Sonntag, 19. Oktober 2014

ASV Bergedorf 85 vs BeWe - Ein Spiel für die Geschichtsbücher...

Was haben wir diesem Spiel entgegen gefiebert. Auch die Bergedorfer Zeitung widmete dem bevorstehenden Kreisklassenspiel einen Sonderbericht:
„Ein historisches Duell steht am Sonntag in der Kreisklasse auf dem Programm“ (Zeitungsschnippsel siehe oben rechts).
Historisch, weil beide Teams sich noch nie in einem Punktspiel gegenüberstanden.
Es sollte nicht das einzige geschichtsträchtige Ereignis gewesen sein – aber dazu dann später mehr.

Das Spiel begann schon mit Verspätung. 12 Minuten mussten die Fans (es waren nicht so viele, wie erhofft. Herbstferien und HSV lassen grüßen) warten, bis angepfiffen wurde.
Anscheinend lag der elektronischeSpielbericht noch nicht pünktlich vor.
Dann liefen die Teams aber doch zu ihrer Punktspielpremiere an den Sander Tannen auf.

In Gedenken an Volker Braun, dem beliebten ehemaligen Torwarttrainer und Betreuer der Elstern, der leider viel zu früh und unerwartet verstorben ist, wurde eine Schweigeminute abgehalten.

Direkt nach dem Anpfiff legte Bergedorf los wie die Feuerwehr. Justin Gauger spielte sich fast bis zum Tor von Bergedorf-West durch. Danach 85 mit deutlich größerer Spielkultur. Es sah gut aus, wie die Offensivkräfte Witzke, Leßmann und Gauger immer wieder schnell angespielt wurden. BeWe sehr defensiv. Aber eine der ersten Konter zeigte heute wo bei dem ASV der Schu drückte: Das Defensivverhalten!
Kein Wunder, fehlten doch mit Jannik und Kevin Seddig sowie Gregor Krahn drei exzellente Abwehrspieler. Und so kam es wie es kommen musste. Nach sieben Minuten enteilte der beste Mann auf dem Platz, BeW Torjäger Steven Klaus Helmchen der zu langsamen und zu weit aufgerückten 85-Abwehr und schob locker den Ball an Torhüter Hogrefe vorbei ins Netz.
Doch 85 weiter nach vorne mit System und mit Chancen. In der 19. Minute Freistoß vor dem Tor der Gäste. Gut 20 Meter dürfte die Entfernung gewesen sein. Nico Witzke nahm Maß und zeigte allen seine für diese Spielklase überragende Schußtechnik. BeWe-Keeper Rosenberge war noch mit den Fingerspitzen dran, aber konnte das 1:1 nicht mehr verhindern.
Lauter Jubel an den Sander Tannen!
85 am Drücker. Nach einer halben Stunde wieder ein schönes direktes Anspiel in die Spitze. Ein Elstern-Stürmer (Leßmann oder Gauger ?) kommt zu Fall. Der Linienrichter winkt sofort und signalisiert seinem Schiedsricherkollegn sofort: Elfmeter. Auch im Fanlager der Elstern ist man sich uneinig, ob gerechtfertigt oder nicht. Wie dem auch sei, Norman Leßmann verwandelt gewohnt sicher.
Dann ein unerklärlicher Bruch im Spiel der Heimelf. Lag es daran, dass BeWe jetzt auch sich bemühte aktiver am Spielgeschehen teilzunehmen? Bergedorf kaum noch mit Spiel nach vorne. BeWe dagegen im Mittelfeld dominierend und auch mit Chancen. Nach einer Freistoßflanke träumt dann die Elsternabwehr und Sascha Meik Kufeke konnte ungehindert (!) aus fünf (!) Metern einköpfen.
Man war froh, dass bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsricher Schulz kein weiteres Tor für die „Westler“ fiel. Zu sehr offenbarte die Abwehr von 85 Lücken.

Der Trainer vom ASV Bergedorf 85 reagierte in der Halbzeit und zog Dietmar Weber in die Viererkette. Der Kapitän sollte sich um Helmchen kümmern.
Doch auch diese Maßnahme brachte keine Sicherheit und Leben in die Elsternmannschaft zurück.
Nach 52. Minuten ein weiterer Aufreger: Diesmal kam ein BeWe-Spieler im Strafraum von 85 zu Fall. Preßschlag oder Foul ? Die meisten Fans sahen schon einen Elfmeter auf sich zukommen, doch es wurde weitergespielt. Wilde Protetse der ganz in rot gekleideten Mannschaft von Bergedorf-West. Es muss dann auch ein „falsches Wort“ gefallen sein. Jedenfalls zog der Schiedsrichter sofort Rot. Der Adressat diese Karte ging daraufhin ohne weitere Protest vom Feld.

Fünf Minuten später. Helmchen setzt sich wieder an der Außenlinie durch und flankt. Der hinten meist überforderte 85-Kicker Daniel Sitz verlor das Kopfballduell (weil er geschubst wurde?) und der Ball wurde wuchtig aus kurzer Distanz in die Maschen geköpft.


(Das nebenstehende Foto wurde unmittelbar nach der Unterbrechung aufgenommen und zeigt die Unruhe um die Ersatzbank von Bewe herum)
Hier die weiteren Schilderungen, die bereits am frühen Abend hier im Blog gepostet wurden:
Da viele interessiert, warum das Spiel in der zweiten Hälfte abgebrochen wurde, hier zunächst in Prosa:
(ausführlicher Spielbericht folgt später)

Ca. in der 65. Minute erzielte BeWe per Kopf das vermeintliche 3:2.  Riesen Jubel bei den Gästen, doch der Schiedsrichter signalisierte, dass er zuvor ein Aufstützen, Schieben des BeWe Spielers gesehen hat und entschied auf kein Tor, Freistoß für 85.
Daraufhin regten sich die Ersatzspieler der Gäste sehr auf und bestürmten den Linienrichter. Der Schiedsrichter zeigte eine Rote Karte gegen einen BeWe Akteur und unterbrach daraufhin das Spiel. Nach ausführlichen Gespräch auf dem Platz mit je einen Vertreter der Mannschaften (ASV Vorsitzender Klaus Hinz für Bergedorf), brach der Schiedsrichter das Spiel dann ab.

Um das Geschehen einzuordnen: BeWe fühlte sich durch das Schiedsrichtergespann schon vor dieser Aktion benachteiligt. Der Elfmeter für 85 zum 2:1 war umstritten - auf der Gegenseite gab es keinen Elfmeter bei vergleichbarer Situation für BeWe. Schon gab es wegen Schiedsrichterbeleidigung für einen BeWe Akteur die Rote Karte.

Um dies von vorn hinein ein klar zu stellen:

Kein ASV Spieler, Trainer oder Fan trug in irgendeiner Weise zu diesem Spielabbruch bei. Dies dürften alle Anwesenden bezeugen können.

Wie das Spiel nun gewertet wird, bleibt dem Sportgericht des Hamburger Fußballverbandes überlassen.
Elsternfans sind sich sicher, noch nie Zeuge eines ähnlich gelagerten Spielabruchs gewesen zu sein – gab es überhaupt schon mal einen ( Nebel bei Concordia im Marienthal?) ?

Spielabbrüche gerade in unteren Klassen häufen sich in letzter Zeit. Einige Fußballfreunde werfen der Schiedsrichterzunft Überreaktion vor.
Dies mag in Einzelfällen vielleicht zutreffend sein, doch sollten sich Spieler, Trainer und auch Fans zuerst selber an die Nase fassen. Reagieren sie nicht über, wenn sie Sportkameraden (ja, dies sind auch Schiedsrichter) wie Freiwild behandeln, übelst bechimpfen oder drohen?
Und dies „nur“ weil der Mann in schwarz ihrer Meinung nach schlecht pfeift ?
Wer selber mal ein Spiel als Schiedsrichter leiten mustse, weiß wie schwer dieser Job ist. Wenn nicht bald mehr Respekt auf den Fußballplätzen einzieht, wird es immer weniger „Freiwillige“ geben, die sich diese Tortour antun.

Eins ist ganz sicher : Ohne Schiedsrichter geht es nicht!

Fotos : "Olli"

Mittlerweile hat Sportnord.de Stimmen zum Abbruch eingeholt (Link)


Großer Bericht auch heute (21/10/14) in der BZ (siehe Ausschnitt)

Wir vom Blog möchten noch einmal bekräftigen, dass wir keinen ASV Akteur (Trainer, Spieler oder Fans) wahrgenommen haben, der irgendwie auch nur ansatzweise bei dem Trubel mitgemischt haben könnte. Ein Sachverhalt, den ja auch der ASV-Vorsitzende Klaus Hinz bei sportnord.de betont.   

(Sollte allerdings stimmen, was in der BZ steht,  wäre dieses Handeln selbstverständlich genauso zu verurteilen. Dieser „Hitzkopf“ oder „Hitzköpfe“ hätten dem ASV Bergedorf 85 einen Bärendienst erwiesen.)

Nun aber Konzentration auf Schwarzenbek – das wird schwer genug !!!



Kommentare:

  1. Traurige Ereignisse an diesem schönen Sonntag.
    Das Spiel unserer Elstern war nicht berauschend und dann dieses unrühmliche Ende.
    Noch nie habe ich in meiner langen Fan-Karriere einen Spielabbruch miterleben dürfen.
    Über 3 Punkte am Grünen Tisch kann ich mich ganz bestimmt nicht freuen.
    So macht mir Fußball keine Freude.
    Jetzt gilt die volle Konzentration auf Schwarzenbek.

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  2. Ich hab mich so auf das Derby gefreut !!
    Da darf alles passieren aber niemals ein
    Abbruch . Hoffentlich erleben wir es nie
    wieder. Jetzt auf nach Schwarzenbek !!

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  3. Bitter dieser Abbruch. Auch für mich, der ich schon seit vielen Jahren regelmäßig beim Fussball zuschaue, war es der erste Abbruch den ich miterlebt habe.
    Wenn ich mir so anschaue, wieviele Abbrüche es in dieser Saison schon gegen hat, stelle ich mir die Frage ob die Schiedsrichter sensibler geworden sind oder ob die "Angriffe" auf die Schiris zugenommen haben.

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  4. In der BZ steht, dass auch Spieler von uns sich an der Bank von Bergedorf-West aufgehalten haben sollen und mitgestritten haben. Das ist doch quatsch. Weit und breit war da keiner. Zeigt auch Foto. Die Bewe-leute haben sich über den Schierie aufgeregt und sonst nichts

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  5. Bei allem Respekt, ich saß hinter dem 2Assistenten auf der Tribüne, und er hat alles Richtig angezeigt. Der Elfmeter den der Assi angezeigt hat, war völlig richtig. Man sah aus der perspektive ganz klar, dass zu erst der Mann und DANN der Ball getroffen wurde. Beim zweiten ding, war es auch klar ein Pressschlag. Respekt von den Schiedsrichtern das zu erkennen. Der Abbruch war zwingend notwendig. Ich als Schiedsrichter hätte genau so reagiert. Es ist zu einer Gruppierung gekommen, wo auch laut stark diskutiert wurde. Da man das nicht eskalieren lassen möchte, war der Abbruch nötig und Richtig. Selbstverständlich gab es auch viele Fehler vom Schiedsrichter, die Unruhe in Spiel gebracht haben. Auch der 1Assisten hat viel Unruhe mit seinem Rumgewincke ins Spiel gebracht. Naja nun den. Mal sehen was dabei raus kommt. Jetzt auf nach Schwarzenbek !!

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