,3 Punkte / Spiel ).
Nachfolger Wolfgang Nitschke übernahm die Mannschaft am 11. Spieltag ( 1,25 Punkte / Spiel )
1993 / 94
Start in die Saison mit Wolfgang Nitschke, Trennung nach dem 12. Spieltag nach einem 1:6 beim FC St. Pauli ( 1,34 Punkte / Spiel ).
Nachfolger Manfred Lorenz betreute die Mannschaft bis zum 23. Spieltag und schied nach
Unstimmigkeiten mit Manager Sobiecki aus ( 1,64 Punkte / Spiel )
Danach Betreuung der Mannschaft durch Manager Sobiecki unf Thorsten Lüneburg ‐ auch in der
Aufstiegsrunde zur Regionalliga. ( 1,57 Punkte / Spiel )
1994 / 95
Neuer Trainer wurde Jürgen Domzalski, Ablösung nach dem 28. Spieltag ( 0,89 Punkte / Spiel )
Betreuung der Mannschaft in den beiden letzten Saisonspielen durch Hartmut Wulff – zwei Niederlagen.
1995 / 96
Start in die Saison mit Hartmut Wulff, legte nach fünfzehn Spielen sein Amt nieder nach Neubesetzung
der Trainerposition für die Folgesaison 96 / 97. ( 0,93 Punkte / Spiel bezogen auf alte Zweipunkteregelung )
Nachfolger Rainer Wysotzki übernahm die Mannschaft zum 16. Spieltag (0,67 Punkte / Spiel nach alter Zweipunkteregel) Stetigkeit und Beständigkeit sind unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiche und langfristig angelegte Arbeit. Wenn aber in vier Spielzeiten neun (!) Trainer für die Mannschaft Verantwortung tragen ist man von diesen Begriffen weit entfernt.

Zur Aktualität
Es war eine krachende Fehlentscheidung, den Vertrag mit Hartmut Wulff nicht zu verlängern. Nach
einem zugegebenermaßen schwachen Start hat Wulff die Mannschaft am Ende der Hinrunde auf den 7.
Tabellenplatz geführt. Schon während des schwachen Starts war seine Handschrift erkennbar. Die
Mannschaft wurde zu einer stabilen Einheit und holte in der Vorrunde sieben Siege.
Trainer und Mannschaft bildeten eine Symbiose.
Jeder Eingriff in ein solches System kann zu Verwerfungen und Störungen führen und sich in der
beschriebenen Weise bemerkbar machen.

Rainer Wysotzki ist ohne Frage ein ganz ausgezeichneter Trainer wie man auch an seiner Tätigkeit in
Börnsen erkennen kann, aber nicht jeder gute Trainer paßt zu jeder Zeit zu jeder Mannschaft, in der
aktuellen Fußballszene gibt es dafür hinreichend Beispiele
Einen sehr guten Einblick in das „Innenleben“ der Mannschaft liefert eine Kolumne von Friedhelm
Mienert in der BZ vom 31.5.97. Auch wenn diese Kolumne den Verlauf der folgenden Spielzeit (96 / 97) teilweise vorweg nimmt sollte dieser Beitrag den Lesern zur Kenntnis gebracht werden. Besser kann man den Sachverhalt nicht darstellen.



Einen erheblichen Einfluß auf die Mannschaft hatten die beide „Alphatiere“ Oliver Zapel und Friedhelm Mienert.
Oliver Zapel darf man durchaus als den verlängerten Arm von Hartmut Wulff betrachten.
Man konnte aber den Eindruck gewinnen daß Rainer Wysotzki die Mannschaft nicht immer erreicht hat.
Den Abstieg der Mannschaft hat er nicht abwenden können.

Die Elsternmannschaft, die in der Saison 1996 / 97 in der Verbandsliga antritt wird ein anderes Gesicht
haben wobei Rainer Wysotzki maßgeblich die Kaderplanung bestimmen wird. Zwei Namen wurden
bereits gehandelt, nämlich Norman Rusche aus der Jugend von Altona 93 und vom Barsbütteler SV
Andreas Krienke.

Rückblick auf die Punkterunde

Der Kampf um die Meisterschaft war ein spannendes Rennen zwischen Altona 93, dem TSV Pansdorf
und dem Heider SV. Im direkten Vergleich verlor Altona alle Spiele gegen Pansdorf und Heide, hatte aber am Schluß die Nase vorn ( Anlage 4 ).
Auch in der internen Hamburger Wertung ( Anlage 5 ) belegte Altona den Spitzenplatz.
Der Heider SV belegte in der internen Wertung der holsteinischen Mannschaften ( Anlage 6 ) den ersten Platz. Wie schon in der vergangenen Spielzeit blieb der Heider SV auf eigenem Geläuf unbesiegt.
Die direkten Vergleiche HH vs SH sind in der Anlage 7 niedergeschrieben.
Die ersten Plätze gehen hier an den TSV Pansdorf mit 38 Punkten vor dem Heider SV mit 31 und dem
TuS Hoisdorf mit 30 Zählern.
An vierter Position rangiert der neue Meister Altona 93 mit 27 Punkten. Eine Zusammenfassung der drei Wertungen ( HH vs SH, Stadtderbies HH und Landesderbies SH ) ist in der Anlage 8 dargestellt.
Nahezu tragisch die Situation beim SC Victoria. Trainer Bernd Haury erlitt während der Winterpause seinen zweiten Herzinfarkt. Ihm folgten Barnabas Liebhaber, Uwe Knodel und Wolfgang Kayser auf die Trainerbank. Der Abstieg der Victoria konnte nicht mehr verhindert werden. Erfolgreich war der Trainerwechsel beim HTB. Am achten Spieltag standen zwei Punkte zu Buche, am Ende der Saison waren es 38 Zähler und Tabellenplatz neun.

Dem ASV ist zu wünschen daß Rainer Wysotzki in Ruhe arbeiten kann und daß kein Funktionär bei Niederlagen überflüssige Kommentare abliefert.

Nachweis der Informationsquellen. Die Spielergebnisse des ASV wurden der Bergedorfer Zeitung entnommen. Diese Ergebnisse sind zudem Grundlage der Anlagen 4 – 8. Die Bergedorfer Zeitung war Grundlage für die Kurzberichte zu den ASV – Spielen, auch wurden die Fotos aus der BZ reproduziert Die Abschlußtabelle der Saison 95 / 96 ( Anlage 3 ) wurde dem Internetportal Das Deutsche Fußballarchiv entnommen. Wörtliche Zitate wurden mit Angabe von Datum und Herkunft kenntlich gemacht.

Statistik:

(Zum Vergrößern bitte auf Abbildung klicken)








Zu der großen Historie mit allen bisher veröffentlichten Berichten!!!
 

Samstag, 10. Juli 2021

Die Elstern – Fußball im Amateurbereich Oberliga Hamburg / Schleswig – Holstein Saison 1994 / 95 (Autor: Hans-Martin Lippold)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So eine Spielzeit wie die Saison 1993 / 94 muß man erstmal wegstecken.

Zwei Trainerwechsel während der Saison,  eine grandiose Aufholjagd gegenüber dem FC St. Pauli die am 28. Spieltag ihren erfolgreichen Abschluß fand, Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord, teilweise mit Spielern aus der Kreisliga, Eingliederung in die neu eingerichtete Oberliga Hamburg / Schleswig – Holstein.


Das sportliche Umfeld

 Zunächst wurden vor Beginn der Spielzeit 94 / 95 die Zuständigkeiten in der „Verwaltungsebene“ geklärt. Josef Sobiecki zog sich aus dem aktiven Geschäft um die Ligamannschaft zurück. Als neuer Trainer wurde Jürgen Domzalski verpflichtet. Domzalski hatte sich auf den heimischen  Fussballfeldern einen guten Namen gemacht, u. A. war er für den Hummelbütteler SV und auch für die TSV Reinbek aktiv. Seine letzte Trainerstation war der Bramfelder SV, den er in die Verbandsliga Hamburg führte. Sein Vertrag mit dem Bramfelder SV wurde einvernehmlich gelöst und so erhielt Domzalski die Freigabe für den ASV. Für eine Überraschung sorgte die Besetzung der Co – Trainerposition. Nicht, wie erwartet Thorsten  Lüneburg, sondern Hartmut Wulff, dem bisherigen Cheftrainer des VfL Lohbrügge wurde diese Position anvertraut. Bis zur Klärung der Wechselmpdalitäten wird Hartmut Wulff ehrenamtlich tätig sein. Daß dies mit den Interessen von Thorsten Lüneburg kollidierte war eigentlich klar. Lüneburg reklamierte ausstehende Prämienzahlungen, diese Forderungen wurden von Jsef Sobiecki als unbegründet zurückgewiesen. Auf welcher Basis man sich später einigen konnte entzieht sich der Kenntnis des  Verfassers. Thorsten Lüneburg wurde später Cheftrainer beim VfL Lohbrügge.

Immerhin, Jürgen Domzalski und Hartmut Wulff hatten die gleiche Auffassung vom Fussball und so durfte man davon ausgehen daß sich eine einvernehmliche Zusammenarbeit zu Gunsten der Ligamannschaft entwickeln wird.  Der organisatorische Überbau der Elstern wurde etabliert. Neuer Ligaobmann ist Fritz Kalbitz. Nach den Querelen der vergangenen Saison hatte Kalbitz den Elstern schon den Rücken gekehrt, sich aber dann eines Besseren besonnen. Manager Harald Schröder, Udo Schulz und Josef Sobiecki hatten für ein positives Umfeld und eine gesicherte Finanzausstattung zu sorgen. Zu den Pflichten dieses Gremiums gehört natürlich die Planung des Saisonetats. Das Ergebnis der aktuellen Planung dürfte nur wenig  Freude hervorgerufen haben. Hat man bei den Neuverpflichtungen von großen Namen Abstand genommen- Zapel und Mienert ausgenommen – kamen die neuen Spieler zumeist aus unterklassigen Vereinen. Der Etat für die kommende Saison war schießlich geringer als der der vergangenen Spielzeiten. Zitat Sobiecki: Gering, aber dafür gesichert. 


Das bedeutete für die Spieler: kein Festgehalt, sondern Prämien nur noch nach siegreichen Spielen. Zur Aufbesserung des Etats und als Zuschuß zu den höheren Fahrtkosten in der Oberliga HH / SH erhielt jeder Verein vom DFB aus dem Topf der Fernsehgelder einen Betrag von 22000 DM. Zu Beginn der Spielzeit konnte der ASV einen neuen Sponsor gewinnen. Das Logo des DIMA – Sportzentrums sollte für die nächsten drei Jahre das Elsterntrikot zieren. Über die Höhe der  Zuwendungen ist nichts bekannt.

Das Spieleraufgebot

 Nachdem die Frage nach der sportlichen Verantwortung geklärt wurde ging es an die Planung und Zusammenstellung des Spieleraufgebotes für die kommende Saison. Wie in jedem Jahr gab es Zu - und Abgänge, zwei Spieler zog es in höhere Spielklassen. 

Ingo Dammann zog es ebenso wie Ralf Mackensen in die Regionalliga Nord, Dammann ging zum SV Lurup während Mackensen zum Lüneburger SK zurückkehrte. Der TuS Hoisdorf wurde neuer Arbeitgeber von Mathias Rose. In die Hansastaffel er Landesliga, zur TSV Reinbek wanderte Karsten Höltig, ein ganz ausgezeichneter Torhüter, der jedoch an Sven Marr nicht vorbei kam. Timo Scharf schloß sich dem FC Süderelbe an. Auch Jan Böhning kehrte den Elstern den Rücken, neues Ziel war der  HTB.

Diesen Abwanderungen standen neun Neuverpflichtungen gegenüber.

Zwei alte Bekannte fanden vom SC Wentorf den Weg zurück an die Sander Tannen, nämlich Oliver Zapel und Friedhelm Mienert. Beide können sich nahtlos in das Mannschaftsgefüge einbringen. Vom SC Condor stieß Marco Erbarth zu den Elstern. Bedingt durch berufliche Verhinderung konnte Trainer  Domzalski seine fussballerischen Fähigkeiten noch nicht einordnen. Eingesetzt werden soll er im Abwehrbereich. Als gelernter Stürmer ist Thomas Schüttler für das Mittelfeld vorgesehen. Bei BU war er vorher zwei Klassen tiefer aktiv. Er bringt alle Voraussetzungen mit auch in der Oberliga zu bestehen. Als Ersatz für Karsten Höltig wurde vom Bramfelder SV Ingo Glashoff verpflichtet. Nach Abschluß der Freigabegespräche ist er für den ASV spielberechtigt. Thorsten Lenz und Patrick Lokstedt spielten  zuletzt in der A – Jugend Oberliga für den SC Concordia, zwei talentierte Spieler die in der Lage sind sich auch in der Oberliga durchzusetzen. Adrian Blaut hat seine fussballerische „Grundausbildung“ beim MSV Hamburg bekommen. Ein technisch versierter Spieler den man schon jetzt als Verstärkung ansehen kann. Der türkische U21 – Auswahlspieler Erhan Isik wechselte von Billstedt Ay Ildiz zu den Elstern, ein entwicklungsfähiger 19 - jähriger Manndecker.  In der Aufstiegsrunde zur Regionalliga zog sich Sven Pinz, wie sich erst später herausstellte, einen Kreuzbandriß zu der mit einer langen Verletzungspause verbunden ist. Vorbehaltlich positiver Gespräche über eine Ablösesumme soll Rene Keller vom VfL 93 als Ersatz verpflichtet werden. Im Gefolge von Josef Sobiecki kamen drei weitere Spieler an die Sander Tannen, dies sind Silvester Kawczynski, Artur Kopec und Mariusz Kasprowicz, Marek Trejgis darf man in diesem Zusammenhang  auch erwähnen.

Ein Geschäftsmodell Das Geschäftsmodell von Josef Sobiecki ist in dieser Form im Bereich des Hamburger Amateurfussballs noch nie praktiziert worden. Es erinnert ganz stark an die Vorgehensweise aus der Kaiserzeit. 

Im übertragenen Sinne verfügte ein Lehensherr materiell über Lehensmänner und konnte diese als Handelsware betrachten und ebenso auch handeln. Ein Lehensherr bringt also seine Lehensmänner – in diesem Falle Fussballspieler - mit und stellt diese einem Verein zur Verfügung. Zu einem aus Sicht des Lehensherrn günstigen Zeitpunkt werden die Lehensmänner einem anderen Verein übertragen wobei eine Ablösesumme dem Lehensherrn zufällt. Mit anderen Worten: Die Spieler, die Sobiecki dem ASV zur  Verfügung gestellt hat sind letztlich Spekulationsobjekte mit dem Ziel der persönlichen Gewinnmaximierung. Noch ein kleiner Nachtrag: der KS Polonia ist am Ende der Saison 93 / 94 aus der Hammoniastaffel der Landesliga abgestiegen.

Voprbereitungsspiele

 Zur Überprüfung des Leistungsstandes der Spieler, zum gegenseitigen Kennenlernen und Erprobung taktischer Varianten sind Freundschaftsspiele das beste Mittel. Mitte Juli ging es in die Nordheide zum TSV Buchholz 08. Dort wurde zwischen Buchholz 08, dem SC Langenhorn dem ASV und Lüneburg der Buchholz – Pokal ausgespielt.  Im ersten Spiel besiegte der ASV den Gastgeber mit 6:2, im Finale blieben die Elstern mit 5:0 über den SC Langenhorn siegreich. Am 27.7.94 hatten es die Elstern mit einem anderen Kaliber zu tun. An den Sander Tannen unterlagen sie der bulgarischen Spitzenmannschaft Lewski Sofia mit 0:4. In einem weiteren Freundschaftsspiel wurde Union Oldesloe mit 8:0 besiegt.  Auch die erste Pokalrunde auf HFV – Ebene stellte den ASV vor keine Probleme, der Kreisligist Bostelbeker SV kam an den Sander Tannen mit 1:10 unter die Räder.

Ausblick auf die bevorstehende Spielzeit

 In den letzten Spielzeiten wurden die Elstern regelmäßig als Favorit für einen der beiden ersten Tabellenplätze angesehen. Eine Prognose für die Spielzeit 94 / 95 war schwer möglich denn die  Mannschaften aus Schleswig – Holstein waren nur schwer einzuschätzen. Als Saisonziel wurde vom ASV der fünfte Tabellenplatz aufgerufen, eine Einschätzung die man sich zu Eigen machen konnte. Kenner der Amateurszene erwarteten Altona 93, Barsbüttel, den FC St. Pauli und Absteiger Norderstedt ganz vorne. Aus Schleswig – Holstein wurden dem Heider SV, dem TSV Pansdorf und Phönix Lübeck eine  gute Rolle zugetraut.

Der Start der neuen Oberliga konnte beginnen.

Die neue Saison

 Am 20/21.8.94 startete die Oberliga HH / SH in die erste Spielzeit, für die Bergedorfer Mannschaft stand ein Heimspiel gegen den Barsbütteler SV auf dem Spielplan 

Gutes Spiel ohne Sieger

 Die Auftaktpartie in der neuen Spielklasse lockte 650 Besucher an die Sander Tannen um das Duell mit den Nachbarn aus Barsbüttel zu betrachten. Die Besucher sahen einen furiosen Auftakt der Elstern, Oliver Zapel zirkelte einen Freistoß an der Barsbütteler Abwehrmauer vorbei an den Innenpfosten des Tores und von dort fand der Ball den Weg ins Tor – es stand 1:0 für den ASV. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kamen beide Mannschaften zu Torgelegenheiten die jedoch nicht verwertet wurden. Im zweiten Durchgang erhöhten die Gäste den Druck auf das Tor der Elstern. Nachdem etliche Torchancen vergeben wurden faßte sich Bernd Reinke ( Barsbüttel ) ein Herz und überwand Sven Marr mit einem Flachschuß aus 18 Metern zum 1:1 in der 85. Spielminute.  Der Spielstand von 1:1 hatte bis zum Abpfiff Bestand und gab den Spielverlauf exakt wieder.

Nullnummer in Halstenbek

Für Unruhe im Elsternteam sorgten vor dem Spiel Gerüchte daß Silvester Kawczynski und Marek Trejgis keine Spielberechtigung besitzen. Auslöser war ein nächtlicher anonymer Anruf bei Bert Ehm, dem Barsbütteler Trainer mit  entsprechenden Hinweisen (HAB vom 29.8.94 ). Diese erwiesen sich als haltlos. Nicht nur beide Spieler, die ganze Mannschaft – Sven Marr ausgenommen – wirkte gehemmt und erstaunlich passiv. Auch die Einwechselung von Rauls konnte das Spiel der Elstern nicht beleben, so mußte sich eine konfuse Bergedorfer Mannschaft nach neunzig Minuten mit einem torlosen Unentschieden begnügen. 

Auch in der Höhe verdient

 Diese Überschrift ist die Kurzform des Spieles der Elstern gegen den Itzehoer SV. Die Gäste von der Stör kamen als ungeschlagener Tabellenführer an die Sander Tannen, wurden aber ihrer Tabellenposition nicht gerecht. Früh zeigten die Elstern wer Herr im Hause ist. Ein fulminanter Schuß von Artur Kopec schlug in der 11.  Minute hinter Torwart Diedrichsen zum 1:0 ein. Eine Kopie dieses Tores lieferte zwei Minuten später Silvester Kawczynski ab und es stand 2:0. Beflügelt von diesem Spielstand spielten die Elstern ihre Gäste an die Wand und erhöhten durch Zapel in der 27. Minute auf 3:0. Nach einem vollkommen überflüssigen Foul in Höhe der Mittellinie wurde Roy Witte in der 42. Minute mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen. Nach der Pause bekamen die Gäste zeitweise Oberwasser  aber ein Alleingang von Kawczynski in der 69. Minute führte zum 4:0. Der Anschlußtreffer zum 1:4 fiel zwei Minuten später. Für das Endergebnis von 5:1 für den ASV zeichnete Oliver Zapel in der 73. Minute verantwortlich. Ein von Dirk Köhlert verschossener Strafstoß verhinderte einen noch höheren Sieg. Unter dem Applaus ihrer Fans verließen die Spieler nach dem Abpfiff den Platz. 

Am Millerntor gestolpert

 2:12 Tore lautet die Bilanz des ASV aus den letzten Besuchen beim FC St. Pauli, ein Unentschieden und drei Niederlagen waren die klägliche Ausbeute, das letzte Spiel endete 1:6. Knapp eintausend Besucher kamen zum Millerntor um diese Begegnung zu verfolgen. Die Gastgeber setzte die Elstern von Beginn an unter Druck. Die Elstern kamen zu keinem geordneten Spielaufbau und  gerieten früh in Rückstand. Carsten Hastedt ( St. Pauli ) traf in der 7. und 11. Minute zum 2:0 für die Hausherrn. In der 15. Minute schied Mathias Rauls verletzt aus und wurde durch Marek Trejgis ersetzt. Der fügte sich prächtig ein und köpfte in der 32. Minute einen Flankenball von Elard Ostermann zum 1:2 ein. Kurz vor dem Seitenwechsel nahm er im Mittelfeld einen Ball auf, marschierte durch die St. Pauli – Hintermannschaft und überwand Torhüter Kim Seidler zum 2:2. Nach dem Wechsel suchte St. Pauli sein  Heil in Distanzschüssen, scheiterte aber ein ums andere Mal am gut aufgelegten Sven Marr.

Das Schicksal meinte es an diesem Tag nicht gut mit den Elstern, in der 83. Minute wurde Sven Marr durch einen Kopfball von Göbel bezwungen und es stand 2:3. Mit diesem Ergebnis endete ein hochklassiges Oberligaspiel.

Elstern zelebrierten eine Gala

 Dies ist die Originalüberschrift aus der BZ vom 19.9.94 zum Spiel der Elstern beim HTB. Die 375 Zuschauer sahen eine vollkommen einseitige Partie und hätte HTB – Torhüter Höth nicht einen Glanztag erwischt wäre es für die Harburger ein absolutes Desaster geworden. Die wenigen Harburger Angriffe wurden schon in der eigenen Hälfte abgefangen und so hatten Sven Marr und seine Vorderleute einen ruhigen Nachmittag.  In der 29. Minute konnte Kawczynski im Strafraum nur regelwidrig vom Ball getrennt werden, den fälligen Strafstoß verwandelte Oliver Zapel zur 1:0 – Führung. Das 2:0 aus der 40. Minute ging auch auf das Konto von Oliver Zapel. In diesem Stil ging es nach dem Seitenwechsel weiter und wieder war es Oliver Zapel der dem Harburger Torhüter Höth mit seinem dritten Treffer das Nachsehen gab.  In der 75. Minute setzte Karsten Merkel den Schlußpunkt zum 4:0 – Erfolg der Elstern über den HTB. Den Besuchern wurde eine Klassepartie vorgeführt die für die weiteren Spiele zu besten Hoffnungen berechtigte.

Sieg an der Ostsee

 Ein Wochenendausflug bei Sonnenschein war es nicht denn der TSV Pansdorf bereitete den Elstern  einen arbeitsreichen Nachmittag. Von Beginn an setzten die Pansdorfer die Elstern unter Druck, aber die Chance zum Führungstreffer unterband Artur Kopec in der 15. Minute, allerdings auf Kosten eines Foulelfmeters. Der wurde vom Pansdorfer Marcus Gutzeit am Tor vorbeigeschossen. Dieser Fauxpas leitete die Wende im Spiel ein. Die Partie nahm Fahrt auf und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Mit zunehmender  Spielzeit bekamen die Elstern die Partie in den Griff und in der 43. Minute gelang Kawczynski der Führungstreffer. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Elstern den Druck auf das Pansdorfer Tor. Die Kräfte der Pansdorfer ließen nach, in der 71. Minute setzte Marek Trejgis die gesamte Hintermannschaft matt, spielte Kawczynski an und der erhöhte auf 2:0. Weitere Torgelegenheiten blieben ungenutzt und so  endete das Spiel mit einem 2:0 – Sieg der Elstern. Aus einer guten Bergedorfer Mannschaft muß man die Leistung von Sllvester Kawczynski hervorheben. Mit 8:4 Punkten belegten die Elstern den vierten Tabellenplatz.

Es lag in der Luft und konnte eigentlich niemanden überraschen. Die drei Spieler Trejgis, Kopec und Kawczynski werden die Elstern verlassen und sich dem VfL 93 anschließen. Der ASV war nicht mehr bereit, den finanziellen Forderungen des ( jetzt nur noch ) Spielerberaters Sobiecki nachzukommen. Gegenseitige Schuldzuweisungen und Vorwürfe waren die Folge. Es wurde ein unwürdiges Geschacher mit dem Ergebnis daß sich das polnische Trio von Sobiecki lossagte. Marek Trejgis landete bei den Amateuren des HSV und Kawczynski liebäugelte zeitweise mit einer Rückkehr zu den Elstern. Der Vertragspoker wurde vom ASV in Person von Harald Schröder beendet. 


Auch Mathias Rauls hat die Elstern verlassen. Schon in der vorigen Spielzeit in den Hintergrund gerückt hat er sich dem TuS Dassendorf, dem Spitzenreiter der Kreisliga Staffel drei, angeschlossen. Bis zur Erteilung einer Spielberechtigung nahm er in Dassendorf die Funktion eines Co – Trainers zur Entlastung von Trainer Peter Martens wahr. Sponsor des TuS Dassendorf war inzwischen Kiesgrubenbesitzer Günter Wunder. Günter Wunder war  vorher beim ASV in gleicher Funktion tätig.

Für die Mannschaft ist der Verlust von vier Stammspielern kaum zu kompensieren uns stellt Trainer Domzalski vor erhebliche Probleme. Eine erste Maßnahme bestand zunächst darin den vor der Saison ausgemusterten Jörg Havemann wieder in den Mannschaftskader aufzunehmen.

Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen stand das Pokal – Achtelfinale auf dem Programm.  Gastgeber für den ASV war der SSV Rantzau. Erstmals nach langer Zeit stand Sven Pinz wieder auf dem Platz, auch Thomas Schüttler kam zu seinem ersten Einsatz in der Ligamannschaft. Überraschend stand auch Silvester Kawczynski im Aufgebot der Elstern, in Anbetracht der unübersichtlichen Vertragslage war sein Verbleib in Bergedorf weiter ungeklärt. Die Elstern waren die tonangebende Mannschaft auf dem Platz aber zwingende Torgelegenheiten gab es  nicht. Torchancen für die Heimmannschaft gab es nur nach Unsicherheiten in der Bergedorfer Hintermannschaft. In der 84. Minute verwandelte Zapel einen Handelfmeter zum 1:0 für den ASV, in der 87. Minute schoß sich Silvester Kawczynski den Frust der letzten Tage von der Seele und traf zum 2:0 für die Elstern. Mit diesem Resultat zog der ASV in die nächste Pokalrunde ein. 

Überflüssige Niederlage


Trainer Domzalski war nicht zu beneiden. Das Heimspiel gegen die zweite Mannschaft von Holstein Kiel offenbarte das Problem das die Elstern wohl noch einige Zeit begleiten dürfte. Die Mannschaft lieferte ein gutes Spiel ab aber die Chancenverwertung war vollkommen unzureichend, die Abwesenheit hochkarätiger Stürmer war nicht zu übersehen. Es fehlten Spieler die im Strafraum Zweikämpfe  annehmen und sich gegen eine Hintermannschaft durchsetzen können. Die erste Halbzeit blieb torlos. Dies sollte sich ändern, in der 64. Minute landete ein von Mienert abgefälschter Ball unhaltbar für Sven Marr im Tor der Elstern. Danach warfen die Elstern alles nach vorne, da aber die besten Tormöglichkeiten vergeben wurden blieb es beim 1:0 für Holstein Kiel. 

Es fehlen Stürmer

 Der Ausgang des Spieles bei der TSB Flensburg war voraussehbar. Der Verlust von Trejgis & Co kann nicht innerhalb von zwei Wochen kompensiert werden. Ein Chancenplus und optische Überlegenheit nützen herzlich wenig wenn beste Gelegenheiten vergeben werden. Bei „normaler“ Chancenausnutzung hätten die Elstern mit einer 3:0 – Führung in die  Halbzeitpause gehen müssen. Hätte – wäre – wenn, die Elstern kamen aus der Kabine und schon lagen sie 0 : 1 zurück, Nielsen ( TSB ) hatte getroffen. In der Schlußphase setzten die Elstern alles auf eine Karte, aber in Unterzahl, Mienert wurde vom Platz gestellt, wurde die Deckung entblößt und die Elstern liefen in einen Konter der ihnen das 0:2 bescherte. Der Punktestand von 8:8 Zählern bedeutete für den ASV Tabellenplatz acht. 


Niederlage nach Platzverweis

 Der SC Norderstedt, in der vorigen Saison noch in der dritten Liga tätig, war Gastgeber für Bergedorf 85. Obwohl die Norderstedter als Favorit ins Spiel gingen stand es lange Zeit 0:0. Mit diesem Ergebnis ging die erste Spielhälfte zuende. Die spielentscheidende Szene gab es in der 60. Minute, Roy Witte hielt seinen Gegenspieler am Trikot  fest und sah dafür die rote Karte. Damit waren alle Schleusen geöffnet und der SCN wußte dies auszunutzen. In der 64. Minute brachte Gmeinhardt seine Mannschaft in Führung. Bei den Elstern war nun Offensive angesagt, aber es wurden dadurch Räume für gefährliche Konter geöffnet. Einer davon führte durch Burmester zum 2:0 für die Gastgeber. Die Partie war damit gelaufen, der SCN hatte leichtes Spiel und erhöhte in der 86. und 89.  Minute auf 4:0, Jens Fischer und Burmester waren die Torschützen. Ob der Feldverweis berechtigt war oder auch nicht ist vollkommen unerheblich, das Ergebnis zählt und das war deutlich. Nach dem Spiel wurde bekanntgegeben, daß der Vertrag von Trainer Jürgen Domzalski vorzeitig um ein Jahr verlängert wurde.

Ende der Torflaute

  Nah 0:6 Punkten bei 0:7 Toren wurde es allerhöchste Zeit das Tor – und Punktekonto aufzufrischen. Das sollte nun gegen den VfL Pinneberg geschehen. Der letzte Heimsieg über den VfL lag über drei Jahre zurück, die Elstern wußten also um die Schwere der Aufgabe. Umstellungen in der Mannschaft im Vergleich zum Norderstedt - Spiel führten nicht zum gewünschten Erfolg, Spielgestalter Elard Ostermann ging grippegeschwächt ins Spiel und andere Spieler liefen ihrer  Form hinterher. Die trübe Bilanz der letzten Wochen beendete Elard Ostermann in der 37. Minute mit einem Schuß aus fünfunddreißig Metern der unhaltbar im Torwinkel einschlug. Nach diesem Tor bauten die Elstern ab und der VfL bekam Oberwasser. Der verdiente Ausgleich fiel in der 58. Minute durch Mohr. Zeitnah berichtete die BZ ( 31.10.94 ) über den Wechsel von Simon Gottschling vom Barsbütteler SV zu  den Elstern. Simon Gottschling kann nach Ablauf der Winterpause eingesetzt werden. Hätten die Pinneberger ihre Chancen besser genutzt und hätte Sven Marr nicht einen so guten Tag erwischt wären die Elstern als Verlierer vom Platz gegangen.

Endlich wieder ein Sieg

 Das letzte Spiel zwischen Phönix Lübeck und dem ASV fand am 24.1.70 in der „alten“ Regionalliga Nord  statt. Damals siegte Phönix mit 3:2. Danach trennten sich die Wege. Austragungsort der aktuellen Partie war das Stadion an der Travemünder Allee. Die Lübecker sind gut in die Runde gestartet und belegten mit 14:6 Punkten nur einen Zähler hinter St. Pauli, Halstenbek und Barsbüttel den vierten Tabellenplatz. Auf Platz zehn fand man mit 9:11 Punkten den ASV wieder. Von Beginn an übernahmen die Elstern die Initiative und beherrschten Ball und Gegner. Nach Zuspiel  von Elard Ostermann umspielte Thomas Bode den Lübecker Schlußmann Ole Oberbeck und schob das Leder zum 1:0 über die Torlinie. Gegen die stabile Hintermannschaft der Elstern fanden die Lübecker kein Mittel und so blieb es bis zum Pausenpfiff bei der Bergedorfer Führung. Torgelegenheiten für die Hausherrn ergaben sich nach dem Seitenwechsel aber mit hohen Bällen war der Abwehr um Sven Marr nicht beizukommen. In seinem ersten Pflichtspiel für den ASV spielte Rene  Keller in der 83. Minute Thomas Bode an und der machte daraus das 2:0. In der 87. Minute wurde Jörg Havemann gegen Thomas Schüttler ausgewechselt. Der fügte sich mit dem Tor zum 3:0 sehr gut ein.

Wie sagte Jürgen Domzalski nach dem Spiel: Ich bin hundertprozentig zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Dem kann man sich nur anschließen. 

Sieg im Traditionsduell

 Das Spiel gegen Altona 93 hatte an den Sander Tannen mehr als die frierenden 311 Besucher verdient, aber Mitte November zogen viele den Verbleib am heimischen Herd vor. Die Elstern erwischten den besseren Start und gingen in der 19. Minute durch Thomas Bode in Führung, die Altonaer hatten vergeblich auf Abseits spekuliert. Nach dem Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag.  Kaum wieder auf dem Platz fiel durch Neuschwander der Ausgleichstreffer. Die Reaktion der Elstern erfolgte schon im Gegenzug, Roy Witte brachte seine Elf wieder in Führung. Der erneute Ausgleich ließ nur zwei Minuten auf sich warten, wiederum war Neuschwander der Torschütze. Altona stellte in dieser Phase das bessere Team und es war in erster Linie Sven Marr zu verdanken daß die Elstern in dieser Phase ungerupft blieben.  In der 74. Minute meldete sich Thomas Bode erneut zu Wort und bestätigte seine herausragende Form. An der Mittellinie kam er in Ballbesitz, überlief die AFC – Abwehr und schoß zum 3:2 ein. Auch Jörg Havemann brachte sich in Erinnerung und setzte in der 88. Minute mit dem 4:2 für den ASV den Schlußpunkt.

Tor mit Seltenheitswert

  Eine Halbzeit reichte dem ASV um beim Schlußlicht SV Sereetz beide Punkte mitzunehmen. Es begann mit einem Dämpfer für die Elstern, in der 15. Minute brachte Enrico Röver den SV Sereetz in Führung aber der Ausgleich durch Oliver Zapel ließ nur eine Minute auf sich warten. Ein Tor mit Seltenheitswert gelang in der 28. Minute Elard Ostermann – er traf mit einem Flugkopfball. Dies war erst der zweite Kopfballtreffer in seiner Laufbahn.  Das Schlußresultat stelle in der 45. Minute Oliver Zapel mit dem 3:1 für den ASV sicher. Nach dem Seitenwechsel taten die Sereetzer mehr für die Offensive, konnten die Elstern aber nicht in Verlegenheit bringen. In der 62. Minute wurde Rene Keler wegen Meckerns des Feldes verwiesen. Am Ende des Tages standen die Elstern mit 15:11 Punkten auf dem 7. Tabellenplatz.

Ein herber Verlust 3

Das Heimspiel gegen den Heider SV war das letzte Spiel von Elard Ostermann im Trikot der Elstern. Der ASV wollte ihm die sportliche Perspektive und die Aussicht auf einen besseren Vertrag nicht verbauen und stimmte einem Wechsel zum Regionallisten SV Lurup zu. Trainer Jürgen Domzalski: Ich habe Elard zum Mannschaftskapitän bestimmt – ein hervorragender Sportler mit dem es nie Probleme gab.

Der Tabellenstand des Heider SV ( 18:8 Punkte, Platz 2 ) rechtfertigte die Bezeichnung 


Überraschungsmannschaft, aber Überraschungen im Spiel der Heider blieben aus. Zu groß war war die Dominanz der Elstern auf dem Platz, vor Allem in der zweiten Halbzeit. Entschieden wurde das Spiel durch ein Tor von Karsten Merkel in der 38. Minute als er das Leder aus achtzehn Metern in den Torwinkel setzte. In der Mannschaft des ASV war kein Schwachpunkt und das Bergedorfer Team war dem Gegner in allen Belangen überlegen.  Mit den bisherigen 17:11 Punkten war der zweite Tabellenplatz in Sichtweite geraten. Nach diesem Spiel ging es in die Winterpause da das Spiel gegen Flensburg 08 ausgefallen war.


Fehlstart nach der Winterpause

 Nach zwei Monaten Pause konnte der Ball auf den Amateurplätzen endlich wieder rollen. Erster Gegner an den Sander Tannen im Jahre 1995 war der SV Halstenbek – Rellingen.  An dieses Spiel werden die Elstern keine gute Erinnerung haben. In der Nacht vor dem Spiel mußten sich Rene Keller und Dirk Köhlert mit Magenproblemen in die Obhut eines Notarztes begeben. Die Gäste aus dem Landkreis Pinneberg präsentierten sich in einer ganz ausgezeichneten Verfassung und gingen in der 23. Minute durch Dahms in Führung. Tormöglichkeiten der Elstern blieben ungenutzt. Als Karsten Merkel kurz vor der Pause am Boden lag nutzten die Halstenbeker die entstandene Lücke  und erhöhten auf 2:0. In der Halbzeitpause


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

mußte Karsten Merkel mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht werden. Die sehr deutliche Halbzeitansprache von Domzalski verhallte offensichtlich ohne Wirkung. Das 3:0 für HR gelang Protzek in der 71. Minute. Zehn Minuten später korrigierte Thomas Bode das Ergebnis auf 1:3. Der zweite Treffer von Protzek führte in der 85. Minute zum Endstand von 1:4.  Die Elstern mußten das Spiel mit zehn Mann beenden. Nachdem Trainer Domzalski schon drei Wechsel vorgenommen hatte mußte Friedhelm Mienert in der 85. Minute verletzt vom Platz gehen. Die Halstenbeker lieferten eine überzeugende Leistung ab und verließen zu Recht als Sieger den Platz.

Torflut an der Stör

 Es war nicht der Tag der Hintermannschaften und im Mittelfeld wurde die ordnende Hand vermißt.  So kam beim Itzehoer SV eine torreiche Partie zustande. Es begann mit der Führung der Elstern durch Thomas Bode in der 15. Minute, die hatte zehn Minuten Bestand, in der 25. Minute traf Kiekhöber zum 1:1. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff gelang Oliver Zapel das 2:1 für den ASV. Nach dem Seitenwechsel ging es munter weiter. Schröder ( ISV ) traf in der 48. Minute zum 2:2 und in der 55. Minute war es wieder Kiekhöber der zum  3:2 für den ISV erfolgreich war. Ein Doppelschlag von Bode und Zapel in der 63. und 64. Minute brachte den ASV mit 4:3 in Führung. Schröder ( ISV ) beendete den Torreigen in der 79. Minute mit dem Treffer zum 4:4. Daß die Elstern einen Punkt mitnehmen konnten war in erster Linie Thomas Bode und Oliver Zapel zu verdanken, die Einzigen die sich in Normalform präsentierten. Acht Gegentore in den letzten beiden Spielen legen ein Problem der Elstern sehr deutlich offen.

Der Leithammel fehlt

 Diese zutreffende Bemerkung kam von Trainer Domzalski nach der Heimniederlage gegen die Amateurmannschaft de FC S. Pauli. Der Trainer hat vollkommen Recht, denn ein Elard Ostermann, Lenker und Spielgestalter des Elsternspiels, kann während der laufenden Saison nicht gleichwertig  ersetzt werden. Die Mannschaft des FC St. Pauli war über die gesamte Distanz das überlegene Team und zeigte absolutes Regionalliganiveau an den Sander Tannen. Früh mußte Trainer Domzalski die Mannschaft umstellen, in der 7. Minute bekam Marco Erbarth einen scharf geschossenen Ball auf die Brust und spuckte danach Blut. Für ihn kam Karsten Merkel in die  Mannschaft. Die Überlegenheit der Gäste trug Früchte, in der 37. Minute verwandelte Dirk Tietje ein Zuspiel des überragenden Mathias Scherz zum 1:0 Pausenstand. Nach der Pause das gleiche Bild, Thomas Bode war weitgehend auf sich allein gestellt und dem Neuzugang Simon Gottschling fehlte noch die Bindung zu seinen Nebenleuten, zudem war der „gelernte“ Stürmer Jörg Havemann verletzt. Das 0:2 durch Henrik Meyer aus der 55. Minute gab den Spielverlauf korrekt wieder. Das 1:2 aus der 85, Minute, von Zapel erzielt, kam zu spät um des Blatt noch zu wenden. Nach neunzig Minuten mußten die 472 Besucher den verdienten Sieg der Gäste anerkennen.

Ein Neuling überzeugte

 Die nach Harburg mitgereisten Elstern-Anhänger rieben sich verwundert die Augen – ein neues Gesicht  im Trikot des ASV. Es war Amir Nadarevic, ein achtzehnjähriger Mittelfeldspieler aus der Büdelsdorfer A-Jugend. Bei seinem Debüt strahlte er Ruhe und Souveränität aus und empfahl sich für weitere Einsätze. Im ersten Durchgang bedrängten die beiden Harburger Jens Pa0lack und Sönke Sander das das Tor der Elstern und legten einige Unsicherheiten bloß, konnten aber Sven Marr nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen. In der 41. Minute verwandelte Oliver Zapel einen umstrittenen Strafstoß zum 1:0 für den ASV.  In der zweiten Halbzeit hatte sich die Abwehr der Elstern wieder stabilisiert und stellte den 1:0 – Auswärtssieg in Harburg sicher.

Duell schwacher Mannschaften

 So muß man das Spiel zwischen dem Barsbütteler SV und der Elf von Bergedorf 85 bezeichnen. Bei den Elstern war von Trainer Domzalski eine Umstellung in der Hintermannschaft vorgenommen worden  ( Witte auf die Bank, Mienert neben Pinz zweiter Manndecker, Rene Keller als Libero ). Die Maßnahme war erfolgreich denn die Abwehr zeigte keine Schwächen. Im ersten Spielabschnitt fielen keine Tore. Im der zweiten Halbzeit erarbeiteten sich die Elstern leichte Feldvorteile ohne jedoch zu


Torerfolgen zu kommen. Das machten die Barsbütteler besser. Ein Kopfballduell zwischen Sven Mar und Roman Loos  entschied Loos für sich, leitete den Ball zu Robin Radtke weiter und der war zum 1:0 erfolgreich. In den verbliebenen sechs Minuten änderte sich am Ergebnis nichts und die Elstern unterlagen in einem schwachen Spiel mit 0:1.

Appell an die Spieler 

Verantwortung, Einsatzbereitschaft, Spielfreude und Siegeswillen, das waren die Begriffe die  Mannschaftskapitän OliverZapel per Stadionzeitung seinen Mannschaftskameraden vor dem Spiel gegen TSV Pansdorf nahebringen wollte. Außer Sven Marr hat vermutlich keiner die Stadionzeitung gelesen.

 Da Friedhelm Mienert erkrankt war mußte die Abwehr erneut umgestellt werden, doch das „Fehlpassfestival“ der Elstern konnte damit nicht erklärt werden. Es war in erster Linie der  Abschlußschwäche der Pansdorfer zu verdanken daß die erste Halbzeit torlos blieb. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Havemann für Nadarevic aufs Feld und diese Maßnahme sollte sich auszahlen, in der 69. Minute brachte er einen Pfostenabpraller von Bode zum 1:0 im Pansdorfer Tor unter. Als die Pansdorfer ab der 79. Minute in Unterzahl spielen mußten schien der Sieg der Elstern nahe zu sein aber Weetendorf ( Pansdorf ) traf in der Schlußminute zum 1:1.  Unaufmerksamkeiten und das Gefühl eines sicheren Sieges kosteten der Mannschaft einen Punkt.

Debakel an den Sander Tannen

 Nur die einheitliche Spielkleidung gab der Hoffnung Nahrung daß eine Bergedorfer Mannschaft auf dem Platz stand. Das ernüchternde Fazit von Trainer Domzalski lautete nach dem Spiel zutreffend: 

Wir sind einfach keine Mannschaft mehr! In den neunzig Minuten erarbeiteten sich die Elstern keine einzige Torgelegenheit. Das Unheil bahnte sich frühzeitig an, in der 13. Minute überwand Gmeinhardt Sven Marr zum ersten Mal, in der 21. Minute war Tor Nummer zwei fällig, Strecker trieb das Leder ungehindert über das halbe Spielfeld und überwand Sven Marr zum 0:2.  Der Halbzeitpfiff erlöste


zunächst Spieler und Zuschauer von weiteren Qualen. Die zweite Halbzeit blieb niemanden erspart. Zwei Tore von Burmester in der 48. und 65. Minute führten zum 0:4 ehe ein weiteres Tor von Gmeinhardt die Gäste mit 5:0 in Führung brachte. Kein Spieler des ASV zeigte auch nur annähernd Normalform und so wurde dem SC Norderstedt der Sieg leichtgemacht.  Das Ergebnis von 0:5 gab den Spielverlauf exakt wieder und von den 462 bitter enttäuschten Zuschauern werden die meisten nicht wiederkommen.

Die Punkterunde wurde für die Elstern durch das Pokal – Viertelfinale unterbrochen. Gegner an den Sander Tannen war wieder der SC Norderstedt, die Mannschaft die die Elstern in den Punktspielen mit 4:0 und vor einigen Tagen mit 5:0 auseinander genommen hat. Trotz des frühen Feldverweises für Dirk Köhlert in der 28. Minute blieb der erste Spielabschnitt torlos. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ging Norderstedt durch Tore von Kunze (47.) und Burmester (48.) mit 2:0 in Führung. Danach schaltete Norderstedt einen Gang zurück, kam aber trotzdem durch Gmeinhardt in der Schlußminute zum 3:0. Damit war das Thema Pokal für die Elstern erledigt. 

Erträgliche Niederlage 

Natürlich kann man trefflich darüber streiten ob ein 0:1 gegen den VfL Pinneberg nach einem 0:5 – Debakel eine Formsteigerung andeutet. Immerhin kann festgestellt werden daß die Zweikämpfe angenommen wurden und die Elstern den gegen Norderstedt vermißten Kampfgeist zeigten. Die Verunsicherung der Mannschaft war aber nicht zu übersehen, Angriffe wurden sehr umständlich  vorgetragen und viele Sicherheitspässe gespielt. Entsprechend war die Ausbeute: nämlich Null. Eines muß natürlich Allen klar sein, wenn eine Mannschaft fünf hochklassige Stammspieler verliert ist das ein ganz erheblicher Substanzverlust, wie auch die letzten Spielergebnisse aufzeigen. Mangelnde kämpferische Einstellung läßt sich damit aber nicht erklären.  Das Tor des Tages erzielte Aßmann für den VfL Pinneberg in der 56. Minute.

Torlos an der Flensburger

 Förde Zum Spiel der Elstern bei Flensburg 08 lagen dem Verfasser keine verwertbaren Informationen vor. Zwischen dem Gastgeber Flensburg 08 und den Elstern lagen tabellarisch drei Punkte bei einem Spiel Rückstand der Elstern. Fußball – Leckerbissen konnte man nicht erwarten. In der zweiten Halbzeit stand  bei den Elstern für den verletzten Sven Marr erstmals Ingo Glashoff im Tor. Die Begegnung endete torlos.

Pleite gegen Phönix Lübeck

 Bei den Elstern ist nun schon seit Wochen „der Wurm drin“, von den bisherigen acht Spielen der Rückrunde wurden fünf Spiele nach teilweise desolaten Leistungen verloren. Das Spiel gegen die Gäste  aus Lübeck wollten sich auch nur noch 210 Besuchen ansehen. Bis zur 30. Minute konnten die Bergedorfer das Spiel offen gestalten und hatten durchaus Tormöglichkeiten, erfolgreich war aber nur Jeschke ( Phönix ) mit dem Tor zum 1:0 für die Gäste. Das 2:0 für Phönix durch Sercander in der 55. Minute war fast schon eine Vorentscheidung aber in der 69. Minute kam nach dem 1:2 durch Simon Gottschling neue Hoffnung auf.  Danach schalteten die Elstern total auf Offensive um, machten aber die Räume frei für Konter. Und die saßen! in der 88. Minute fiel durch Holznagel das 1:3 und in der Schlußminute erhöhten die Lübecker durch Häring auf 1:4. Eine bittere Niederlage welche die Elstern den Abstiegsrängen näherbrachte.

Auch in Kiel keine Wende

 Der Weg der Elstern führt weiter Richtung Tabellenkeller.  Auch bei der zweiten Mannschaft von Holstein Kiel, bis dato noch kein Heimsieg, gab es eine Niederlage. In der ersten Halbzeit waren die Elstern ein gleichwertiger Gegner, aber Keller und Zapel konnten zwei gute Gelegenheiten nicht verwerten, Holstein – Keeper Balsam stand ihrem Vorhaben im Wege. Ebenso war Sven Marr bei guten Kieler Gelegenheiten auf dem Posten. Nach dem Wechsel bauten die Elstern ab und so war es nur eine Frage der Zeit wann die Kieler in  Führung gehen. Dies geschah in der 60. Minute. Christov ( KSV Holstein ) stand im Strafraum völlig frei und überwand Sven Marr zum 1:0 für den KSV Holstein. Wenn Manager Harald Schröder nach dem Spiel ankündigt, erstmal eine Nacht darüber schlafen zu wollen hat dies nichts Gutes zu bedeuten.

Thema Abstieg zu den Akten

  Befreites Aufatmen an den Sander Tannen. Am Montag, 1. Mai wurde der erste Heimsieg des Jahres1995 unter Dach und Fach gebracht, der TSB Flensburg wurde mit einer 6:1 – Packung an die Flensburger Förde zurückgeschickt. Im Umfeld der Mannschaft hatte es bedrohlich gebrodelt und die Abberufung von Trainer Domzalski wurde ein Thema.  Denkbar unglücklich starteten die Elstern in die Partie, denn Karsten Merkel mußte mit Verdacht auf Bänderriß in der 13. Minute das Spielfeld verlassen. Für ihn kam Simon Gottschling. Eine Minute später fiel das 1:0 für die Gastmannschaft. Der


Ausgleich fiel in der 46. Minute durch einen Foulelfmeter den Oliver Zapel vollstreckte. Ein Weitschuß von Dirk Köhlert schlug in der 60. Minute im Flensburger Tor zum 2:1 für den ASV ein. 475 Dieser Treffer leitete eine furiose Schlußphase ein. Den Anfang machte Jörg Havemann in der 73. Minute, dann folgten Oliver Zapel (78.), erneut Havemann ( 88.) und nochmals Oliver Zapel mit seinem Tor zum 6:1 für den ASV. Nach diesem Sieg wurden für die Elstern 24:28 Punkte notiert die ihnen den 10. Tabellenplatz zuwiesen. Die gröbsten Abstiegssorgen waren gebannt und die Zuschauer konnten zufrieden nach Hause gehen. 

Trotz Aufwärtstrend verloren

Die Adolf Jäger – Kampfbahn war Schauplatz des Spiels von Altona 93 gegen Bergedorf 85. Von Beginn an entwickelte sich eine abwechslungsreiche Partie mit Torgelegenheiten auf beiden Seiten. Erfolgreich war nur der Altonaer Stefan Behnke der in der 43. Minute einen wuchtigen Kopfball im Elsterntor versenkte. Die Antwort kam postwendend, Dirk Köhlert kam mit einem Schuß in den  Torwinkel zum Erfolg, mit dem 1:1 ging es in die Halbzeitpause. Als dann noch der Altonaer Andreas Popp in der 68. Minute wegen Meckerns die gelb / rote Karte sah,schien sich das Blatt zugunsten der Elstern zu wenden. Die zahlenmäßige Überlegenheit konnte von den Elstern jedoch nicht genutzt werden, statt dessen mußten sie mit ansehen wie Stefan Behnke in der 84. Minute den AFC mit 2:1 in Führung brachte.  Ein glücklicher Sieg der Altonaer über eine Bergedorfer Mannschaft die aber immerhin die trostlosen Vorstellungen der letzten Wochen vergessen ließ.

Punkteteilung gegen das Schlußlicht

 Die Elstern wurden rückfällig! Gegen den als Absteiger feststehenden SV Sereetz wurde in Anbetracht des Sieges gegen den  TSB Flensburg und dem guten Spiel in Altona mit dem Gewinn zweier Punkte gerechnet. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, couragiertes Auftreten, Laufbereitschaft und der Wille zum Sieg wurden erwartet. Nichts von dem trat ein, besonders die Hintermannschaft war total desorientiert. Nadarevic vergab freistehend nach dreißig Minuten die Chance zum Führungstreffer, unmittelbar danach verschuldete er  einen Foulelfmeter der zum 0:1 führte Drei Minuten später gelang Thomas Bode der Ausgleichstreffer. Nach Wiederbeginn war Oliver Zapel ( wieder einmal ) der Torschütze zum 2:1 für den ASV. Beste Torgelegenheiten wurden in der Folgezeit vergeben, selbst ein Foulelfmeter konnte nicht verwandelt werden. Wer so fahrlässig mit seinen Chancen umgeht braucht sich nicht zu wundern wenn der Gegner zu weiteren Toren kommt.  Es kam wie es kommen mußte, in der 83. Minute konnte der SV Sereetz zum 2:2 ausgleichen. Der Ausgleich war hochverdient und hätte das Spiel noch länger gedauert wären die Elstern als Verlierer vom Platz gegangen.

Was sich schon in den letzten Wochen abgezeichnet hatte wurde Realität, Trainer Jürgen Domzalski wurde nach dem 2:2 gegen Sereetz beurlaubt und Hartmut Wulff, der bisherige Assistent, wurde zum  Cheftrainer berufen. Die sportliche Talfahrt der letzten Wochen wurde Trainer Domzalski angelastet und führte letzten Endes zur Trennung, das 6:1 gegen TSB Flensburg hatte nur aufschiebende Wirkung. Acht Punkte in der bisherigen Rückrunde bei lediglich zwei Siegen waren weit entfernt von der sportlichen Zielsetzung. Wenn fünf Stammspieler – allesamt Leistungsträger – den Verein verlassen ist dies ein ganz erheblicher  Substanzverlust den der Trainer nicht zu verantworten hat. In diesem späten Stadium der Saison war an gleichwertigen Ersatz nicht mehr zu denken zumal auch die Kassen leer waren. Es gab wohl auch Spieler die nur noch mit begrenztem Engagement bei der Sache waren und bei etlichen Spielen sah man auf den Tribünen die Beobachter anderer Vereine. Bei einem so ausgedünntem Kader ist ein Konkurrenzkampf innerhalb des Spieleraufgebotes nicht mehr möglich, die Mannschaft stellt sich von  selbst auf. 

Ein früherer Spieler aus den siebziger Jahren hat dem Verfasser folgende Zeilen geschrieben: Es war ein besonderes Erlebnis für diesen Traditionsverein gespielt zu haben. Diese Auffassung vermißte man schmerzlich. Das Konzept „Aufstieg in die Regionalliga mit teuren Spitzenspielern“ ist gescheitert.  Ein Neuaufbau mit jungen, hungrigen Spielern aus der Region wurde Jürgen Domzalski nicht mehr zugetraut. Die Reaktion der Mannschaft auf die neueste Entwicklung war unterschiedlich. Hier zwei Stimmen aus der BZ vom 17.5.95. Mannschaftskapitän Oliver Zapel wird mit den Worten:“ Ich persönlich bedaure seinen Weggang, aber vielleicht ist es für den Verein und ihn am besten“ zitiert und ein nachdenklicher Roy Witte zog ein persönliches Fazit: Es tut mir leid, dass ich mit meiner Leistung nicht dazu beitragen konnte dass „Dommi“ bleibt.

Ein absoluter Tiefpunkt

 In den letzten Wochen haben die Elstern ihre Anhänger wirklich nicht verwöhnt, aber was die Mannschaft am vorletzten Spieltag beim Heider SV ablieferte war eine Katastrophe.  Es begann schon vor dem Anpfiff mit einem Eklat. Der neue Trainer Hartmut Wulff nahm vor der Abfahrt nach Heide den Routinier Roy Witte aus der Mannschaft und wies ihm einen Platz auf der Bank zu. Ohne einen weiteren Kommentar hat Roy Witte dann die Mannschaft verlassen. In den ersten zwanzig Minuten waren die Elstern noch ein gleichwertiger Gegner. Die Heider Führung  durch Bohl aus der 18. Minute konnte Oliver Zapel fünf Minuten später noch ausgleichen. Die erneute Führung des „kleinen“ HSV hätte schon Minuten später fallen können aber ein Foulelfmeter wurde neben das Tor gesetzt. In der 43. Minute war es dann soweit, Scherner traf zum 2:1. Die Darbietung der Elstern in der zweiten Halbzeit kann man am besten mit der Bezeichnung Auflösungserscheinung umschreiben.  In der Mannschaft ging nichts mehr zusammen, Sprintduelle und Zweikämpfe wurden ausnahmslos verloren, von einem geordneten Spielaufbau konnte keine Rede sein und die Mannschaft wartete auf weitere Gegentore. Die fielen dann auch, zunächst in der 57. Minute durch Hein zum 3:1, dann traf Groß in der 78. und 87. Minute zum 4:1 und 5:1.  Der Einstand von Hartmut Wulff als Cheftrainer der Elstern ist gründlich mißlungen. Der abschließende Kommentar von Harald Schröder muß nicht ergänzt werden: Die Mannschaft hat keinen Charakter.

Trostloses Ende

Es hat Zeiten, auch und besonders in Bergedorf, gegeben da ging man nach dem letzten Spieltag der  Saison betrübt nach Hause weil es in den nächsten Wochen keinen Fußball gab und man war froh als


die Sommerpause endlich vorbei war. Diese Regung befiel nach dem Ende der Saison 1994 / 95 keinen der 154 Zuschauer, das Saisonende wurde herbeigesehnt. Letzter Gast an den Sander Tannen war die schon als Absteiger feststehende Mannschaft von Flensburg 08. Mannschaftskapitän Oliver Zapel richtete vor dem Spiel einen letzte Appell an seine Spieler und  forderte im letzten Spiel einen anständigen Auftritt. Seine Worte verhallten ungehört. Beide Mannschaften überboten sich an Harmlosigkeit und zeigten den Besuchern Schlafwagenfußball. Strafraumszenen und Torgelegenheiten blieben Mangelware. Die wenigen Aktivpunkte gingen von den Gästen aus. Nach

torloser erster Halbzeit fiel das 0:1 durch Volker Koch, in der 78. Spielminute folgte  das 0:2 durch einen von Rapp verwandelten Foulelfmeter. Eine Minute später fiel das 0:3, wieder war Rapp der Torschütze. Eine Ergebniskorrektur zum 1:3 gelang Jörg Havemann in der 82. Minute. Erst mit dem 1:4 durch Jensen in der 85. Minute war der Tatendrang der Gäste gestillt. In der 79. Minute wechselte sich Wolfgang Steinbach, der Trainer der Gäste, selbst ein und nahm dafür seinen Sohn vom Platz. Seine Schlußworte beschreiben auch die Situation der Elstern: 

Immerhin haben wir zum ersten Mal in dieser Saison nach einem Spiel Beifall bekommen. Der Beifall war ehrlich gemeint und kam von den Bergedorfer Zuschauern


Dieser Bericht begann mit den Worten: So eine Saison wie die nun vergangene muß man erstmal wegstecken. Da schwang auch Hoffnung auf Besserung mit. Weit gefehlt!  Über weite Strecken blieb die Qualität der Elsternspiele weit hinter den Erwartungen zurück. Drei bis vier gute Spiele in der Saison sind einfach zu wenig. Hauptgrund ist natürlich der Verlust der halben Mannschaft nach der Vorrunde. Aber unabhängig davon – man kann Spiele verlieren, es sind ja Menschen und keine Maschinen auf dem Platz, aber Einsatzwille, Engagement, Freude am Spiel und Wille zum Erfolg darf man erwarten. Die Mannschaften des SV Sereetz und Flensburg 08 haben es in der Rückrunde in Bergedorf ja vorgemacht. Ausnehmen von dieser Betrachtung muß man Mannschaftskapitän Oliver Zapel und Sven Marr im Tor der Elstern.

Ein Rückblick auf die erste Oberligasaison

Erster Meister der neugeschaffenen Oberliga Hamburg / Schleswig-Holstein wurde der FC St. Pauli vor  dem SC Norderstedt. Absteigen müssen die Mannschaften von Flensburg 08, der TSB Flensburg und der SV Sereetz.

Anlage vier dieses Berichtes bildet die Grundlage für die Deutung der Spielergebnisse. Mannschaften aus Hamburg und Schleswig – Holstein sind mit je acht Mannschaften in der neuen Spielklasse vertreten.

In Anlage fünf sind die Ergebnisse der Hamburger Mannschaften bei Spielen gegeneinander dargestellt.  Der FC St. Pauli schneidet bei diesem Vergleich am Besten ab. Einundzwanzig Punkte wurden dem FC in dieser Wertung zugerechnet, gefolgt vom SC Norderstedt mit zwanzig Punkten. Die Elstern mit neun Punkten sowie der VfL Pinneberg mit acht Zählern bilden das Schlußlicht

Ein entsprechender Vergleich (Anlage sechs) führt bei den Mannschaften aus SH zu den Spitzenpositionen vom Heider SV und Phönix Lübeck, beide erspielten in dieser landesinternen  Konkurrenz neunzehn Zähler. Die zweite Mannschaft von Holstein Kiel sowie Flensburg 08 haben mit jeweils zwölf Zählern mit die geringste Punktausbeute, Letzter in dieser Wertung mit zehn Punkten ist der SV Sereetz.

Der direkte Vergleich zwischen den Hamburger und Schleswig – Holsteiner Mannschaften wird in Anlage 7 vorgestellt. Lokal- und Landesderbies sind hier nicht berücksichtigt. In dieser Aufstellung belegt die Mannschaft von Altona 93 mit siebenundzwanzig Punkten den ersten Rang. Knapp dahinter der FC St. Pauli mit fünfundzwanzig Punkten vor dem SC Norderstedt mit einundzwanzig Zählern. Mit nur drei Punkten ist der SV Sereetz Schlußlicht in dieser Bewertung.

In der Abschlußtabelle der Saison 94 / 95 findet man sechs Hamburger Mannschaften unter den ersten acht Vereinen, in der unteren Tabellenhälfte ( Plätze 9 bis 16 ) traf man sechs Mannschaften aus dem nördlichsten Bundesland an.

Der direkte Vergleich basierend auf den Heimspielen der Kontrahenten ist in Anlage acht niedergelegt. Von den vierundsechzig Heimspielen gegen Mannschaften aus dem nördlichsten Bundesland blieben die Hamburger Mannschaften siebenunddreißig Mal Sieger, nur elf Heimspiele wurden verloren. Im umgekehrten Falle ( Heimspiele der SH – Teams ) gab es neunzehn Siege der SH – Mannschaften. 

Eine kompakte und stark verdichtete Zusammenfassung aller Daten ist in Anlage 9 niedergelegt.

Die Spiele der Oberliga HH / SH wurden im Durchschnitt von 360 Zuschauern besucht. Die höchste Zuschauerresonanz hatte der SC Norderstedt mit durchschnittlich 724 Besuchern gefolgt vom FC St. Pauli mit 584 und dem SV Halstenbek-Rellingen mit 529 Zuschauern. An den Sander Tannen fanden sich im Mittel 346 Fussballfreunde ein, dieser Wert liegt unter dem  Durchschnittsbesuch der Oberligaspiele.


 

 

 

 

 

 

 

Die Spiele zwischen den Hamburger Mannschaften lockten im Schnitt 550 Besucher auf die Tribünen, die Derbies im nördlichsten Bundesland erweckten das Interesse von 269 Besuchern.

Schwächste Mannschaft aus dem Bereich des HFV sind die Elstern aus Bergedorf. Tabellenplatz 11 mit einem Punktestand von 25:35 sind enttäuschend und jenseits aller Erwartungen.  Neun Punkte erzielten die Elstern gegen Mannschaften aus Hamburg, weitere sechzehn Punkte stammen aus Begegnungen gegen Mannschaften aus Schleswig – Holstein.

Die Elstern gaben in der vergangenen Spielzeit sechsundvierzig Mal den gegnerischen Torhütern das Nachsehen. Oliver Zapel war sechzehn Mal erfolgreich gefolgt von Thomas Bode mit zehn Toren. Vier Mal trafen Silvester Kawczynski, Jörg Havemann und Dirk Köhlert.  Karsten Merkel, Elard Ostermann und Marek Trejgis konnten sich zweimal in die Torschützenliste eintragen. Artur Kopec, Thomas Schüttler, Roy Witte sowie ein Eigentor ergänzten die Torbilanz.

Mit den in den letzten Wochen gezeigten Leistungen wird es die Mannschaft schwer haben sich in der Oberliga HH / SH dauerhaft zu etablieren.


Angabe der Informationsquellen. Die diesem Bericht zugrunde liegenden Informationen stammen aus der Bergedorfer Zeitung, nur der Bericht zum Spiel bei Flensburg 08 lehnt sich an eine Notiz aus dem HAB an. In wenigen ausgewählten Fällen wurde auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Zeitung Bezug genommen. Die Abschlußtabelle zur Saison 1994 / 95 ist in dem DEUTACHEN FUSSBALLARCHIV erschienen.  Die dem vorliegendem Bericht beigefügten Abbildungen wurden der BZ entnommen. In eigener Sache: die Qualität der beigefügten Bilder ist nicht zufriedenstellend. Die BZ – Exemplare sind fünfundzwanzig Jahre zusammengefaltet in einem Karton gelagert, die daraus herrührenden Knickfalten konnten vom Verfasser leider nicht entfernt werden.

Anlagen (Zum Vergrößern bitte Darstellung anklicken!)