Sonntag, 12. Juli 2026

Paradigmenwechsel bei den Elstern?

 

Der Wissenschaftsphilosoph Thomas S. Kuhn prägte 1962 den Begriff Paradigmenwechsel.

Er beschreibt, dass der wissenschaftliche Fortschritt nicht linear verläuft, sondern auch durch revolutionäre Veränderungen vorangebracht wird.

„Ein Wechsel tritt auf, wenn ein bestehendes Paradigma an Erklärungskraft verliert und neue Ansätze die bisherigen Denkweisen ersetzen.“ (frias.uni-freiburg.de/)

 

Blicken wir kurz in das Jahr 2014 zurück. Das Comeback der Fußballer beim ASV Bergedorf 85. Die ruhmreiche Vergangenheit mit Spielen in der damaligen höchsten deutschen Spielklasse Oberliga in den 50iger Jahren oder das legendäre Pokalspiel der Elstern 1982 gegen den FC Bayern München verhinderten nicht, dass der Verein sich finanziell übernahm und dicht vor dem Ruin stand.

Die Lehren aus der Vergangenheit wurden mit dem Neustart zementiert: Nie mehr über seine Verhältnissen leben. Keine „bezahlten Fußballer“ mehr an den Sander Tannen!

Bis heute wurde dies beherzigt. Die Spieler bekamen kein Geld, sondern zahlten wie jedes andere Vereinsmitglied auch, seine Beiträge. Kameradschaft, Leidenschaft und Identifikation ließen trotzdem die Fußballabteilung wachsen. Der Jugendbereich wurde groß. So groß wie nie zuvor. Breitensport wie im Lehrbuch.

Die 1. Herren kamen sportlich bis in die Bezirksliga. Die Trainer Franke, Vater und Sohn Paap und vor allem Mario Meier setzten Akzente, die gar nicht hoch genug zu bewerten sind.

Doch die Jahre zeigten, dass durch diese Philosophie es eine natürliche Grenze nach oben gab. Sportlich wurde man links wie rechts von z.T. zweiten und dritten Mannschaften überholt.

Der Name ASV Bergedorf 85 glänzt nach wie vor ebenso das Stadion mit seinem Rasenplatz. Ambitionierte Vereine wie ETSV Hamburg oder TuS Dassendorf schielten auf die Sander Tannen, um dort Regionalliga-Fußball anbieten zu können.

Durch die beiden Kunstrasenplätze sind die Trainingsbedingungen quasi fast schon Drittligareif. Das Klubheim mit dem „Elsternnest“ sorgen für Vereinsidylle und Gemeinschaft.

In der vergangenen Woche wurde mit Thorsten Beyer ein neuer Trainer vorgestellt. Ein erster Fingerzeig: Thorsten Beyer genießt einen hervorragenden Ruf im Heimatgebiet. Er führte die A-Jugend des SCVM in die Bundesliga. Im damaligen Team auch Martin Harnik und Max Kruse, die später gestandene Bundesliga- und sogar Nationalspieler wurden.

Nicht nur als exzellenter Fußballfachmann, sondern auch als Persönlichkeit, die auch abseits des runden Leders Werte vermittelnd so wichtige Akzente setzt.

Heute nun die offizielle Vorstellung eines neuen Liga-Managers:

Sascha Jasmin Huremovic (Jassi) !!!

Ohne Überteibung ist Jassi Huremovic einer der erfolgreichsten Manager - Macher - im Hamburger Amateurfußball. Zuletzt krönte er eine Zeit beim ETSV Hamburg mit der Oberliga-Meisterschaft.

Jassi Huremovic hat auch eine Elstern-Vergangenheit. Dazu ein Blick in die Elstern-Chronologie zur Spielzeit 1998/1999:

"Ein Spieler, der sich im Hamburger Amateurfußball einen guten Namen gemacht hat war Sascha Huremovic, er kam zusammen mit Carsten Schuldt vom HTB."

 

„Überragender Spieler bei den Elstern war Sascha Huremovic. Unmittelbar nach der Halbzeitpause traf Huremovic zum 1:0, durch einen Strafstoß fiel in der 56. Minute der Ausgleich. Die Elstern blieben am Drücker und gingen in der 67. Minute nach einem filigranen Zuspiel von Bernd Reinke durch Sascha Huremovic mit 2:1 in Führung. Den Endstand von 3:1 markierte wiederum Huremovic mit seinem dritten Treffer in der 77. Minute. Nach diesem Spiel wurde bekannt, dass Huremovic in der nächsten Saison seine Stiefel für den TuS Dassendorf schnüren wird.“

 

Jassi war in dieser Saison mit 15 Treffern bester 85-Torschütze. Es war die Saison als der Übergang im Traineramt von Rainer Wysotzki zu Rüdiger Schwarz stattfand. Letztgenannter schuf eine neue erfolgreiche Ära.

Findet nun 2026  tatsächlich ein neuer Umbruch statt?

Es ist schwer vorstellbar, dass unter dem neuen Manager zukünftige neue Spieler im Elsterndress ihre Mitgliedsbeiträge selber zahlen müssen. Die Netzwerke der neuen Verantwortlichen sind quasi grenzenlos und werden dafür sorgen, dass der Verein die Kreisliga schnell nach oben hin verlassen wird.

Die Vergangenheit aber zeigt, dass dieser Weg nur mit Augenmaß nachhaltig gegangen werden muss. Der neue Manager hat zuletzt beim ETSV dies selber erfahren müssen, als der Hauptsponsor über Nacht verschwand..

In diesem Zusammenhang ist fundamental wichtig und sehr erfreulich , dass mit Mario Meier der Sportliche Leiter weiterhin wirken wird. Durch seine Leidenschaft und Identifikation hat er gerade auch im Jugendbereich Maßstäbe gesetzt. Wie Neu-Coach Thorsten Beyer weiß er, dass Vereinsfußball mehr ist, als ein Ergebnis nach 90 Minuten.

Wir freuen uns auf die neuen Elstern Thorsten Beyer und Jassi Huremovic und wünschen eine gute lange Zeit an den Sander Tannen.