Donnerstag, 5. März 2015

Die Elstern – Berichte über Fußball Teil 4 – Spielzeit 1961 / 62 (Autor: Hans-Martin Lippold)

Wenn eine Mannschaft aus einer überaus kritischen Tabellensituation heraus – Schlusslicht am Ende des 23. Spieltages – zu einer Aufholjagd startet und am letzten Spieltag die Saison auf Tabellenplatz 13 beendet, hat diese Mannschaft ihren treuen Fans eine grandiose Serie serviert. Vier Siege und drei unentschiedene Spiele sprechen eine deutliche Sprache. Kompliment an Trainer und Mannschaft! In der Nachbetrachtung zur abgelaufenen Spielzeit ist ein Spielergebnis aufgefallen: am 28. Spieltag unterlag der HSV dem SC Concordia auf eigenem Platz mit 1 : 2. Der HSV schonte einige Stammspieler im Hinblick auf internationale Einsätze und Endrunenspiele um die Deutsche Meisterschaft. In der Endabrechnung lag der SC Concordia zwei Zähler vor dem VfB Lübeck, Concordia hielt somit die Klasse, der VfB Lübeck musste den Weg in die Amateurliga antreten. Die Plätze der Absteiger VfB Lübeck und des Heider SV nehmen der Bremer SV und Eintracht Nordhorn ein.
Die Saison klang aus mit einem Freundschaftsspiel gegen den Spandauer SV, einer Mannschaft aus Berlin. Gerd Voß (2), Manfred Günther(2), Dieter Meyer, Werner Noormann und Karl – Heinz Pörschke sorgten mit ihren Treffern für einen deutlichen 7 : 1 Sieg der Elstern. Die Amateurmannschaft des ASV beendete die Punkterunde der Bezirksklasse Staffel Sachsenwald als Meister und stieg in die Hammonia – Staffel der Verbandsliga ( 3. Liga ) auf. Sowohl ein Freundschaftsspiel gegen Eimsbüttel ( 2 : 1 ) als auch gegenGrün Weiß 07 ( 5 : 1 ) gestalteten die Elstern siegreich. Am 1.7.61 begann die Sommerpause.

Im Spieleraufgebot der Elstern haben sich erwartungsgemäß Änderungen eingestellt; Peter Schmidt und Manfred Lüneburg haben ihre Verträge gekündigt, der ASV wiederum beendete das Vertragsverhältnis mit Werner Gardlo. Drei namhafte Spieler sollten in der kommenden Saison das Trikot der Elstern überstreifen. Ernie J o r d a n – Student der Philologie – kehrte nach einjähriger Abwesenheit vom Duisburger SV nach Bergedorf zurück. Ein alter Bekannter, auf den man sich freuen konnte. Für den Platz zwischen den Pfosten verpflichtete Bergedorf 85 Jürgen H o r n. Jürgen Horn spielte in der Amateurmannschaft des KSV Holstein Kiel und wurde mit dieser Mannschaft im Spiel gegen den SV Siegburg 04 nach einem 5 : 1 Sieg Deutscher Amateurmeister. Dritter Neuzugang war Werner E r b. Über viele Jahre waren Werner Erb zusammen mit dem legendären Heinz Spundflasche die prägenden Akteure des Altonaer Fussballs. Einer Karriere in der Nationalelf standen Missverständnisse mit Bundestrainer Herberger entgegen. Als der damalige Altonaer Trainer „Jockel“ Krause die Altonaer Mannschaft verjüngen wollte, wurde einigen Stammspieler, darunter auch Werner Erb, die Verträge gekündigt. Eine für viele Hamburger Fussballfreunde vollkommen unverständliche Entscheidung. Bergedorf 85 sicherte sich die Dienste von Erb und konnte so die Mannschaft weiter verstärken.
Mit dem Bewusstsein, die Mannschaft gut aufgestellt zu haben, konnten die Elstern in die Saison1961 / 62 starten. Die Generalprobe für die neue Saison fand zwei Wochen vor dem Start der Punkterunde statt. Der Duisburger SV, der vorige Verein von Ernie Jordan, gastierte zu einer freundschaftlichen Begegnung an den Sander Tannen. Der ASV trat mit allen Neuzugängen an und begeisterte sein Publikum. Beifall auf offener Szene gab es für Werner Erb und „Heimkehrer“ Ernie Jordan, auch Jürgen Horn gab Kostproben seiner Klassse und Reaktionsschnelligkeit ab. Durch drei Tore von Dieter Meyer siegten die Elstern mit 3 : 1. Trainer Werner ging nach Spielschluss zufrieden in die Kabinen und die Zuschauer machten sich in bester Stimmung auf den Heimweg. Die neue Saison konnte beginnen.

Hattrick von Dieter Meyer
 Nahe der Holländischen Grenze schien sich eine alte Theaterweisheit zu bewahrheiten: auf eine gute Generalprobe folgt eine schlechte Uraufführung. Diesem Motto folgte das Spiel der Elstern bei Eintracht Nordhorn, denn zur Pause hatten die Platzherrn mit 2 : 0 die Nase vorn. Überlegenes Spiel der Eintracht, gute Chancenverwertung und ein zunächst indisponierter Angriff der Elstern waren für diesen Pausenstand verantwortlich. Ein andres Bild nach Wiederanpfiff! In der 47. Minute wurde Meyer im Strafraum gefoult, den fälligen Foulelfmeter verwandelte Wolfgang Herder in altbekannter Manier zum 1 : 2 Anschlusstreffer. Dann schlug die ( Viertel - ) Stunde von Dieter Meyer : in der 58. – 71. – und 73. Spielminute drehte er die Partie komplett um, mit einem lupenreinen Hattrick machte er aus einem 1 : 2 Rückstand einen 4 : 2 Vorsprung. Nach einer überlegen geführten zweiten Halbzeit nahmen die Elstern zurecht die Punkte aus der Grafschaft mit nach Hause und freuten sich über die ersten Punkte in der neuen Saison.

Freude nur beim Kassenwart
Wenn sich Rekordmeister HSV zur Visite anmeldet, tut der Gastverein gut daran, keinen Punktgewinn einzuplanen, sondern sich über ein „Schmerzensgeld“ in Form einer guten Einnahme zu freuen. Diesmal waren es 14000 Besucher, die an den Kassenhäuschen ihren Eintritt entrichteten und dem Kassenwart Freude bereiteten.
Die zahlreichen Besucher sahen einen HSV, der in Durchgang eins den Bergedorfer Torhüter Jürgen Horn dreimal überwinden konnte. Dies war jedoch kein Zeichen drückender Überlegenheit der Rothosen, denn die Elstern erspielten sich Torgelegenheiten, die zumeist ungenutzt blieben. Das 1 : 3 durch Gerd Voß setzte bei den Elstern weitere Energien frei und Horst Schnoor im Kasten der Hamburger hatte alle Hände voll zu tun, um von seiner Mannschaft weiteres Unheil abzuwenden. Diese Erfolglosigkeit ließ die Elstern erlahmen und in der Schlussviertelstunde blies der HSV zum Angriff. Mit Erfolg: zweimal Reuter, Klaus Stürmer und Harry Bähre konterten die Elstern nach allen Regeln der Kunst aus und erhöhten das Ergebnis auf 7 : 1 für den HSV. Mit dieser deprimierenden Niederlage schlichen die ASV – Spieler mit gesenkten Köpfen in die Kabine, aber wie gesagt – Freude beim Kassierer.

Wiedergutmachung gegen den VfL Osnabrück
Eine Halbzeit genügte den Elstern um dem VfL die Punkte abzunehmen. Ein Blitzstart der Elstern führte bereits in der dritten Minute zum 1 : 0 durch Gerd Voß, Heimkehrer Ernie Jordan und Dieter Meyer überwanden in der 30. und 31. Minute erneut den Osnabrücker Schlussmann Borcherding und stellten das Resultat auf 3 : 0 für die 85er. Eine Minute vor dem Pausenpfiff verkürzte der Osnabrücker Haseldiek auf 1 : 3 . Der zweite Durchgang hatte für die Zuschauer nur geringen Unterhaltungswert und das Spiel plätscherte so dahin bis der Schlusspfiff Spieler und Publikum erlöste. Gerd Voß war in einer Mannschaft, die noch höher hätte gewinnen müssen, der herausragende Spieler.

Torwart Horn verhinderte Schlimmeres
Sieben Gegentore und der Torwart noch bester Spieler seiner Mannschaft! Diese Konstellation bestand beim Spiel der Elstern bei Eintracht Braunschweig. Zweimal konnte der ASV durch Dieter Meyer die Führung der Braunschweiger Eintracht noch ausgleichen. Als in der 56. Minute die Eintracht erneut in Führung ging, war ein Desaster immer noch nicht absehbar, aber dann brachen alle Dämme in der Bergedorfer Hintermannschaft – bis zur 83. Minute fielen vier weitere Treffer für die Heimmannschaft zum 7 : 2. In der Schlußphase konnten Jordan und Meyer mit der Toren zum 4 : 7 das Ergebnis etwas erträglicher gestalten. Eine deftige Schlappe für die Elstern, die mit betretenen Gesichtern die die Heimreise antreten mussten.

Eine Halbzeit reichte
 Fußgängerschlangen entlang der B5 vom S – Bahnhof in Richtung Krusestrasse deuteten auf regen Besuch des Fussballspieles der Elstern gegen Hannover 96 hin. Fünftausend Besucher lösten eine Eintrittskarte. Nur der Pfiff des Schiedsrichters zur Halbzeitpaus konnte den Sturmlauf des ASV stoppen. Die Elstern servierten den Zuschauern ein schnelles, direktes Kombinationsspiel, welches nicht nur schön anzuschauen, sondern sehr erfolgreich war. Tore fielen wie am Fließband: 1 : 0 Dieter Meyer ( 15. ), 2 : 0 Gerd Voß ( 21. ) , 2 : 1 ( 27. ) Handelfmeter für Hannover, 3 : 1 Dieter Meyer ( 33. ) und 4 : 1 ( 38. ) ebenfalls Dieter Meyer. Die Besucher kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, zumal die Bergedorfer Mannschaft sich als wenig gastfreundlich zeigte und ihre Gäste auch im zweiten Durchgang weiter unter Druck setzte. Beide Mannschaften wurden nach dem Abpfiff mit viel Applaus in die Kabinen verabschiedet. Der achte Tabellenplatz nach dem fünften Spieltag war der verdiente Lohn für die bisher gezeigten Leistungen.

Holstein - Torwart rettet den Sieg
Alle guten Spieler dieser Partie stammten aus Kiel, verteilten sich aber auf beide Mannschaften. Auf Seiten der Kieler Störche war Torhüter Möck der beste Mann, bei den Elstern überragten Jürgen Horn zwischen den Pfosten und Verteidiger Weißleder, beide einst in Diensten des KSV Holstein. Da die Kieler für dieses Spiel viel zu wenig Eintrittskarten drucken ließen verfolgten viele der 10000 Besucher diese Partie zum Nulltarif . Diese wurde in der 58. Minute Zeuge, wie der Kieler Linksaussen Greif einen Freistoß in das Bergedorfer Gehäuse zum 1 : 0 für seine Mannschaft verlängerte. Trotz druckvollen Spiels und guter Torgelegenheiten gelang es den Elstern nicht, den Kieler Torwart zu überwinden. So mussten die Elstern nach einem guten Spiel mit leeren Händen die Rückreise antreten.

Keine Punkte für den Bremer SV
Am Tag der Bundestagswahl hatten die Elstern Besuch von der Weser, aber nicht der SV Werder, sondern der Aufsteiger Bremer SV kam zum Kräftemessen mit dem ASV an die Bille. Ziel der Bremer war natürlich, die Punkte mit an die Weser zu nehmen. Dieses Vorhaben wurde zunächst von Werner Erb gründlich durchkreuzt als er in der 14. Minute das Leder zum 1 : 0 in das Tor der Gäste transportierte. Der Ausgleich des BSV hatte nur aufschiebende Wirkung, denn Jordan und Meyer wiesen die Gäste mit zwei Treffern in der 40. und 44. Minuten in die Schranken. Beim Stande von 3 : 1 für die Elstern wurden die Seiten gewechselt. Unmittelbar nach Wiederbeginn musste Gerd Voß mit einem ausgekugelten Ellenbogengelenk den Platz verlassen.
Obwohl das Angriffsspiel der Elstern mit einem Spieler weniger auf dem Platz ins Stocken geriet, erzielten die Elstern das nächste Tor – Dieter Meyer verwandelte in der 50. Minute einen Foulelfmeter zum 4 : 1. Weitere Tore für die Bergedorfer Mannschaft konnten die Gäste mit ihrer rustikalen Gangart verhindern. Mit ihrem Treffer zum 2 : 4 gelang den Bremern noch eine Ergebniskorrektur.

Knapper Sieg in Oldenburg
In der Vergangenheit hat sich der VfB Oldenburg für die Elstern als sehr unbequemer Gegner erwiesen. So konnte man im Vorfeld dieses Spieles nicht unbedingt von einem Erfolg der 85er ausgehen. Es kam anders. Die durch Krankheit und Verletzungen umgebaute Oldenburger Mannschaft hatte an diesem Tag kaum Oberligaformat. Das schnelle, gradlinige und direkte Sturmspiel der Elstern bereitete den Oldenburgern erhebliche Probleme, so war es nur eine Frage der Zeit, bis der Ball im Tor der Platzherrn lag. Dies erledigte Wener Erb nach einer halben Stunde mit einer sauberen Einzelleistung. Horn, Erb und Jordan waren an diesem Tag die herausragenden Spieler im Trikot der Elstern. Der Blick auf die Tabelle machte Freude : nach acht Spieltagen Platz sechs – eine ganz ausgezeichnete Platzierung.

Kein Erfolg für Defensivkünstler
 Die Kunde von der Torgefährlichkeit von Dieter Meyer ist offenbar bis an die Unterweser vorgedrungen, nur so ist zu erklären, dass für den Bergedorfer Torjäger ein „Sonderbewacher“ aufgeboten wurde. Auch Werner Erb ließen die Bremerhavener besondere Fürsorge angedeihen. Unter diesen Bedingungen konnte ein wirkungsvolles Sturmspiel der Gäste nicht stattfinden. Dafür legte der ASV den in den letzten Wochen schon gewohnten Tatendrang an den Tag – nach 120 Sekunden schlug es im Tor der Bremerhavener zum 1 : 0 für die Elstern durch Dieter Meyer ein. Diesem Treffer ließ Herder nach achtunddreißig Minuten mit einem strammen Schuß das 2 : 0 folgen. Mit diesem Ergebnis schickte der Schiedsrichter beide Mannschaften in die Kabinen. Neun Minuten nach Wiederbeginn erhöhte der Dauertorschütze Dieter Meyer das Ergebnis auf 3 : 0. In der Folgezeit gaben die Gäste gelegentliche Lebenszeichen von sich, eines dieser „Notsignale“ führte dann noch zum Ehrentreffer der Gäste. Fünftausend Besucher waren Zeugen eines Spieles, in dem die Gastmannschaft aus Bremerhaven keinen Siegeswillen offenbarte und so auch zu Recht als Verlierer den Platz verließ.

Schlecht gespielt und doch gewonnen
 Spiele gegen Altona 93 waren in der Vergangenheit stets von Kampf und hohem Einsatz geprägt. Der AFC, auf Tabellenplatz elf angesiedelt, empfing nun den Tabellenfünften Bergedorf 85 in der Adolf Jäger Kampfbahn, einer alten Hamburger Traditionsstätte, am 10 Spieltag zum Duell. Zehntausend Besucher wähnten den AFC auf der Siegerstraße, als Pape ( AFC ) in der 34. Minute das 1 : 0 glückte. In dieser Phase war von den Elstern nichts zu sehen und es war Jürgen Horn im Tor der Bergedorfer zu verdanken, daß der Rückstand nicht höher war. Werner Erb, in der vorigen Spielzeit noch für den AFC tätig, gab dem Spiel eine Wende. Gegen seine alten Mannschaftskameraden zeigte er besonderen Ehrgeiz und erzielte zum Entsetzen der Altonaer Zuschauer den Ausgleich. Nach weiteren vier Minuten versetzte Wolfgang Herder die Zuschaue endgültig in Trauerstimmung, als sein Flachschuß hinter Torhüter Walter Banse zum 2 : 1 für die Bergedorfer einschlug. Mit dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Schäfer aus Buchholz endete eine faire Partie, aus der die Elstern als glückliche Sieger die Punkte mit nach Hause nahmen.

Spitzenspiel gegen VfV Hildesheim
Oberliga – Spitzenspiele standen in Bergedorf bisher nicht auf der Tagesordnung. Wenn jedoch der Tabellenfünfte – in diesem Falle die Elstern – den Tabellendritten VfV Hildesheim auf eigenem Grund empfangen, ist die Bezeichnung Spitzenspiel durchaus angebracht. Für diese Begegnung haben die Elstern durch den Sieg in Altona beste Eigenwerbung betrieben. In den meisten Bergedorfer Köpfen kreisten die Gedanken um dieses Spiel mit der Überlegung: Wenn die Elstern gewinnen sollten, sind sie ganz vorn mit dabei. Diese Überlegungen konnten zehntausend Besucher nachvollziehen und bildeten an den Sander Tannen eine tolle Kulisse für dieses Spiel. Das Spiel hielt, was es versprach - Tempo, Einsatzfreude und spannende Strafraumszenen begeisterten das Publikum, eine Klassepartie!! In der ersten Halbzeit beherrschten die Elstern ihren Gegner, konnte aber das Hildesheimer Abwehrbollwerk nicht überwinden. In der zweiten Spielhälfte wagten sich die Gäste zwar gelegentlich aus der Deckung, konnten die Bergedorfer aber nicht ernsthaft in Schwierigkeiten bringen. Schiedsrichter Lutz aus Bremen war dem Spiel ein umsichtiger Leiter. Von den zwanzig Freistößen dieses Spieles musste er sechzehn gegen die Gäste verhängen. Auch wenn in diesem Spiel keine Tore fielen, haben die Zuschauer ein Klassespiel gesehen.

Große Abwehrleistung beim SV Werder
Mit einer großartigen Abwehrleistung entführten die Elstern in Bremen einen Punkt bei ihrem Gastspiel beim SV Werder. Zwischen den Pfosten ein ausgezeichneter Jürgen Horn, in der Abwehrreihe leisteten Kalle Bochmann, Johnny Weißleder und Otmar Sommerfeld Schwerstarbeit und wurden Garanten für den unverhofften Punktgewinn. In der 33. Minute bugsierte Werner Erb mit dem Kopf ein blitzsauberes Zuspiel von Vierkant am früheren Elsterntorwart Kokartis vorbei in die Bremer Maschen. Es stand 1 : 0 für Bergedorf 85. Eine Minute war in der zweiten Hälfte gespielt, als Torhüter Horn einen Schuss von Willi Schröder nicht festhalten konnte, der Bremer Barth war zur Stelle und schob das Leder zum 1 : 1 Ausgleich über die Torlinie. Ein unerwarteter, glücklicher Punktgewinn im Weserstadion bescherte dem ASV und den mitgereisten Anhängern eine angenehme Heimfahrt. Ein toller, vierter Tabellenplatz hinter dem SV Werder war der gerechte Lohn für die guten Leistungen der letzten Wochen.

Keine Tore gegen Concordia
Die siebentausend Besucher an den Sander Tannen haben mit Sicherheit schon bessere Spiele zwischen diesen Mannschaften gesehen. Im ersten Durchgang waren die Elstern von allen guten Geistern verlassen, Fehlpässe am laufenden Band verhinderten ein planvolles Angriffsspiel. Ein anderes Bild bot sich den Besuchern im zweiten Durchgang, da standen neun Gästespieler um den eigenen Strafraum und sicherten ihr Tor ab. Da zu wenig über die Flügel gespielt wurde, blieben Torszenen Mangelware und es blieb beim Spielstand von 0 : 0 in einem Spiel, das niemanden zufriedenstellen konnte. Bester Spieler auf dem Feld war der Bergedorfer Publikumsliebling „Johnny“ Weißleder.

Auch gegen Neumünster torlos
Zu viele Leistungsausfälle in der Bergedorfer Mannschaft waren verantwortlich für die schwache Darbietung der Elstern auf eigenem Gelände gegen den VfR Neumünster. Wie schon gegen Concordia wurde die erste Halbzeit verschlafen. Im zweiten Spielabschnitt besannen sich die Elstern eines besseren, aber die besten Gelegenheiten – so auch ein Handelfmeter in der 68. Minute – blieben ungenutzt. Für die siebentausend Besucher dieses Spiels blieb immerhin die Tatsache, dass die Elstern seit sieben Spieltagen unbesiegt waren. Dies schlug sich in Tabellenplatz fünf hinter Eintracht Braunschweig und noch vor dem FC St. Pauli nieder.

Elfmeter für ein Schauspiel
...besann sich auf seine Künste als Fussballschauspieler und ließ sich kunstvoll im Bergedorfer Strafraum zu Boden fallen – O – Ton Hamburger Abendblatt. Gemeint war ein Stürmer des FC St. Pauli. So kam der 2 : 1 Sieg des FC St. Pauli gegen Bergedorf 85 am Millerntor zustande. Aber der Reihe nach: Vierzehntausend Fussballfreunde umsäumten das Spielfeld am Millerntor und sahen zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Die Elstern bekamen allmählich Oberwasser und bestürmten das von Thoms behütete St. Pauli – Tor. Der Erfolg blieb nicht aus, ein strammer Schuß von Pörschke landete in der 27. Minute im Tor der Gastgeber. Im zweiten Durchgang waren die Elstern zu sehr auf Absicherung des Vorsprungs bedacht und zogen Voß und Pörschke in die Abwehr zurück. Die freien Räume im Mittefeld wurden vom FC gut genutzt und waren nach einer Stunde Grundlage für den Ausgleichstreffer. Die weiteren Dinge nahmen – wie in der Überschrift angedeutet – ihren Lauf, der ( eigentlich nicht fällige ) Elfmeter wurde in der 68. Minute zum 2 : 1 für den FC St. Pauli verwandelt. In der Endphase der Partie hatten beide Mannschaften noch Möglichkeiten für weitere Torerfolge, aber das Ergebnis hatte bis zum Schlußpfiff Bestand. Dem abschliessenden Kommentar vor Trainer Werner kann man nichts hinzufügen: Pech gehabt !
Nach Abschluss der Vorrunde 61 / 62 kann man ein rundherum positives Fazit ziehen: Platz sechs mit einem Punktestand von 18 : 12 bei einem Torverhältnis von 28 : 26, das ist mehr. als man vor der Saison erwarten durfte.

Kein guter Start in die Rückrunde
Der Hildesheimer Torhüter Gerstle stand kurz davor, in die Arbeitslosenstatistik aufgenommen zu werden. So ließen sich am besten die Sturmaktivitäten der Elstern beschreiben. Dieter Meyer war bei seinem Bewacher in guten Händen und seine Sturmkollegen traten auch nicht wirkungsvoll in Erscheinung, so konnte der Mann im Hildesheimer Tor einen geruhsamen Nachmittag verbringen. In der 53. und 67. Minute fielen die Treffer für den ortsansässigen VfV, der mit einem 2 : 0 als verdienter Sieger vom Platz ging.

Spiel der Ruppigkeiten
 Zu den Aufgaben eines Schiedsrichters gehört u.A. auch, die Gesundheit der Spieler zu schützen. Dieser Aufgabe wurde Schiedsrichter Witczak aus Hildesheim in keiner Weise gerecht. Unangemessene Härte, vor allem von den Gästespielern aus Altona an den Tag gelegt, ließen diese Partie aus dem Ruder laufen. Trauriger Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war die schwere Verletzung von Werner Noormann nach einem Foulspiel . Ein AFC – Spieler ging noch an die Trage und schüttelte das Bein des verletzten Spielers garniert mit einem hämischen Kommentar. Eine zutiefst verachtenswertes Verhalten!! Mit einem Schienbeinbruch wurde Werner Noormann ins Krankenhaus eingeliefert. Das Spiel endete 1 : 1 unentschieden. Der Verfasser dieser Zeilen war unter den Zuschauern, verzichtet aber auf einen eigenen Kommentar zu diesem Spiel und verweist auf den Spielbericht im Hamburger Abendblatt.














Keine Tore gegen Eintracht Braunschweig
In den letzten acht Spielen erzielten die Elstern lediglich drei Tore, eine unbefriedigende Ausbeute. Diese konnte auch gegen die Gäste aus Braunschweig nicht aufgebessert werden. Bis zur 25. Minute gestalteten die 85er die Partie offen, aber als Torwart Horn einen Ball passieren ließ, rissen die Gäste das Spiel an sich und erspielten sich eine Feldüberlegenheit, die dann in der 51. Minute zum 2 : 0 für die Eintracht führte. Werner Erb und Eintracht – Spieler Blumberg wurden wegen Foulspiels bzw. Widerrede von Schiedsrichter Seekamp vorzeitig in die Kabinen geschickt. Die Braunschweiger Spieler fuhren als verdiente 2 : 0 Sieger nach Hause, fünftausend Bergedorfer Zuschauer blieben ratlos zurück.

Punktgewinn im Niedersachsenstadion
Hannover 96, der Tabellenzwölfte hatte den Tabellensiebenten, die Bergedorfer Elstern zu Gast. Beide Mannschaften waren in den letzten Wochen hinter den Erwartungen ihrer Anhänger zurückgeblieben. Mit dem festen Vorsatz, dies zu ändern betraten die Mannschaften das Spielfeld. Zunächst hatte es den Anschein, als könnten die 96re ihr Vorhaben in die Tat umsetzen, im Anschluß an den ersten Eckball konnten die Hannoveraner Jürgen Horn im Bergedorfer Gehäuse überwunden. Verteiltes Spiel mit Möglichkeiten für beide Mannschafte in der Folgezeit. Als jedoch der Namensvetter von Dieter Meyer im Tor der 96er außerhalb des eigenen Strafraumes den Ball mit der Hand spielte, verwandelte Wolfgang Herder den fälligen Freistoß in altbekannter Manier zum 1 : 1. Chancen auf beiden Seiten bestimmten fortan das Spielgeschehen, Tore fielen nicht mehr. Schiedlich-friedlich trennte man sich 1 : 1, für keine der beiden Mannschaften das Wunschergebnis.

Dieter Meyer beendet Torflaute
Seit fast vier Monaten gelang Dieter Meyer kein Tor für die Elstern und legte so ungewollt den Grundstein für einen lange Durststrecke – zehn sieglose Spiele in Folge – seiner Mannschaft. Auch gegen die Kieler Störche warteten viertausend Besucher an den Sander Tannen vergeblich auf eine Wende. Mit einem 0 : 1 gingen die Kontrahenten in die Pause. Zu Beginn der zweiten Halbzeit schöpften die Elstern Hoffnung als Meyer seine Ladehemmung ablegte und den Ball im Kieler Tor zum 1 : 1 Ausgleich unterbrachte. „Johnny“ Weißleder erwies sich als Pechvogel, denn in der 57. Minute brachte er mit einem Eigentor seine früheren Mannschaftskameraden erneut in Führung. Im Sturm mangelte es an Durchschlagskraft und da Horn im Bergedorfer Tor nicht seinen allerbesten Tag hatte, gelangen den Gästen zwei weitere Treffer zum vorübergehenden 1 : 4 aus Sicht der 85er. Endgültig zurückmelden konnte sich Dieter Meyer mit seinem zweiten Treffer zum Endergebnis von 2 : 4. Mit zwei Punkten im Reisegepäck konnte der KSV Holstein als verdienter Sieger die Rückfahrt an die Kieler Förde antreten.

Wende im Mariental
Wenn es fünf Minuten vor dem Spielende noch 1 : 1 steht und ein Verteidiger des SC Concordia auf der Torlinie erfolgreich klärt, haben sich die Besucher – viertausend an der Zahl – mit diesem Spielausgang weitgehend abgefunden und bereiten sich gedanklich auf den Heimweg vor. An diesem Tage wäre dies sicher ein Fehler gewesen.
Die Elstern spielten den SC Concordia an die Wand und stellten sich wesentlich besser als in den letzten – weniger erfolgreichen – Wochen dar. Dennoch gelang Concordia das Führungstor, Torhüter Horn wurde bei einem Abwehrversuch behindert und musste in der 25. Minute einen Kopfball passieren lassen. Dieses Mißgeschick hinterließ keinen bleibenden Eindruck, denn Dieter Meyer schoss drei Minuten später den Ausgleich .Die Bergedorfer Mannschaft bestimmte weiterhin das Spielgeschehen, aber ein Concordia – Torhüter in Galaform verhinderte weiteres Unheil für seine Mannschaft. Dies gelang Torhüter Reiss bis zur 87. Spielminute, dann lenkte Meyer ( wer denn sonst? ) eine präzise Flanke von Herder zum 2 : 1für die Elstern ins Netz. Mit einem strammen Flachschuss in der Schlussminute zum 3 : 1 für seinen Mannschaft krönte Dieter Meyer seine Leistung. Ein einhelliges Lob hielten Spieler und Zuschauer für Schiedsrichter Ohmsen als Dank für seine ausgezeichnete Spielleitung bereit. Strahlende Gesichter und ein hochzufriedener Trainer Werner sahen die Elstern nach dem 21. Spieltag mit einem Punktekonto von 22 : 20 auf einem ausgezeichneten siebten Tabellenplatz.

Kein Tor in Bremerhaven
Aus Sicht der Elstern ein Spiel zum Verzweifeln! Kaum hatten die Mannschaften das Spielfeld betreten, gelang der Heimmannschaft das 1 : 0. Das Anrennen der Elstern blieb ohne Erfolg, ein Foulelfmeter in der 73. Minute für die 93er führte zum 2 : 0, ein Ergebnis, welches den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Deutliche Überlegenheit, 11 : 4 Eckbälle, aber kein Torerfolg gegen Bremerhaven 93. Mit dieser unverdienten Niederlage verließen elf niedergeschlagene Elstern den Platz, während die Bremerhavener im Abstiegskampf etwas Luft schöpfen konnten.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 brach eine Sturmflut von elementarer Wucht über die Hansestadt herein. Wasser und Sturm ließen die Deiche bersten und setzten ein sechstel des Stadtgebietes unter Wasser. Dreihundert Mitbürger kamen in den Fluten um. Die Natur hatte den Menschen ihre Grenzen aufgezeigt.

Jordan und Meyer sichern die Punkte
Zweitausend Besucher wollten sich das Spiel des heimischen VfR Neumünster gegen die Gäste aus Bergedorf ansehen. Die Hintermannschaft des ASV konnte vom VfR trotz Feldüberlegenheit nicht ernsthaft in Gefahr gebracht werden, zu wirkungslos blieb das Sturmspiel. Rathje im Tor des VfR verbrachte im ersten Durchgang einen ruhigen Nachmittag. Dies sollte sich nach dem Seitenwechsel gründlich ändern. Beide Mannschaften suchten mit Offensivfussball die Entscheidung und es entstand eine abwechslungsreiche Partie. In der 63. Minute war es dann Ernie Jordan, der mit einem strammen Schuß den ASV in Front brachte. Die Rasensportler steckten nicht auf und erzielten fünfzehn Minuten später den Ausgleich. Siegeshoffnungen des VfR wurden kurz darauf von Dieter Meyer mit seinem Treffer zum 2 : 1 für die Elstern zunichte gemacht. Platz sieben für den ASV und Tabellenplatz zehn für den VfR waren die Bilanz dieses Spieltages.

Nach gutem Spiel verloren
Siege auf fremden Plätzen sind in aller Regel eine gute Werbung für das darauffolgende Heimspiel Wenn der Gegner dann noch Werder Bremen ist, kann von einem lebhaften Besuch ausgegangen werden. So lockte der Gast von der Weser siebentausend Besucher an die Sander Tannen. Die Zuschauer sahen ein erstklassiges Oberligaspiel. Obwohl die Gäste in der 38. Minute durch Hänel das 1 : 0 erzielten, waren die Elstern die tonangebende Mannschaft auf dem Platz. Lediglich Torwart Kokartis war zu verdanken, dass die 85er das Leder nicht im Bremer Kasten plazieren konnten, selbst ein Elfmeter wurde vergeben, dieser wurde von Werner Erb zwei Meter neben das Tor gesetzt. Daür gelang dann Willi Soya für den SV Werder das 2 : 0. Ein schneller Anschlusstreffer von Erb setzte nochmal Hoffnungen auf einen Punktgewinn frei, aber die Bremer Abwehr hielt dem Bergedorfer Ansturm stand und rettete das Ergebnis über den Rest der Spielzeit. Trotz der 1 : 2 Heimniederlage hatten die Zuschauer ein gutes Oberligaspiel gesehen, selbst Trainer Werner war mit diesem Spiel zufrieden.

Rekordsieg gegen Eintracht Nordhorn
Die Elstern mit 24 : 24 Punkten auf Platz sieben in gesicherten Tabellenregionen, die Gäste aus Nordhorn in höchster Abstiegsgefahr ( 10 : 34 Punkte, sechs Punkte Rückstand auf Platz 14 ); das war die Ausgangslage vor dieser Begegnung. In den ersten zwanzig Minuten konnte man dem Spiel nicht anmerken welche Mannschaft wo in der Tabelle stand, die Eintracht war überlegen, aber erfolglos. Die Elstern konnten sich aber allmählich vom Druck der Eintracht befreien und gestalteten das Spiel überlegen. Nach einer guten halben Stunde brach Dieter Vierkant den Bann und brachte die Elstern in Führung. Danach legte Dieter Meyer los und hob die Gäste mit seinen Toren in der 38. – 61. und 68 Minute aus den Angeln. Den Schlusspunkt setzte Manfred Günther in der 79. Minute mit seinem Tor zum 5 : 0. Bergedorf 85 feierte vor dreitausend Zuschauern den höchsten Sieg in ihrer Oberligageschichte, die Eintracht kam dem Amateurliga einen Schritt näher.

Glücklicher Punktgewinn beim Bremer SV
Hätten Jürgen Horn, Johnny Weißleder und Otmar Sommerfeld nicht einen wahren Glanztag erwischt – die Elstern hätten den Platz als Verlierer verlassen. Ein Eckenverhältnis vo 16 : 0 spricht eine deutliche Sprache, aber: siehe oben. Durch Artur Dobat gingen die Bremer zehn Minuten vor der Halbzeit verdient in Führung, aber der „Torschütze vom Dienst“, Dieter Meyer konnte in sieben Minuten später ausgleichen. Mit diesem glücklichen Punktgewinn festigten die Elstern den siebenten Tabellenplatz, der Bremer SV wurde weiterhin von Abstiegsängsten geplagt.

Beim HSV war nichts zu holen 
Der HSV wird mit Sicherheit nicht mehr der Lieblingsgegner von Dieter Vierkant. Wie schon in der Vorsaison leistete er auch an diesem Tag mit einem Eigentor einen Beitrag zum Sieg des HSV über die Elstern. Die überlegene Mannschaft auf dem Rothenbaum war an diesem Tage eindeutig der HSV, keiner der Elstern erreichte seine normale Form. Bei den wenigen Torgelegenheiten hatten die Elstern auch noch Pech im Abschluss. Dem 1 : 0 von Vierkant ließ Dieter Seeler in der 35. Minute das 2 : 0 für die Rothosen folgen. Mit diesem Ergebnis wurden die Seiten gewechselt. Im zweiten Spielabschnitt nahmen Uwe Reuter( 72. ) und Peter Wulf (87.) die Glückwünsche ihrer Mannschaftskameraden für die Treffer zum 3 : 0 und 4 : 0 entgegen. Ein Elfmeter für den HSV blieb ungenutzt. Mit diesem auch in dieser Höhe verdienten Sieg gingen die HSV – Spieler in die Kabinen, mit betrübten Gesichtern traten die Elstern die Heimfahrt an. Die Torgefährlichkeit von Dieter Meyer lockte italienische Interessenten in das HSV – Stadion, aber auch Dieter Meyer blieb weit unter seiner gewohnten Form und erweckte bei den südländischen Gästen keine Kauflust.

Ungewohnt am Mittwoch
Die Sturmflut Mitte Februar hat den Spielplan der Oberliga nicht verschont und so mussten Spiele auch unter der Woche nachgeholt werden. Das Heimspiel der Elstern gegen den FC St. Pauli war auch davon betroffen. Wenn beide Mannschafte jeweils zwei Tore erzielen, kann man von einem unentschiedenen Spielausgang ausgehen. Nicht so am Mittwochabend ab 17: 00. Zur Freude der dreitausend Zuschauer verwertete Ernie Jordan in der 3. Minute ein Zuspiel von Herrmann Hansen zum 1 : 0 für den ASV. Im ersten Durchgang konnte sich keine Mannschaft entscheidend in Szene setzen, aber als Pechvogel Günter Emsen zehn Minuten nach Wiederbeginn ein Eigentor unterlief, bekamen die Gäste Oberwasser und gingen durch Osterhoff mit seinen zwei Toren 67. und 73. Minute uneinholbar mit 3 : 1 in Führung. Drei fehlende Stammspieler konnten bei den Elstern nicht gleichwertig ersetzt werden, so war der Weg zum doppelten Punktgewinn der Gäste frei. Hansen, Jordan und Horn waren an diesem Tag die besten Spieler im Team der Elstern.

Niederlage vor Minuskulisse
Das Spiel an der Bremer Brücke in Osnabrück hatte nicht mehr als die spärliche Kulisse von fünfhundert Unentwegten verdient als die Tabellennachbarn zum fälligen Punktspiel antraten. Strömender Regen und ein von Pfützen übersäter Platz hemmten den Spielfluss ganz erheblich und stellten die Leidensfähigkeit der Zuschauer auf eine harte Probe. In der Bergedorfer Mannschaft erreichten nur Jürgen Horn und Otmar Sommerfeld ihre gewohnte Form. Der Osnabrücker Linksaussen Wiethe erzielte in der 40. und 70. Minute die Tore zum 2 : Erfolg des VfL. Nach dem Spiel hatten die Mannschaften die Plätze getauscht, der VfL fand sich auf Platz sieben wieder einen Punkt und einen Platz vor den Elstern.


Kläglicher Saisonabschluss 
Wenn Sprechchöre den Wunsch nach Rückzahlung des Eintrittsgeldes intonieren, gibt dies Auskunft über die Qualität des Spiels. Mit einer schwachen Leistung gegen den VfB Oldenburg verabschiedeten sich die Elstern vor dreitausend Besuchern in die Sommerpause. Nachdem die Gäste aus Oldenburg in der 28. Minute schon 2 : 0 in Führung gegangen waren, vergab Dieter Meyer einen Strafstoß. In der 77. Minute gab es erneut einen Elfmeter für die Elstern, diesmal war es Pörschke, der diese Gelegenheit vergab. Zwei Minuten später erhöhten die Oldenburger auf 3 : 0 und verdarben Spielern und Zuschauern endgültig den Nachmittag. Der VfB Oldenburg war während des gesamten Spiels die bessere Mannschaft und ging somit als verdienter Sieger vom Platz.
Eine Saison ohne Abstiegsnöte ist für die Bergedorfer Mannschaft zuende gegangen. Tabellenplatz acht am Ende der Saison ist eine sehr gute Plazierung, die lokale Konkurrenz aus Wandsbek und Altona ist noch hinter den Elstern eingelaufen. Grundstein für diesen Erfolg war eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage ( 7. bis 14. Spieltag ), die Hälfte der Tore erzielte, wie schon in der Vorsaison, Dieter Meyer. Eine Torausbeute, die auch andere Vereine hellhörig gemacht hat. Eine“Punkteflaute“ - drei Niederlagen, zwei unentschiedene Spiele –standen einer noch besseren Plazierung im Wege.
Die Neuzugänge Werner Erb und Jürgen Horn sowie Rückkehrer Ernie Jordan haben sich nahtlos in das Mannschaftsgefüge integriert und die Mannschaft wirkungsvoll verstärkt. Meister der Saison 1961 / 62 wurde der HSV vor Werder Bremen, auf Platz drei landete der VfV Hildesheim, ein sensationeller Tabellenplatz. Die beiden Neulinge Bremer SV und Eintracht Nordhorn müssen nach einjähriger Zugehörigkeit die Oberliga wieder verlassen.




Quellennachweis Spielszene und Spielbericht aus dem historischen Archiv des Abendblattes Ergebnistabelle aus Spundflasche mit Flachpaßkorken / Jens Prüß


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