Donnerstag, 4. Januar 2018

Die Elstern – Fußball im Amateurbereich Saison 1975 / 76 (von Hans-Martin Lippold)


 Die  Saison 74 / 75 nahm insgesamt doch noch einen zufriedenstellenden Verlauf. Ganz sicher müssen sich ein neuer Trainer – in diesem Falle Werner Thomsen – und die Mannschaft aneinander gewöhnen, das kann erfahrungsgemäß ein paar Wochen dauern. Vierzehn Zähler in der Vorrunde, mit sechs Niederlagen waren eine schwere Hypothek an der man in der Rückrunde zu tragen hatte. Zwanzig Punkte in der Rückrunde konnten diese Last nicht mehr kompensieren. In der Rückrunde wurde kein Heimspiel verloren, die Mannschaft war auf dem Weg zu alter Stärke.

Der aktuell vom Verfasser vorgelegte Bericht leidet unter der (sonst ganz ausgezeichneten) Berichterstattung im HAB. Die vierte Liga – Hamburgs höchste Amateurklasse – hatte nicht mehr den Stellenwert früherer Jahre und in der dritten Liga mit drei Hamburger Vereinen, SC Victoria, Barmbek Uhlenhorst sowie dem SC Concordia wurde ebenfalls Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Zusätzlich fanden die Olympischen Spiele 1976 ihren Widerhall in der Berichterstattung. Um dieses Ungemach zu steigern fand in der Endphase der Meisterschaft in der Druckindustrie ein Arbeitskampf statt, der in der Berichterstattung ebenfalls seinen Niederschlag fand. Über den 30. Spieltag wurde nichts berichtet.

Insgesamt haben die Vereine der Landesliga ihre Kader verstärkt, es wurden 88 Neuzugänge bei gleichzeitig 61 Abwanderungen verzeichnet. Sehr aktiv in diesem Punkte war der FC St. Pauli. Der Kader hatte neun Spielerabgänge zu verzeichnen. Ausgeglichen werden sollten die Abwanderungen durch elf Neuzugänge. Sieben dieser Zugänge stammten aus dem eigenem Jugendbereich. Auf den Weg dieser Mannschaft darf man gespannt sein. Nicht untätig war auch der TSV DuWo 08 mit acht Neuerwerbungen und fünf abgewanderten Spielern. Ebenfalls aktiv war Nachbar V / W Billstedt mit sieben Zugängen bei sechs Abwanderungen.

Nun zum ASV Für die Spielzeit 1975 / 76 muß Trainer Thomsen auf die Dienste der Spieler Stüven und Bierbaum verzichten. Beide traten in Köln ein Studium an und schnürten fortan die Stiefel für den SC Fortuna Köln. Auch Torhüter Hübner kehrte den Elstern den Rücken und schloß sich dem VfL 93 an. Diesen Abgängen standen natürlich sehr gute Neuverpflichtungen gegenüber. Hier seien genannt Rudi Clasen vom SC Victoria. Die ersten Schritte auf einem Fußballfeld absolvierte Rudi Clasen bei Teutonia 05. Über den SC Victoria wechselte er 1972 zu Phönix Lübeck. Dort machte er acht Spiele in der Regionalliga Nord. Das Datum seiner Rückehr zu Victoria war nicht in Erfahrung zu bringen, zu Beginn der Saison streifte er das Elsterntrikot über. Vom VfB Lübeck fand Klaus Behla den Weg an die Sander Tannen. Bis 1972 spielte er für den VfL Lohbrügge, nach zwei Spielzeiten und 24 Einsätzen für den VfB ging er zum ASV nach Bergedorf. Zwei weitere Zugänge kamen vom HSV nach Bergedorf. Aus der Amateurmannschaft kam „Ronny“ Krüger und direkt aus der Jugendmannschaft Synowetz an die Sander Tannen. Von der sehr guten Nachwuchsarbeit des Düneberger SV – hier sei in erster Linie Helmut Kröger als Trainer genannt – konnte der ASV erneut profitieren. Nach Günther Emsen und Klaus Homann aus früheren Jahren und „Fiete“ Tabel aus der jüngeren Vergangenheit kamen zwei weitere Talente vom Silberberg an die Sander Tannen. Gemeint sind hier die Brüder Exposito. Carlos Exposito kam direkt vom Düneberger SV zu den Elstern, sein Bruder Jose nahm den Umweg über den Jugendbereich in den Ligakader der Elstern. Nicht zu Beginn, sondern zu einem späteren Zeitpunkt wechselte vom SC Victoria ein weiterer Spieler an die Bille. Es kam Horst Lindner, ein Mittelfeldspieler mit ausgeprägten Offensivqualitäten .
Der bestehende Kader blieb also nahezu unverändert, sieht man von den Studenten Stüven und Bierbaum und Torhüter Hübner ab. Mit den genannten Neuzugängen ging es also in die Saison 1975 / 76.
Die Resultate der ersten beiden Pokalrunden konnten nicht ermittelt werden, beginnen wir mit der dritten Pokalrunde. Diese wurde am 25.5.75 ausgetragen, hier besiegten die Elstern den SC Ochsenwerder mit 3 : 0 . In der nachfolgenden Runde mußte Holsatia Elmshorn mit einer 1 : 3 Niederlage die Segel streichen. Auch in der fünften Runde konnte sich der ASV durchsetzen – Viktoria Wilhelmsburg – Veddel wurde mit 3 : 0 klar in die Schranken verwiesen. Resultate der sechsten Runde wurden im HAB nicht gefunden, in der siebten Runde, ausgetragen am 23.6.75 , setzten sich die Elstern gegen den Nachbarn aus Curslack – Neuengamme mit 3 : 0 durch. Die Amateure des FC St. Pauli unterlagen dem SC Condor mit 0 : 2 und Farmsen mußte sich dem SC Victoria mit 0 : 2 beugen.
Ein Landespokalsieger wurde zu der Zeit noch nicht ausgespielt, so zogen aus dem Bereich des HFV vier Amateurvereine in die erste Spielrunde der Saison1975 / 76 auf DFB – Ebene ein. In dieser Runde gingen 268 Mannschaften an den Start. Heimrecht hatten die Amateure zu der Zeit noch nicht. So war die Teilnahme der Amateure mit einem finanziellen Risiko verbunden – weite Anfahrten, geringe Einnahmen und Ausscheiden in Runde eins mußten einkalkuliert werden. Die Spielergebnisse der Hamburger Amateure waren folgende

SC Freiburg – SC Victoria 2 : 1
 Arminia Bielefeld – SV St. Georg 4 : 0
 Wattenscheid 09 – SC Condor 4 : 0
 SC Fortuna Köln – Bergedorf 85 6 : 1

Leider wurden die Amateurvereine im HAB sehr stiefmütterlich behandelt, es gab keine Spielberichte. Beim 1 : 6 der Elstern bei Fortuna Köln erzielte Rudi Clasen in der 15. Minute das Ehrentor für den ASV, durch eine herausragende Leistung im Elsterntor verhinderte Rüdiger Kahl eine noch höhere Niederlage

Am zweiten Augustwochenende 1975 startete die Hamburger Eliteklasse in die Saison 1975 / 76.
Im Vergleich zur Saison1974 / 75 hat die Landesliga ihr Gesicht verändert. Der SC Langenhorn, der VfL 93 und Tura Harksheide mussten die Klasse verlassen, deren Plätze wurden vom VfL Stade ( siegreich im Entscheidungsspiel gegen den SC Urania ) und dem SV Lurup eingenommen. Ergänzt wurde das Teilnehmerfeld durch den SC Poppenbüttel, den Absteiger aus der Amateuroberliga Nord. Auf dem Spielplan stand für den ASV zum Auftakt das Derby gegen den Nachbarn aus Curslack, den SVCN:

Ein Fehlstart
Heimrecht im Derby hatte der SVCN, in Erwartung einer hohen Zuschauerzahl wurde das Billtalstadion als Spielstätte auserwählt. Im ersten Spielabschnitt war der SVCN die eindeutig die bessere Mannschaft und ging in der 11. Minute in Führung als Torwart Kahl einen Ball nur abprallen ließ und ein Curslacker Stürmer zur rechten Zeit am rechten Ort war und das Leder über die Linie drückte. Die Gastgeber zeigten das gefälligere Spiel und
gewannen zudem die meisten Zweikämpfe. Erst nachdem Rudi Clasen in der 62. Minute des Feldes verwiesen wurde nahmen die Elstern Fahrt auf und setzten die „Hausherrn“ unter Druck, konnten das Ergebnis aber nicht mehr korrigieren. So blieb es beim knappen 1 : 0 Erfolg des SVCN vor 1600 Besuchern. Von fünfzehn Spieltagen wurde im HAB nur Ergebnis, Torschützen und Zuschauerzahl mitgeteilt. Darunter leidet auch dieser Bericht da andere Informationsquellen nicht zur Verfügung standen.

ASV wieder in der Spur
Die Amateurvertretung des RFC St. Pauli, eine mit vielen Nachwuchskräften besetzte Mannschaft war der erste Gast der Saison an den Sander Tannen. Achthundert Besucher waren neugierig auf diese Partie und sahen zunächst eine torlose erste Halbzeit. Nach der Pause dauerte es zehn Minuten um das Spiel zu entscheiden. Udo Niels (53.), Rainer Wysotzki (58.) und Rainer Schmidt (63.) stellten das Resultat auf 3 : 0. In der 87. Minute erhöhte Reinke auf den Endstand von 4 : 0

Den Sieg vergeben
Wenn man auf fremden Platz nach 30 Minuten mit 2 : 0 in Führung liegt ( Laband und Krüger waren die Torschützen ) hat man gedanklich schon zwei Punkte im Gepäck. Aber nicht in Lurup. In der 36. Minute kam der SV Lurup auf 1 : 2 heran und konnte in der 68. Minute ausgleichen. Doppelter Torschütze bei den Lurupern war Kock, der zwei Foulelfmeter verwandeln konnte. 800 Besucher waren Zeugen einer Partie in der die Grenzen des Erlaubten häufig überschritten wurden.

Ein Spiel voller Abwechselung
Kaum eine Mannschaft hat den Elstern in früheren Spielzeiten soviel Respekt eingeflößt wie der TSV DuWo 08. Das sollte auch in der heutigen Partie der Fall sein. Vor 800 Besuchern brachte Klaus Muruszach die Elstern bis zur 39. Minute mit 2 : 0 in Führung. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang den Gästen der Anschlußtreffer. Der alte Abstand wurde nach Wiederbeginn von Klaus Muruszach wieder hergestellt, aber DuWo gab sich noch längst nicht geschlagen und verkürzte erneut, es stand nur noch 3 : 2 für den ASV. In der 70. Minute meldete sich Ronald Krützfeld zu Worte und erhöhte auf 4 : 2. Aber Hut ab vor DuWo 08! In der 79. Minute der erneute Anschlußtreffer zum 3 : 4. Der ASV brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und behielt zwei Punkte in Bergedorf.

Kantersieg in Wandsbek
Im fünften Spiel der laufenden Saison trafen die Elstern auf den noch sieglosen Wandsbeker FC. Daran sollte sich nach diesem Spieltag nichts ändern, denn die Elstern siegten vor 1000 Besuchern im Wandsetal durch Tore von Krüger und Clasen sowie einem Treffer von Klaus Vogel klar mit 5 : 0. Mit sieben Punkten aus fünf Begegnungen kann man zufrieden sein, hohe Siege gegen St. Pauli und den WFC sicherten den Elstern den zweiten Tabellenplatz. Altona, Blankenese sowie der Buxtehuder SV und Nachbar Curslack verzeichneten ebenfalls sieben Zähler, Holsatia Elmshorn thronte mit neun Punkten an der Spitze der Tabelle. Noch ohne Sieg waren DuWo, Lurup, der WFC sowie die Amateure des FC St. Pauli.

Enttäuschendes Derby
Die 2000 Besucher an den Sander Tannen waren sich nach dem Spiel gegen Vorwärts Billstedt einig – sie hatten schon attraktivere Derbies gesehen. Mit einer defensiven Grundeinstellung und einer gewissen Überheblichkeit gingen die Elstern auf den Platz – kein Drang nach vorne, kein Elan und keine zwingenden Angriffsaktionen. So war gegen die disziplinlerte Billstedter Hintermannschaft nichts zu holen. Die Elstern mussten sich mit einem Punkt zufrieden geben während die Gäste den Punktgewinn feiern konnten.

Die häßliche Seite
Alles schien auf einen doppelten Punktgewinn der Elstern hinauszulaufen. Neunhundert Zuschauer sahen wie der ASV in der 51. Minute durch Krüger 2 : 0 in Führung ging nachdem Udo Niels in der 12. Minute für das 1 : 0 sorgte. In der 61. Minute konnten die Platzherrn auf 1 : 2 verkürzen. Ein umstrittener Elfmeter ( angeschossene Hand ) führte dann in der 80. Minute zum Ausgleich. In der nun aufgeheizten Atmosphäre gingen Udo Niels die Nerven durch und er wurde nach einem Disput mit dem Schiedsrichter des Feldes verwiesen. Als in der Schlußminute den Elstern ein Elfmeter verweigert wurde warfen uneinsichtige Fanatiker alle sportlichen Grundsätze über Bord und bedrohten den Schiedsrichter. Nur unter dem Schutz der Platzordner konnte der Unparteiische den Platz verlassen
.
Sieg gegen den Neuling
Der VfL Stade, 1964 aus der Landesliga abgestiegen kehrte zu Beginn der Saison in die Hamburger Eliteliga zurück und stellte sich an den Sander Tannen vor. Bis zum Seitenwechsel sorgten Rudi Clasen (37.) und Rainer Schmidt (40.)für eine beruhigende Führung. Kurz nach Wiederbeginn erhöhte Klaus Muruszach auf 3 : 0. Der Anschlußtreffer des VfL in der 68. Minute konnte dem Spiel keine Wende geben und die Gäste traten mit leeren Händen die Heimfahrt an. Nach der Partie vor 1200 Besuchern hatten die Elstern 11 : 5 Punkte auf dem Konto und belegten den vierten Platz in der Tabelle.

Das Spiel gedreht
Kaum standen die Spieler auf dem Platz lagen die Elstern auf eigenem Gelände mit 0 : 2 zurück. Dem 0 : 1 des SC Sperber folgte in der 16. Minute schon das 0 : 2 für die Gastmannschaft. Von dem Schrecken erholten sich die Elstern schnell, denn Hermann Körner stellte durch seine Tore in der 23. und 44. Minute den 2 : 2 Ausgleich her. Für das 3 : 2 zeichnete dann Rudi Clasen in der 72. Minute verantwortlich. Tausend Besucher sahen eine spannende Partie mit einem glücklichen Ende für Bergedorf 85.

Punktgewinn am Hammer Park
Der SV St. Georg war noch nie ein angenehmer Gegner, Punktgewinne waren stets hart umkämpft und mit harter Arbeit verbunden. 600 Besuchern wurde ein Spiel geboten welches innerhalb von drei Minuten entschieden – oder besser gesagt: nicht entschieden wurde. Nach 25. Minuten ging der ASV durch Klaus Muruszach in Führung, der Ausgleich ließ nur drei Minuten auf sich warten. Das wars dann auch schon, mit einem 1 : 1 wurden die Punkte geteilt.

Erste Heimniederlage
Das Spiel gegen die Spvg. Blankenese war vollkommen offen, vier Siege, zwei Unentschieden sowie vier Niederlagen aus den letzten zehn Spielen gegen die Mannschaft vom Elbufer deuten die Gleichwertigkeit beider Teams an. Vorsicht war geboten, von den letzten fünf Heimspielen gingen drei Begegnungen verloren. Die Pessimisten sollten Recht behalten. In der 19. und 55. Spielminute überwanden die Gäste der Elsterntorwart und es stand 0 : 2. Das 1 : 2 ( Rolf Muruszach ) in der 87. Minute fiel zu spät um die Niederlage noch abzuwenden. Nach der ersten Heimniederlage der Saison hatten die Elstern 14 : 8 Punkte und belegten den fünften Tabellenplatz. Ein kurzer Blick zum Nachbarn: Der SV Curslack – Neuengamme und Spielertrainer Peter Rohrschneider beendeten ihre Zusammenarbeit. Ausschlaggebend waren Meinungsunterschiede über den Umgang mit dem Spieler Carsten Schulz.

Punkteteilung in Poppenbüttel
Außer dem Spielergebnis und der Zuschauerzahl wurde im HAB nichts berichtet. 800 Besucher auf der Bültenkoppel in Poppenbüttel sahen ein torloses Landesligaspiel.

Spitzenspiel gegen Holsatia Elmshorn
Wenn der Tabellendritte, Holsatia Elmshorn, beim Tabellenvierten, in diesem Falle Bergedorf 85 antritt, ist die Bezeichnung Spitzenspiel durchaus angemessen. Das HAB hüllte sich über diese Partie in Schweigen. Hier also nur die Fakten: 1200 Besucher wollten sich dieses Spiel nicht entgehen lassen. In der 67. Minute sahen sie das Tor des Tages. Glücklicher Torschütze war Klaus Muruszach zum 1 : 0 für die Elstern.

Dramatik in Altona
Zu den Klassikern im Hamburger Amateurfußball gehören die Duelle zwischen Altona 93 und Bergedorf 85. Auch wenn das HAB über diese Begegnung nichts berichtete, deutet doch die Torfolge auf ein spannendes Spiel hin. Auch der Tabellenstand der beiden Teams zeigte in diese Richtung – der Tabellenzweite hat den Tabellenvierten zu Gast, viel mehr Spannung geht nicht! Den Halbzeitstand von 1 : 0 für die Platzherrn besorgte Wiehsalla im
der 27. Minute. In der 50. Minute erhöhte Perlmann ( AFC ) auf 2 : 0 und als wiederum Wiehsalla inder 63. Minute auf 3 : 0 erhöhte schien alles auf einen Sieg des AFC hinzudeuten. Aber die Elstern ließen die Flügel nicht hängen und zeigten was in ihnen steckte. Das war einiges, denn in der 75. Minute verkürzte Rudi Clasen auf 1 : 3. Diesem Treffer ließ Rolf Muruszach zehn Minuten später das 2 : 3 folgen. In der 87. Minute, also nach weiteren zwei Minuten, fand der famose Endspurt der Elstern seinen Höhepunkt – Neuzugang Krüger konnte zum 3 : 3 ausgleichen. Mit diesem Ergebnis endete ein Spiel welches zu jeder Zeit dem Prädikat Spitzenspiel gerecht wurde. Das Spiel hatte mehr als die anwesenden 750 Besucher verdient. Eine Bemerkung zur Vereinsbezeichnung der Altonaer. FC Altona 93 oder Altonaer FC 93? Ein Foto vom Stadioneingang kann Klarheit herbeiführen: ein Torflügel trägt die Kennzeichnung AFC, der andere Flügel ist mit dem Gründungsjahr 93 gekennzeichnet. In weiteren Berichten wird nun immer vom AFC 93 oder ganz einfach Altona 93 die Rede ( genauer: die Schreibweise ) sein.

Ein Punkt in Buxtehude
Das 0 : 1 durch Klaus Vogel weckte vorübergehend Hoffnungen auf einen Auswärtserfolg doch den Platzherrn gelang der Ausgleich. Es hätte für die Elstern auch schief gehen können denn in einer für den ASV kritischen Situation wurde dem SV Buxtehude ein Strafstoß versagt.
Das Spiel in Buxtehude war für den ASV das letzte Spiel in der Vorrunde. Mit dem bisherigen Saisonverlauf konnte der ASV sehr zufrieden sein. Platz drei mit 19 : 11 Punkten sind eine gute Basis für die Rückrunde. Für die Elstern sowie für die Spvg. Blankenese standen nur zwei Niederlagen zu Buche, der AFC 93, Holsatia Elmshorn sowie DuWo 08 und der SC Poppenbüttel meldeten bei nur drei Niederlagen ebenfalls Ansprüche auf höhere Tabellenregionen an. Hinter den Erwartungen blieb der Meister VfL Pinneberg zurück, die Amateurmannschaft des FC St. Pauli erwies sich bei nur drei Unentschieden und zwölf Niederlagen als nicht konkurrenzfähig. Große Sorgen um den Klassenerhalt müssen sich der Wandsbeker FC und der VfL Stade machen.
Der Start in die Rückrunde begann für die Bergedorfer Mannschaft mit dem Derby gegen den SVCN.

Hoher Sieg im Derby
Mit betrübten Minen haben die Anhänger und Spieler des SVSN nach Spielende die Anlage an den Sander Tannen verlassen. Zu deutlich war die Packung die der ASV den Gästen mit auf den Heimweg gegeben hat. Nur selten ist eine Mannschaft an den Sander Tannen derartig auseinander genommen worden, zwischen der 5. und 28. Minute spielten die Elstern einen 5 : 0 - Vorsprung heraus. Dreimal Muruszach, Rainer Schmidt und Udo Niels waren die Torschützen. Der ASV spielte wie im Rausch und ließ den Gästen nicht den Hauch einer Chance. Nach dem Seitenwechsel schalteten die Elstern mehrere Gänge zurück und das Spielgeschehen normalisierte sich. In der 48. Minute kamen die Gäste zum Ehrentreffer. 2300 Zuschauer sahen eine fulminant aufspielende Bergedorfer Mannschaft, die sich am Ende des Tages auf dem zweiten Tabellenplatz wiederfand.

Punkte gegen Lurup
Einzelheiten zum Spiel des ASV gegen den SV Lurup an den Sander Tannen konnten nicht ermittelt werden. Nur das Ergebnis ist bekannt, Der ASV besiegte den SV Lurup mit 3 : 1 Toren.

Erfolg bei DuWo 08
War die Partie im Hinspiel noch hart umkämpft mit einem 4 : 3 Erfolg der Elstern, war das Rückspiel eine klare Angelegenheit. Duwo konnte zwar in der 8. Minute mit 1 : 0 in Führung gehen, aber die Freude der Duvenstedter währte nur eine Minute, dann stand es nämlich 1 . 1 – Krüger hatte getroffen. in der 20. Minute war die Elsternführung fällig, diesmal war Rudi Clasen der Täter. Mit diesem Ergebnis schickte der Schiedsrichter die Mannschaften in die Halbzeitpause. Zwei Minuten nach Wiederbeginn war Krüger erneut zur Stelle und erhöhte auf 3 : 1. Den endgültigen KO – Schlag bekamen die Hausherrn in der 82. Minute non Udo Niels mit dem Tor zum 4 : 1 verpaßt.

Die Elstern sicherten sich mit diesem Erfolg wichtige Punkte im Kampf um die beiden ersten Tabellenplätze. Diese wurden vom AFC 93 und der Spvg. Blankenese mit 27 : 11 Punkten belegt, dahinter in Lauerstellung der ASV mit einem Spiel weniger bei 25 : 11 Zählern.

Der WFC wurde besiegt
Auch über dieses Spiel kann – aus bekannten Gründen – nichts berichtet werden. 1200 Zuschauer an den Sander Tannen erlebten in der 11. Minute das 1 : 0 für den ASV durch Krüger, in der 23. Minute ließ Ronald Krützfeld das 2 : 0 folgen. 

Da der AFC 93 mit einem 2 : 2 gegen DuWo auf eigenem Platz einen Punkt abgeben mußte stellte sich die Tabellenspitze wie folgt dar. 1. Blankenese 29 : 11 2. AFC 93 28 : 12 und 3. ASV 27 : 11 Für den ASV eine sehr gute Ausgangsposition für den Rest der Saison.

Punkteteilung im Derby
Derbies und Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze wenn man den großen Fußballphilosophen glauben darf. Dies kann darauf hindeuten daß nicht automatisch der Favorit als Sieger vom Platz geht. Da machte der Auftritt des ASV in Billstedt gar keine Ausnahme. Die Elstern traten zwar ohne die bislang so torgefährlichen Torjäger Clasen und Muruszach an, gingen aber trotzdem in Führung – den Billstedtern unterlief ein Eigentor. Der Billstedter Pietzuch sorgte in der 34. Minute für den Ausgleich. Nach der erneuten Führung der Elstern ( Krause, 58. Minute ) verstärkten die Hausherrn ihre Angriffsbemühungen mit dem Ergebnis, daß Peter Danjus, einst in Diensten des ASV, in der 75. Minute den verdienten Ausgleich erzielte. Weiteres Unheil blieb den Elstern erspart und so kehrten sie mit einem Punkt im Gepäck nach Bergedorf zurück.

Schmeichelhafter Sieg
Das nächste Spiel der Elstern sollte erneut auf fremden Platz stattfinden. Gegner war die Amateurmannschaft des FC St. Pauli. Gegen die noch immer sieglosen Amateure waren die Elstern eindeutiger Favorit. Entsprechend war auch das Spiel denn Udo Niels (25.) und Rainer Schmidt (32.) brachten ihre Mannschaft in Führung. Überheblichkeit und ein gewisses Phlegma bestimmten danach das Spiel der Elstern mit der Folge, daß die St. Pauli – Mannschaft in der 43. Minute zum Anschlußtreffer kam. Weitere gute Gelegenheiten der Gastgeber vereitelte Torhüter Kahl. Das 1 : 3 durch Krützfeld in der 64. Minute besiegelte das Schicksal der Hausherrn und bescherte den Elstern zwei wichtige Punkte. Der Sieg des ASV ist um ein Tor zu hoch ausgefallen.

Hochmut kommt vor den Fall
Wer unter den 1100 Zuschauern den Schützen des 50. Saisontores der Elstern voraussagen konnte, winkte eine Flasche Sekt als Prämie. Der Gast aus Pinneberg war nur mäßig in die Saison gestartet, hatte sich aber gefangen und war seit sechs Spielen ungeschlagen, bei zwei Spielen Rückstand war der Zug nach oben noch nicht abgefahren. Die Pinneberger taten alles um diesen Trend fortzusetzen und schockten Fans und Mannschaft mit dem 0 : 1 schon in der 5. Spielminute. Über das Geschehen auf dem Rasen wurde im HAB nichts berichtet, das zweite Pinneberger Tor wurde den Lesern aber nicht vorenthalten. Mit einem 2 : 0 Erfolg an den Sander Tannen blieb der VfL Pinneberg Sieger in dieser Begegnung. Ein kurzes Fazit kann gezogen werden: Die Elstern blieben bei ihren 49 Toren, die Pinneberger nahmen die Punkte mit und der Sekt blieb im Kühlschrank!

Sieg in der Schlußminute
Schon in der Hinrunde hatten die Elstern in Buxtehude viel zu tun um die Punkte an die Sander Tannen mitzunehmen. Das Spiel in der Rückrunde sollte auch kein Spaziergang werden und so dauerte es bis zur letzten Spielminute ehe ein Kopfball von Krause den Weg ins Buxtehuder Gehäuse fand. 900 Besucher konnten sich über zwei Punkte und weiterhin gute Aussichten im Kampf um die beiden ersten Tabellenplätze freuen.

Erneut ein später Sieg
Späte Siege sind die schönsten! Wenn keiner mehr mit einen doppelten Punktgewinn rechnet, wenn sich alle mit einem Unentschieden abgefunden haben, dann ist der Siegtreffer wie eine Erlösung. So empfanden es auch die 900 Besucher an den Sander Tannen als Krüger in der 84. Minute das Siegtor gegen den SV St. Georg erzielen konnte!

Das Schlagerspiel des 24. Spieltages fand in Altona statt. Vor 2800 Zuschauern ( Saisonrekord ) besiegte der AFC 93 die Spvg. Blankenese mit 2 : 0. Die Tabellensituation war danach folgende 1. AFC 93 36 Punkte 2. Spvg. Blankenese 35 P. und 3. ASV 34 P.

Spitzenspiel in Blankenese Die 2000 Besucher sahen ein Klassespiel zweier Spitzenmannschaften der Landesliga. Kampf, Einsatzfreude, Torraumszenen und schneller Kombinationsfußball – das zeichnete dieses Spiel aus.In der 19. Minute fiel das 1 : 0 für die Elstern, das war gleichzeitig der Halbzeitstand. In der 49. Minute der Ausgleich, fünf Minuten später die erneute Führung für den ASV. Noch in der gleichen Minute fiel das 2 : 2. Ein offener Schlagabtausch !! Es dauerte vier Minuten, dann ging die Spvg. erstmals in Führung – es stand 3 : 2 für die Spvg. Als die Spvg. in der 69, Minute die Führung auf 4 : 2 ausbauen konnte, schien das Spiel endgültig entschieden, aber die Elstern kamen zurück und verkürzten durch Krause auf 3 : 4 in der 81. Minute. Die verbleibenden neun Minuten reichten nicht mehr für einen Punktgewinn. In einem Klassespiel hatte die Spvg. Blankenese das bessere Ende für sich und kehrte, da auch Altona gegen St. Georg 0 : 1 unterlag an die Tabellenspitze zurück.

Hier die Tabellensituation an der Spitze 1. Blankenese 37 : 12 P. 2. AFC 93 36 : 14 P. 3. ASV 34 : 16 P. Jedes nachfolgende Spiel konnte ein „Endspiel“ sein, ein spannendes Finale stand Hamburgs Fussballfreunden bevor.

Poppenbüttel ließ die Punkte liegen
Eigentlich hätte man in der Endphase der Meisterschaft an den Sander Tannen mehr Zuschauer erwartet als die 700 Unentwegten, die den SC Poppenbüttel sehen wollten. Diese wurden allerdings nicht enttäuscht: in der 55. und 85. Minute überwand Krüger den Gästetorwart zum 2 : 0. Weitergehende Informationen waren dem HAB nicht mehr zu entnehmen. Da die Spvg. Blankenese in Buxtehude über ein 0 : 0 nicht hinaus kam rückte die Spitzengruppe noch enger zusammen. Der AFC 93 und Blankenese führten die Tabelle mit 38 : 14 Punkten an vor dem ASV mit zwei Zählern Rückstand. Beeindruckend der VfL Pinneberg – in der Rückrunde noch kein Spiel verloren bei acht Siegen und zwei Unentschieden.

Ein Spieltag nach Maß
Die Mitbewerber um die Aufstiegsplätze spielten an diesem Wochenende für den ASV! Der VfL Pinneberg setzte seine Erfolgsserie fort und besiegte den AFC 93 mit 2 : 1. Da auch Blankenese bei DuWo 08 mit 1 : 3 den kürzeren zog konnten die Elstern mit einem Punktgewinn beim VfL Stade zum Führungsduo aufschließen. Das taten sie mit einem Paukenschlag !! Deutete das knappe 0 : 1 Halbzeitergebnis (Krause, 17. ) noch auf ein erträgliches Resultat aus Sicht der Stader hin, so brachen nach dem Seitenwechsel alle Dämme. Mit Toren zum 2 : 0 und 3 : 0 trug sich Krüger in die Torschützenliste ein, ihm folgten Rainer Schmidt und Klaus Muruszach mit den Toren zum 4 : 0 und 5 : 0. In der 85. Minute machte Rudi Clasen das halbe Dutzend voll. Strahlende Gesichter in Bergedorf denn mit diesem Ergebnis belegten die Elstern den ersten Tabellenplatz – vor den punktgleichen Konkurrenten aus Altona und Blankenese.

Galavorstellung in Elmshorn
Trainer Thomsen ist es gelungen aus vielen Individualisten ein echtes Team zu machen. In dieser prächtigen Verfassung dürfte dem ASV der Titel nur schwer streitig zu machen sein. So schrieb das HAB zum Spiel der Elstern bei Holsatia Elmshorn. Vor 1100 Besuchern präsentierten sich die Elstern in einer glänzenden Verfassung und veranstalteten einen grandiosen Angriffswirbel. Es begann in der 8. Minute mit einem Treffer von Rudi Clasen, dem ließ Krause in der 25. Minute das 2 : 0 folgen. Krüger wollte seinen Kollegen nicht nachstehen und markierte vier Minuten später das 3 : 0. 300 mitgereiste Bergedorfer Schlachtenbummler geleiteten ihre Mannschaft mit Applaus in die Halbzeitpause. In der 52. Minute fand der Angriffsschwung der Elstern seine Fortsetzung, das zweite Tor von Clasen bedeutete gleichzeitig das Endergebnis von 4 : 0 für Bergedorf 85. Die Elstern waren zur richtigen Zeit in Topform gekommen und zeigten keinen Schwachpunkt. Überragend die Mittelfeldakteure Schmidt, Krützfeld und Klaus Vogel, ebenso Clasen, Muruszach und im Tor Rüdiger Kahl.

Der AFC 93 siegte zeitgleich 3 : 1 gegen den SV Buxtehude, die Spvg. Blankenese wurde vom SC Sperber aus dem Meisterschaftsrennen genommen, die Spvg. unterlag den „Raubvögeln“ auf eigenem Gelände mit 1 : 2 Mit 40 : 16 Punkten führten der AFC 93 und die Elstern die Tabelle an gefolgt von der Spvg. Blankenese mit 38 : 18 Zählern

Spiel beim Favoritenschreck
Die Entscheidung nahte heran und die Elstern taten gut daran den nächsten Gegner, den SC Sperber, nicht zu unterschätzen. Wenn ein Abstiegskandidat – in diesem Falle der SC Sperber – bei einem Mitfavoriten, der Spvg. Blankenese die Punkte mitnimmt ist bei den Elstern allergrößte Vorsicht angesagt. Die Alsterdorfer waren lange Zeit ein gleichwertiger Gegner, konnten sie doch die Führung des ASV aus der 11. Minute ( Ronny Krüger war der Torschütze ) noch vor dem Pausenpfiff ausgleichen. Das 2 : 1 für den ASV beruhigte die Nerven aller Bergedorfer. Die endgültige Entscheidung fiel in der 80. Minute, wiederum traf Krüger ins Schwarze.

Blankenese unterlag am vorletzten Spieltag beim SC Poppenbüttel mit 2 : 4 und war somit “weg vom Fenster“ und da der Stadtrivale aus Altona auf eigenem Platz gegen Elmshorn nur 1 : 1 spielte waren die Elstern vor dem letzten Spieltag alleiniger Tabellenführer. Die Tabellenspitze hatte folgendes Aussehen 1. ASV 42 : 16 P. 2. AFC 93 41 : 17 P. 3. Spvg. Blankenese 38 : 20 P.

Der 30. und letzte Spieltag mußte also die Entscheidung über die Meisterschaft in der Landesliga bringen. Sowohl die Elstern als auch der AFC 93 waren für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Amateuroberliga Nord qualifiziert. Der letzte Spieltag sah die Begegnung der Elstern gegen den AFC an den Sander Tannen vor. Der AFC 93 konnte nur im Falle eines Sieges den Titel gewinnen, Sieg oder Unentschieden würden den Elstern reichen. Zu diesem faktischen Endspiel wurden 5000 Besucher an den Sander Tannen erwartet. 

Das Schlimmste, was dem Chronisten in einem solchen Fall passieren kann ist eingetreten: ein Druckerstreik! Zwischen dem 29.4.76 und 13.5.76 sind nur zwei reguläre Zeitungen und zwei Notausgaben erschienen. der letzte Spieltag der Landesliga fand am 8/9.5.76 statt.
Das Spiel der Elstern gegen den großen Rivalen aus Altona endete 1 : 1, damit waren die Elstern Meister der Landesliga in der Saison 1975 / 76.















Die Landesligameisterschaft war ein Zwischenschritt auf dem Weg in die Amateuroberliga Nord, der Weg führte über die Aufstiegsrunde, da warteten ganz andere Kaliber auf die Elstern. Die Gegner des ASV waren der TSV Rendsburg und die Amateurmannschaften vom SV Werder Bremen und Hannover 96. Der AFC 93 mußte sich in der Parallelgruppe mit dem SV Atlas Delmenhorst, dem VfR Neumünster und TuS Lingen auseinandersetzen. Am 24. Mai begann die Aufstiegsrunde.

Im ersten Spiel ein Dämpfer
Erster Gast an den Sander Tannen waren die Amateure vom Bundesligaverein Hannover 96. 3500 erwartungsvolle Zuschauer wollten die Elstern auf dem Weg in die AOL begleiten. Die Aufgabe war schwer. Die Hälfte der gegnerischen Mannschaft befand sich mit den Bundesligaprofis im gemeinsamen Training, vier Spieler hatten bereits Bundesligaerfahrung. Entsprechend traten die Gäste auf: spritzig, dynamisch und abgeklärter als die Hamburger Meistermannschaft. Die Gäste gingen in der 7. Minute in Führung, die aber von Rainer Schmidt per Handelfmeter in der 22. Minute ausgeglichen wurde. Es war erneut Rainer Schmidt der in der 36. Minute unter dem Jubel der Zuschauer die Elstern in Führung brachte. Nach dem Seitenwechsel gelang den Gästen der Ausgleich zum 2 : 2. Herausragender Spieler war Rainer Schmidt – Noteinsätze in der Hintermannschaft im Wechsel mit Angriffsaktivitäten. Die Analyse von Trainer Thomsen war zutreffend: Gegen diese Spitzenmannschaft haben wir mit dem Unentschieden keinen Punkt verloren, sondern einen Punkt gewonnen. Der TSV Rendsburg und die Amateure des SV Werder trennten sich 1 : 1. In der Parallelgruppe unterlag TuS Lingen dem VfR Neumünster mit 0 : 3, Atlas Delmenhorst besiegte den AFC 93 mit 2 : 1 Toren.

Kein guter Tag in Bremen
Trainer Thomsen war nur mit der Endphase der Partie zufrieden, da war es aber schon zu spät! Es begann vielversprechend für den ASV, denn Krause brachte in der 7. Minute die Elstern in Führung. Die Antwort des SV Werder folgte in der 19. Minute mit dem Tor zum 1 : 1. Noch vor der Halbzeit gerieten die Elstern ins Hintertreffen. Dem 2 : 1 folgte in der 61. Minute der 3 : 1 - Führungstreffer der Bremer. Hoffnung kam nochmal auf als Krause zwanzig Minuten vor Spielende auf 2 : 3 verkürzen konnte, doch nach zwei Zeigerumdrehungen waren die Hoffnungen zerstoben – Werder Bremen stellte den alten Abstand wieder her, es stand 4 : 2 für den SV Werder. Als Klaus Behla in der 74. Minute des Feldes verwiesen wurde, standen nur noch zehn Bergedorfer auf dem Platz, aber die dezimierte Mannschaft kam in der 80. Minute durch Rainer Schmidt auf 3 : 4 heran. Die Mannschaft des SV Werder brachte den Vorsprung über die Zeit und die Elstern mußten geschlagen die Heimreise antreten. Für den ASV eine ganz bittere Niederlage! 

Der TSV Rendsburg blieb bei den Amateuren von Hannover 96 mit 2 : 1 siegreich. In der Parallelgruppe trennten sich der AFC 93 und TuS Lingen 1 : 1 während der VfR Neumünster dem SV Atlas Delmenhorst mit 1 : 2 unterlag.

Die Hoffnung kehrt zurück
Der TSV Rendsburg hatte den Meister der Hamburger Landesliga ganz offensichtlich unterschätzt. Entgegen der üblichen taktischen Marschroute – aus sicherer Abwehr überfallartige Angriffe – suchten die Platzherrn ihr Heil sofort nach Beginn in der Offensive. Der Erfolg stellte sich prompt ein, denn in der 7. Minute fiel das 1 : 0. Dann nahmen die Elstern den Spielbetrieb auf und ein Elfmeter in der 26. Minute führte zum Ausgleich durch Rainer Schmidt. In Minute dreiunddreißig brachte Rudi Clasen seine Mannschaft in Front. Von dem Schreck erholten sich die Rendsburger schnell und glichen vier Minuten später zum 2 : 2 aus. Zwei Tore von Ronny Krüger aus der 38. und 43. Minute führten zum 4 : 2 Halbzeitstand für Bergedorf 85. Sechs Minuten vor dem Abpfiff kamen die Gastgeber noch auf 3 : 4 heran, aber Rudi Clasen beseitigte in der Schlußminute mit seinem Tor zum 5 : 3 die letzten Zweifel am Spielausgang. Mit diesem nicht erwarteten Ergebnis hielten sich die Elstern alle Optionen in der Ausstiegsrunde offen. 

Die Amateure von Hannover 96 verloren gegen die Werder - Amateure 0 : 1. Schließlich behielt Atlas Delmenhorst gegen TuS Lingen mit 6 : 1 die Oberhand, während Altona gegen Neumünster mit 0 : 3 unterlag.

Die Elstern bleiben im Geschäft
Bei einem Punktestand von 3 : 3 Zählern sind die Elstern weiterhin im „Aufstiegsgeschäft“. Um dort zu bleiben sollten gegen den Gast, den Gegner des Vorwochenendes, den TSV Rendsburg beide Punkte an den Sander Tannen bleiben. Es war ein heißer Tag und die hohen Temperaturen schienen beide Mannschaften zu lähmen, besonders den Elstern war dies anzumerken. Kraftlos, saftlos und ohne Temperament präsentierte sich die Mannschaft den 3500 Zuschauern. So blieb der erste Durchgang torlos. Der Umschwung kam nach dem Seitenwechsel ,für den verletzten Klaus Muruszach schickte Trainer Thomsen Horst Lindner auf das Feld. Das war wie eine Initialzündung, Lindner war überall zu finden, sowohl in der Hintermannschaft als auch als Antreiber im Mittelfeld. Der Erfolg blieb nicht aus, denn in der 35. und 79. Minute entschied Krüger mit seinen beiden Toren zum 2 : 0 das Spiel für Bergedorf 85. Die Amateure von Werder Bremen ( mit 4 : 0 Sieger gegen Hannover 96 ) führten mit 7 : 1 Punkten die Tabelle vor dem ASV mit nunmehr 5 : 3 Zählern an. Altona unterlag in Neumünster mit 1 : 4, TuS Lingen und Atlas Delmenhorst teilten sich mit einem 1 : 1 die Punkte.

Eine schwarze Stunde
Es hätte ein Fußballfest werden können und endete in einem Desaster. Allen Beteiligten war die Bedeutung dieser Partie klar: mit einem Sieg hätten die Elstern mit dem SV Werder den Gleichstand in der Tabelle erreicht und sich die Möglichkeit eines Entscheidungsspieles offengehalten. Der ASV kam vor 4500 Zuschauern gut in die Partie und ging durch Rainer Schmidt in der 15. Minute mit 1 : 0 in Führung. In der 39. Minute kam der SV Werder zum
Ausgleich durch Schmidt ( Verwechselung, Selbsttor, Namensgleicheit ?? ). Ein sehr zweifelhafte Foulelfmeter und das nachfolgende Führungstor der Bremer sorgte für erhebliche Unruhe unter den Zuschauern aber Torjäger Krüger hielt mit dem Ausgleichstor zum 2 : 2 in der 85. Minute seine Mannschaft im Spiel. In der Schlußminute wurde Rolf Muruszach im Bremer Strafraum sehr unsanft von den Beinen geholt, aber die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Das Spiel endete 2 : 2 unentschieden und der Aufstiegszug war für die Elstern abgefahren. Der SV Werder war nicht mehr einzuholen.
Nicht zum ersten Mal in den letzten Jahren kam es nach dem Spiel zu unrühmlichen Vorfällen. Ziel dieser Ausschreitungen war der Schiedsrichter Barnick aus Schenefeld. Nach dem Spiel wurde er getreten und konnte den Platz nur unter Polizeischutz verlassen und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben.
Fehlgeleiteter Fanatismus hat hinter dem hohen Gut der körperlichen Unversehrtheit zurückzubleiben, wer da anderer Meinung ist hat auf öffentlichen Veranstaltungen nichts zu suchen!
Kein Verein des gehobenen Amateurfußballs in Hamburg ist in der Vergangenheit derart auffällig geworden – eine Schande. Der Verein ASV Bergedorf 85 muß sich die Frage gefallen lassen, ob er alles unternommen hat, einen wirkungsvollen Ordnungsdienst / Platzaufsicht im Sinne eines geordneten Spielbetriebs einzurichten.

Ende der Aufstiegsrunde
Im letzten ( bedeutungslosen ) Spiel hatten die Elstern noch das Spiel bei der Amateurmannschaft von Hannover 96 auszutragen. Das Spiel endete 1 : 1. Somit steigen die Amateure des SV Werder Bremen mit einer Punkteausbeute von 10 : 2 Zählern in die AOL Nord auf. Gruppenzweiter wurde der ASV mit 7 : 5 Zählern gefolgt von Hannover 96 (A) mit 4 : 8 und dem TSV Rendsburg mit 3 : 9 Punkten. 

Der SV Atlas Delmenhorst (10:2 )setzte sich gegen den VfR Neumünster, TuS Lingen und Altona in der Parallelgruppe durch.
Obwohl in der Aufstiegsrunde am SV Weder gescheitert muß man dem ASV eine ausgezeichnete Punkterunde attestieren. Die Auftaktniederlage ( SVCN ! ) gut weggesteckt, war die Mannschaft immer im oberen Tabellenviertel zu finden und zog am 26. Spieltag mit dem AFC 93 gleich. Während am 27 – 28 und 29. Spieltag Siege eingefahren wurden büßte der AFC im letzten Heimspiel gegen Elmshorn einen wichtigen Punkt ein. Durch ein 1 : 1 im letzten Spiel gegen Altona wurde die Meisterschaft gesichert.
Der Spvg. Blankenese ging in der Endphase die Luft aus und so blieb dann nur der dritte Tabellenplatz übrig.. Der Endspurt des VfL Pinneberg mit nur einer Niederlage in der Rückrunde kam zu spät um noch in die Entscheidung eingreifen zu können. Die Mannschaften des Wandsbeker FC und die Amateure des FC St. Pauli müssen aus der Landesliga absteigen.

Statistik: (Zum Vergrößern aller Bilder und Grafiken bitte Abbildungen anklicken)






















































Nachweis der Bezugsquellen Die Kommentare zu den Spielen lehnen sich an die Berichterstattung des Hamburger Abendblattes an. Ebenso entstammen die Fotos dem HAB. Das Bild vom Eingang der Adolf Jäger – Kampfbahn wurde vom Verfasser aufgenommen. Aus dem Deutschen Fußballarchiv wurde die Abschlußtabelle der Saison 1975 / 76 herbeigezogen.

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