Der
Wissenschaftsphilosoph Thomas S. Kuhn prägte 1962 den Begriff Paradigmenwechsel.
Er
beschreibt, dass der wissenschaftliche Fortschritt nicht linear verläuft,
sondern auch durch revolutionäre Veränderungen vorangebracht wird.
„Ein Wechsel
tritt auf, wenn ein bestehendes Paradigma an Erklärungskraft verliert und neue
Ansätze die bisherigen Denkweisen ersetzen.“ (frias.uni-freiburg.de/)
Blicken wir
kurz in das Jahr 2014 zurück. Das Comeback der Fußballer beim ASV Bergedorf 85.
Die ruhmreiche Vergangenheit mit Spielen in der damaligen höchsten deutschen
Spielklasse Oberliga in den 50iger Jahren oder das legendäre Pokalspiel der
Elstern 1982 gegen den FC Bayern München verhinderten nicht, dass der Verein
sich finanziell übernahm und dicht vor dem Ruin stand.
Die Lehren
aus der Vergangenheit wurden mit dem Neustart zementiert: Nie mehr über seine
Verhältnissen leben. Keine „bezahlten Fußballer“ mehr an den Sander Tannen!
Bis heute
wurde dies beherzigt. Die Spieler bekamen kein Geld, sondern zahlten wie jedes
andere Vereinsmitglied auch, seine Beiträge. Kameradschaft, Leidenschaft und
Identifikation ließen trotzdem die Fußballabteilung wachsen. Der Jugendbereich
wurde groß. So groß wie nie zuvor. Breitensport wie im Lehrbuch.
Die 1. Herren
kamen sportlich bis in die Bezirksliga. Die Trainer Franke, Vater und Sohn Paap
und vor allem Mario Meier setzten Akzente, die gar nicht hoch genug zu bewerten
sind.
Doch die
Jahre zeigten, dass durch diese Philosophie es eine natürliche Grenze nach oben
gab. Sportlich wurde man links wie rechts von z.T. zweiten und dritten
Mannschaften überholt.
Der Name ASV
Bergedorf 85 glänzt nach wie vor ebenso das Stadion mit seinem Rasenplatz. Ambitionierte
Vereine wie ETSV Hamburg oder TuS Dassendorf schielten auf die Sander Tannen,
um dort Regionalliga-Fußball anbieten zu können.
Durch die
beiden Kunstrasenplätze sind die Trainingsbedingungen quasi fast schon Drittligareif.
Das Klubheim mit dem „Elsternnest“ sorgen für Vereinsidylle und Gemeinschaft.
In der
vergangenen Woche wurde mit Thorsten Beyer ein neuer Trainer vorgestellt. Ein
erster Fingerzeig: Thorsten Beyer genießt einen hervorragenden Ruf im Heimatgebiet.
Er führte die A-Jugend des SCVM in die Bundesliga. Im damaligen Team auch
Martin Harnik und Max Kruse, die später gestandene Bundesliga- und sogar
Nationalspieler wurden.
Nicht nur
als exzellenter Fußballfachmann, sondern auch als Persönlichkeit, die auch
abseits des runden Leders Werte vermittelnd so wichtige Akzente setzt.
Heute nun
die offizielle Vorstellung eines neuen Liga-Managers:
Sascha Jasmin Huremovic (Jassi) !!!
Ohne Überteibung ist Jassi Huremovic einer der erfolgreichsten Manager - Macher - im Hamburger Amateurfußball. Zuletzt krönte er eine Zeit beim ETSV Hamburg mit der Oberliga-Meisterschaft.
Jassi Huremovic hat auch eine Elstern-Vergangenheit. Dazu ein Blick in die Elstern-Chronologie zur Spielzeit 1998/1999:
"Ein Spieler, der sich im Hamburger Amateurfußball einen guten Namen gemacht hat war Sascha Huremovic, er kam zusammen mit Carsten Schuldt vom HTB."
„Überragender Spieler bei den Elstern war Sascha Huremovic. Unmittelbar nach der Halbzeitpause traf Huremovic zum 1:0, durch einen Strafstoß fiel in der 56. Minute der Ausgleich. Die Elstern blieben am Drücker und gingen in der 67. Minute nach einem filigranen Zuspiel von Bernd Reinke durch Sascha Huremovic mit 2:1 in Führung. Den Endstand von 3:1 markierte wiederum Huremovic mit seinem dritten Treffer in der 77. Minute. Nach diesem Spiel wurde bekannt, dass Huremovic in der nächsten Saison seine Stiefel für den TuS Dassendorf schnüren wird.“
Jassi war in dieser Saison mit 15 Treffern bester 85-Torschütze. Es war die Saison als der Übergang im Traineramt von Rainer Wysotzki zu Rüdiger Schwarz stattfand. Letztgenannter schuf eine neue erfolgreiche Ära.
Findet nun 2026 tatsächlich ein neuer Umbruch statt?
Es ist schwer vorstellbar, dass unter dem neuen Manager
zukünftige neue Spieler im Elsterndress ihre Mitgliedsbeiträge selber zahlen
müssen. Die Netzwerke der neuen Verantwortlichen sind quasi grenzenlos und
werden dafür sorgen, dass der Verein die Kreisliga schnell nach oben hin
verlassen wird.
Die Vergangenheit aber zeigt, dass dieser Weg nur mit
Augenmaß nachhaltig gegangen werden muss. Der neue Manager hat zuletzt beim
ETSV dies selber erfahren müssen, als der Hauptsponsor über Nacht verschwand..
In diesem Zusammenhang ist fundamental wichtig und sehr erfreulich , dass mit
Mario Meier der Sportliche Leiter weiterhin wirken wird. Durch seine Leidenschaft und
Identifikation hat er gerade auch im Jugendbereich Maßstäbe gesetzt. Wie
Neu-Coach Thorsten Beyer weiß er, dass Vereinsfußball mehr ist, als ein
Ergebnis nach 90 Minuten.
Wir freuen uns auf die neuen Elstern Thorsten Beyer und
Jassi Huremovic und wünschen eine gute lange Zeit an den Sander Tannen.