Sonntag, 12. April 2015

Bis zur letzten Sekunde Zittern – der ASV Bergedorf 85 gewinnt 2:1 gegen SC Wentorf II

Der Keeper des SCW II hält großartig den Freistoß von N. Leßmann
Vielleicht sollten sich die Herren Millionäre des Hamburger Sportvereins einmal ein Kreisklassenspiel anschauen.
Heute jedenfalls boten beide Teams das, was Fußball auch ausmacht. Leidenschaft, Kämpfen bis zum Abfiff, um dann entweder jubelnd die Arme hoch zu reißen oder enttäuscht zu Boden zu sinken. Sowohl der Glückliche als auch der Betrübte kann behaupten, alles heute gegeben zu haben. Indiz: wadenkrampfgeplagte Spieler.
Deshalb an dieser Stelle, besondere Anerkennung an die Jungs des SC Wentorf II, die als Tabellensiebter im Gegensatz zum ASV keine Chancen mehr auf den Aufstieg besitzen aber trotzdem so couragiert auftraten.
Eine Motivation dürfte ganz sicher auch das Stadion Sander Tannen gewesen sein. Dort einmal selber um Punkte zu kämpfen, wo einst Uwe Seeler, Paul Breitner oder Karl Heinz Rummenigge den Ball berührten.
Zwar säumten im Jahr 2015 keine 12.000 Zuschauer den grünen Rasen, doch über 100 waren es allemal. Und diese verbreiteten eine Stimmung, als wäen es ein paar Hundert. Großartig und ein Dank an die befreundeten Fans des TSV Gülzow für die Unterstützung.
Doch nun zum Spiel:
Von Beginn an merkte man, dass die Spieler der Elstern immer ein Tick eher am Ball waren und auch etwas energischer agierten. Besonders Neuzugang Marco Batista Dalström zeigte diesbezüglich seine Qualitäten. Doch trotz Feldüberlegenheit kam 85 zu keinen Torchancen.
Wentorf II meist mit einfachen Spiel nach vorne. Lange Bälle in die Spitze. So auch gut nach einer halben Stunde. Was aber der Torjäger der Gäste aus diesen langen Ball machte, war bundesligareif. Annahme mit der Brust, enge Drehung um den Gegenspieler und trockener Schuss ins Netz.
Nach so einem Tor großer Jubel bei den Gelb-Schwarzen.
85-Trainer Jörg Franke, der unter derWoche seinen Vertrag als Elstern-Trainer um ein weiteres Jahr verlängerte, dann mit dem vielbesagten „Glückshändchen“. Er nahm den bisher nicht zum Zug kommenden Nico Witzke vom Platz und brachte mit Florian Heinze den Matchwinner.
Kaum auf dem Platz steckte er nach einem verlängerten Einwurf einfach seine Sohle hinein und gab dem runden Leder so den entscheidenden Touch ins lange Eck.
Der ASV jetzt am Zuge. Wentorf aber weiter mit gefährlichen Kontern. Ein intensives Spiel. Wentorfs Coach Slavec Rogowski hochmotiviert wie seine Jungs, was er aber in Sachen Reklamieren von Schiedsrichterentscheidungen übertrieb. Der Schiedsrichter Lahcen Rast lag zwar nicht bei allen Entscheidungen richtig, aber war stets souverän und benachteiligte keine der beiden Teams. Gut, dass er bei augenscheinlich schlimmeren Verletzungen die Partie sofort unterbrach.
Vor dem Pausentee viele Ecken für 85. Eine davon kam flach in den Strafraum, wo der vorbildliche Elsternkapitän Dietmar Weber heranrauschte und unhaltbar ebenfalls flach in die Maschen einschoß.
Spiel gedreht!
In der Pause sprach sich herum, dass der Konkurrent um den Aufstieg, Schwarzenbek II, anscheinend ihr Spiel bei Grünhof Tesperhude verlor. Dies bestätigte später auch der heutige Stadionsprecher Andreas Ebel, der sehr gelungen den zukünftigen Stadionsprecher Florian Hahn vertrat, per Mikro.
Andreas Ebel in der Sprecherkabine
Nach der Pause war 85 noch ein Tick motivierter. Torchancen wurden richtig gut herausgespielt. Doch der Gästekeeper  Eric Torge Peter war unüberwindbar. Ganz starke Leistung!
Wer damit rechnete, dass Wentorf die Puste irgendwann ausgeht, hatte zwar recht, doch den Elstern auch. So ging es hin und her und mit letztem Einsatz wurde versucht, das 3.1 bzw. den Ausgleich zu erzielen.

Nach gefühlten und wohl auch gespielten 98 Minuten pfiff dann der Schiedsrichter ab. Großer Jubel an den Sander Tannen. Das Ziel Aufstieg rückt immer näher...

Fotos: Werner Heitmann (Spielszene) / Tim Scharfenberg Sprecherkabine

Spielbericht und viele weitere Fotos auf der Homepage der Fußballabteilung des ASV Bergedorf 85

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