Mittwoch, 3. Juni 2015

Die Elstern – Berichte über Fußball Teil 5 – Spielzeit 1962 / 63 (von Hans-Martin Lippold)


Nach sechzehn Jahren neigt sich eine Ära dem Ende entgegen – die Fußballbundesliga wurde aus der Taufe gehoben und wird die bisherigen vier Oberligen und die Stadtliga Berlin als höchste deutsche Spielklassen ablösen. An deren Stelle treten als zweithöchste Spielklassen die Regionalligen.
 Mit einem Abstimmungsergebnis von 103 : 24 wurde auf dem DFB – Bundestag die Einführung einer einheitlichen obersten Spielklasse – der Bundesliga -zu Beginn der Saison 1963 / 64 beschlossen. Grundlage für die Eingliederung in die neue Spielklasse sollten die sportlichen Erfolge der letzten zwölf Jahre und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Vereine sein. 
Die sechzehn Mannschaften in dieser Spielklasse wurden wie folgt auf die Regionalverbände verteilt:
 jeweils fünf Vereine aus den Verbänden Süd und West, drei Vereine aus dem Regionalverband Nord, zwei Vereine aus dem Südwesten und ein Berliner Vertreter. Somit gingen folgende Vereine in der ersten Bundesligasaison an den Start : 

 HSV, Werder Bremen, Eintracht Braunschweig, 1. FC Köln, Borussia Dortmund, Schalke 04, Meidericher SV, SC Preußen Münster, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg, Karlsruher SC, TSV1860 München, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Saarbrücken und Hertha BSC Berlin.

Die Spielzeit 1962 / 63 sollte für die Oberliga Nord die letzte sein. Gelingt den Elstern in dieser Saison der Klassenerhalt, wären sie für die Regionalliga Nord, der dann höchsten norddeutschen Spielklasse qualifiziert.

Die abgelaufene Spielzeit 1961 / 62 verlief für die Elstern ohne Abstiegssorgen, die wirkungsvollen Verstärkungen zu Beginn der Saisonhatten sich bemerkbar gemacht: Werner Erb spielte als Spielgestalter eine herausragende Saison und der neue Torhüter Jürgen Horn war der Hintermannschaft ein sicherer Rückhalt. Auch zu Beginn der letzten Oberligasaison gab es im Spieleraufgebot der Elstern – wie in jedem Jahr – Veränderungen. 
 Manfred Günther kündigte seinen Vertrag und schloss sich der TSG Ulm 46 an. Die TSG als Vizemeister der damaligen 2. Liga Süd war in die erste Liga aufgestiegen. Im Spieleraufgebot der Ulmer tauchte der Name Günther mit achtzehn Einsätzen auf. Wenn man Namensgleichheit ausschließt, hat er seine Einsätze als Feldspieler abgeleistet, denn als Torwart stand immerhin ein gewisser Wolfgang Fahrian im Aufgebot. 
 Die Hälfte der Elsterntore der vergangenen Saison erzielte Dieter Meyer. So konnte es nicht verwundern, daß Spitzenvereine – auch aus Italien – auf ihn aufmerksam wurden. Den Zuschlag bekam letztendlich der SV Werder Bremen, so schlug Dieter Meyer seine Zelte an der Weser auf. Vom FC St. Pauli zog es Hans K n u b b e an die Sander Tannen mit der Empfehlung von 27 Oberligaeinsätzen. Nach heutiger Lesart konnte man ihn als offensiven Mittelfeldspieler ansehen. Weitere Verstärkungen kamen aus dem Amateurbereich, dies war zunächst Rolf P l a n e t t a, ein torgefährlicher Mann vom SC Union 03 Altona. Vom Tabellenvierten der Verbandsliga / Hammoniastaffel – SuS Bergedorf, schloß sich Horst H o w i n d dem ASV an. Ergänzt wurde das Elstern – Aufgebot durch einen weiteren Spieler aus dem Amateurlager. Aus der 4. Liga – Bezirksklasse Staffel Sachsenwald wechselte vom VfL Geesthacht Lothar K a u k e r, ein schneller Mann für die Sturmreihe an die Sander Tannen.

Wie in jedem Jahr wurde auch diesmal die Pause zwischen den Spielzeiten mit Freundschaftsspielen und Begegnungen zur Komplettierung der Fußballtoto – Wetten überbrückt. Die Vorbereitungen zur Einführung der Bundesliga sowie die WM 1962 standen im Fokus der Berichterstattung so daß der „normale“ Fußball an den Rand gedrängt wurde. In einem der ersten Totospiele wurde der BC Augsburg mit einer deftigen 8 : 1 Niederlage nach Hause geschickt, Einzelheiten konnten der Presse nicht entnommen werden. Dieser Partie folgte am 21.5.62 die Begegnung der Berliner Hertha gegen den ASV. Die Berliner gingen als 6 : 2 Sieger vom Platz, für die Elstern waren Dieter Meyer und Manfred Günther erfolgreich. Im Rückspiel war es erneut Dieter Meyer, der mit zwei Toren seine Mannschaft in Front bringen konnte, Wolfgang Altendorff, ein Berliner Fußballurgestein brachte die Berliner 3 : 2 in Führung, ehe Ernie Jordan den Gleichstand herbeiführte.
Eine willkommene Abwechslung vom Fußballalltag erlebten zweitausend neugierige Besucher, als an den Sander Tannen das deutsche Rugbyendspiel ausgetragen wurde. Es war für Bergedorf absolutes Neuland, als VIKTORIA LINDEN ( Hannover ) und der SC NEUENHEIM ( Heidelberg ) aufeinander trafen. Die Hannoveraner Vorstädter sicherten sich durch einen 21 : 3 Erfolg den Titel und verbreiteten bei ihrer Siegesfeier Volksfeststimmung an den Sander Tannen.

Eine Standortbestimmung für die Elstern sollte ein Freundschaftsspiel gegen den SV Werder Bremen sein. Siebentausend Besucher wollte sich im Weserstadion diese Partie nicht entgehen lassen. Auch die Neuerwerbung im Bremer Dreß – Dieter Meyer – weckte das Interesse der Zuschauer. Willi Soya und Neuerwerbung Meyer sorgten zunächst für ein 2 : 0 für Werder, aber der ASV hielt in Person von Ernie Jordan und Amateur Schmieder dagegen und konnte ausgleichen. Die erneute Führung der Bremer ( Jung, kam vom Amateurverein Rot Weiß Braunschweig ) wurde von der Neu – Elster Horst Howind nochmals egalisiert. Der alte Kämpe Pico Schütz brachte Werder erneut in Führung, doch Gerd Voß stellte in der 88. Minute den Endstand von 4 : 4 her. Trainer Werner und die Mannschaft konnten nach diesem Spiel die Erkenntnis mit nach Hause nehmen, daß die Elstern für die neue Saison gut aufgestellt sind und keinen Gegner fürchten müssen. Einen nachhaltigen Eindruck konnte Horst Howind hinterlassen. Letzter Test vor der Punkterunde war ein Freundschaftsspiel gegen Tennis Borussia Berlin. Die Berliner, einige Tage zuvor mit 0 : 5 dem SC Concordia unterlegen holten die Elstern mit einem 2 : 1 Erfolg auf den Boden der Tatsachen zurück. Bis zur 87. Minute hatte das 1 : 0 für die Bergedorfer Mannschaft – von Knubbe erzielt – Bestand, als der Berliner Torhüter einen Elfmeter abwehren konnte, witterten die Borussen Morgenluft und drehten das Spiel mit zwei Toren in der Schlußphase.


Hohe Niederlage beim SV Werder Bremen
 Das erste Punktspiel der Saison 1962 / 63 führte die Elstern in das Bremer Weserstadion zum fälligen Spiel gegen den SV Werder. Das Wiedersehen mit dem früheren Mannschaftskameraden Dieter Meyer hatten sich Trainer, Betreuer und Mannschaft sicherlich anders vorgestellt, denn mit drei Treffern hatte er ganz entscheidenden Anteil an der hohen 1 : 7 Niederlage der Elstern. Die weiteren Bremer Treffer gingen auf das Konto von Willi Soya, Dieter Thun und Max Lorenz. Bester Spieler in einer total enttäuschenden Bergedorfer Elf war Jürgen Horn im Tor der Bergedorfer. Beim Stande von 0 : 6 schoß Rolf Planetta das Ehrentor.

Enttäuschung an den Sander Tannen
 Achttausend Zuschauer gingen nach dem Spie gegen den FC St. Pauli enttäuscht nach Hause. In einer sehr mäßigen Partie blieben die Gäste vom Millerntor mit 3 : 1 Toren verdienter Sieger. Wenn eine Mannschaft zwei Jahre auf einen Spieler wie Dieter Meyer fixiert ist kann man kaum erwarten daß nach so kurzer Vorbereitungszeit der Verlust zu kompensieren ist, auch wenn Neuzugang Horst Howind vielversprechende Ansätze zeigen konnte. Da auch die Hintermannschaft der Elstern Lücken offenbarte, stand einem Sieg der Gäste nichts im Wege. Trotz des Sieges konnte der FC St. Pauli seine Bundesligaambitionen nicht untermauern. Ernie Jordan war in der 74. Minute Schütze des Ehrentreffers zum zwischenzeitliche 1 : 2.

Werner Erb der Mann des Tages 
 Große Freude bei den Elstern und den mitgereisten Anhängern. In der Schlußphase des Spieles beim VfV Hildesheim erkämpfte Howind das Leder, spielte Werner Erb an und dieser versenkte das Leder zum 1 : 0 Siegtreffer in den Hildesheimer Maschen. Gegenüber dem Spiel gegen St, Pauli wurde die Mannschaft umgebaut – Jordan in die Läuferreihe, Howind auf Rechtsaußen und Neuling Kauker auf dem linken Flügel – das war an diesem Tag das Erfolgsrezept von Trainer Werner. Knubbe, Weißleder und Howind verdienten sich ein Sonderlob. Für den VfV war es nach achtzehn Monaten die erste Heimniederlage.

Freude über zweiten Sieg.
 Die Routiniers im Dreß der Elstern – „Hansi“ Knubbe und Werner Erb drückten dem Spiel der Elstern ihren Stempel auf. Mit mustergültigen Pässen wurden die „jungen Wilden“ Kauker, Howind und Planetta in günstige Schußpositionen gebracht und so der VfR Neumünster ständig unter Druck gesetzt. Der Erfolg stellte sich ein, Knubbe selbst und Ernie Jordan sorgten für die Tore gegen die an diesem Tag harmlosen Neumünsteraner. Die einzige Chance der Gäste konnte Jürgen Horn ohne Probleme meistern. Nach dem Sieg gegen Hildesheim hielt die gute Form der Elstern an und die viertausend Besucher konnten sich zufrieden auf den Heimweg machen.

Punktverlust in letzter Minute
 Bis fünfzehn Minuten vor dem Schlußpfiff sah alles nach dem dritten Sieg in Folge für die 85er aus. Durch ein Lübecker Eigentor und einen Treffer von Jordan führten die Elstern auf der Lübecker Lohmühle beim VfB mit 2 : 0. Nur großes Pech stand einer noch höheren Führung im Wege. Torhüter Horn zog sich eine Verletzung zu und mußte zeitweise durch Werner Erb ersetzt werden und nach einer Stunde konnte sich Kalle Bochmann nur noch humpelnd über das Spielfeld bewegen. Nach zwei Eckbällen gelang den Gastgebern der Ausgleich und ein Punkt blieb somit in Lübeck. Horn, Emsen und Bochmann waren die herausragenden Akteure auf Bergedorfer Seite.

Superspiel gegen Hannover 96
 Es war eine helle Freude, das Spiel der Elstern gegen Hannover 96 zu genießen. Fünftausend Besucher kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Von Werner Erb glänzend in Szene gesetzt wurden die Gäste zu Statisten degradiert. Den Torreigen läutete Knubbe kurz vor dem Pausenpfiff ein, nach der Pause gab es für die Bergedorfer Mannschaft kein Halten mehr. Howind und Voß mit jeweils zwei Toren spielten die Gäste an die Wand, nur dem guten Torhüter Meyer im Tor der Gäste war es zu verdanken, daß die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel. Der Kommentar von Trainer Werner traf den Nagel auf den Kopf: So habe ich mir meine Mannschaft vorgestellt. Wer wollte dem noch etwas hinzufügen! Der Lohn nach dieser Partie: Platz sechs mit 7 : 5 Punkten, die Gäste fanden sich mit 2 : 10 Zählern im Tabellenkeller wieder.

Rückschlag im Mariental
 Trainer Werner im Krankenhaus, Howind grippekrank, Platzverweis für Knubbe! Das waren die Randbedingungen für eine 1 : 2 Niederlage des ASV beim SC Concordia. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff erzielten die Concorden das 1 : 0, welches drei Minuten nach Wiederbeginn durch Jordan per Foulelfmeter ausgeglichen wurde. Da Howind – durch Grippe geschwächt – nicht zur Geltung kam und sowohl Knubbe als auch Planetta keine Wirkung entfalten konnten, blieb der Sturm der Elstern ein laues Lüftchen. Unter diesen Umständen war es für die Platzherrn kein Problem, in der 81. Minute den Führungstreffer im Bergedorfer Tor unterzubringen. Ein Wortwechsel zwischen Knubbe und dem Schiedsrichter beendete der Unparteiische in der 88. Minute mit einem Feldverweis für seinen Gesprächspartner. Beste Bergedorfer Spieler an diesem Tage waren Ernie Jordan und Kalle Bochmann.

Torloses Unentschieden der besseren Art 
Wenn sich 45000 Zuschauer das zur gleichen Zeit stattfindende Schlagerspiel HSV – Werder Bremen im Volksparkstadion ansehen, bleiben für andere Spiele im Hamburger Umland nicht mehr viele Zuschauer übrig. So kamen leider nur 3000 Zuschauer an die Sander Tannen um das Spiel des ASV gegen den VfB Oldenburg zu beobachten. Keiner brauchte sein Kommen zu bereuen. Trotz vierfachen Ersatzes zeigten die Elstern eine ausgezeichnete Leistung, lediglich der Abschluß ließ zu wünschen übrig. Zusätzliches Pech war, daß Kalle Bochmann durch eine Verletzung behindert wurde. Nach neunzig Minuten beendete der sehr gute Schiedsrichter Daniel aus Itzehoe ein gutes Oberligaspiel, das mit einem leistungsgerechten 0 : 0 endete

Verdiender Sieg des alten Rivalen vor 4000 Zuschauern 
 Nicht alle Spiele gegen den alten Rivalen Altona 93 sind den Elstern in guter Erinnerung geblieben. Da sollte die Partie vom 21.10.62 keine Ausnahme bilden. Wieder mußten vier Stammspieler ersetzt werden, diesmal konnte die Mannschaft vor eigenem Publikum nicht überzeugen. Selten war Altona so überlegen, taktisch und kämpferisch den Elstern deutlich voraus. Dabei begann es gut für die Bergedorfer Mannschaft: nach zwei Minuten zirkelte Werner Erb einen Freistoß am Altonaer Towart Behnke vorbei in die Maschen. Diese Führung hatte bis zur 30. Minute Bestand, den Ausgleich stellte der spätere HSV – Bundesligaspieler Heiko Kurth her. Im Durchgang zwei erhöhte Altona den Druck mit der Folge, daß das Spiel gedreht wurde, Framheim und erneut Heiko Kurth brachten den AFC mit 3 : 1 in Front. Zwar konnte Gerd Voß noch auf 2 : 3 (72. Minute) verkürzen, aber der Bergedorfer Schlußspurt konnte von der sattelfesten AFC – Hintermannschaft abgewehrt werden. Mit einem hochverdienten 3 : 2 Erfolg nahmen die Altonaer Spieler die Punkte an die Griegstraße mit. Die Überschrift des Abendblattes Fast Klassenunterschied gibt die Kräfteverhältnisse an diesem Tag zutreffend wieder.

Der Neuling war überlegen
 Nach fünfjähriger Abwesenheit ( 1957 – 1962 ) kehrte mit Arminia Hannover eine technisch sehr beschlagene Mannschaft in das Oberhaus zurück. Die Arminen mußten drei Stammspieler ersetzen, aber da der erstmals eingesetzte Amateur Grupe von den Spielgestaltern Ulsaß und Elfert vorbildlich angespielt wurde, gelangen dem Debütanten in der zweiten Halbzeit drei Treffer gegen die Elstern. Der Torreigen der Arminen wurde von Lothar Ulsaß in der 18. Minute eingeläutet. Die Elstern hatten an diesem Tag keine Siegchance, auch weil die Mannschaft durch eine Verletzung von Johnny Weißleder zusätzlich geschwächt wurde. Nach dieser 0 : 4 Niederlage bei dem starken Neuling rutschten die Elstern auf den 11. Tabellenplatz mit 8 : 12 Punkten vor dem VfB Lübeck und eben Arminia Hannover.

Kieler Störche schlagen Elstern.
 Der KSV Holstein aus Kiel zeigte an den Sander Tannen eine Galavorstellung und spielte in den ersten dreißig Minuten die Elstern in Grund und Boden. Zwischen der 19. und 30. Minute mußte Jürgen Horn viermal hinter sich greifen, ehe Kalle Bochmann auf 1 : 4 verkürzen konnte. Die zweite Halbzeit begann mit dem 1 : 5, der erneute Anschlußtreffer von Knubbe hatte nur noch statistische Bedeutung. Viertausend Besucher sahen einen umständlich operierenden Bergedorfer Angriff, eine aus den Fugen geratene Abwehr passte sich dem Spielgeschehen an, so daß die Kieler zu Recht zwei Punkte an die Förde mitnehmen konnten.

Siegreich in Bremerhaven
Fußballerische Leckerbissen wurden den fünftausend Besuchern auf dem Zollinlandplatz nicht serviert, stattdessen dominierte in der Bergedorfer Mannschaft die Zweckmäßigkeit. Steilangriffe aus einer starken Abwehr heraus waren an diesem Tag das Erfolgsrezept. Lothar Kauker, nach längerer Zeit wieder in der Mannschaft, war in der 17. und 73. Minute der Nutznießer dieser Spielanlage und trug sich mit zwei Treffern in die Torschützenliste ein. Mit einem 2 : 0 Sieg im Gepäck traten die Elstern gut gelaunt die Heimreise an.

Schon vor dem Spiel Probleme Elstern 
Trainer Heinz Werner war vor dem Spiel nicht zu beneiden. Horn, Bochmann und Weißleder verletzt, Werner Erb nach einer Grippe noch nicht fit. Ernie Jordan – einstiger Mittelstürmer – zum ( guten ) Außenläufer umgeschult und der Torjäger früherer Jahre ( Aufstieg 1958! ) Karl Heinz Pörschke fand sich in der Hintermannschaft wieder. Ein neuer Dieter Meyer war auch nicht in Sicht, das waren die Vorzeichen vor dem Spiel gegen den HSV. Vor achttausend Besuchern wurde diese Partie an den Sander Tannen vom Braunschweiger Schiedsrichter Höfel angepfiffen. Unmittelbar nach dem Anpfiff rückte Günter Emsen ( Rückennummer 8 ) in die Abwehr um die Hintermannschaft gegen den Sturm des HSV zu verstärken. Die so geschwächte Angriffsreihe der Elstern konnte keine Wirkung entfalten und als schon in der 2. Minute Peter Wulf den Führungstreffer für die Rothosen im Kasten von Manfred Lüneburg – war inzwischen wieder Amateur – unterbrachte, war das Spiel fast schon entschieden. Zwei weitere Tore von Uwe Seeler in der zweiten Spielhälfte entschieden die Partie zugunsten des HSV. Die von Formschwankungen und Spielerausfällen gebeutelten Elstern waren in diesem Spiel kein gleichwertiger Gegner und mußten den Gästen vom Rothenbaum die Punkte überlassen.

Auch gegen Braunschweig mit Defensivtaktik 
 Die Verletztenliste war gegenüber der Vorwoche kleiner geworden – Johnny Weißleder war in die Mannschaft zurückgekehrt. Wie schon gegen den HSV trug Emsen die Rückennummer 8 und zog sich sofort in die Hintermannschaft zurück. Der schneebedeckte Boden stellte beide Mannschaften zunächst vor Probleme, insbesondere Manfred Lüneburg bekam dies zu spüren: nach zwei Minuten schätzte er einen Ball falsch ein und schon lag seine Mannschaft mit 0 : 1 zurück. Dies konnte die Elstern aber nicht bremsen, sie suchten ihr Heil in der Offensive. Leider ohne Erfolg, in der 60. Minute erhöhte die Eintracht auf 2 : 0. Da Emsen als fünfter Stürmer aus dem Verkehr gezogen war, hatten die Braunschweiger keierlei Probleme, die Elstern in Schach zu halten. Sekunden vor dem Schlußpfiff gelang den Gastgebern der dritte Treffer. Mit einem 0 : 3 verließen die Elstern das Stadion an der Hamburger Straße mit der unbeantworteten Frage, ob mit einer anderen taktischen Marschroute ein besseres Ergebnis möglich wäre.

Platz dreizehn nach der Hinrunde.
 Minustemperaturen und schneebedecktes Spielfeld ermunterten nur zweitausend Unentwegte zum Besuch der Sander Tannen, um dem Gastspiel des VfL Osnabrück beizuwohnen. Die frierenden Besucher wurden durch eine Klassepartie der Elstern allerdings aufgewärmt und hatten ihre helle Freude an dem Spiel. Gerd Voß und Werner Erb waren in den Reihen der Elstern die spielbestimmenden Akteure. Abnehmer für ihre mustergültigen Pässe waren Horst Howind, Lothar Kauker und Hansi Knubbe. Die beiden ersten Tore wurden von Erb vorbereitet, Gerd Voß und Horst Howind brachten die 85er mit 2 : 0 in Führung, den Endstand von 3 : 0 stellten die Gäste durch ein Eigentor sicher. Der VfL Osnabrück konnte an diesem Tag seine Ambitionen Richtung Bundesliga nicht rechtfertigen. In den Reihen der Gäste stand mit Udo Lattek der große Erfolgstrainer späterer Jahre auf dem Platz. Udo Lattek ist vor einigen Wochen verstorben. Die Hinrunde beendeten die Elstern mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und acht Niederlagen auf dem dreizehnten Tabellenplatz.

Umstrittener Elfmeter für Bergedorf 85
 Die Rückrunde der letzten Oberligasaison sah für die Elstern das Gastspiel an der Adolf Jäger - Kampfbahn vor. Wenn nach dem Spiel aufgebrachte Fanatiker ( Fußballfreunde können es ja wohl nicht gewesen sein! ) auf den Schiedsrichter warten, muß dieser erheblichen Unmut hervorgerufen haben. Doch davon später. Im ersten Durchgang überlegenes Spiel des AFC, aber Lattentreffer gehen nicht in die Spielwertung ein. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild, lediglich unterbrochen durch Gerd Voß, der einen Abpraller nach einen Schuß von Werner Erb zum 1 : 0 für den ASV über die Linie drückte. Weitere Lattentreffer des AFC gingen dem Altonaer Ausgleich in der 86. Minute voraus, es stand 1 : 1. Zwei Minuten vor dem Ende dann die Schlüsselszene dieses Spiels: Werner Erb drang in den AFC – Strafraum ein und und stolperte über das ausgestreckte Bein eines Gegenspielers. Der Schiedsrichter deutete auf den ominösen Punkt und der gefoulte Werner Erb verwandelte den Strafstoß zum 2 : 1 für die Elstern. Sowohl Trainer Werner als auch Erb stimmten mit den Altonaern Spielern und deren Trainer darin überein, daß dies ein „Allerweltsfoul“ war, welches man nicht unbedingt abpfeifen mußte. Die Volksseele kochte, aber der Schiedsrichter konnte das Stadion unbehelligt durch einen Hinterausgang verlassen

Ein Neuling an der Spitze der Amateurliga Der HSV Barmbek – Uhlenhorst, bekannt als BU, war zu Beginn der Saison nach mehreren Anläufen in die Amateurliga Hamburg / 2. Liga aufgestiegen. Mit einem 2 : 0 über den SC Sperber vor 2500 Besuchern sicherte sich BU bei strömenden Regen die „Herbstmeisterschaft“- auf den weiteren Weg dieser Mannschaft durfte man gespannt sein.

1 : 1 trotz überlegenen Spiels.
 Zwei nicht gegebene Elfmeter für die Elstern sorgten für Unmut und Proteste unter den Bergedorfer Zuschauern . Kalle Bochmann, diesmal im Sturm aufgeboten, brachte die Elstern in der 8. Minute in Führung, aber zwei Minuten vor der Pause konnten die Arminen aus Hannover ausgleichen. Nach dem Seitenwechsel hielt die Überlegenheit der Elstern an ohne das sich am Spielstand von 1 : 1 etwas änderte. Die Gäste nahmen vor dreitausendfünfhundert Zuschauer glücklich einen Punkt mit an die Leine, während das Hamburger Abendblatt dem Schiedsrichter das Prädikat „Schwächster Mann auf dem Feld“ zuerkannte

Unerwarteter Punktgewinn in Kiel 
 Vermutlich hatten sich die Kieler Störche – ein Team mit Bundesligaambitionen – das Spiel gegen die Elstern aus Bergedorf leichter vorgestellt, aber da hatten die Kieler die Rechnung ohne den Wirt – sprich : Elstern - gemacht. Taktisches Geschick und eine solide Abwehr – Emsen wieder leicht zurückgezogen – waren die Garanten für den Punktgewinn in Kiel. Die Gastgeber gingen zwar in der 65. Minute in Führung, aber gefährliche Vorstöße von Knubbe und Howind sorgten für ständige Unruhe im Kieler Strafraum. Einer dieser Angriffe wurde in der 76. Minute von Howind erfolgreich abgeschlossen. Ernie Jordan sowie die beiden Ex – Kieler Jürgen Horn und „Johnny“ Weißleder waren die herausragenden Akteure in den Reihen der Elstern. Mit diesem 1 : 1 nahmen die Elstern verdient einen Punkt nach Bergedorf mit.

Ein höherer Sieg war möglich
 Dreitausend Besucher erlebten Einbahnstraßenfussball auf schneebedecktem Boden gegen die Mannschaft vom TuS Bremerhaven 93. Erb, Sommerfeld, Howind und Bochmann waren an diesem Tag die herausragenden Spieler auf Seiten der Bergedorfer. Nach dreißig Minuten hatte Howind mit einem Schuß aus gut zwanzig Metern in den Torwinkel Erfolg, eine Vielzahl vergebener Chancen standen einer höheren Führung entgegen. Das gleiche Bild im zweiten Spielabschnitt und wieder war es Horst Howind, der eine Flanke – von Werner Erb geschlagen – zum 2 : 0 in die Bremerhavener Maschen setzte. Als den Gästen vier Minuten vor dem Ende der Anschlußtreffer zum 1 : 2 gelang, hatten die Elstern und ihre Anhänger noch bange Minuten zu überstehen, konnten aber den Platz als verdiente Sieger verlassen.

Erwartete Niederlage am Rothenbaum
 Die gute Nachricht zuerst: auf dem schneebedeckten Boden hatte sich keiner verletzt. Das zehnte Punktspiel zwischen dem HSV und den Elstern sollte so ausgehen wie wie alle vorangegangenen Partien, nämlich mit einem Sieg für den HSV. Die technisch besseren Fußballer des HSV fanden sich auf dem schwer bespielbaren Geläuf besser als die Elstern zurecht und konnten ihre Chancen auch in Tore umsetzen. Uwe Seeler (21.), Uwe Reuter (25). und Peter Wulf (40.) und( 76.) schossen eine auch in dieser Höhe verdiente 4 : 0 Führung heraus. Keiner der ASV – Spieler konnte an diesem Tag seine normale Form auf den Platz bringen. Mit einem Punktekonto von 18 : 22 Zählern nach zwanzig Spielen belegten die Elstern Platz acht mit drei Punkten hinter dem FC St. Pauli, aber drei Punkten vor Concordia und neun Punkten vor dem alten Rivalen Altona 93.

1 : 1 dank guter Nerven
 Dieses Prädikat gebührt ganz eindeutig dem Spielgestalter Werner Erb, der in der 85. Minute einen Foulelfmeter gegen Eintracht Braunschweig verwandelte. Eine 5 cm hohe Schneedecke an den Sander Tannen ließ das Angriffsspiel der Gäste nicht zur Entfaltung kommen, der Ball rollte nicht, statt dessen blieb er sehr häufig im Schnee stecken. So kam das 1 : 0 für die Gäste nicht durch eine Kombination, sondern durch einen 25 m – Freistoß des Braunschweigers Jürgen Moll zustande. Mit einer verstärkten Abwehr versuchte die Eintracht diese knappe Führung zu sichern, aber ständige Angriffsbemühungen der Bergedorfer Mannschaft setzten die Eintracht unter Druck. Als dann Jordan in der 85. Minute vom späteren Nationalspieler Achim Bäse gefoult wurde, spielte Werner Erb seine ganze Routine aus und setzte das Leder in die Maschen des Braunschweiger Tores. Aus dem Bergedorfer Team ragte kein Spieler heraus, man muß der Mannschaft insgesamt eine ganz ausgezeichnete Gesamtleistung bescheinigen. Die Braunschweiger Mannschaft kam in Bergedorf nicht komplett an, Linksaußen Klaus Gerwien wurde nach der Mittagspause in Lüneburg vergessen, fuhr dann mit einem Taxi nach Bergedorf und erreichte die Sander Tannen zwei Minuten vor Spielbeginn.

Verdienter Punkt in Oldenburg
 Rolf Planetta und Kalle Bochmann brachten die 85er in der 34. und 38. Minute mit 2 : 0 in Front gegen einen indisponierten VfB Oldenburg. Ganz offensichtlich gelang es dem Oldenburger Trainer in der Halbzeitpause, die Tugenden seiner Mannschaft wachzurufen, denn wie ausgewechselt kamen die Oldenburger Spieler aus der Kabine und erzielten innerhalb von acht Minuten den Ausgleich. Die Hintermannschaft der Elstern behielt in der Drangperiode der Gastgeber die Übersicht und trotzte allen Bemühungen der Gastgeber. Sommerfeld, Jordan und Weißleder waren die besten Spieler der Bergedorfer Mannschaft.

SC Concordia nahm die Punkte mit
 Das 1 : 0, erzielt von Rolf Planetta gab die Überlegenheit der Elstern auch nicht annähernd wieder. Effektives, schnelles Sturmspiel, aber auch viele ungenutzte Torgelegenheiten prägten das Spiel der Elstern. Unheil bahnte sich in der 48. Minute an, als der SC Concordia einen Handelfmeter zum 1 : 1 verwandelte. Ein Bruch im Spiel des ASV trat nach einer Verletzung von Werner Erb ein, in dieser Phase gingen die Gäste mit 2 : 1 in Führung. Nach einer weiteren Verletzung schied Werner Erb vorübergehend aus und fristete danach ein Statistendasein. In den letzten Minuten drängten die Bergedorfer mit Macht auf den Ausgleich und warfen alles nach vorne. Das Elstern – Schicksal nahm dann seinen Lauf, als ein Steilpaß von einem Concorden erlaufen wurde und dieser keine Mühe hatte, das Leder im Tor von Jürgen Horn unterzubringen. Mit diesem 3 : 1 Erfolg nahmen die Concorden die Punkte mit nach Wandsbek, während die Elstern geschlagen vom Platz gingen.

Kein Chance gegen Hannover 96
 Wer gedacht hatte, dieses Spiel würde ähnlich wie das Spiel in der Vorrunde ( 5 : 0 für 85 ) verlaufen, hatte sich gründlich getäuscht, zu überlegen waren die 96er und hatten bis zur Pause einen 3 : 0 Vorsprung erarbeitet. Bruhn ( 8. und 16. ) sowie Kellermann ( 44. ) waren die Torschützen, kurz vor Spielende erhöhte Bohnsack auf 4 : 0 für die Hannoveraner. Die Elstern waren während der gesamten Spielzeit kein gleichwertiger Gegner und unterlagen auch in dieser Höhe zurecht!


VfB Lübeck verliert unglücklich
 Eine schmerzliche Niederlage mußte der VfB Lübeck an den Sander Tannen hinnehmen. In der 15. Minute schied der Lübecker Torhüter Alves nach einem Zusammenprall mit Planetta aus – eine Rißwunde am Ohr wurde im Boberger Krankenhaus genäht, in der 60. Minute konnte der Torhüter an seinen Arbeitsplatz zurückehren. Sein Stellvertreter Schülke – gelernter Mittelstürmer - wurde in der Zwischenzeit von Voß ( 19. ), Planetta ( 47. ), Jordan (49. ) und erneut Planetta( 54. ) bezwungen. Zwei weitere Treffer gegen die nun wieder komplette Lübecker Elf ( Voß und Pörschke ) stellten das 6 : 0 – Endergebnis her. Diese bittere und zu hohe Niederlage beförderte den VfB in den Tabellenkeller mit einem Punktestand von 17 : 33 punktgleich mit Altona 93.

Beifall an den Sander Tannen
 Sowohl das Spielergebnis als auch die Qualität des Spiels gegen den VfV Hildesheim begeisterten die 3000 Besucher an den Sander Tannen. Eine feine Leistung der Elstern, bei denen Bochmann ( im Sturm immer besser ), Jordan, Planetta und Gerd Voß – nicht nur wegen seiner beiden Tore( 33. und 49. ) - die herausragenden Spieler waren. Eine Klassepartie, an der auch die Hildesheimer erheblichen Anteil hatten, ging mit einem 2 : 0 für die Elstern zuende. Diese fanden sich nach dem Schlußpfiff auf dem achten Tabellenplatz wieder.

Punktgewinn beim Bundesligaaspiranten
 Um die eigenen Ansprüche auf einen Platz in der Bundesliga zu untermauern, hätte es eines Sieges des VfL Osnabrück über die Gäste aus Bergedorf bedurft. Doch die Elstern machten den Hausherrn einen dicken Strich durch die Rechnung, denn in der 21. Minute versetzte Planetta den Hoffnungen der Osnabrücker einen Dämpfer und schoß zum 1 : 0 für die 85er ein. Durch eine unglückliche Verletzung von Kalle Bochmann ( Sturz in eine Grube außerhalb des Spielfeldes ) wurde der Offensivdrang der Bergedorfer Mannschaft gebremst mit der Folge, daß die Niedersachsen in der 65. Minute durch Bensmann den 1 : 1 Ausgleich erzielten. Zehn aufopferungsvoll kämpfende Elsternspieler nahmen nach dem Abpfiff verdient einen Punkt mit an die Bille.

Unnötige Niederlage in Neumünster
 In einer Partie, in der es um nichts mehr ging, führte in der 11. Minute ein Querschläger in der Elsternabwehr zu einer Tormöglichkeit für den VfR, die zum 1 : 0 für die Platzbesitzer führte. Auch in der Folge blieb der VfR die tonangebende Mannschaft, den zweiten Spielabschnitt konnte das Bergedorfer Team jedoch offen gestalten. Alle Bemühungen blieben erfolglos, so mussten die Elstern eine 0 : 1 Niederlage quittieren.

Friedliche Punkteteilung 
 So friedlich, wie sich die beiden Trainer nach Spielschluß voneinander verabschiedeten ( Heinz Werner und Heinz Hempel vom FC St. Pauli ) verlief an der Hoheluft auch das Spiel des FC St. Pauli und Bergedorf 85. Ein ausgeglichenes Spiel, das mit dem 1 : 1 zu Recht auch keinen Sieger hatte. Die schnellen, steilen Bergedorfer Angriffe hatten nach zwanzig Minuten Erfolg, als Rolf Planetta die Elstern in Führung brachte. Zehn Minuten vor dem Ende hatten dann die Angriffsbemühungen des FC St. Paul mit dem Ausgleichstor den verdienten Erfolg.

Jubiläumsspiel von Günther Emsen
 In der Spielzeit 1954 / 55 erstmals im Trikot der Elstern aufgelaufen, absolvierte Günther Emsen 349 Spiele für die Elstern, davon 139 Spiele in der Oberliga und 210 Partien im Amateurbereich. Günther Emsen, der untadelige Sportsmann mit dem großen Kämpferherz, sollte im letzten Spiel der Oberliga Nord sein Jubiläumsspiel austragen. Den passenden Rahmen lieferten der SV Werder Bremen und dreitausend Besucher an den Sander Tannen. Es begann gut für die Elstern, denn nach Treffern von Planetta und Erb stand es nach achtzehn Minuten 2 : 0 für das Bergedorfer Team. Die Freude war nur von kurzer Dauer, denn Willi Soya vom SV Werder verkürzte eine Minute später auf 1 : 2, unmittelbar vor dem Pausenpfiff fiel der einhundertste Treffer der laufenden Saison für die Gäste von der Weser, der SV Werder hatte ausgeglichen. In Durchgang zwei ließen die Kräfte der 85er deutlich nach und so kassierten die Elstern zwei weitere Gegentreffer.Mit 2 : 4 besiegt verließen die Elstern den Platz. In der Endabrechnung belegten die Elstern mit einem Punktekonto von 26 : 34 bei einem Torverhältnis von 44 : 57 den elften Tabellenplatz.
Anlage 1


Die Zeit der Erstklassigkeit war für die Elstern und zwölf andere Mannschaften nun vorbei. Der HSV, SV Werder Bremen sowie die Braunschweiger Eintracht wurden in die Bundesliga eingegliedert. Tabellarische Absteiger aus der Oberliga Nord waren der VfB Lübeck und Altona 93. Beide Mannschaften hatten die Möglichkeit, sich in einer Relegationsrunde zusammen mit den Spitzenvereinen der Amateurligen für die neugeschaffene Regionalliga Nord, der zweithöchsten deutschen Spielklasse, zu qualifizieren. Hierauf wird in späteren Berichten eingegangen.
Anlage 2


Zum Abschluß dieses Berichtes noch einige prägnante Eckdaten
Sechzehn Jahre lang war die Oberliga Nord die Organisationsform des erstklassigen Fußballs in Norddeutschland. Insgesamt spielten achtundzwanzig Vereine unterschiedlich lange in der Oberliga. Die Mannschaften des HSV, Werder Bremen, FC St. Pauli, VfL Osnabrück und des KSV Holstein Kiel gehörten dieser Spielklasse ohne Unterbrechung an. Die „ewige“ Tabelle der Oberliga wird vom HSV gefolgt vom SV Werder Bremen und dem FC St. Pauli angeführt.
In dieser Aufstellung belegten die Elstern nach fünf Spielzeiten bzw. 150 ausgetragenen Spielen Platz 19 In den 150 Spielen wurden von Trainer Heinz Werner 36 Spieler aufs Feld geschickt. Mit 140 Einsätzen wurde Günther Emsen zum „Rekordspieler“ der Elstern gefolgt von Karl – Heinz Pörschke und Gerd Voß
Spiele der Elstern gegen den HSV endeten regelmäßig mit Niederlagen, es gelang gegen die Rothosen kein Punktgewinn. Gern gesehene Gäste in Bergedorf waren die Mannschaften des VfR Neumünster, Hannover 96, Bremerhaven 93, die die Mehtzahl der Punkte in Bergedorf zurückließen.
Die meisten Zuschauer lockte der HSV in Bergedorf an. 25000 Besucher im Billtalstadion in der ersten Saison der Elstern stellen sicherlich einen Rekord für die Ewigkeit dar, im Durchschnitt kamen 14000 Besucher zu den Gastspielen des HSV, den FC St. Pauli wollten durchschnittlich 8000 Zuschauer beobachten. Zu den 75 Heimspielen der Elstern kamen insgesamt 483 990 Besucher, dies entspricht einem Zuschauerdurchschnitt von 6453. Auf fremden Plätzen wollten durchschnittlich 6034 Zuschauer die Elstern sehen.

Folgende Anlagen sind diesem Bericht beigefügt: 
 Anlage 1 – Ergebnistabelle der Spielzeit 1962 / 1963, entnommen dem Buch Spundflasche mit Flachpaßkorken
Anlage 2 – Spielerkader, Spieleinsätze, Mannschaftsaufstellungen und Torschützen.
Anlage 3 – Ewige Tabelle der Oberliga Nord, entnommen einer Publikation der Deutschen Sportclubs für Fußballstatistiken

Anlage 4 – Oberliga Nord – ASV Bergedorf 85 – 1958/59 bis 1962/63 – Spieleraufgebote und Einsätze sowie Torschützen. Die Spielernamen der Meistermannschaft von 1958 sind grau hinterlegt
 Anlage 5 – Spielergebnisse ASV Bergedorf 85
 Anlage 6 – Zuschauerzahlen 
Die Bilder mit den Spielszenen entstammen dem Archiv des Hamburger Abendblattes
Anlage 3

Anlage 4

Anlage 5

Anlage 6

Donnerstag, 28. Mai 2015

Presse-Info Sichtungstraining Liga-Spieler

Sichtungs-Training Liga-Spieler am Dienstag 2. Juni 2015

Der ASV Bergedorf 85 blickt auf ein überaus gelungenes Comeback im Fußball zurück. Bei der 1. Ligamannschaft ist das nicht nur am Aufstieg in die Kreisliga festzumachen. Auch der gute Zusammenhalt und Spaß im Team sind überaus positive Faktoren.
Die Saison 14/15 ist für uns als Vize-Meister abgeschlossen. Da gilt es nun bereits, an die neue Serie zu denken. Der ASV Bergedorf 85 wird zur neuen Spielzeit zusätzlich zur 1. Mannschaft in der Kreisliga auch wieder ein Team in derKreisklasse ins Rennen schicken. Dafür wird eine 2. Mannschaft neu gegründet. Es ist geplant, dass die beiden Mannschaften möglichst eng zusammen arbeiten. Eine hohe Durchlässigkeit soll die Leistungsentwicklung der Spieler fördern.
Am kommenden DIENSTAG, den 2. JUNI 2015 bieten wir wie im Vorjahr ein Sichtungs-Training an. Der Ball wird auf Kunstrasen laufen. Treffen ist um 19 Uhr in unserem Clubhaus, Krusestr.7. Wer also nächste Saison beimTraditionsverein ASV Bergedorf 85 in der Kreisliga oder Kreisklasse spielen möchte, kommt einfach vorbei. Egal ob junge Talente oder erfahrene Routiniers.Dann können Fragen direkt mit unserem Ligatrainer Jörg Franke besprochen werden.


Der ASV Bergedorf 85 freut sich auf Dich!

Sonntag, 24. Mai 2015

Was macht eigentlich... Klaus „Buffi“ Muruszach ? „Eigentlich habe ich zwei Fußballherzen in meiner Brust. Das große schlägt für den ASV Bergedorf 85, das kleine für den SVB“

In loser Folge versucht „85live – die Elsternpost“ an ehemalige Spieler des ASV Bergedorf 85 zu erinnern.
Diesmal haben wir bei Klaus Muruszach nachgefragt.
An drei Titeln hat unser heutiger Protagonist wesentlichen Anteil gehabt. Gerade Mitte der 1970iger Jahre war 85 Dauergast in den Aufstiegsrunden zur Amateuroberliga Nord. In zwei Vierergruppen wurde mit Hin- und Rückspiel die Aufsteiger ermittelt. Die Sander Tannen waren gerade zu diesen Aufstiegsspielen proppe voll (5000 Fans waren keine Seltenheit).
Für die heutige Generation, die diese Zeiten nicht miterlebt hat: Vom Spielertyp könnte man „Buffi“ als Mischung aus Mario Götze, Bernd Schuster und Lothar Matthäus vergleichen. Jedenfalls erinnert sich der Schreiber dieser Zeilen an einen absoluten torgefährlichen Techniker im schwarz-weißen Elsterntrikot !

Nun viel Spaß beim Lesen des Interviews, bei dem auch die aktuelle Situation beim ASV Bergedorf 85 Gesprächsthema ist.


85live: Um eine der meistgestellten Fragen gleich „abzuhandeln“: Wie kommt der Spitzname „Buffi“ zustande?
Klaus Muruszach: Es gibt einen österreichischen Nationalspieler mit dem Namen Hans "Buffy"Ettmayer, der früher u.a. in Stuttgart und beim HSV spielte. Da ich in etwa die gleiche Figur, Spielweise hatte und ebenfalls Linksfuss war, wurde ich irgendwann nur noch Buffy genannt..

85live: Du hast in den 70iger Jahren bei den Elstern gespielt, wann genau? - kannst Du Dich noch an Deine erstes Spiel im 85-Trikot erinnern?
Klaus Muruszach: Ich habe im Ligabereich von 1974-1978 gespielt. Mein erstes Punktspiel in der Liga war in Bergedorf gegen Buxtehude.

85live: Stimmt es, dass Du in der Jugend bei Billstedt-Horn im Öjendorfer Hein-Klink-Stadion auf dem roten Grand Deine ersten Fußballerfahrungen hattest? Hast Du in Billstedt gewohnt und wie kamst Du dann zum ASV Bergedorf 85?
Klaus Muruszach: Meine ersten Fussballschritte habe ich beim ASV gemacht. In der D und C-Jugend habe ich mit Reiner (Erni) Schmidt eine sehr schöne Zeit gehabt. Zu der Zeit haben wir in Billstedt gewohnt. Durch meinen älteren Bruder Rolf, der schon bei 85 spielte, kam ein anderer Verein gar nicht in Frage. Erst als der damalige Jugendleiter plötzlich verstarb und die Jugendarbeit beim ASV nachließ, wechselte ich zu Billstedt-Horn. Bei Bille-Horn habe ich die B und A-Jugend und ich glaube 4 Jahre im Liga-Bereich gespielt. Mittlerweile waren wir nach Glinde umgezogen. Allein bedingt durch meinen Bruder, der weiter für den ASV gespielt hat, ist der Kontakt nie abgebrochen. So kam es, das ich 1974 zum ASV zurück ging und wohl meine schönsten 4 Jahre erleben durfte.

85live: Du warst Publikumsliebling an den Sander Tannen. Zum einen aufgrund Deiner Spielweise „Techniker!!“ aber auch aufgrund Deiner „Schlitzohrigkeit“. Du hattest auch auf dem Platz immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Hast Du noch ein, zwei Anekdoten auf Lager?
Klaus Muruszach: Das ich Publikumsliebling war, wusste ich gar nicht. Anekdoten gibt es natürlich einige. Spiel ASV-Urania: Bei Urania spielten u.a. Siggi Frische und Hartmut Gigar. Das sich die beiden auf dem Platz nicht immer verstanden war bekannt. Während des Spiels bin ich zu Siggi und habe ihm gesagt, dass Hartmut gerade gesagt hat, dass er heute nur Mist zusammenspielt. Wie von der Tarantel gestochen ist Siggi zu Hartmut gelaufen und hat ihn zur Rede gestellt. Der arme Kerl wusste nicht wie ihm geschah, denn er hatte überhaupt nichts derartiges zu mir gesagt. Ich stand mit einem Schmunzeln daneben.

85live: Ganz viele Jahre hast Du mir Deinem leider viel zu früh verstorbenen Bruder Rolf beim ASV Bergedorf 85 in der Stammelf gespielt. Rolf als Libero , Du im Mittelfeld. Wie habt Ihr Euch auf dem Rasen verstanden?
Klaus Muruszach: Ja, leider ist Rolf viel zu früh gestorben. Er war auf und neben dem Platz immer der Ruhige. Wir haben uns auf dem Platz immer gut verstanden, weil er mich auch ab und zu zur "Ordnung" gerufen hat. Leider hatte ich doch manchmal Diskussionen mit dem einen oder anderen Schiedsrichter oder Gegenspielern.

85live: Das „Spiel Deines Lebens“ ?
Klaus Muruszach: Spontan fallen mir 2 Spiele ein: Bergedorf - SVCN (Derby) an den Sander Tannen Endstand 5:1, 3 Buffy Tore gegen Michael Sprang, später Torwart beim ASV Bergedorf - VFR Neumünster Aufstiegsrunde zur damaligen Oberliga Endstand 5:1 Zur Überraschung aller, stellt mich mein damaliger, leider auch schon verstorbener, Lieblingstrainer Manfred Junke als offensiven Vorstopper auf. Neumünster spielte mit einem zurückhängenden Mittelstürmer. Ich hatte das Spiel vor mir und Platz ohne Ende. Wohl mein bestes Spiel im ASV-Trikot.


85live: Wie alt warst Du, als Du bei den Elstern aufgehört hattest? Hast Du danach noch weiter Fußball gespielt?
Klaus Muruszach: 1978 war ich 25 Jahre alt und ging dann für 1 Jahr zum damals aufstrebenden SV Börnsen. Danach spielte ich 1 Jahr für den SVCN unter dem Spielertrainer Rolf Muruszach (war auch nett) Die letzten 5 Jahre habe ich dann beim VFL Geesthacht unter Werner Jaschik (auch ein ehemaliger 85èr), Manni Junke und meinem Bruder Rolf gespielt. Mit 32 Jahren musste ich dann Schuhe an den Nagel hängen, da meine Achillessehnen sich chronisch entzündet hatten. Für einige Jahre im AH und Seniorenbereich in Börnsen und zum Schluß beim SCVM (wieder mit Reiner Schmidt) hat es aber doch noch gereicht.

85live: Du bist seit vielen Jahren dem SV Börnsen verbunden, oder ?
Klaus Muruszach: Wie ich schon sagte, habe ich für den SVB 1 Jahr im Ligabereich und viele Jahre in der Alten Herren und Senioren gespielt. Auch als Funktionär (Ligaobmann und 2.Vorsitzender) und später als Ligatrainer war ich dem Verein verbunden und bin es gelegentlich als Zuschauer heute noch. Eigentlich habe ich 2 Fussballherzen in meiner Brust. Das große schlägt für den ASV Bergedorf 85, das kleine für den SVB. (ist auch in Börnsen bekannt)

85live: Hast Du noch Kontakt zu alten Bergedorfer Mitspielern ?
Klaus Muruszach: Zu einigen Spielern habe ich nach wie vor guten Kontakt. Udo Niels, Reiner Schmidt, Detlef Schlottmann (Manager und Pressesprecher) und ich spielen seit über 30 Jahren 2 mal im Jahr Karten. Letztes Jahr haben wir mit unserer sogenannten "Andalusientruppe" Kay Petersen, Michael Sprang, Detlef Schlottmann und meine Wenigkeit unseren ehemaligen "Vereinswirt" Curt Bax (Jever-Stuben, Bax`s Cafe`) in Malaga besucht. Und last but not least hatte ich auch noch zu dem leider auch schon verstorbenen überragenden "polnischen" Menschen und Vorstopper Daniel Glogowski guten Kontakt.


85live: Als „alte Elster“ hast Du sicherlich aus der Nachbarschaft in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder ein Blick auf Deinen alten Verein geworfen. Dein Kommentar zu der Entwicklung?
Klaus Muruszach: Natürlich verfolge ich die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. Es ist sehr schade, dass ein solcher Traditionsverein so abgestürzt ist. Mir hat sehr oft mein 85èr-Herz geblutet. Erfreulich ist aber, dass sich Menschen gefunden haben, die einen Neuanfang gestartet haben. Diesen Verantwortlichen gehört mein großer Respekt. Wahrlich keine leichte Aufgabe

85live: Nun der Neustart des Fußballs beim ASV Bergedorf 85. Könntest Du Dir vorstellen, auch mal wieder ein Spiel -nun in der Kreisliga- Deines ehemaligen Vereins an den Sander Tannen zu besuchen. Deine Wünsche für die Zukunft?
Klaus Muruszach: Ich habe mir auch in dieser Saison schon ein Spiel angesehen. TSG Bergedorf 2 gegen ASV im Billtal-Stadion. Früher wären mit Sicherheit einige tausend Zuschauer dort gewesen, dieses mal waren es nicht ganz soviele. Trotzdem hat mich es schon bewegt alte 85 - Anfeuerungsrufe zu hören. Natürlich habe ich auch dem Erfolgstrainer Jörn Franke via Facebook zum Aufstieg gratuliert. Und ganz sicher werde ich mir auch ein oder mehrere Spiele in der Kreisliga ansehen. Dem Verein und vor allen Dingen den Verantwortlichen wünsche für die Zukunft viel Erfolg, Durchhaltevermögen und auch viel Glück, damit der ASV irgendwann wieder das wird was er mal war, nämlich ein Hamburger Traditionsverein. Mit dem FC Bergedorf 85 kann ich übrigends überhaupt nichts anfangen.

85live: Vielen Dank für das Interview !
Klaus Muruszach: Viele Grüße und schöne Pfingsten Klaus "Buffy" Muruszach

Fotos: Klaus Muruszach (privat)
Interview: Tim Scharfenberg (Redaktion 85live- die Elsternpost)

Dienstag, 19. Mai 2015

Impressionen vom letzten Saisonspiel




„85-Chronist“ Hans-Martin Lippold war am Wochenende 16/17.05.2015 in Hamburg und wurde Zeitzeuge des grandiosen 4:3 gegen eine starke zweite Mannschaft der TSG Bergedorf. Nachfolgend einige von ihm geschossene Fotos.
Hans-Martin Lippold traf sich während seines Hamburg-Aufenthalts übrigens mit Heinz („Johnny“) Weißleder, eine der großen Elstern-Legenden aus alten Oberligazeiten, über die er in seiner Elstern-Chronik berichtet.
„Es war für mich ja hochinteressant, insbesondere auch Schilderungen aus dem „Innenleben“ der Mannschaft. Wir werden weiter in Kontakt bleiben“ so HM Lippold begeistert über dieses Treffen.
(Der Bericht über die Spielzeit der Saison 1962/63 ist bereits in Arbeit und wird im laufe der Sommerpause bei uns im Blog "85live-die Elsternpost" veröffentlicht werden)



















Fotos: Hans-Martin Lippold

Sonntag, 10. Mai 2015

Spiel gedreht: 4:3 Sieg gegen TSG Bergedorf II – ASV Bergedorf 85 Vizemeister der Kreisklasse 11



Ein eindrucksvoller Sonntagnachmittag an den Sander Tannen. Drei Szenen vorangestellt:

-         -  Der Siegtreffer zum 4:3. Was für ein Angriff. Der Ball läuft über mehrere Stationen auf der rechten Angriffsseite. Statt in den Strafraum hoch hinein zu flanken wird das Leder in den Rücken der Abwehr gepasst, eine Elster lässt uneigennützig  den Ball durch, so dass Florian Heinze plötzlich aus halbrechter Position aus gut 20 Metern freie Schussbahn hat. Dieser Angriff konnte nur mit einem Tor beschenkt werden und so wusste man irgendwie schon im Moment  als Florian den Ball mit großartiger Schußtechnik traf, der Ball landet im Winkel (spontan denkt man ins Jahr 2003zurück, als Jörg Witzke zur Führung im Pokalendspiel gegen Pauli II traf, da jubelte man ebenfalls schon als der Papa von Nico perfekt traf) 

-         -  Den Sprint von Paul Schäfer nachdem 3:3 von Justin Gauger.  Paul, kurz zuvor ausgewechselt lief nach dem Abstaubertor mit enormer Geschwindigkeit zum Torschützen, um ihn um den Hals zu fallen. Usain Bolt oder meinetwegen auch Jürgen Klopp lassen grüßen.

-        -   Die Feierlichkeiten nach dem Spiel dauerten schon eine Weile an, Bier und Würstchen schmeckten köstlich. Zeit für Elstern-Kultfan Jörg Geipel sich alleine auf die Traversen des Stadions zu setzen und einfach den feiernden Spielern und Trainern auf dem Rasen zuzusehen.


Dabei sah es lange so aus, als wenn die Feierlichkeiten durch eine deftige Pleite im letzten Spiel getrübt werden würde.
Nach gut 60 Minuten lag man Sage und Schreibe mit 0:3 gegen die couragiert agierenden TSG-Mannen hinten. Eiskalt wurde 85 in der ersten Halbzeit sehr effektiv von der TSG bestraft. Zweimal behielten die Stürmer des Bergedorfer Großvereins die Nerven und schoben den Ball alleinstehend an 85-Keeper Florian Hogrefe vorbei ins Netz.
Der ASV Bergedorf 85 zwar feldüberlegend aber ohne nötigen Biss und herausgespielten Torchancen. War es die fehlende Spannung, nachdem schon feststehenden Aufstieg oder doch der Druck gewinnen zu müssen, um noch Schwarzenbek III  die Meisterschaft abzujagen?
Als der sehr gute Schiedsricher Thorsten Kunkel (nicht kleinlich, souverän, unaufgeregt) zur Pause pfiff, hofften nicht wenige auf die berühmte Halbzeitansprache des Trainers Jörg Franke.  Es wurde auch kurzzeitig ziemlich laut.
Doch zunächst ohne Wirkung. Nach einem direkten Freistoß (die Mauer stand falsch) hieß es 0:3. TSG als Partykiller?
Dann ein unnötiges Foul im Mittelfeld der in Grün kickenden Gäste. Rote Karte. Die Initialzündung für den ASV?
Scheinbar ja. Nach einem Freistoß verlängert Gregor Krahn zum1:3. Jetzt ging es ganz schnell. TSG kam nicht mehr zum Luftholen. Der junge Justin Gauger zeigte beim Anschlusstreffer seine ebenfalls gute Schußtechnik und beim Ausgleich seinen Torriecher.
Das 4:3 von Florian Heinze ist oben ausführlich beschrieben und sollte unbedingt in den nächsten Tagen bei elbkick.tv angeschaut werden, die mit einem Kamerateam am Kunstrasenplatz waren. Ich denke die Investition hat sich nach diesem Spielverlauf auch für den Internetsender gelohnt.
85 wie im Rausch. Auch ein fünftes oder sechstes Tor wäre möglich gewesen.

Dann der Schlusspfiff und obwohl ganz schnell durchsickerte, dass Kontrahent Schwarzenbek III doch deutlich in Escheburg gewann und somit letztendlich verdienter Meister der Kreisklasse 11 ist, tolle Jubelszenen an der Krusestraße. Der Anhängerclub (abermals verstärkt mit Fans des TSV Gülzow)  mit großartiger Choreografie !!!
Dann ging es Richtung Clubhaus. Als alle dort versammelt waren, bedankte  sich Trainer Jörg Franke bei seinem  Team, den Fans  ganz besonders an die stillen Helfer im Hintergrund: Stefan Schraub (Teambeauftragter), Heinko Thieke (Ligabetreuer), Marlies Rosentreter (Zeugwärtin bzw. Waschfee), Sarah Scheerer die Phisiotherapeutin, dem
Festausschuss und auch seiner Tochter, die oftmals den Chauffeur für ihren Papa spielte und ganz besonders einem Mann, der den Neuanfang ermöglichte: den Vorsitzenden des ASV Bergedorf 85 Klaus Hinz !!!
Elstern-Kapitän Ditmar Weber eröffnete dann mit prägnanten und zielgerichteten Kommandos das Büffet.
Es ist davon auszugehen, dass die Jungs später dann noch weiterziehen. Sie haben es sich verdient.
Danke für eine tolle Saison !!!
Ihr habt den Fußball und die Identifikation zum ASV Bergedorf 85 zurückgebracht.

Die ersten Fotos sind schon auf der Homepage der Fußballabteilung online (hier klicken)

Fotos: Tim Scharfenberg
(weitere -geknippst von Hans-Martin Lippold und Werner Heitmann - werden in den nächsten tagen onlinegestellt bzw. verlinkt)