Freitag, 9. Oktober 2020

Die Elstern – Fußball im Amateurbereich Saison 1990 / 91 (Autor: Hans-Martin Lippold)

Rückblick

Genau genommen hat die Saison 90 / 91 für die Elstern schon im Januar 1990 begonnen. Für Trainer Werner Jaschik senkte sich der Daumen von Sponsor Günther Wunder und Bernd Enge wurde als Nachfolger verpflichtet. Mit Bernd Enge wurde auch sein langjähriger Weggefährte Kay Gosebeck an die Sander Tannen verpflichtet. Beide waren zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme noch beim FC Süderelbe tätig. Bernd Enge konnte man getrost als „Mr. Süderelbe“ bezeichnen. Zu diesem Zeitpunkt war der FC Süderelbe in einer aussichtsreichen Tabellenposition in der Verbandsliga unterwegs mit guten Aussichten auf Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur AOL. Über Auswirkungen und Folgerungen aus diesen Transaktionen wird im weiteren Text berichtet.
Der ASV beendete die letzte Saison ( 1989 / 90 ) auf dem enttäuschenden sechsten Tabellenplatz. Verabschiedet aus der Verbandsliga Hamburg haben sich der HEBC, die Spvg. Ochsenwerder und TuRa Harksheide. Eine Etage höher ging es für den VfL Stade, die Mannschaft konnte sich für die Amateuroberliga qualifizieren. Der zweite Hamburger Vertreter, der FC Süderelbe, blieb der Verbandsliga erhalten.
Aus den beiden Landesligen rückten folgende Mannschaften in die Verbandsliga auf: Die Zweitvertretung des FC St. Pauli als Meister der Hammoniastaffel sowie der Zweitplazierte, der Buxtehuder SV. Folgende Mannschaften wurden aus der Paralellstaffel, der Hansastaffel, in die Verbandsliga entsandt: der VfL 93, der als Klassenneuling auf Anhieb Meister wurde sowie der Wandsbeker FC.


Vorstellung der Aufsteiger 

Die vier Aufsteiger seien an dieser Stelle kurz vorgestellt.
Lange vor der Gründung des FC St. Pauli im Jahre 1910 wurde auf dem Heiligengeistfeld schon Fußball gespielt. Die Organisationsform war zu der Zeit der Hamburg – Altonaer Fußballbund. Die wenigen Spiele trugen den Charakter von Freundschaftsspielen. Mit Spielen in Cuxhaven und in Dänemark verließ der FC St. Pauli erstmals die Hamburger Stadtgrenzen. Nach einer Vielzahl von Vereinsumbenennungen ( FC Blücher, FC Britannia, Hamburg – St. Pauli TV 1862 ) nahm der FC St. Pauli am Spielbetrieb des HFV / NFV teil. Als typischer Stadtteilclub ist der FC St. Pauli tief verwurzelt im städtischen Umfeld, geprägt von Toleranz und Weltoffenheit. Die Anhänger des FCSTP erfreuen sich auch außerhalb der Hansestadt eines ausgezeichneten Rufes. Die zweite Mannschaft / Amateurmannschaft stand zumeist im Schatten der ersten Mannschaft. Beginnend in der untersten Spielklasse ( 1952 ) führte der Weg mit Unterbrechungen ( 59 / 60 Verbandsliga, 64 / 65 Bezirksliga ) zunächst in die Landesliga. Mit einer zweijährigen Unterbrechung spielten die Amateure von 1969 bis1979 in der Verbandsliga. Durch Lizenzentzug ( 79 / 80 ) und Abstieg der ersten Mannschaft war für die zweite Mannschaft eine Teilnahme am regulären Punktspielbetrieb nicht möglich. Drei aufeinanderfolgende Aufstiege führten die Mannschaft für die Saison 90 / 91 in das Hamburger Oberhaus zurück.


 

Im Jahre 1912 wurde der Buxtehuder SV v. 1912 gegründet. Dieser fusionierte 1914 mit der Fußballabteilung des MTV Buxtehude v. 1862, eine Umbenennung zur Spvg. Buxtehude – Altkloster erfolgte 1919. Eine weitere Fusion mit den Vereinen MTV zu Buxtehude 1862, Gut Heil 1899 Altkloster und dem Frauenturnverein Buxtehude führte 1935 zum VfL Buxtehude 1862. Dessen Auflösung veranlaßte am 22.4.45 die britische Militärregierung. Am 24. November 1945 kam es zur Gründung des Buxtehuder SV. In der Germaniastaffel der Landesliga nahmen die Buxtehuder zu Beginn der Saison 47 / 48 den Spielbetrieb auf. 


 

Die geographische Heimat des VfL 93 liegt im Hamburger Stadtteil Winterhude.. Die Vereinsgründung erfolgte1893 unter dem Namen Freie Turnerschaft Hamburg, eine Umbenennung in Arbeiterschlagballverein Unermüdet Hamburg wurde 1905 vorgenommen. Von 1905 bis 1926 trug der Verein den Namen VfB 05 Hamburg. Durch das NS – Regime wurde der Verein aufgelöst. Als VfL 05 wurde der Verein 1945 wiedergegründet, 1947 kam die Umbenennung in VfL 93, der noch heute gültigen Vereinsbezeichnung. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte stellte sich1958 ein, als der Schlagball gegen einen Handball ausgetauscht wurde und die Frauen Deutscher Meister im Feldhandball wurden. Für die Fußballer begann der Ligaalltag 1948 mit dem Start in der Landesliga.


 


1910 entstand durch den Zusammenschluß der Straßenfussball – Vereine BC Frisch Auf und dem Wandsbeker BC der Wandsbeker FC. 1922 erfolgte der Aufstieg in die zweithöchste und zwei Jahre später der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Der SC Victoria, Concordia und der FC St. Pauli hießen die damaligen Gegner. Mitte der dreißiger Jahre gewann der SC Concordia in der Region die Oberhand und der WFC verschwand in der Drittklassigkeit. Der Start nach Kriegsende erfolgte 1945 in der Elbestaffel des Hamburger Oberhauses.


 

 

 

Zusammensetzung des Spieleraufgebotes 

Sommerzeit ist Wechselzeit, so auch 1990. Der Trainerwechsel von Werner Jaschik zu Bernd Enge wurde bereits Anfang 1990 eingeleitet, zeitnah wurde auch Kay Gosebeck verpflichtet. Beide Wechsel haben den „abgebenden“ Verein. den FC Süderelbe vor ganz erhebliche Probleme gestellt. Die gesamte Mannschaft kehrte dem FC Süderelbe zum Ende der Saison den Rücken. Der Reihe nach. Ein neues Betätigungsfeld fanden Hartmut Harlapp und Andre Kassat an der Landesgrenze, der Spielstätte der Viktoria Wilhelmsburg – Veddel. Detlev Burmester zog es zum Aufsteiger VfL 93, einer Mannschaft, die den Durchmarsch von der Bezirksliga in die Verbandsliga vollbrachte .Lars Lange und Flemming Nielsen wanderten zum SC Condor, der als Aufsteiger in die Hansastaffel dort den dritten Platz erreicht hat. Zu seinem Stammverein, dem Lüneburger SK, kehrte Michael Feye zurück. Frank Jacobsen und Achim Wunder gingen in den fußballerischen Ruhestand und hängten ihre Stiefel an den berühmten Nagel.
Zum Trainingsauftakt konnte Bernd Enge zwölf neue Spieler begrüßen, davon kamen fünf Spieler vom FC Süderelbe, waren also schon alte Bekannte. Dies waren Robert Meyer, Dirk Ströh, Andreas Steinberg, Andreas Renk und auch Kreso Kovacec. Der kam 1987 von der HT 16 zum FC S und wechselte zwei Jahre später zum VfL Bochum. Dort wurde er überwiegend in der zweiten Mannschaft in der Oberliga Westfalen eingesetzt. Nach einem Jahr in Bochum vollzog er den Wechsel an die Sander Tannen. Der Wechsel von Mark Arndt von Altona 93 an die Sander Tannen deutete sich frühzeitig an und war zum Saisonbeginn perfekt, ebenso der Wechsel von Oliver Zapel von TuS Aumühle zu Bergedorf 85. Thorsten Duwe kam vom SC Union 03 an die Sander Tannen ebenso wie Michael Klein vom SC Victoria. Auch für den Platz zwischen den Pfosten gab es eine Ergänzung, von der TSV Reinbek wurde Frank Winkler verpflichtet. Komplettiert wird das Aufgebot durch die beiden Nachwuchsspieler Scharrenweber und Mladen Koletic. Beide kamen von der A – Jugend des HSV.
Es gab auch diesmal Vereine die sich auf dem Transfermarkt zurückgehalten haben. Genannt seien der Buxtehuder SV mit zwei Zugängen denen drei Abgängen gegenüberstanden. Ähnlich zurückhaltend der FC St. Pauli – drei Spieler kamen hinzu und sechs Spieler verließen den FC. Ein sicheres Zeichen daß die Verantwortlichen dem Aufstiegskader ihr Vertrauen schenkten.
Umgekehrt die Situation beim SC Sperber! Siebzehn (!) Neuzugänge und vierzehn Abgänge stellen Trainer „Ditschi“ Ripp vor eine nahezu unlösbare Aufgabe.
Die Mannschaft des ASV wurde vor Saisonbeginn als Favorit für den Titelgewinn angesehen, aber die Erfahrungen der letzten Saison sollten zur Zurückhaltung mahnen. Auch der VfL Pinneberg und die Amateurvertretung des FC St. Pauli wurden weit vorne erwartet, ebenso traute man dem Liganeuling VfL 93 eine gute Rolle zu.


Nach vielen erfolglosen Versuchen kann aus dem Nachwuchsbereich Positives vermeldet werden. Unter der Regie von Abteilungsleiter Klaus Hinz und Mannschaftsbetreuer Michael Ackermann wurde die E – Jugend ungeschlagen Staffelmeister. Der eingeschlagene Weg erwies sich als erfolgreich und kann beispielgebend für weitere Mannschaften sein. Glückwunsch an alle Beteiligten und viel Erfolg auf dem eingeschlagenen Weg.


 


 

 

 

 

Der Startschuß in die 46. Verbandsligasaison fiel am Reinbeker Mühlenredder im Spiel gegen Barmbek – Uhlenhorst. Einen Tag später, am 19.8.90, empfing der VfL 93 die Mannschaft von Bergedorf 85.


Ein gelungener Auftakt Der erste Spieltag bescherte den Fussballfreunden das Spiel der Elstern beim VfL 93. Der VfL 93 ist nach zwei aufeinanderfolgenden Aufstiegen nach fünfzehn Jahren wieder in das Hamburger Oberhaus zurückgekehrt. Mit dem “Trainerfuchs“ Bert Ehm an der Seitenlinie durfte man dem VfL eine gute Rolle zutrauen. Siebenhundert Besucher fanden den Weg in das Stadion am Borgweg um das Spiel des Klassenneulings gegen den Titelfavoriten aus Bergedorf zu beobachten. Die hatten zunächst allen Grund zur Freude denn Frank Güldenpfenning brachte den Neuling in der 27. Minute in Führung. Eine verunglückte Abseitsfalle der Heimmannschaft nutzte Dirk Klenke kurz vor dem Pausenpfiff aus und es stand 1:1. Im ersten Durchgang war der VfL 93 die dominierende Mannschaft und die Elstern waren mit dem 1:1 noch gut bedient Nach dem Seitenwechsel zeigten die Elstern ihre Offensivqualitäten und das Spiel kippte zugunsten des ASV. Mark Arndt gelang in der 60. Minute das 2:1, acht Minuten später erhöhte Mathias Rauls auf 3:1. Die Partie schien gelaufen als Kreso Kovacec in der 73. Minute auf 4:1 erhöhte. Als Stefan Schraub mit einer Zeitstrafe belegt wurde schickte Bert Ehm, der VfL – Trainer, mit Burmester und Gigar zwei Offensivkräfte aufs Feld. Mit Erfolg, denn Güldenpfennig ( 83. ) und Jürgen Degen ( 86. ) konnten dann auf 3:4 verkürzen. In dieser Schlußphase rettete Sven Marr den Elstern den Gewinn zweier Punkte. In einem Klassespiel besiegten die Elstern in Winterhude den VfL 93 mit 4:3. Im Auftaktspiel zur neuen Saison trennten sich die TSV Reinbek und Barmbek - Uhlenhorst vor 230 Besuchern torlos 0:0.


Sieg im Lokalderby An einem Mittwochabend fanden knapp tausend Besucher den Weg an die Sander Tannen um dem Derby gegen die TSV aus Reinbek beizuwohnen. Beide Mannschaften gingen vorsichtig in die Partie, gegenseitiges Abtasten und kontrollierte Offensive bestimmte in der Anfangsphase die Aktionen auf dem Platz. Nach dreißig Minuten nahm das Spiel Fahrt auf. Ein feines Zuspiel von Rauls nahm Andreas Steinberg auf und überwand den Reinbeker Torsteher. Weitere hochkarätige Chancen der Elstern konnte Karsten Höltig im Reinbeker Tor zunichte machen. Nach dem Wechsel wurden die Reinbeker stärker und es entwickelte sich ein gutes Fussballspiel. Der Offensivdrang der Reinbeker schuf aber Platz für Konterangriffe der Elstern – und die waren erfolgreich. Eine Coproduktion von Steinberg und Kovacec führte in der 65. Minute zum 2:0 und als Mathias Rauls und Stefan Schraub die Reinbeker Hintermannschaft ausspielen konnten war das 3:0 fällig. Die Reinbeker Spieler verließen nach neunzig Minuten geschlagen den Platz, die Zuschauer hingegen beklagten die unzureichende Bierversorgung – ein Luxusproblem.


Der erste Punktverlust Trainer Bernd Enge hatte Grund zur Kritik und nannte in erster Linie die Mittelfeldspieler. Wenig Impulse für die Vorwärtsbewegung und unzureichende Abwehrorganisation waren die Schwachpunkte im Spiel der Elstern bei Komet Blankenese. In der 44. Minute gelang den Elstern die Führung, begünstigt durch eine Unaufmerksamkeit in der Blankeneser Hintermannschaft – Kreso Kovacec war der Nutznießer. Statt aber den Ball in den eigenen Reihen zu halten starteten die Kometen einen Gegenangriff, der konnte von Klenke nur durch ein Foul getoppt werden. Der fällige Strafstoß führte noch vor der Paus zum 1:1 – Ausgleich. Die Sturmspitzen der Elstern blieben an diesem Tag stumpf und die einzig nennenswerte Torgelegenheit ergab sich erst in der 88. Minute. In einem Spiel, das die Elstern auch hätten verlieren können trennten sich Komet Blankenese und der ASV mit 1:1.


Gedränge an den Sander Tannen Das hat es in den letzten Jahren nicht mehr gegeben, eine vierstellige Zuschauerzahl. Beim Spiel der Elstern gegen den VfL Pinneberg belagerten fast 1400 Besucher die Ränge rund um das Spielfeld. Keiner mußte sein Kommen bereuen, beide Mannschaften lieferten ein Spiel auf hohem Niveau ab. Im ersten Durchgang hatten die Gäste aus Pinneberg mehr vom Spiel und machten den Elstern das Leben schwer. Die taktische Marschroute war bei beiden Mannschaften ähnlich und so neutralisierten sich die „Kreativspieler“ gegenseitig. Keine Mannschaft konnte sich zwingende Torchancen erarbeiten und so blieb die Begegnung nach neunzig Minuten torlos. Den Zuschauern wurde auch ohne Torerfolge ein ausgezeichnetes Fussballspiel gezeigt. Ab der 75. Minute wurden beide Mannschaften mit jeweils zwei Zeitstrafen belegt. Beim HSV Barmbek – Uhlenhorst wurde Trainer Werner Baumann nach nach vier Spielen und 1:7 Punkten entlassen.


Eine Lehrstunde Bei den Amateuren des FC St. Pauli gab es für die Elstern eine ganz bittere Niederlage. Tempospiel, gute Raumaufteilung und konsequente Chancenverwertung waren die Merkmale des St. Pauli – Spiels. Dem konnten die Elstern an diesem Tag nichts entgegensetzen. In den ersten dreißig Minuten blieben die Elstern noch ungerupft, doch ein Pfostentreffer in der 2. Minute deutete das Unheil frühzeitig an. Das kam in der 37. Minute, Holtorf ( FCSTP ) trug sich in die Torschützenliste ein, noch vor der Pause erhöhte Meyer auf 2:0. Mit diesem 2:0 ging es in die Halbzeitpause. Im ersten Durchgang hatten die Elstern keine nennenswerte Torchance und wer gedacht hatte daß die Elstern nach dem Seitenwechsel aus der Lethargie erwachen würden sah sich gründlich getäuscht. Kein Kampf, kein Einsatz, keine Unterstützung für den Mitspieler. So war es nur folgerichtig daß den Platzherren weitere Treffer gelangen. Das 3:0 fiel in der 83. Minute durch Goch und in der 89. Spielminute wurde Sven Marr zum vierten Mal überwunden. In der Bergedorfer Mannschaft war Sven Marr der beste Spieler. Mit einer klaren 0:4 – Niederlage wurden die Elstern nach Hause geschickt und waren auf dem Boden der Tatsachen angekommen.


Wiedergutmachung gelungen Nach dem Spiel beim FC St. Pauli bestand Gesprächsbedarf, dieses Spiel mußte aufgearbeitet werden. Rückbesinnung auf alte Tugenden wie Kampfgeist, Einsatzwille und Teamgeist war gefordert. Man merkte der Mannschaft an daß Trainer Enge die richtigen Worte gefunden hatte.
Das Ergebnis war ein knapper Sieg gegen den Aufsteiger aus Wandsbek, den Wandsbeke FC. Nicht zu übersehen war jedoch eine eklatante Abschlußschwäche, gute Chancen wurden im zweiten Durchgang reihenweise vergeben. Nach zehn Minuten nahm Stefan Schraub ein Zuspiel von Robert Meyer auf und vollendete zum 1:0. Der Ausgleich durch Rüsch ( WFC ) fiel in der 39. Minute. Bei seinem ersten Einsatz über neunzig Minuten wußte Mladen Koletic zu überzeugen und traf in der 43. Minute zum 2:1 für die Elstern. Im zweiten Durchgang fielen keine weiteren Tore. In einem Spiel, das die Schwächen im Spiel der Elstern nicht verbergen konnte blieb der ASV mit 2:1 über die Gäste aus Wandsbek erfolgreich.


Torfestival an der Landesgrenze Es war vor 360 Besuchern eine packende und spannende Partie zwischen der Viktoria Wilhelmsburg – Veddel und dem ASV. Nach fünfundvierzig Minuten war noch nicht erkennbar welche Mannschaft den Platz als Sieger verlassen wird. Andre Kassat, in der Vorsaison noch im Trikot der Elstern tätig, brachte in der 7. Minute die Viktoria in Führung. Die Freude an der Führung währte nur drei Minuten, dann gelang Andreas Steinberg der Ausgleichstreffer. In der 22. Minute die erneute Führung der Viktoria – Schuldt war erfolgreich. Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeitpause. Der neuerliche Ausgleich der Elstern ging in der 58. Minute auf das Konto von Oliver Zapel, aber wieder war es Andre Kassat der den Elsterntorwart in der 67. Minute zum 3:2 überwinden konnte. Danach wurde es turbulent. Steinberg und Kovacec machten zwischen der 74. und 77. Minute aus dem 2:3 – Rückstand eine 4:3 – Führung. Wer nun gedacht hatte, das Spiel sei gelaufen wurde eines Besseren belehrt, die Viktoria meldete sich zurück und kam in der 80. Minute durch Sander zum 4:4. Den Schlußpunkt in dieser denkwürdigen Partie setzte Mathias Rauls in der 86. Minute mit dem Tor zum 5:4 für die Elstern.. Die Aussagen beider Trainer stimmten nach diesem Spiel überein: Heute hätte es keinen Verlierer geben dürfen.


Noch viel Arbeit 587 Besucher nahmen von den Sander Tannen die Erkenntnis mit, daß es Trainer Bernd Enge noch nicht gelungen ist aus den vielen Neuzugängen eine homogene Mannschaft zu formen. Neunzig Minuten bestürmten die Elstern das Tor des FC Süderelbe ohne etwas Zählbares zu erwirken. Die Chancenverwertung ließ absolut zu wünschen übrig und FCS – Torwart Reddersen steigerte sich mit zunehmender Spieldauer. Die Möglichkeiten des FCS – mit 6:8 Punkten nur mäßig in die Saison gestartet - reichten nicht aus um die Elstern in Verlegenheit zu bringen, auch zwei Zeitstrafen gegen die Elstern ( Klenke und Arndt ) konnten die Gäste nicht ausnutzen. Nach neunzig Minuten stand es 0:0, für die Elstern eine Enttäuschung, für den FCS ein Achtungserfolg.


Balsam für die Seele
Man merkte dem Spiel der Elstern in Buxtehude an, daß an den in den letzten Spielen aufgezeigten Mängeln intensiv und erfolgreich gearbeitet wurde. Wenn eine Mannschaft auf fremden Platz einen 0:2 – Rückstand aufholen kann ist die Mannschaft intakt und in sich gefestigt. Ein Foul von Steinberg an Behnke ( Bux ) führte in der 6. Minute zu einem Strafstoß den Schoppenhauer zum 1:0 verwandelte. Das 2:0 für Buxtehude fiel in der 38. Minute durch Boll. Zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt, in der 45. Minute, konnte Kreso Kovacec auf 1:2 verkürzen. Kaum nach der Halbzeitpause auf dem Platz machten die Elstern immensen Druck auf das Buxtehuder Tor. Hauptbeteiligter war hier Mathias Rauls. Mit Toren in der 48. – 63. und 90. Minute gelang ihm ein lupenreiner Hattrick und aus dem 1:2 wurde ein 4:2. Bei den Elstern stimmte an diesem Tag einfach alles, das Zusammenspiel aller Mannschaftsteile war mustergültig, es war kein Schwachpunkt in der Bergedorfer Mannschaft erkennbar. Mit einem verdienten 4:2 – Erfolg im Gepäck traten die Elstern die Heimreise an.


Ein hartes Stück Arbeit Am Ende waren die Trikots durchgeschwitzt und die Spieler abgekämpft. Das war das Erscheinungsbild der Bergedorfer Spieler nach dem Spiel gegen Barmbek – Uhlenhorst. Die Elstern begannen vor 557 Besuchern an den Sander Tannen so wie sie das vorige Spiel beendet hatte – mit konstruktiven Angriffsspiel und viel Spielfreude. Der Erfolg stellte sich nach fünfzehn Minuten ein. Mit dem Außenrist zirkelte Dirk Ströh das Leder an den Innenpfosten des BU – Tores, von dort fand der Ball den Weg ins Tor. Danach konnte sich BU aus der Umklammerung befreien und erarbeitete sich Torchancen, die beste in der 40. Minute als Olaf Poschmann für den schon geschlagenen Sven Marr auf der Torlinie retten konnte. Dem 2:0 aus der 45. Minute ging ein präzises Zuspiel von Ströh auf Mathias Rauls voraus, der hatte keine Mühe den Ball im Tor unterzubringen. In der zweiten Halbzeit stand Schiedsrichter Hübner im Mittelpunkt des Geschehens: drei Zeitstrafen gegen die Elstern und ein umstrittener Platzverweis gegen Michael Hartz ( BU ) brachten den Spielfluß zum erliegen. Nach einem Zusammenprall mit Sven Marr mußte Robert Meyerins Krankenhaus gebracht werden. Gegen die kampfstarken Barmbeker blieben die Elstern mit 2:0 siegreich.


Nach zehn Spielen kann ein kurzes Fazit gezogen werden. Auch wenn die Elstern zu Beginn der Saison als Favorit auserkoren wurden bedurfte es einer Anlaufzeit bis ein homogenes Team auf dem Platz stand. Tiefpunkt war die empfindliche 0:4 – Niederlage bei der Amateurmannschaft des FC St. Pauli. Wie unter einem Brennglas wurden die Schwachstellen im Spiel des ASV sichtbar. Gute Spiele, wie das 4:3 beim Vfl 93, auch das 0:0 gegen den VfL Pinneberg konnten die hohen Erwartungen rechtfertigen. 15:5 Punkte nach zehn Spielen sind eine gute Basis für die kommenden Spiele. Am Tabellenende fristet die TSV Reinbek mit 1:17 ein freudloses Dasein. Der Verlust von fünf Spielern die dem Ex – Trainer nach Meiendorf gefolgt sind konnte nicht kompensiert werden. Auch BU und der Wandsbeker FC müssen sich Sorgen machen.


Wie eine Spitzenmannschaft
Diese Überschrift beschreibt den Auftritt der Elstern beim SC Sperber sehr genau. So manches Mal kam die Anlage am Heubergredder dem Elsternanhang einem Bermudadreieck gleich – zu oft verschwanden dort die Punkte. Diesmal nicht. Von Beginn an übernahmen die Elstern das Kommando auf dem Platz, scheiterten aber immer wieder an Harro Dierks im Tor des SC Sperber. Als Mathias Rauls unmittelbar vor dem Pausenpfiff ein Zuspiel von Poschmann mit dem Kopf aufnahm stand die Begegnung 1:0 für den ASV. Das 2:0 aus der 48. Minute war eine Kopie des Führungstreffers – diesmal verwandelte Oliver Zapel ein Zuspiel von Stefan Schraub. Sorglosigkeien in der Abwehrt führten in der 60. Minute zum Anschlußtreffer des SC Sperber durch Pries. Vier Zeigerumdrehungen später stellte Mark Arndt den alten Abstand wieder her – dem ging der schönste Spielzug der Partie voraus. Der Tatendurst der Elstern war noch nicht gestillt. In der 76. Minute nahm Mathias Rauls ein Zuspiel von Ströh auf und markierte das 4:1. Auch als Sven Marr einen harten Schuß zum 2:4 passieren ließ, wurden die Elstern nicht aus dem Konzept gebracht. In der 86. Minute konnte Mark Arndt nur durch ein Foul gebremst werden, Mathias Rauls ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und verwandelte den fälligen Strafstoß zum 5:2 für die Elstern. Die letzten drei Siege beförderten den ASV auf den zweiten Tabellenplatz mit zwei Punkten Rückstand auf den VfL 93.


Vermeidbarer Punktverlust Vor über fünfhundert Besuchern sah es bis zur 89. Minute nach einem Sieg für den ASV aus, das umso mehr als der Gast aus Meiendorf in der Schlußphase der Begegnung nur noch zehn Spieler auf dem Feld hatte. Ein Freistoß in der Schlußminute wurde für den ASV zum Verhängnis. Von Beginn an waren die Elstern tonangebend aber die gut organisierte Abwehr des MSV erwies sich als sattelfest, so blieben zwingende Torchancen der Elstern Mangelware. In der 61. Minute


entwischte Mark Arndt seinem Bewacher und erzielte mit einem Schuß in die lange Ecke das 1:0. Der MSV schaltete nun auf Offensive, Bernd Enge reagierte darauf und nahm Mark Arndt vom Feld.
Sicherheit vor Risiko lautete seine Devise – bis in der Schlußminute der Freistoß einschlug. Hinterher ist man dann klüger. Nach einem guten Fußballspiel wurden mit dem 1:1 die Punkte geteilt.


Immmerhin ein Punkt Zum Spiel der Elstern beim SC Victoria standen dem Verfasser keine Informationen zur Verfügung. Vor 272 Zuschauern trennten sich der SC Victoria und die Elstern an der Hoheluft torlos 0:0. Dieses Ergebnis brachte den Elstern nach dreizehn Spielen 19:7 Punkte und damit den dritten Tabellenplatz ein. Der VfL 93 sicherte sich mit 25:5 Zählern den inoffiziellen Titel eines Herbstmeisters.


Die Abwehrreihen dominierten Die Erwartungen waren vor dem Spiel der Elstern gegen den VfL 93 hochgespannt . Die Partie des Tabellendritten gegen den Tabellenführer wurde ein echtes Spitzenspiel. Gegenüber dem enttäuschenden Spiel gegen Victoria nahm Bernd Enge keine Änderungen in der Aufstellung vor. Das Spiel wurde von den Abwehrreihen geprägt und so kam die sehr erfolgreiche Angriffsreihe des VfL – 49 Tore in 15 Spielen – nicht wie gewohnt zum Zuge. Jürgen Degen wurde von

Olaf Poschmann komplett aus dem Spiel genommen, in der 55. Minute allerdings nur auf Kosten eines Foulelfmeters, dieser wurde von Frank Güldenpfenning verwandelt. Die Freude des Tabellenführers hielt nicht lange an. Mathias Rauls spielte im Strafraum Oliver Zapel mustergültig frei und der hatte keine Mühe, zum 1:1 einzuschießen. Das Spiel wogte hin und her, der VfL war meist in der Offensive aber die Konter der Elstern sorgten stets für Unruhe im VfL – Strafraum. Mit einem leistungsgerchten 1:1 endete vor 1324 Besuchern ein hochklassiges Fußballspiel.


Siegreich im Derby Nach Lage der Dinge – soll heißen: Tabellenstand - stand das vorerst letzte Derby der TSV Reinbek gegen die Elstern auf dem Programm. Die TSV, durch Spielerabgänge in Richtung Meiendorf stark geschwächt und konnte seit dem zweiten Spieltag den letzten Tabellenplatz nicht mehr verlassen, die Elstern sind auf dem dritten Tabellenplatz “dick im Geschäft“ Konnte die TSV die ersten zwanzig Minuten noch offen gestalten stand die restliche Spielzeit ganz im Zeichen der Elstern. Einmal mehr war es Mathias Raul der die Überlegenheit seiner Mannschaft in Tore umsetzte. In der 32. – 35. und 89. Minute sorgte er für einen ungefährdeten 3:0 - Sieg des ASV über die TSV Reinbek. Die Elstern blieben vorne mit dabei, nach Minuspunkten zwei Zähler hinter dem VfL 93, die TSV aber kann für die Landesliga planen.


Rekordkulisse an den Sander Tannen Filigrantechniker kamen nicht auf ihre Kosten denn jeder Quadratmeter Rasen wurde zwischen den Elstern und den Amateuren des FC St. Pauli hart umkämpft. Es gab keine Atempausen, es war ein sehr intensives Fußballspiel das 1512 Besucher in ihren Bann zog. Zwingende Torchancen waren Mangelware, dafür hatten die Abwehrspieler ihre Gegenspieler zu gut im Griff. Herausragende Spieler bei den Elstern waren Oliver Zapel und Olaf Poschmann, auch die Mittelfeldakteure Stefan Schraub, Sven Pinz und Andreas Steinberg waren absolute Aktivposten. Auf Seiten der Gäste lieferte Torhüter Mathias Jahnke eine vorzügliche Leistung ab, in der 81. Minute war auch er machtlos – Kreso Kovacec legte das Leder zentimetergenau Mathias Raul vor und der ließ mit einem Schuß in den Torwinkel dem St. – Torhüter keine Chance – es stand 1:0 für die Elstern. Auch wenn einige Elsternspieler mit ihren Nerven zu kämpfen hatten, es war ein verdienter Sieg in einem ganz wichtigen Spiel.


In acht Minuten war alles vorbei
Die Darbietung der Elstern beim Wandsbeker FC ist mit dem Begriff „ Effizienzfußball“ noch am besten beschrieben. Die Elstern taten nicht mehr als nötig um mit minimalem Einsatz den maximalen Ertrag zu erzielen. Nach zwanzig Minuten Anlaufzeit lief das Spiel der Elstern wie ein Räderwerk, die dazu passenden Tore fielen auch. In der 28. und 32. Minute machte Mathias Rauls seinem Ruf als Torjäger alle Ehre und brachte den ASV mit 2:0 in Führung. Für Tor Nummer drei sorgte in der 36. Minute Oliver Hardekopf. Die WFC – Spieler waren mehr mit den eigenen Unzulänglichkeiten als mit ihren Gegenspielern beschäftigt, zu keiner Zeit kamen die Elstern in Bedrängnis. Beste Spieler in Reihen der Elstern waren Oliver Zapel, Dauerläufer Olaf Poschmann und Mittelfeldmotor Stefan Schraub.


 

 

 

 

 

 

Kein Tag der Spitzenteams Nein, das war nicht der Tag der Spitzenmannschaften! Die Amateure des FC St. Pauli ließen in Buxtehude einen Punkt liegen, der VfL Pinneberg unterlag bei BU mit 0:1 und Tabellenprimus VfL 93 zog bei Raspo Elmshorn mit 0:2 den Kürzeren. Zwei Punkte im Heimspiel gegen Viktoria Wb.-Veddel hätten den Elstern im Kampf um die Tabellenspitze ordentlich Luft verschafft, es kam aber anders. Nach etwa dreißig Minuten verloren die Elstern den Faden. Unerklärliche Nervosität und eine Häufung von Abspielfehlern begünstigten die Gäste. in der 35. Minute kam die Quittung. Carsten Schuldt ( Vikt. ) hob den Ball über Jens Fette ins Bergedorfer Tor und es stand 0:1. Dies war gleichzeitig der Halbzeitstand. Als Mathias Rauls in der 49. Minute einen Handelfmeter verwandelte waren die 527 Besucher von einer Wende zum Guten überzeugt Nach drei Minuten war diese Hoffnung verflogen denn Jens Bockelmann ( Vikt. ) brachte die Gäste erneut in
Führung. In der restlichen Spielzeit gelang den Elstern keine Ergebniskorrektur und so mußten sie eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Eine große Chance wurde vergeben. In den Reihen der Viktoria standen mit Bettin, Harlapp und Kassat drei Ex – Elstern die gegen ihre früheren Kollegen ein gutes Spiel machten. Erstmals im Tor der Elstern stand Jens Fette. Der siebenunddreißigjährige kam während der laufenden Saison vom FC Süderelbe und wird Sven Marr für die Dauer seines beruflich bedingten Australien – Aufenthaltes ersetzen.


Punkte mitgenommen Nach einer Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage gab es gegen die Viktoria aus Wilhelmsburg eine unerwartete und empfindliche Niederlage. So war es fast schon Pflicht vom FC Süderelbe die Punkte mitzunehmen. Dieses Vorhaben wurde in die Tat umgesetzt. Den ersten Beitrag dazu leistete in der 5. Minute Oliver Zapel mit seinem Tor zum 1:0. Ein von Rauls in der 35. Minute verwandelter Foulelfmeter führte zum 2:0. Auch das dritte Tor in diesem Spiel erzielte der ASV, Renk traf in der 60. Minute in das eigene Tor. Weitere Tore fielen nicht und so blieb der ASV mit 2:1 Sieger beim FC Süderelbe.


Sieg an der Flurstraße An der Flurstraße befindet sich die Spielstätte des SV Lurup, einst in der Erwartung von Zweitligafußball mit der Unterstützung eines finanzstarken Sponsors errichtet. Heute findet Verbandsligafußball dort statt. Hochrechnungen im Hinblick auf den Tabellenplatz am Ende der Saison wurden auch in Bergedorf angestellt und die beinhalteten einen Sieg beim SV Lurup. Die 550 Besucher sahen kein berauschendes Spiel und den Elstern reichte eine durchschnittliche Leistung um zum Erfolg zu kommen. In der Anfangsphase wurde die Partie von beiden Mannschaften mit viel Elan geführt aber nach einem sehenswerten Treffer von Stefan Schraub in der 26. Minute verflachte das Spiel zusehends. Erst in der Schlußviertelstunde wurde wieder sehenswerter Fußball gespielt aber die wenigen Luruper Torgelegenheiten waren bei Jens Fette in guten Händen. Alle Zweifel am Spielausgang beseitigte Dirk Ströh mit seinem Tor zum 2:0 in der 88. Spielminute.


Nach zehn Spieltagen hatte Bernd Enge folgende Rechnung angestellt: 15:5 Zähler würden bei konstanter Punktausbeute 30:10 nach zwanzig Spielen und am Ende der Saison 45:15 Punkte bedeuten, damit würde man die Aufstiegsrunde erreichen. Die 30:10 Punkte nach zwanzig Spielen konnten die Elstern zuletzt in der Saison 71 / 72 und 72 / 73 aufweisen. In den vorausgegangenen Spielen wurde guter Fußball abgeliefert auch wenn die Mannschaft Anlaufprobleme hatte. Spiele vor einer vierstelligen Zuschauerzahl zeigen sehr deutlich welchen Stellenwert der Fußball in Bergedorf hat und was bei einer entsprechenden Mannschaftsleistung möglich ist. Die Teilnehmer an der AOL – Aufstiegsrunde werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit unter den ersten sechs der Tabelle zu finden sein. Hier ist zu allererst der VfL 93 mit 33 Punkten zu nennen. Mit jeweils zehn Minuspunkten sind die Elstern und Raspo Elmshorn dem VfL 93 dicht auf den Fersen. Weil die Elmshorner mit einem Spiel im Rückstand sind, stehen sie in der Tabelle relativ am besten da. Ab Tabellenplatz zwölf beginnt mit dem FC Süderelbe die Abstiegszone. Abgeschlagen mit 6:24 Punkten ist die TSV Reinbek. Zwischen dem 12. und dem 15. Tabellenplatz liegen nur zwei Punkte, es stehen noch sehr spannende Spiele bevor.


Guter Tag für die Elstern Über Ostern wurden in der Verbandsliga Hamburg nur Nachholspiele ausgetragen – und deren Ausgang war ganz nach dem Geschmack der Elstern. Der VfL 93 büßte beim 1:1 in Buxtehude einen Punkt ein und der VfL Pinneberg spielte am Sonnabend, 30. März gegen Raspo Elmshorn auch nur 2:2. Erst in der Schlußminute gelang dem VfL vor 1400 Zuschauern der Ausgleichstreffer. Am Ostermontag war der VfL auch aktiv und ließ völlig überraschend bei der TSV Reinbek einen Punkt liegen. Zur gleichen Zeit war Komet Blankenese Gast an den Sander Tannen. Nachdem der ASV bereits am Karfreitag in Lurup zwei Pluspunkte verbuchen konnte sollten gegen Komet zwei weitere Zähler den Verbleib in der Spitzengruppe sichern. Es lief für die Elstern nach Plan, bereits in der 8. Minute fiel das 1:0 für den ASV – den Kometen unterlief ein Eigentor. Das 2:0 fiel in der 18. Minute durch einen Kopfball von Kovacec. Der Spielstand von 3:0 hatte seinen Ursprung in einem Schuß von Robert Meyer, der Rauls vor die Füße sprang und dieser in der 32. Minute zum 3:0 vollenden konnte. In der 40. Minute verkürzte Lück ( Komet ) auf 1:3. Mit dem Treffer zum 4:1 bedankte sich Dirk Ströh in der 53. Minute für seine Einwechselung. Bester Spieler in Reihen der Elstern war an diesem Tage Oliver Zapel.


Knapper Sieg mit Folgen Die Gäste aus Buxtehude zeigten von Beginn an eine sehr gute Abwehrleistung und machten den Elsternstürmern das Leben schwer. So sehr sich die Mittelfeldakteure Schraub, Zapel, Ströh und Klein auch bemühten, zwingende Torchancen hatten Seltenheitswert und hätte Jens Fette im Tor der Elstern in der 40. Minute nicht Kopf und Kragen riskiert wären die Gäste in Führung gegangen. So blieb es beim 0:0 zur Halbzeit. Diesen Zustand änderte Robert Meyer, in der 49. Minute hämmerte er das Leder aus achtundzwanzig Metern unhaltbar in den Torwinkel zum 1:0 für den ASV. Auch als Buxtehude in der Schlußviertelstunde alles auf eine Karte setzte, änderte sich am Spielstand von 1:0 nichts mehr. Für Jubel sorgte nach dem Abpfiff der Platzlautsprecher, als er das Ergebnis des Spieles des VfL 93 gegen Komet Blankenese bekannt gab: Komet siegte mit 4:3 und machte die Elstern damit zum Tabellenführer.


Die Freude war nur kurz Das Gedränge an der Tabellenspitze war groß. Nicht alle Mannschaften hatten die gleiche Anzahl an Spielen ausgetragen sodaß die Tabelle ein “schiefes“ Bild bot:

 1. ASV 22 Spiele 34:10 P. 2. VfL 93 23 Spiele 34:12 P. 3. FC St. Pauli 22 Spiele 31:13 P. 4. Vfl Pinneberg 22 Spiele 30:14 P. 5. Raspo Elmshorn 20 Spiele 29:11 P. 

Wenn nun die vorderen Mannschaften gegeneinander spielen, bleibt das eigene Pluspunktekonto im Falle einer Niederlage unverändert und der Gewinner kann vorbeiziehen. Diese Konstellation erwartete die Elstern am 23. Spieltag, sie mußten beim VfL Pinneberg antreten. Es wurde kein guter Tag für den ASV. Als Jens Fette in der 5. Minute einen Elfmeter abwehrte sah die Abwehr tatenlos zu und Schuster ( VfL ) schoß den Abpraller zum 0:1 ins Elsterntor. Auch das 2:0 für den VfL ging in der 48. Minute auf das Konto von Schuster. Der Vfl war die klar bessere Mannschaft und den Elstern in allen Belangen überlegen. In der 70. Minute fiel durch Becker das 3:0. Erst dann bäumten sich die Elstern auf und kamen in der 73. Minute durch Kreso Kovacec auf 1:3 heran. Bei einer Rettungsaktion von VfL – Torwart Stars wurde Kovacec am Kopf verletzt und kam ins Krankenhaus. Die dezimierten Elstern konnten in der Schlußminute noch auf 2:3 verkürzen, mußten aber die Punkte dem VfL überlassen. Der VfL 93 verlor am Borgweg durch das 1:1 gegen Lurup einen Punkt, kletterte aber trotzdem auf den ersten Tabellenplatz. Nach Minuspunkten stand Raspo Elmshorn am besten da, hatte aber erst zwanzig Spiele ausgetragen.


Um Jahre gealtert Trainer Bernd Enge war nicht zu beneiden. Der kannte natürlich die Tabelle und wußte, daß jeder Punktverlust das Ende aller Hoffnungen bedeuten konnte. Da in diesem Teilnehmerfeld jeder jeden schlagen konnte darf man sich auf einen ganz spannenden Endkampf um die Meisterschaft der Verbandsliga Hamburg freuen. Am 24. Spieltag war der HSV Barmbek – Uhlenhorst Gastgeber für den ASV. Kaum auf dem Platz bestimmten die Elstern den Lauf der Dinge. Chancen über


Chancen wurden erarbeitet aber der Spielstand von 0:0 hatte bis zum Pausenpfiff Bestand. Auch im zweiten Spielabschnitt änderte sich zunächst nichts, erst in der 73. Minute konnte sich Kovacec gegen drei Barmbeker Abwehrspieler durchsetzen und das Leder im Barmbeker Gehäuse zum 1:0 für den ASV unterbringen. An der Seitenlinie begann nun die Leidenszeit von Bernd Enge, immer häufiger forderte er den Abpfiff der Begegnung. Erst als Stefan Schraub in der 90. Minute das 2:0 erzielte hatten die Quale von Trainer Enge ein Ende. BU konnte sich nicht aus dem Abstiegsstrudel befreien und die Elstern behaupteten den zweiten Tabellenplatz. In einer nach Minuspunkten aufgestellten Tabelle wären sie auf dem ersten Platz aber abgerechnet wird zum Schluß.


Es ist ganz eng In der Verbandsliga geht es in die Endphase der Saison sowohl an der Tabellenspitze als auch im Tabellenkeller liegen die Mannschaften ganz eng beieinander und die Zahl der restlichen Spiele wird immer wenigerund jeder Punktverlust kann fatale Folgen haben. Am 25. Spieltag war der SC Sperber Gast an den Sander Tannen. Sperber, der „dienstälteste“ Verbandsligaverein steckte ganz tief im Keller und benötigte jeden Punkt, die Elstern – oben mit dabei – waren auch auf jeden Zähler angewiesen. Der SC Sperber brachte die Elstern zu keiner Zeit in Verlegenheit, zu bescheiden waren die spielerischen Mittel der Gäste. Die Elstern waren von einem kollektiven Nervenflattern befallen und Angst vor dem Ballbesitz machte sich breit. Erst nach dem 2:0 durch Robert Meyer ( 20. ) kam Ruhe in das SpIel des ASV. Vorausgegangen war in der 17. Minute das 1:0 durch Rauls, sein Freistoß wurde von einem Sperber – Spieler unhaltbar abgefälscht. Auch für das 3:0 aus der 86. Minute war Rauls verantwortlich. Von den „großen Vier“ büßte nur Raspo Elmshorn durch ein 2:2 in Lurup einen Punkt ein, der VfL 93 demontierte den FC Süderelbe mit 8:1. Nach Spielende wurde die Trennung von Mark Arndt bekannt gegeben.


Eine Vorentscheidung? Die Rasensportler aus Elmshorn präsentierten sich an den Sander Tannen vor 643 Besuchern als Klassemannschaft. Vor allem im ersten Durchgang waren die Gäste die klar bessere Mannschaft und gingen mit einem 2:0 – Vorsprung in die Halbzeitpause. Herwig ( 24. ) und Schubert ( 41. ) waren die Torschützen. Nach der Pause steigerten sich die Elstern, aber alle Bemühungen endeten bei dem guten Elmshorner Torsteher Rüdiger Schmidt. Vermißt wurde bei den Elstern ein Leitwolf, ein Spieler der die Mannschaft mitreißen kann, der die Ärmel aufkrempelt und der Verantwortung übernimmt. In der 76. Minute fiel durch Torjäger Thorsten Lüneburg das 3:0 für die Gäste. Mit diesem Resultat endete das Spiel. Die Mannschaft aus Elmshorn war die bessere Mannschaft und bereitete den Elstern in der Endphase der Meisterschaft eine ganz schmerzliche Niederlage.


Nur noch vier Spiele Zwischen Platz eine und vier lagen zwei Pluspunkte bzw. ein Minuspunkt, eine Konstellation die allen Beteiligten schlaflose Nächte bereiten mußte. Für die Elstern ging es im Spiel gegen den Meiendorfer SV auch darum, den Eindruck aus dem Raspo – Spiel zu korrigieren. Die Mannschaft war gegenüber dem Raspo – Spiel nicht wiederzuerkennen Jeder kämpfte für seinen Nebenmann mit, keiner ließ sich hängen . Die Mannschaft wollte den Erfolg und gab keinen Zentmeter Boden preis. In der elften Minute drohte das Spiel allerdings zu kippen, Olaf Poschmann brachte seinen Gegenspieler im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Byernetzki entschied auf Elfmeter. Axel Radtke. der Meiendorfer Torjäger, schoß den Strafstoß am Tor vorbei. Kurz vor der Pause ging der MSV in


Führung, einen scharf geschossenen Ball konnte Jens Fette nicht abwehren. Der Druck der Elstern hielt in der zweiten Halbzeit an und es entwickelte sich ein sehenswertes Spiel. Die Torchancen der Elstern häuften sich, hier konnten Stefan Schraub und Dirk Ströh Akzente setzen. In der 86. Minute wurde die engagierte Leistung belohnt, Kreso Kovacec traf zum hochverdienten Ausgleich. An der Tabellenspitze standen nun drei Teams mit 14 Minuspunkten, VfL 93, Raspo Elmshorn und der VfL Pinneberg. Fünfzehn Minuspunkte belasteten das Konto der Elstern.


Ein Blackout mit Folgen Drei Schlüsselszenen haben das Spiel gegen den SV Lurup geprägt. Das Unheil nahm in der 33. Minute seinen Lauf. Olaf Poschmann verlor den Ball, Jens Fette kam aus seinem Tor und wußte sich nur mit der Notbremse zu helfen. Jens Fette wurde auf die Strafbank “verbannt“ und Poschmann wurde gegen Ersatzkeeper Frank Winkler ausgewechselt Dessen erste Amtshandlung bestand darin, das Leder aus dem Netz zu holen denn Malek ( SVL ) hatte den Elfmeter zum 1:0 verwandelt. In der 55. Minute wurde Rauls von Kovacec freigespielt und der Ball landete im Tor des SV Lurup. Dieser Treffer wurde wegen einer Abseitsposition zu Recht nicht anerkannt. Mathias Raul verlor komplett die Nerven. Dies gipfelte in einem Rempler gegenüber dem Schiedsrichter und endete mit einem Feldverweis für Mathias Rauls. Als dann noch der Luruper Nikolaus Wagner und Michael Klein zusammenprallten kam Klein mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Somit standen ab der 72. Minute nur noch acht ASV – Feldspieler auf dem Platz. Der Treffer zum 1:1 durch Kovacec in der 90. Minute kam zu spät um dem Spiel noch eine Wendung zu geben. Die Teilnahme an der Aufstiegsrunde konnte von den Elstern aus eigener Kraft nicht mehr erreicht werden. Der VfL Pinneberg und der VfL 93 hatten gegenüber den Elstern zwei Punkte Vorsprung und auch die bessere Tordifferenz bei zwei noch ausstehenden Spielen.


Alles verspielt Für aussagefähige Kommentare zum Spiel der Elstern bei Raspo Elmshorn standen dem Verfasser keine Informationen zur Verfügung, die Berichterstattung in der Presse war durch einen Streik in der Druckindustrie stark eingeschränkt. Das Spiel der Rasensportler gegen die Elstern wurde von allen Insidern als absolutes Spitzenspiel angesehen. Siebenhundertfünfzig Besucher kamen an die Wilhelmstraße und sahen zunächst eine torlose erste Halbzeit. Im zweiten Durchgang kamen die Hausherrn durch Tore von Assmann ( 63.) und von Aspern in der 82. Minute zum 2:0 – Erfolg über Bergedorf 85. Die Elstern waren im Kampf um die Aufstiegsplätze aus dem Rennen, aus dem Führungsquartett war ein Führungstrio geworden. Der VfL 93 unterlag in Wilhelmsburg mit 1:4 während der VfL Pinneberg die TSV Reinbek mit 3:0 BESIEGTE. Am Ende des 29. Spieltages hatte die Tabellenspitze folgendes Aussehen 1. VfL Pinneberg 44:14 P. 2. Raspo Elmshorn 43:15 P. 3. VfL 93 42:16 P.


Spiel ohne Bedeutung Es kamen am Sonntagvormittag nur noch 105 Zuschauer an die Sander Tannen um den Saisonausklang mitzuerleben. Gast war der SC Victoria. Die Victoria, im Niemandsland der Tabelle versteckt, präsentierte sich erschreckend schwach und zeigte kein Verbandsliganiveau. Anders die Elstern, die Mannschaft spielte befreit auf, Spieler die im Laufe der Saison mit dem Nervenkostüm zu kämpfen hatten versprühten Spielfreude und erarbeiteten hochkarätige Torgelegenheiten. In der 5. Minute eröffnete Dirk Ströh mit dem 1:0 den Torreigen, Stefan Schraub ließ in der 24. Minute das 2:0 folgen. Eine Ergebnisverbesserung gelang Rickert ( SCV ) in der 32. Minute. Mit seinem zweiten Tor im der 36. Minute erhöhte Ströh auf 3:1. Noch vor der Pause traf Oliver Zapel zum 4:1. Im zweiten Durchgang trafen Dirk Klenke (53. ) und Oliver Hardekopf in der 81. Minute zum Endstand von 6:1. Treffend und nicht ohne Sarkasmus der Kommentar von Trainer Bernd Enge : Da braucht man eine ganze Saison um die richtige Aufstellung zu finden.


Die letzten Entscheidungen Die drei führenden Mannschaften waren durch je einen Pluspunkt voneinander getrennt. BU spielte gegen Raspo Elmshorn 2:2, dieser Punkt sicherte BU den Klassenerhalt, Elmshorn konnte mit diesem Teilerfolg nach Pluspunkten mit dem VfL Pinneberg gleichziehen. Die Dramaturgie des letzten Spieltages führte am Borgweg, beim VfL 93 den heimischen VfL 93 und den Tabellenführer, den VfL Pinneberg zusammen. Es wurde nicht nur für den Vereinskassierer ein großer Tag, die 2000 Besucher bedeuteten Saisonrekord. Dem VfL Pinneberg hätte ein Punkt zur Meisterschaft genügt aber Güldenpfennig brachte den VfL 93 in der 30. Minute in Führung. Ab der 60. Minute erfolgte ein einziger Sturmlauf auf das Tor des VfL 93 – es war alles vergeblich, selbst drei Zeitstrafen in der Schlußphase der Begegnung gegen die Heimmannschaft konnten die Pinneberger nicht nutzen. So blieb dem VfL Pinneberg nur der undankbare dritte Tabellenplatz und der Neuling VfL 93 feierte die Meisterschaft der Verbandsliga Hamburg. Glückwunsch an den Borgweg.


 


Der SC Sperber, der FC Süderelbe und die TSV Reinbek steigen in die Landesliga ab. Süderelbe und Reinbek konnten den Verlust vieler Leistungsträger nicht ausgleichen. Siebzehn Neuzugänge bei gleichzeitig vierzehn Spielerabgängen beim SC Sperber konnten nicht zu einer homogenen Mannschaft zusammengeführt werden, zum ersten Male seit Bestehen der Verbandsliga muß der SC Sperber in der kommenden Saison eine Etage tiefer antreten.


Die Elstern waren lange Zeit auf Aufstiegskurs aber vier Punkte aus den letzten fünf Spielen waren einfach zu wenig, um sich in der Spitzengruppe zu behaupten. Schwerwiegend war die Niederlage in Elmshorn am vorletzten Spieltag. Die Zuschauerresonanz erinnerte an bessere Zeiten und brachten die Elstern in dieser Kategorie auf den Spitzenplatz in der Verbandsliga.


An der Torausbeute von 57 Treffern waren folgende Spieler beteiligt: Mathias Rauls mit zwanzig Toren, Kreso Kovacec war neun Mal erfolgreich, Stefan Schraub und Dirk Ströh erzielten je fünf Treffer, Oliver Zapel überwand viermal den gegnerischen Torwart, Mark Arndt und Andreas Steinberg waren mit je drei Toren am der Ausbeute beteiligt. Dirk Klenke, Oliver Hardekopf und Robert Meyer waren zweimal erfolgreich. Ergänzt wird diese Aufstellung durch ein Tor von Mladen Koletic und ein gegnerisches Eigentor.
Wenn es dem Trainer gelingt, die Leistung der Mannschaft über die gesamte Saison hinweg zu stabilisieren darf man der kommenden Spielzeit mit Optimismus entgegen sehen.

Nachweis der Informationsquellen Mit einer Ausnahme lehnen sich die Kommentare zu den Punktspielen an die Berichterstattung der Bergedorfer Zeitung an, ebenso sind die Abbildungen der BZ entnommen worden. Die Saison – Abschlußtabelle stammt aus dem Deutschen Fußballarchiv. Die Daten zur Darstellung des sportlichen Werdeganges der Aufsteiger wurden dem Buch 100 Jahre Fußball in Hamburg entnommen worden. Die Geschichte der Aufsteiger in die Verbandsliga lehnt sich an die Ausführungen des Internet – Lexikons WIKIPEDIA an.

Statistik (Zum Vergrößern der Abbildungen bitte Anklicken) 




 




Samstag, 22. August 2020

Die Elstern – Fussball im Amateurbereich Saison 1989 / 90 (Autor: Hans-Martin Lippold)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Rückblick

Die sportliche Zielsetzung, mit der die Elstern in die Saison 88/89 gestartet waren, wurde verfehlt. Zu sehr klafften Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Mit 31:29 Zählern und dem neunten Tabellenplatz wurde die Teilnahme an der AOL – Aufstiegsrunde deutlich verfehlt, der Abstand zum Tabellenzweiten betrug am Ende der Saison elf Punkte. So kam es, wie es kommen mußte, der Vertrag mit Trainer Manfred Junke wurde nicht verlängert.


Die Trainersuche 

Die Verantwortlichen der Elstern begaben sich auf Trainersuche und wurden fündig. Die Wahl fiel auf einen früheren ASV – Spieler der schon zu Zeiten von Heinz Werner das ASV – Trikot getragen hatte, auf Werner Jaschik. Werner Jaschik kam 1968 vom SV Eintracht Lüneburg an die Sander Tannen. Zwei Jahre spielte er in der Regionalliga Nord, denen folgten nach dem Abstieg zwei weitere Spielzeiten in

Zwei spätere Elstern-Trainer hier noch selber aktiv
der ( heutigen ) Verbandsliga. Das Foto zeigt eine Spielszene vom 13.9.71 als der ASV den SC Concordia an den Sander Tannen empfing. Danach zog es ihn in die Regionalliga Süd, zum KSV Hessen Kassel. Im Anschluß daran spielte er für die TSR Olympia Wilhelmshaven in der Spielzeit 74/75 in der 2. Bundesliga. Seine letzte Trainerstation vor Amtsantritt bei den Elstern war der Lüneburger SK.


Zusammensetzung des Spieleraufgebotes 

Aus dem siebzehn Spielern umfassenden Aufgebot der Saison 1988 / 89 haben sich sieben Spieler verabschiedet. Achim Spreckelsen und Frank Hense zog es in die nähere Nachbarschaft zur TSV Reinbek. In geografischer Nähe blieben auch Thomas Brudler und Michael Dettmann, beide werden für den SV Börnsen die Stiefel schnüren. Hauke Müller fand beim Wandsbeker FC ein neues sportliches Betätigungsfeld und Thorsten Bettin kehrte zur Wilhelmsburger Viktoria zurück. Das neue Wirkungsfeld von Thomas Koopmann ist nicht bekannt. Allen Spielern darf man in neuer Umgebung viel Erfolg wünschen.
Ein neues Betätigungsfeld an den Sander Tannen fanden die beiden Neuzugänge Michael Feye und Andre Kassat. Bede kamen vom Lüneburger SK und haben dort schon unter Werner Jaschik trainiert. Die beiden Norderstedter Detlev Burmester und Oliver Hardekopf fanden ebenfalls den Weg an die

Sander Tannen und trafen dort auf alte Bekannte. Christian Sekulic wechselte von der Wilhelmsburger Landesgrenze nach Bergedorf ebenso wie Ulf Schmücker vom FC Süderelbe. Ein alter Bekannter, nämlich Sven Marr fand vom SV Börnsen den Weg zurück an die Sander Tannen. Ergänzt wird die Liste der Neuzugänge durch Dirk Tietje, einem jungen Angriffspieler vom MSV Hamburg. Zum Start in die Saison 1989 / 90 konnte der neue Trainer Werner Jaschik achtzehn Spieler begrüßen.


Vorbereitung auf die neue Saison
 

Die vorrangige Aufgabe von Trainer Jaschik bestand zunächst darin, aus den zehn Spielern der Vorsaison und den acht Neuzugängen eine schlagkräftige, spielstarke Mannschaft zu formen. Der erste Arbeitstag von Trainer Jaschik war Sonnabend, 1. Juli 1989, das erste Punktspiel in der Verbandsliga Hamburg war für das erste Augustwochenende vorgesehen. Es standen also knapp fünf Wochen für die Vorbereitung zur Verfügung. Dieser zeitliche Rahmen wurde mit Testspielen gegen zumeist unterklassige Mannschaften ausgefüllt. Hier die Spielergebnisse:

10.7.89 TSV Radbruch – ASV 0 : 14 / 13.7.89 TSV Mölln - ASV 1:8 / 17.7.89 Bremer SV - ASV 1:1 / 18.7.89 FC Mahndorf - ASV 3:4 / 19.7.89 ASV - Wandsbeker FC 9:1 / 24.7.89 Eintracht Lüneburg - ASV 1:2 SV/ 27.7.89 MTV Winsen - ASV 3:7 

Ein weiteres Testspiel fand zum Jubiläum des SV Barmbek statt. Eine Kombination von Spielern der Ligamannschaft und er zweiten Mannschaft unterlag den Gastgebern mit 3:5. Klassenhöhere Gegner in dieser Reihe von Testspielen waren der Bremer SV und der FC Mahndorf. In diesen Spielen konnten die Elstern unter Beweis stellen, daß sie auch mit höherklassigen Mannschaften Schritt halten können. Die Testspiele gaben Trainer Jaschik auch Auskunft über die Fitness der einzelnen Spieler – alle waren fit. Zudem boten sich taktische Varianten an, so wurden „gelernte“ Stürmer mit Defensivaufgaben betraut um im Bedarfsfall weitere Angriffsoptionen aufbieten zu können. Auch schien sich Michael Feye als „Chef im Mittelfeld“ anzubieten.


Vorstellung der Aufsteiger 

Aus der Verbandsliga Hamburg konnten sich die Amateure des HSV für die Amateuroberliga Nord qualifizieren und so einen weiteren Platz in der Hamburger Eliteliga frei machen. So konnten also aus den beiden Landesligen vier Teams in die Verbandsliga aufrücken. Dies waren aus der Hansastaffel die Ochsenwerder Spvg als Meister und der Zweitplatzierte HSV Barmbek – Uhlenhorst. Aus der Hammoniastaffel qualifizierten sich der Meister Komet Blankenese und der Zweitplatzierte, der SV Lurup.
Die Spvg. Ochsenwerder taucht in der Literatur erstmals 1924 als eigenständiger Verein auf. Inwieweit Fusionen mit den benachbarten Vereinen TV Howe, TV Zollenspieker und dem TV Kirchwärder zur Fortentwicklung zur Spvg. Ochsenwerder beigetragen haben konnte vom Verfasser nicht ermittelt werden. Jahrzehnte später ( 1994 ) kam es zu einer Fusion der Spvg. Ochsenwerder und dem Moorfleeter SV zum SV Ocsenwerder - Moorfleet 1924, der 1999 im SC Vier- und Marschlande aufging. Dies ist jedoch nicht mehr Gegenstand dieses Berichtes.

 

Als am 10.7.09 der Barmbeck-Uhlenhorster TV v. 1876 und der MTV 1888 Barmbeck-Uhlenhorst zur Hamburger Turnerschaft Barmbeck-Uhlenhorst fusionierten war der Grundstein für den HSV Barmbeck – Uhlenhorst gelegt.. 1911 wurde in diesem Verein eine Fussballabteilung eingerichtet. Diese spaltete sich 1923 ab und firmierte fortan als HSV Barmbek – Uhlenhorst. Von 1943 bis 1945 in eine Kriegssportgemeinschaft eingebunden nahmen die BU – Männer 1946 am HFV – Spielbetrieb teil. Auf lange Sicht mußten die Anhänger von BU über eine ausgeprägte Leidensfähigkeit verfügen. Von 1981 bis 1984 ging es von der AOL herunter bis in die Bezirksliga. Der sportliche Werdegang ist in der entsprechenden Anlage nachgezeichnet.



Als TSV 1923 Lurup gegründet fusionierte dieser Verein mit der FSV 1922 Schenefeld zur TSV Lurup – Schenefeld. Umgruppierungen, Abspaltungen und Auflösungen begleiteten den Verein bis zur Neugründung als TSV 1923 Lurup im Jahre 1946. Die Umbenennung zum SV 1923 Lurup erfolgte 1949. Zu Beginn der Serie 1946 / 47 startete der SV Lurup in der untersten Spielklasse.

 

des HFV, die nach zwei Jahren verlassen wurde. Auch hier der Hinweis auf die entsprechende Anlage.
Auf die Vorstellung des FTSV Komet Blankenese wird an diese Selle verzichtet. Eine kurze Vorstellung ist im Vorspann zum Bericht zur Saison 1984 / 85 erfolgt.

Die Spielzeit 1989 / 90 

In Fachkreisen des Hamburger Amateurfußballs wurde den Elstern ein Platz ganz oben in der Tabelle zugetraut. Sowohl der sehr gute Ruf von Trainer Werner Jaschik als auch die Qualität des Spielerkaders untermauerten diese Prognose. Auch der FC Süderelbe wird ganz hoch eingestuft. Siege ( auch gegen höherklassige Mannschaften ) in der Vorbereitung sollte man aber auf keinen Fall überschätzen. Eine Saisonvorbereitung ist immer nur so gut wie der Saisonstart. Wenn in der Lokalpresse die Überschrift Das kleine Bergedorfer Wunder zu lesen ist setzt man den Erwartungshorizont sehr hoch und auch Trainer und Mannschaft unnötig unter Druck. Zurückhaltung könnte da ein besserer Ratgeber sein. Aber, wie sagt man so schön: maßgeblich ist auf dem Platz. Unter diesem Motto startete am 6.8 89 die Verbandsliga Hamburg in die 45. Spielzeit.


Wie in alten Zeiten 

Applaus beim Gang in die Halbzeitpause, Jubel am Ende der neunzig Minuten. Siebenhundert Besucher sahen an den Sander Tannen eine Klassepartie der Elstern gegen den SC Victoria. Beide Mannschaften legten eine offensive Grundeinstellung an den Tag und erspielten sich eine Reihe von Torgelegenheiten die jedoch bei beiden Torleuten in guten Händen waren. Die Victoria erwies sich als starker Gegner und hätte durchaus in Führung gehen können. Durch die Herreinnahme von Andre Kassat wurde das Sturmspiel der Elstern zusätzlich belebt und die Victoria kam unter Druck, dann mußten die Gäste auch noch eine Zeitstrafe hinnehmen. Nachdem Victoria wieder vollzählig auf dem Platz stand zelebrierten Mathias Rauls und Dirk Klenke mustergültiges Doppelpasspiel welches in der 83. Minute mit dem 1:0 durch Klenke vollendet wurde. Nach einem so guten Auftaktspiel einzelne Spieler hervorzuheben verbietet sich. Nur soviel: Die Elstern starteten mit einer sehr guten Leistung in die neue Saison.


Gelungenes Geschäft 

Achthundertsechsundsiebzig Besucher bescherten der Spvg. Ochsenwerder die höchste Einnahme in der Vereinsgeschichte, dafür nahmen die Elstern dann die Punkte mit. Es war das erste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften und die Elstern gingen als Favorit in diese Begegnung. Das Spiel konnte den hohen Erwartungen nach dem Victoria – Spiel nicht standhalten. Nach einem guten Start und einer 2 : 0 – Pausenführung ( 0: 1 Hardekopf, 27. Min. ) und dem 0 : 2 durch ein Eigentor von Raffenberg ( 31. ) verloren die Elstern im zweiten Durchgang ihre Linie und mußten in der 60. Minute das 1:2 durch Herbrechter hinnehmen. Die Ochsenwerder Spieler konnten aber beste Torgelegenheiten nicht verwerten und mußten sich nach neunzig Minute mir 1:2 geschlagen geben. Ihr
hoher kämpferischer Einsatz wurde nicht belohnt. Beim den Platzherrn stand mit Rainer Kokartis der Sohn des früheren Elsterntorwarts zwischen den Pfosten.


Hitzeschlacht im Spitzenspiel 

Einer der Favoriten war Gast an den Sander Tannen – der FC Süderelbe zu Besuch bei den Elstern. Sommerliche Gluthitze lähmte die Akteure und so waren beide Mannschaften nicht in der Lage an ihre Leistungsgrenze zu gehen. In der 15. Minute fiel durch Andre Kassat das 1:0 für die Elstern als dieser ein Mißverständnis in der Gästeabwehr ausnutzen konnte. Als Elsterntorwart Sven Marr in der 46. Minute sich bei einem Ball verschätzte holte er einen Gästespieler im Strafraum von den Beinen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Marinus Bester zum Ausgleich. Angesichts der hohen Temperaturen suchte keine der beiden Mannschaften die Entscheidung und so trennten sich die Mannschaften vor 528 Zuschauern mit einem 1 : 1 – Unentschieden.


Sprachloser Trainer 

Auf die Frage, was ihm im Spiel seiner Mannschaft gegen TuRa Harksheide am besten gefallen habe, blieb Werner Jaschik die Antwort schuldig. Zu wenig war von dem zu sehen was die Elstern ihrem Publikum in der Saisonvorbereitung gezeigt hatten. Der ASV stellte achtzig Minuten die spielbestimmende Mannschaft auf dem Harksheider Exerzierplatz aber als Schiedsrichter Bandt (ETV) Sven Pinz und Ulf Schmüker in der 61. und 63. Minute für zehn Minuten vom Feld schickte, nutzten die Harksheider die Gelegenheit und gingen in der 69. Minute in Führung. Wieder vollständig auf dem Platz übernahmen die Elstern wieder das Kommando auf dem Platz. Es dauerte aber bis zur 89. Minute ehe Mathias Rauls ein feines Zuspiel von Andre Kassat zum 1:1 – Ausgleich vollendete.


Wende durch Mathias Rauls
 

Es war ein Spiel so ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Vierhundert Zuschauer fanden sich an den Sander Tannen ein um das Spiel der Elstern gegen die Rasensportler aus Elmshorn zu verfolgen. Auch wenn die Torfolge etwas Anderes andeutet, es war eine hochklassige Begegnung zweier gleichwertiger Mannschaften. Hardekopf und Rauls brachten die Rasensportler in der 40. und 42. Minute mit 0:2 in Rückstand und als Stefan Schraub in der 48. Minute das 3:0 für den ASV erzielte schien die Partie gelaufen zu sein. Weit gefehlt! Rainer Liedtke brachte die Rasensportler in der 60. und 67. Minute auf 2:3 heran und leitete eine intensive Schlußphase ein. In den letzten dreißig Spielsekunden schlug Mathias Raul zwei Mal zu – aus einem knappen 3:2 – Vorsprung machte er einen deutlichen 5:2 – Sieg. Mit diesem Ergebnis endete ein sehenswertes Verbandsligaspiel. Die Freude der Elstern wurde durch eine schwere Verletzung ( Bänderriss ) von Torhüter Sven Marr getrübt.


Nichts für Feinschmecker 

Nach sieben Jahren Abwesenheit ist BU wieder in der Verbandsliga angekommen und war Gastgeber für die Elstern aus Bergedorf. Sechshundert Besucher auf der „Anfield Road“ sahen ein Spiel in dem die Barmbeker ihre spielerischen Defizite durch Einsatzfreude zu kompensieren versuchten. Die Elstern hielten dagegen und es entwickelte sich ein intensives Fußballspiel. Beispielgebend an diesem Tag war Oliver Hardekopf, seine Dynamik und Einsatzfreude machte ihn zur steten Gefahr für die Barmbeker Hintermannschaft.
So war es auch kein Zufall daß ihm in der 77. Minute der Treffer zum 1:0 – Auswärtserfolg der Elstern gelang. Ungeschlagen mit 10:2 Punkten waren die Elstern auf dem zweiten Tabellenplatz angekommen.


Siegtor kurz vor Schluß 

Es war keine Offenbarung die die Elstern den 548 Besuchern gegen Viktoria Wilhelmsburg - Veddel geboten haben. Zu engmaschig war das Sturmspiel angelegt, da sich alle Stürmer zur Mitte orientiert hatten, waren sie leicht auszurechnen und kamen zu keinen klaren Torchancen. Trotzdem fiel in der 15. Minute das 1:0 durch Mathias Rauls. Der Ausgleich durch Thomas Block, dem gefährlichsten Stürmer der Viktoria ließ nur zehn Minuten auf sich warten. Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeitpause. Nahezu ohne Höhepunkte verlief der zweite Spielabschnitt. Das sollte sich ändern. In den letzten Minuten ergriff Stefan Schraub die Initiative und wich auf den rechten Flügel aus. Von dort brachte er in der Schlußminute eine Flanke in den Torraum die vom Torhüter nur an den Pfosten gelenkt werden konnte. Mathias Rauls war zur rechten Zeit am rechten Ort und drückte das Leder über die Torlinie. Es stand 2:1 für den ASV und mit nun 12:2 Punkten wurde der zweite Tabellenplatz gefestigt.


Spiel der späten Tore 

Irgendwann mußte es ja passieren – die erste Niederlage der Saison. Und die war nicht einmal unverdient. Trotz ständiger Überlegenheit mußten sich die Elstern gefährlicher Angriffe der Hausherrn erwehren, Torhüter Wunder hatte alle Hände voll zu tun. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff ging Komet Blankenese durch Jäger in Führung. Als Komet durch eine Zeitstrafe dezimiert war konnte Christian Sekulic in der 63. Minute ausgleichen. Ein Freistoß von Wiechmann( Komet ) führte in der 82. Minute zur erneuten Führung der Kometen. Als Hartmut Harlapp eine Minute vor dem Abpfiff der 2:2 – Ausgleich gelang schien für den ASV die Welt in Ordnung zu sein. Daß aber ein Spiel erst mit dem Schlußpfiff beendet ist mußten die Elstern dann schmerzlich erfahren: Andreas Klobedanz schickte die Elstern mit seinem Tor in der Nachspielzeit auf die Verliererstraße. Die erste Saisonniederlage war damit perfekt.


Für gute Leistung nicht belohnt 

Spitzenspiel in Pinneberg: die Elstern waren zu Gast beim VfL Pinneberg. Das Spiel fand an einem Sonntagvormittag statt und so mancher Besucher fand darin die Erklärung für die sehr zurückhaltende Gangart der Elstern. Der VfL war im ersten Durchgang die überlegene Mannschaft, konnte aber nichts Zählbares vorweisen. In der Halbzeitpause fand Trainer Jaschik offensichtlich die passenden Worte für seine Spieler. Die Abwehr kaufte den Pinneberger Stürmern den Schneid ab und die Elstern erspielten sich hochkarätige Torgelegenheiten, fanden aber im Pinneberger Torhüter Wroblewski ihren Meister. Als in der 85. Minute eine Großchance durch Harlapp nicht verwertet werden konnte schwante den mitgereisten Elsternfans Schlimmes. So kam es dann auch! Grünwald (VfL ) entschied in der 88. Minute mit seinem Tor das Spiel für den VfL. In einem guten Spiel wurden die Elstern unter Wert geschlagen.


Der besseren Mannschaft unterlegen 

Der ungeschlagene Tabellenführer VfL Stade lockte 841 Besucher ( bester Besuch seit November 1984 ) bei strömenden Regen an die Sander Tannen.
Auch wenn die Elstern dem Gegner mit 0:3 unterlegen waren, brauchten die Zuschauer ihren Besuch nicht zu bereuen. Nach zehn Minuten gingen die Gäste durch Jörg Havemann in Führung. Den Ausgleich verhinderte der Stader Torwart Seifert als er in der 32. Minute einen von Dirk Klenke geschossenen Strafstoß abwehrte. Mit dem 1:0 ging es in die Halbzeitpause. Nach der Pause bekamen die Elstern das Spiel besser in den Griff, scheiterten mit ihren Angriffen aber immer wieder an dem Stader Torhüter. Eine zehnminütige Zeitstrafe von Stefan Schraub beendete zunächst die Drangperiode der Elstern und Stade bekam das Übergewicht auf dem Platz. In der Schlußphase der Begegnung schlug sich das im Ergebnis nieder. Durch zwei Tore in der 84. und 87. Minute erhöhten Havemann und Steenbock auf 3:0 für den VfL. Die bessere Mannschaft nahm die Punkte mit, auch wenn die Elstern lange Zeit dem VfL ebenbürtig waren. Die erste Heimniederlage schlug sich auf den Tabellenplatz nieder. Verfolger VfL Pinneberg siegte gegen Sperber und die Elstern fanden sich auf dem fünften Tabellenplatz wieder. Nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen betrug der Abstand zum Tabellenzweiten vier Punkte.


Enttäuschung gegen Sperber 

Nur in den ersten Viertelstunde zeigten die Elstern die gewohnte Leistung und hätten mit etwas Glück in Führung gehen können. Mit zunehmender Spieldauer zeigten sich Schwächen im Mittelfeld und die Offensivabteilung konnte keine Akzente setzen. Auch die Einwechselung von Kassat und Hardekopf zum zweiten Durchgang brachte keine Besserung. Im Gegenteil: dem SC Sperber gelang in der 78. Minute durch Michael Richter die 1:0-Führung . Einen umstrittenen Elfmeter verwandelte Mathias Rauls in der 85. Minute zum 1:1-Unentschieden. Für die Elstern ein glücklicher Punktgewinn. Ich dachte, wir wären schon weiter, so der Kommentar von Werner Jaschik nach dem Spiel.


Steigerung in Meiendorf 

Zwei Drittel der Spielzeit waren die Elstern die dominierende Mannschaft auf dem Platz, als aber Sekulic und Hardekopf verletzt vom Platz gingen, wendete sich das Blatt zu Gunsten der Meiendorfer. Bis zu diesem Zeitpunkt stand es nach Toren von Rauls ( 42. ) und Gerth ( MSV ) aus der 44. Minute 1:1. Das vermeintliche 2:1 für die Elstern fand wegen einer Abseitsposition keine Anerkennung. Der massive Protest ob dieser Entscheidung brachte Rauls eine Zeitstrafe ein! Gegenüber den letzten Spielen war bei den Elstern eine Leistungssteigerung erkennbar, aber 2:8 Punkte aus den letzten fünf Spielen stehen der sportlichen Zielsetzung im Wege.


Angekommen im Mittelmaß 

Das Ziel, die Aufstiegsrunde zur AOL zu erreichen ist in weite Ferne gerückt. Das torlose Unentschieden beim Tabellenzehnten SV Lurup legte die momentanen Schwächen deutlich offen. Mißverständnisse, Hektik, Abspielfehler waren die Merkmale des Elsternspiels. Ein enormer Druck lastete auf Spielern und dem Trainer und vielleicht könnten sich alle Beteiligten im Umfeld der Mannschaft mit Äußerungen und Kommentaren zur Situation der Elstern etwas zurücknehmen.


Ein Tiefpunkt 

So ein Spielergebnis wirft Fragen auf. Vor 337 Zuschauern empfingen die Elstern den HEBC zum letzten Heimspiel der Vorrunde. Ein Sieg mußte her um die Hoffnungen in Richtung Aufstiegsrunde aufrecht zu halten. Mit bisher sieben Punkten war der HEBC tief im Tabellenkeller angesiedelt. Der Start der Elstern machte Hoffnung, in der 4. Minute sorgte Dirk Klenke mit dem 1:0 für Entspannung auf den Ränge und hätte Michael Feye seine Nerven besser unter Kontrolle, hätte es in der 22. Minute 2:0 stehen können. Hätte, hätte... Die Strafe folgte auf dem Fuß, in der 25. Minute fiel durch May ( HEBC ) der 1:1 – Ausgleich. Der alte Abstand wurde durch Mathias Rauls wieder hergestellt aber noch vor der Pause glich der HEBC erneut aus. Eklatante Abstimmungsfehler gingen diesem Treffer voraus. Mit einem 2:2 ging es in die Halbzeitpause. Konfusion bestimmte weiterhin das Spiel der Elstern und hatte in der 65. Minute Folgen, eine Unsicherheit in der Hintermannschaft führte dann zum 3:2 für die Gäste. In der 86. Minute brachte Torhüter Wunder den Eimsbütteler Paulick außerhalb des Strafraumes zu Fall und wurde des Feldes verwiesen. Lars Lange nahm den Platz zwischen den Pfosten ein und mußte in der Nachspielzeit auch noch das 2:4 hinnehmen. Unfaßbare Fehler in der Hintermannschaft führten letztendlich zu drei vermeidbaren Gegentoren und einer ganz bitteren Niederlage. Bei Tabellenplatz acht braucht man über höhere Ziel nicht mehr nachzudenken.


Enttäuschendes Derby 

Den 300 Besuchern wurde am Reinbeker Mühlenredder ein nur mittelmäßuges Derby geboten. Die erste Halbzeit bot keine Höhepukte und blieb torlos auch wenn die TSV die tonangebende Mannschaft war. In der 62. Minute brachte Andre Kassat die Elstern in Führung aber die Reinbeker Spieler krempelten die Ärmel hoch und machten durch Reinke und Vonau innerhalb von zehn Minuten aus dem 0 : 1 ein 2 : 1. Hartmut Harlapp hatte erkennbar nicht seinen besten Tag und wurde gegen Oliver Hardekopf ausgewechselt – dem gelang in der 85. Minute das glückliche 2:2. Gute Noten in diesem Spiel verdienten sich Jan Schulz, der Torwart der zweiten Mannschaft, der Achim Wunder gut vertreten hat sowie auch Frank Jacobsen.


Rückblick auf die Vorrunde
 

Der Start in die Vorrunde verlief verheißungsvoll und erinnerte an alte Zeiten. Tabellenplatz zwei nach sieben Spielen schien die positiven Prognosen zu bestätigen. Mit der Niederlage bei Komet Blankenese wurde eine Serie mit acht sieglosen Spielen eingeleitet und die Chancen auf den zweiten Tabellenplatz deutlich gemindert. Die Gründe sind vielfältig, aber man darf als gesichert ansehen, daß einige Spieler unter ihren Möglichkeiten geblieben sind. Hat man die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele überschätzt? Hat man die Qualität des Kaders richtig eingeschätzt ? Sind in Presse und Öffentlichkeit zu hohe Erwartungen geweckt worden ? Unabhängig von der aktuellen Situation scheint es eine Überlegung wert zu sein, ob ein Trainer, der mit einem Einjahresvertrag ausgestattet ist in der Lage sein kann, eine Mannschaft systematisch aufzubauen und zu formrn. Aber wenn der schnelle Erfolg gesucht wird steigt der Druck auf alle Beteiligten. Dafür gibt es Beispiele. Ob Überschriften in der Lokalpresse mit dem kleinen Bergedorfer Wunder der Zielsetzung dienlich waren lassen wir mal dahingestellt. Einigen Spielern haben mit Sicherheit auch die Nerven einen Streich gespielt, anders ist das Auslassen hochkarätiger Torgelegenheiten nicht zu erklären. Und – das ist schwerwiegend, man muß bezweifeln ob alle Spieler noch hundertprozentig hinter der sportlichen Zielsetzung stehen. Noch kann das sportliche Ziel erreicht werden. aber bei vierzehn Minuspunkten und noch fünfzehn ausstehenden Spielen darf sich die Mannschaft keinen Ausrutscher mehr leisten. Trainer Werner Jaschik hat noch viel Arbeit.


Magerkost gegen den Neuling 

Das Spiel der Elstern gegen den Neuling Ochsenwerder war keine Offenbarung. Die Elstern vermochten aus einer Vielzahl von Torgelegenheiten kein Kapital zu schlagen und der Neuling konnte nur durch Einsatzfreude und Kampfgeist überzeugen. Es war in erster Linie dem überragenden Torhüter Rainer Kokartis zu verdanken daß den Vierländern ein Debakel erspart blieb. Kaum auf dem Platz

gingen die Elstern durch Michael Feye in Führung. Ähnlich begann die zweite Halbzeit – in der 46. Minute erhöhte Mathias Rauls auf 2:0. Die Sturmreihe der Gäste trat kaum in Erscheinung, so fiel das Anschlußtor zum 1:2 in der 80. Minute durch einen Foulelfmeter. Für den Endstand von 3:1 für den ASV sorgte Burmester in der 86. Minute. Neue Hoffnung kam bei den Elstern auf, denn der Tabellenzweite war nun nur noch zwei Punkte vor den Elstern. Das nächste Spiel ( gegen den FC Süderelbe ) könnte die Weichen Richtung AOL stellen.


Gravierende Entscheidung 

Die Winterpause, die Zeit zwischen dem 11. Dezember 89 und dem 12. Februar 90 ließ bei Sponsor Günter Wunder Überlegungen zur Saison 90/91 heranreifen. Die sportliche Zielsetzung wurde nicht angetastet aber die konnte mit dem vorhandenem Personal kaum noch erreicht werden. Wie so oft ist in solchen Situationen der Trainer das schwächste Glied in der Kette und so wurde der Einjahresvertrag von Werner Jaschik nicht verlängert. Als Nachfolger wurde Bernd Enge, noch in Diensten des FC Süderelbe, auserwählt. Ihm wird ein Manager – Kay Gosebeck – an die Seite getellt. Es ist absehbar, daß auch einige Spieler dem Gespann Enge/Gosebeck folgen werden. Davon in einem späteren Bericht.


Starke Elstern ohne Glück 

Der FC Süderelbe war Gastgeber für die Elstern, in der Tabelle hatte der FCS einen Punkt Vorsprung vor den Elstern. Bei einem Sieg auf dem Opferberg wären die Elstern wieder voll im Geschäft. Allerdings ging der FCS schon früh in Führung, ein Mißverständnis zwischen Sekulic und Klenke nutzte Torjäger Marinus Bester schon in der 1. Minute zum 1:0 für den FCS. Auch das 2:0 ging in der 35. Minute auf das Konto von Bester. Ein von Rauls verwandelter Strafstoß führte noch vor der Pause zum 1:2 – Anschlußtreffer. Der zweite Durchgang stand eindeutig im Zeichen des ASV. Mit einer Vielzahl von Angriffen wurde die Hintermannschaft des FCS beschäftigt, da sich die Angreifer aber zu sehr in die Mitte orientiert hatten konnte sie das FCS – Tor nicht ernsthaft gefährden. Die Elstern zeigten die beste Leistung der letzten Woche, mußten aber geschlagen den Heimweg antreten.


Unverdiente Niederlage 

Wie mag sich wohl ein Spieler fühlen der in der Schlußminute einen Strafstoß vergibt und der Gegner im Gegenzug das Siegtor erzielt? Frank Jacobsen könnte darüber Auskunft geben. Die Elstern waren vor vierhundert Zuschauern beim SC Victoria die bessere Mannschaft und beherrschten das Geschehen auf dem Platz . Ein Sieg war zum greifen nahe. In der 86. Minute wurde der ungemein dynamische Stefan Schraub gefoult und Schiedsrichter Hell aus Seestermühe entschied zu Recht auf Elfmeter. Anstelle des als Schützen vorgesehenen Detlev Burmester griff sich Frank Jacobsen den Ball und schritt zur Exekution. Sein Schuß war zwar platziert aber zu schwach geschossen und wurde abgewehrt. Aus dem anschließenden Abschlag entwickelte sich der Gegenangriff den Muroni ( SCV ) mit dem 1 : 0 für den SC Victoria beendete. Die bessere Mannschaft war geschlagen und rutschte mit 18:18 Punkten auf den siebten Tabellenplatz.


Eugen Igels wahre Worte 

In dieser Form haben beide Mannschaften oben nichts zu suchen. Das war der Kommentar von Raspo – Trainer Eugen Igel nach dem Spiel der Elstern bei Rasensport Elmshorn. Zu Beginn der Saison äußerte sich Eugen Igel anders. Fast alle Neuzugänge, angefangen bei Trainer Werner Jaschik, liegen über dem Verbandsligadurchschnitt. Zwischen diesen Aussagen liegen neunzehn Spiele und die Elstern standen nun auf dem siebten Tabellenplatz, fünf Punkte hinter dem Tabellenzweiten, dem FC Süderelbe. Die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt. In den ersten zehn Minuten der ersten und den ersten zwanzig Minuten der zweiten Spielhälfte ließen die Rasensportler Siegeswillen erkennen und brachten Sven Marr erstmals in der 65. Minute in Verlegenheit. Die Entscheidung in diesem Spiel führte in der 78. Minute Mathias Rauls mit seinem Treffer zum 1 : 0 für den ASV herbei.


Ein Sieg der Hoffnung macht 

Auf dem ungewohnte Grandplatz, an der Landesgrenze in Wilhelmsburg, lieferten die Elstern eine gute Leistung ab und gewannen verdient mit 2:1. Den Grundstein zum Erfolg legte Mathias Rauls in der 8. Minute mit dem Führungstreffer. Dieses 1:0 war gleichzeitig der Pausenstand. Kurz nach Wiederbeginn, in der 47. Minute gestaltete Torsten Bettin mit dem Ausgleichstor das Spiel wieder offen doch in der 62. Minute wurde das gute Spiel der Elstern mit dem Tor zum 2:1 belohnt. Torschütze war Detlev Burmester. Durch diesen Erfolg konnten die Elstern an die Spitzengruppe dichter heranrücken und auf den vierten Tabellenplatz klettern.


Ende aller Hoffnungen 

Nach zuletzt zwei Siegen und dem Erreichen des vierten Tabellenplatzes sind die Spitzenplätze wieder in Sichtweite gekommen. Ein Sieg gegen den Aufsteiger Komet Blankenese könnte den „Miniaufschwung“ untermauern. Das spielerische Vermögen der Elstern reichte an diesem aber Tag nicht aus um den Gästen Einhalt zu gebieten. Auch zwei Zeitstrafen der Gäste ließen die Elstern ungenutzt verstreichen. Es kam, wie es kommen mußte: wer seine Chancen nicht nutzt, lädt den Gegner ein. Komet nahm die Einladung dankend an – Gmeinhardt brachte seine Mannschaft in der 78. Spielminute mit 1:0 in Führung . Vor 416 enttäuschten Besuchern gingen die Elstern als Verlierer vom Platz und legten die Hoffnungen in Richtung Aufstiegsrunde zu den Akten.


Sieg trotz Frust 

Die Niederlage gegen Komet hat Spuren hinterlassen, nicht nur bei der Mannschaft sondern auch bei den Elsternfans. Gegen den VfL Pinneberg fanden nur noch 161 Unentwegte den Weg an die Sander Tannen. Beide Mannschaften hatten ihre sportlichen Ziel verfehlt und so mußte auch Trainer Jaschik feststellen daß die Motivation in der Mannschaft nicht der ursprünglichen Zielsetzung entsprach. Es wurde Fußball gespielt. Ein herrliches Kopfballtor von Hartmut Harlapp in der 30. Minute wirkte auf die Mannschaft wie ein Weckruf und schon vier Minuten später erhöhte Mathias Rauls auf 2:0. Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeitpause. Ein weiteres Tor von Rauls führte in der 72. Minute zum Endstand von 3:0. Für beide Mannschaften war der Zug in Richtung Tabellenspitze abgefahren aber immerhin konnten die Elstern andeuten zu was sie fähig sein können.


Eine Katasptrophe 

Mit diesen Worten kommentierte Trainer Jaschik die Leistung seiner Mannschaft nach dem Heimspiel gegen das Tabellenschlußlicht TuRa Harksheide. Nach sechs Minuten brachte Mathias Rauls die ASV – Mannschaft in Führung. Eine unglückliche Aktion von Stefan Schraub führte nach zehn Minuten zum Ballverlust und dem anschließenden Ausgleichstor. Danach verloren die Elstern vollkommen den Faden und ließen jegliche klare Linie vermissen. Die Angriffsspieler drängten viel zu sehr in die Mitte und kamen zu keinen wirklich gefährlichen Torchancen. Besser machten es die Gäste aus Harksheide. In der 86. und 90. Minute erteilten Kreuz und Neupert den Elstern vor 193 Besuchern eine ganz bittere Lektion und drehten die Partie von einem 1 : 1 zu einem 3 : 1 – Erfolg.


Der VfL war die bessere Mannschaft
 

Der VfL Stade ist die Auisnahmemannschaft der Saison. Ungeschlagen, mit vierzehn Punkten Vorsprung eilte die Mannschaft ungefährdet der Meisterschaft entgegen. Daran sollte sich auch nach dem Spiel gegen den ASV nichts ändern. Nahezu programmgemäß ging der VfL in der siebten Minute mit 1:0 in Führung, aber dann mußte der VfL das erste Gegentor auf eigenem Platz hinnehmen, aus achtundzwanzig Meter schlug ein Schuß von Feye im Torgebälk ein – es stand 1:1. In der 40. Minute brachte Dirk Dammann den VfL wieder in Führung und sorgte für den 2:1 - Halbzeitstand. Zwei Minuten nach Wiederbeginn sorgte derselbe Spieler für das 3:1 für die Hausherrn. Nach dem 2:3 in der 52. Spielminute durch Burmester wurde die Überlegenheit des VfL stärker und als Sven Marr nach einem Fehler in der Hintermannschaft die Notbremse zog, gab es einen Strafstoß für den VfL. Klockmann (VfL) ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und erhöhte in der 66. Minute auf 4:2. Die Elstern konnten durch Einsatzfreude überzeugen, mußten aber den verdienten Sieg des VfL anerkennen.


Keine Offenbarung 

Vierundzwanzig Punkte aus vierundzwanzig Spielen sind für einen Aufstiegsaspiranten deutlich zu wenig, die Luft war raus bei den Elstern. BU, am Ende der Saison 81 / 82 von die Elstern in die Landesliga geschickt war nun wieder da, mußte aber den Blick in Richtung Abstiegszone richten. Die erste Halbzeit blieb torlos. Das änderte sich als Mathias Rauls in der 63. Minute einen Foulelfmeter verwandelte. Vier Minuten später kam die Ernüchterung, Michael Hartz, der beste Barmbeker erzielte den Ausgleich zum 1:1. Durch diesen Punktgewinn an den Sander Tannen konnten sich die Barmbeker etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen, aus Sicht der 153 Zuschauer war es aber ein mäßiges Spiel.

Spiel für die Bahnsteigkante 

Die Spielstätte des SC Sperber liegt nahe der U – Bahnhaltestelle Heubergredder und wäre jemand auf die Idee gekommen, das Spiel vom Bahnsteig aus zu beobachten hätte er wenigstens das Eintrittsgeld eingespart. Die Saison war für beide Mannschaften gelaufen und bei den Elstern spielten - diesen Eindruck mußte man in den letzten Wochen gewinnen – einige mit angezogener Handbremse. Natürlich kann man das beklagen, aber was will man von einer Mannschaft noch erwarten wenn für einige Positionen die Nachfolger bereitstehen und der Trainer ( und das soll auf keinen Fall als Kritik an Jaschik verstanden werden ! ) Abschiedsvorstellungen gibt? Zurück zur Realität. Der Auftakt verlief für die Elstern nach Maß denn nach zwei Minuten gelang Lars Lange der Führungstreffer. Die Freude hielt nur zwei Minuten an, Peter Richter egalisierte die Führung.. Noch vor der Pause ging der SC Sperber durch Holtorf in Führung. Nach dem Seitenwechsel gewann der SC Sperber zunehmend die Oberhand und sorgte für einen arbeitsreichen Nachmittag von Torhüter Sven Marr. Lediglich Stefan Schraub lieferte mit einem strammen Schuß an die Torlatte einen Arbeitsnachweis ab. Mit diesem 1 : 2 nahmen die Elstern die zehnte Saisonniederlage hin und fanden sich bei einem Punktestand von 25 : 27 auf dem achten Tabellenplatz wieder.


Mittelmaß trifft Mittelmaß 

Für beide Mannschaften, für den ASV und den Gast aus Meiendorf war die Saison gelaufen und es wurde nur noch der Spielplan abgearbeitet. In einem Spiel das nur noch statistische Bedeutung hatte brachte Stefan Schraub in der 5. Minute seine Mannschaft in Führung. Die Meiendorfer hielten dagegen und schaffte in der 27. Minute durch Torjäger Axel Radtke den 1:1 – Ausgleich. Es entwickelte sich nun eine muntere Partie mit Torchancen auf beiden Seiten wobei sich der Meiendorfer Torwart Holger Sander mehrfach auszeichnen konnte. In der 76. Minute erhöhte Stefan Schraub sein Torkonto und schoß zum 2:1 für die Elstern ein. Den Schlußpunkt setzte in der 87. Minute Mathias Rauls mit seinem Tor zum 3:1. Aufgrund der Steigerung in der zweiten Halbzeit gingen die Elstern als verdienter Sieger vom Platz.


Spiel ohne Bedeutung 

Nach zwei Spielzeiten in der Landesliga fand der SV Lurup den Weg zurück in die Verbandsliga. Frei von Abstiegssorgenkonnten auch die Luruper frei aufspielen. Sommerliche Temperaturen und 106 Besucher ( der Verfasser kann sich an ähnlich niedrige Besucherzahlen nicht erinnern ) bildeten den Rahmen für dieses Spiel. Nach einer vorsichtigen Anfangsphase gelang den Elstern in der 14. Minute durch Feye der Führungstreffer, Sekulic erhöhte in der 26. Minute auf 2:0. Der Anschlußtreffer durch Wolf ( SVL ) fiel noch vor der Halbzeitpause. Nachdem Mathias Rauls in der 52. Minute auf 3:1 erhöhen konnte verkürzte Lurup zwei Minute später auf 2:3. Für den erneuten Zweitorevorsprung der Elstern sorgte der SV Lurup selbst – Wagner unterlief ein Eigentor. Es spricht für die Moral der Luruper Mannschaft daß ihnen in der 83. Minute eine nochmalige Ergebnisverbesserung gelang. In einem abwechslungsreichen Spiel welches ganz im Zeichen der Sturmreihen stand siegten die Elstern mit 4:3.

Sieg auf dem Reinmüllerplatz 

Die Spielstätte des HEBC war Austragungsort für das letzte Auswärtsspiel der Elstern in der Saison 89 / 90. Der HEBC stand schon länger als Absteiger fest und wollte sich von seinen Anhängern mit Anstand verabschieden. Die heimischen Zuschauer wurden enttäuscht. Nach sieben Minute sorgten Mathias Rauls und Stefan Schraub für die 2:0 - Führung des ASV. In der 81. Minute war Rauls erneut erfolgreich – es stand 3:0. Danach wurde es lebhaft auf dem Reinmüllerplatz: 85. Minute 1:3 durch Giesemann, 87. Minute 1:4 durch Feye und in der 90. Minute das 2:4 durch May. Die Revanche für die peinliche 1:3-Heimniederlage war damit gelungen.


Punkteteilung im Nachbarschaftsderby 

Für einige Spieler war es eine Abschiedsvorstellung. Der scheidende Trainer der TSV Reinbek, Dr. Andreas Matthiesen ging mit fünf Spielern der TSV zu seinem neuen Verein, dem Meiendorfer SV. Auch so kann man einem Verein den Garaus machen. Ein großes Spiel war nicht zu erwarten denn etliche Spieler sehnten das Ende der Saison herbei. Es wurde aber Fußball gespielt. DerASV startete gut in die Partie und ging nach zwei Minuten durch Kassat in Führung. In der 26. Minute gelang der TSV durch Kleinert der Ausgleich. Mit seinem zweiten Tor brachte derselbe Spieler die TSV in der 43. Minute in Führung. Als im zweiten Durchgang Sven Pinz und Hartmut Harlapp eingewechselt wurden bestimmten die Elstern das Geschehen auf dem Platz und erzielten in der 69. Minute durch Rauls den 2:2-Ausgleich. Ein unterhaltsames Spiel endete vor 195 Besuchern an den Sander Tannen mit einem leistungsgerechten Unentschieden.


Eine Schlußbetrachtung 

Mit einem Punktverhältnis von 32:28 und einem Torverhältnis von 49:45 Treffern belegten die Elstern in der Abschlußtabelle den 6. Rang. Mathias Rauls war mit 22 Toren, Michael Feye, Oliver Hardekopf und Stefan Schraub je viermal erfolgreich. Dreimal trafen Andre Kassat und Detlev Burmester in das gegnerische Tor ergänzt durch Hartmut Harlapp, Dirk Klenke und Christian Sekulic mit zwei Toren. Vervollständigt wird diese Austellung durch einen Treffer von Lars Lange sowie zwei gegnerische Eigentore. Siebzehn Spieler wurden aus dem Aufgebot eingesetzt, dazu kam mit Torwart Jan Schulz ein Spieler aus der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Dirk Tietje kam zu keinem Spieleinsatz.
Gemessen an den eigenen Ansprüchen und den Prognosen vor der Saison kann dies nicht befriedigen. Zu Beginn der Saison konnte die Mannschaft die positiven Einschätzungen bestätigen. Tabellenplatz zwei nach sieben Spielen deuteten in Richtung AOL. Eine Serie von acht Spielen ohne Sieg brachte die Mannschaft ins Mittelfeld der Tabelle. Einen ähnlichen Verlauf nahm die Rückrunde. Kamen in der Hinrunde noch durchschnittlich 530 Besucher zu den Heimspielen fanden in der Rückrunde nur noch 200 Besucher den Weg an die Sander Tannen – eine gesicherte Relation zwischen Tabellenstand und Zuschauerresonanz.

Zuschauermagnet war mit durchschnittlich 781 Besuchern der VfL Stade. Seit Bestehen der eingleisigen Verbandsliga, der höchsten Hamburger Spielklasse ist es zum zweiten Mal -nach dem Hummelsbüttler SV(1981/82) - einer Mannschaft gelungen, ungeschlagen den Meistertitel zu erobern. Herzlichen Glückwunsch an den VfL Stade. Auch in der Aufstiegsrunde zur AOL konnte sich der VfL durchsetzen. Der HEBC,TuRa Harksheide und die Spvg. Ochsenwerder müssen den Weg in die Landesliga antreten. Hochachtung gegenüber der Spvg. Ochsenwerder: von vornherein als Absteiger abgestempelt überzeugte die Mannschaft durch sportliches Auftreten und nimmermüden Kampfgeist!

 

Statistik (Bitte auf die Abbildung klicken, um zu vergrößern)

 



 


Nachweis der Informationsquellen
Die Vorstellung der Aufsteiger hat sich an den passenden Passagen des Buches Fußball – Lexikon Hamburg, Verlag die Werkstatt orientiert.
Die Urdaten für die Tabellen bezüglich des sportlichen Werdeganges der Aufsteiger wurden aus dem Buch 100 Jahre Fußball in Hamburg herausgezogen.
Die Tabellen und Ergebnisdarstellungen aus dem HAB - Archiv der Verbandsligasaison 89/90 waren Grundlage der Ergebnisdarstellung der Spielzeit und der farblichen Darstellung des Saisonverlaufes.
Die Berichterstattung der Bergedorfer Zeitung wurde für die Erstellung der Kurzberichte über die Ligaspiele herangezogen. Der Dank des Verfassers für die Zusendung der Zeitungsseiten der BZ geht an Werner Heitmann. Die begleitenden Fotos wurden ebenfalls der BZ entnommen, lediglich das Bild mit M. Junke und w. Jaschik stammt aus dem HAB vom 13.9.71.
Die Saisonabschlußtabelle entstammt dem Deutschen Fußballarchiv aus dem Internet.
Fehlende Ergebnisse / Zuschauerzahlen in der Ergebniszusammenfassung sind auf eine unsichere Datenlage im HAB – Archiv zurückzuführen, das Archiv wird nur noch unvollständig bedient. Der Verfasser hat in dieser Angelegenheit umfangreich mit dem HAB korrespondiert.