Dienstag, 14. Januar 2020

Die Elstern – Fussball im Amateurbereich Saison 1985 / 86 (Autor: Hans-Martin Lippold)


Ein kurzer Rückblick
Was am Ende des vorigen Berichtes sich schon angedeutet hatte wurde Realität. Der Erwartungsdruck auf Trainer und Mannschaft war groß und eine Rückrunde mit lediglich zehn Pluspunkten bei nur drei Siegen bedeuteten das Aus für Trainer Willi Kern. Sein neuer Arbeitgeber wurde der Bezirksligist SC Nettelnburg und den Platz auf der ASV – Trainerbank nahm Rainer Wysotzki ein. Rainer Wysotzki ist ein absolutes ASV – Urgestein und hat noch in der Regionalliga Nord unter Trainerlegende Heinz Werner zwischen 1968 bis 1970 dreiunddreißig Mal für den ASV gespielt. Rainer Wysotzki war immer da wenn man ihn benötigte, stets hat er sich in den Dienst des ASV und der Ligamannschaft gestellt.
Fast schon traditionsgemäß starteten sechzehn Mannschaften in die Saison 85 / 86 der Verbandsliga Hamburg. Für die drei Absteiger der Vorsaison, der VfL Geesthacht, BW 96 Schenefeld und die Spvgg. Blankenese rückten der SV Börnsen, der SC Eilbek und der FC Süderelbe in Hamburgs Eliteklasse auf. 

Die beiden Neulinge, der SC Eilbek und der FC Süderelbe werden an dieser Stelle vorgestellt 
 
Am 28.2.49 wurde der FC Süderelbe gegründet. Dieser Gründung gingen Fusionsverhandlungen zwischen dem TV Fischbek, Fortuna Neugraben und der HNT ( Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft ) voraus. Eine Fusion der Vereine kam allerdings nicht zustande , wohl aber kam es zum Zusammenschluß der Fußballabteilungen zum FC Süderelbe. Spielstätte des FC Süderelbe war zunächst der Sportplatz Schutzhütte, ab 1977 trug der FC Süderelbe seine Heimspiele auf der Sportanlage Opferberg , einem Rasenplatz mit Laufbahn und Stehtraversen aus. Eng verbunden ist der sportliche Höhenflug des FCS mit dem Namen Bernd Enge. Seine finanzielle Unabhängigkeit gestatte ihm den FC Süderelbe in unterschiedlichen Funktionen wirkungsvoll zu unterstützen. Bis Mitte der siebziger Jahre war der FCS unscheinbar in der 5. und 6. Liga unterwegs . Nach sechs Jahren in der Bezirksliga Staffel Süd ( 5. Liga ) erfolgte 1981 der Aufstieg in die Hansastaffel der Landesliga ( 4. Liga ). Nach Platzierungen zwischen Tabellenplatz drei und acht erfolgte als Meister der Landesliga ( Hammoniastaffel ) der Aufstieg zur Spielzeit 1985 / 86 in die Verbandsliga Hamburg.
Der unorganisierte FC Vorwärts Eilbeck ( man beachte die Schreibweise des Ortsnamens ) ging 1913 im SC Eilbeck auf. 1932 erfolgte der Zusammenschluß mit der SuS Eilbeck 1924. Zwischen 1943 bis 1945 war der SC Eilbeck Bestandteil einer Kriegssportgemeinschaft bestehend aus dem Wandsbeker FC und dem SV Tonndorf – Lohe. Die endgültige Namensgebung fand 1957 statt als aus dem Vereinsnamen das – C – getilgt wurde und der SC Eilbeck zum SC Eilbek wurde. Erstmals tauchte der SC Eilbek zwischen 1978 und 1980 in der Landesliga ( Hansastaffel ) auf. Daran anschließend folgten zwei Spielzeiten in der 6. Liga – Bezirksklasse Ost bis 1982 die Rückkehr in die Hansastaffel gelang. Nach Tabellenplätzen drei und fünf gelang am Ende der Saison 1984 / 85 der Sprung in die Verbandsliga Hamburg.
Der dritte Aufsteiger, der SV Börnsen, hat bereits eine Verbandsliga – Vergangenheit. Die Mannschaft aus dem Sachsenwald spielte von 1978 bis 1983 sowie in der Saison 83 / 84 in der Verbandsliga . Die Saison 84 / 85 beendete der SV Börnsen hinter dem SC Eilbek als Tabellenzweiter der Hansastaffel. In einem Entscheidungsspiel um den Aufstieg behielt der SVB gegen den Zweiten der Hammioniastaffel, den Harburger Turnerbund mit 4 : 2 die Oberhand.

Am letzten Augustwochenende 1985 startete die Verbandsliga Hamburg in die 41. Saison

Sieg zum Auftakt Der erste Spieltag der Saison 85 / 86 bescherte dem ASV ein Auswärtsspiel am Reinbeker Mühlenredder. Siebenhundertfünfzig Besucher sahen ein Spiel das durch einen taktischen Fehler des Reinbeker Trainers entschieden wurde. Als in der 83. Minute Elsternstürmer Nils Meyer eine Zeitstrafe erhielt wechselte der Reinbeker Trainer einen Abwehrspieler gegen einen Stürmer aus. Die auf diese Weis entblößte Reinbeker Hintermannschaft lud die Elstern zu Konterangriffen ein. Marek Mackiewicz nahm diese Einladung an und brachte seine Mannschaft in der 85. Minute in Führung. In einem nur mittelmäßigen Spiel siegten die Elstern mit 1 : 0 und starteten erfolgreich in die neue Saison

Verdienter Sieg gegen Urania Der SC Urania war in der Vergangenheit stets ein unbequemer Gegner. Siege über den SC Urania waren keine Selbstverständlichkeit. Entschieden wurde dieses Spiel in der 87. Minute durch einen von Mackiewicz verwandelten Foulelfmeter. Witte brachte die Gäste in der 12. Minute in Führung, nach achtundzwanzig Minuten gelang Thomas Stoppel der Ausgleich. Vierhundertdreißig Zuschauer sahen einen verdienten Sieg der Eltern die damit 4 : 0 Punkte auf dem Konto hatten.

Glanzloses Derby Sowohl der SC Victoria als auch der ASV haben in der Hamburger Eliteklasse schon bessere Zeiten erlebt. Beide Mannschaften präsentieren ihren Anhängern zur Zeit nur noch Verbandsliga – Mittelmaß und die Fans haben sich mittlerweise an diese Tatsache gewöhnt. Das aktuelle Duell an der Hoheluft war von Kampf und Einsatz geprägt und ließ spielerische Elemente vermissen. Vor vierhundertfünfzig Besuchern trennten sich der SC Victoria und der ASV torlos 0 : 0

Da war mehr drin Mit diesem Gefühl gingen vierhundertfünfzig Bergedorfer Fußballfreunde nach Hause. Durch einen Treffer von Kruppa in der 59. Minute nahmen die Rothosen beide Punkte mit. Die Amateure des HSV waren zwar die spielerisch bessere Mannschaft aber der kämpferisch hohe Einsatz der Elstern wurde an diesem Tage nicht belohnt. Wie gesagt: da war mehr drin.

Punkteteilung beim Neuling Erstmals kämpften der FC Süderelbe und der ASV in der Verbandsliga um Punkte. Zur Anlage am Opferberg kamen sechshundert Besucher um das Kräftemessen zu beobachten. Die Führung der Platzherrn durch Soltis in der 56. Minute hatte nur vier Minuten Bestand, dann gelang Stefan Vonau der Ausgleich. Dittmer ( FCS ) brachte in der 75. Minute seine Mannschaft erneut in Führung aber es war wieder Stefan Vonau der zwei Minuten vor dem Abpfiff den Elstern den Gewinn eines Punktes bescherte. Verärgert waren nach Spielende die Hausherrn – diese fühlten sich vom Schiedsrichter um einen Elfmeter betrogen.

Später Treffer entschied das Spiel Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: das sind die Reaktionen, die späte , entscheidende Tore hervorrufen können. In der Vorwoche war es Stefan Vonau der in der 88. Minute für den Gewinn eines Punktes beim FC Süderelbe sorgte. Diesmal war es umgekehrt, denn Laas ( SC Norderstedt ) brachte in der 84. Minute das Leder im Tor des ASV unter und stellt den Norderstedter 1 : 0 Erfolg an den Sander Tannen sicher. Vierhundert Besucher sahen einen in allen Belangen überlegenen SC Norderstedt der als verdienter Sieger vom Platz ging.

Sieg im Prestigeduell Der SV Börnsen und der ASV haben bislang drei gemeinsame Spielzeiten in der Verbandsliga verbracht . Gegen den SVB haben die Elstern alle Heimspiele verloren, konnten aber dafür alle Spiele in Börnsen gewinnen. Das aktuelle Duell fand in Börnsen statt und Stefan Vonau tat alles dafür daß diese Serie Bestand behielt – in der 2. Minute schoß er das 1 : 0 für den ASV. Der SV Börnsen schöpfte in der 68. Minute Hoffnung auf das Ende dieser Serie, Wolfgang Schmidt machte aber allen Börnsener Träumen ein Ende: in der 83. Minute sorgte er für die 2 : 1 Führung des ASV. Die Elstern nahmen wieder die Punkte mit aber 788 Zuschauer sorgten zumindest beim Kassierer für gute Laune. Der bisher ungeschlagene Tabellenführer SV Börnsen mußte die erste Niederlage hinnehmen, blieb aber mit 12 : 2 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz. Mit 8 : 6 Punkten rangierten die Elstern auf dem siebten Tabellenplatz. 

Er kam, sah und siegte Der Vergleich mit dem römischen Kaiser Julius Cäsar mag vielleicht etwas überzogen sein, beschreibt aber doch die Arbeitsauffassung des Elsternstürmers Detlef Wulff-Holdt. Der unterbrach seine Klassenfahrt zum Schluchsee / Schwarzwald, setzte sich in die Bundesbahn und fuhr zwölf Stunden nach Bergedorf um im Heimspiel der Elstern gegen Holstein Quickborn mitzuwirken. Sein Tor in der 34. Minute legte den Grundstein für den 2 : 1 – Erfolg des ASV. Der vorübergehende Ausgleich der Gäste aus der 51. Minute durch Biester brachte den ASV vorübergehend in Gefahr, doch Thomas Falck stellte durch sein Tor in der 75. Minute den 2 : 1 – Erfolg der Elstern sicher. Funfhundertfünfzig Besucher sahen ein gutes Spiel der Elstern und Detlev Wulff-Holdt konnte sich frohen Mutes auf den Weg in den Schwarzwald machen. 

Kontakt zur Spitzengruppe Der Mann der späten Tore – Stefan Vonau – wurde seinem Ruf gerecht. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff sicherte sein Kopfballtor dem ASV den 1 : 0 – Sieg über den VfL Pinneberg. Siebenhundert Zuschauer sahen eine ASV – Mannschaft, die am Ende des Tages mit 12 : 6 Punkten den 6. Tabellenplatz belegte. Angeführt wurde die Tabelle mit 14 : 4 Zählern vom SV Börnsen, mit 4 : 14 Punkten fristete der SC Urania auf dem letzten Platz ein trübes Dasein. 

Keine Werbung für den Fußball Beginnen wir mit der positiven Nachricht. Sven Meyer konnte erstmals seit seinem lebensbedrohenden Unfall wieder in einem Punktspiel mitwirken. Allerdings hätte man ihm gerne günstigere Umstände gewünscht, denn er wurde für den verletzten Zoran Balunovic ( früher beim VfL Geesthacht zwischen den Pfosten ) in der 40. Minute eingewechselt. Das Spiel bei der Viktoria Wilhelmsburg-Veddel war nichts für Fußballästheten. Den Zuschauern wurde eine hektische und unansehnliche Partie geboten begleitet von drei Zeitstrafen und einem Feldverweis für Stefan Vonau. In der 39. und 42. Minute brachten Beth und Torsten Bettin die Viktoria mit 2 : 0 in Führung ehe Stefan Vonau noch auf 1 : 2 verkürzen konnte. Der dezimierten Bergedorfer Mannschaft gelang in der verbliebenen Spielzeit keine weitere Ergebnisverbesserung. Positive Gesichtspunkte konnten die Gastgeber der Partie abgewinnen. Da der SV Börnsen im Heimspiel gegen Holstein Quickborn mit 1 : 3 unterlag und auf den dritten Tabellenplatz abrutschte, konnte sich Vikt. Wb.-Veddel mit 15 : 5 Punkten an die Spitze der Verbandsligatabelle setzen.


Ein Traditionsduell Nein, nicht Victoria, Concordia oder Sperber sind gemeint, sondern die aktuelle Begegnung der Elstern gegen DuWo 08. Kein anderer Verein der Verbandsliga hat seit 1970 öfter gegen die Elstern gespielt wie eben DuWo 08 und so manches Mal stürzte DuWo den ASV ins Tal der Tränen. Von den bisher achtundzwanzig Spielen gingen die Elstern fünfzehn Mal als Sieger vom Platz. Die Gäste mußten am vergangenen Wochenende eine ganz bittere 1 : 8 – Niederlage in Pinneberg hinnehmen und es blieb abzuwarten wie die Mannschaft diese Schlappe verdaut hatte. Die Elstern mußten für dieses Spiel auf den Einsatz von sechs Stammspielern verzichten. Nicht auf dem Platz standen Zoran Balunovic infolge einer Nierenprellung und eines dreifachen Lendenwirbelbruches, Michael Dettmann, Daniel Glogowski ( Knieoperation ), Uwihs und Roloff ( beide verletzt ) sowie der gesperrte Stefan Vonau. Vor vierhundert Besuchern blieben die Elstern nach Toren von Stoppel ( 15. ) und Falck ( 35. ) bei vorübergehendem Ausgleich durch Brockmeyer ( 27. ) mit 2 : 1 erfolgreich.
Noch nicht munter? 
Die Erklärung lieferte Trainer Rainer Wysotzki nach dem Spiel: Meine Mannschaft hat zur ungewohnten Anstoßzeit noch geschlafen. Der Anstoß erfolgte an der Eilbeker Fichtestraße um 10:45, um 10:51 ließ Torwart Sven Meyer einen Ball durch seine Hände gleiten und der Eilbeker Guido Reher war zur Stelle und beförderte das Leder per Kopf ins Tor der Elstern. In den restlichen vierundachtzig Minuten gelang den Elstern keine Ergebniskorrektur und so blieb Neuling SC Eilbek mit 1 : 0 über die Elstern siegreich.

Schwerstarbeit gegen Sperber Auch mit dem SC Sperber verbindet der ASV eine lange Vergangenheit, dreizehn gemeinsame Jahre stehen zu Protokoll. Vor dreihundertfünfzig Besuchern an den Sander Tannen war der SC Sperber die überlegene Mannschaft. In der 38. Minute brachte Marc Brockmann den ASV in Führung aber nach dem Seitenwechsel reichten Sperber zwei Minuten um das Spiel zu drehen, Blumenthal ( 50. ) und Block ( 52. ) waren die Torschützen. Gegen die ersatzgeschwächte Bergedorfer Mannschaft erarbeiteten sich die Gäste weitere gute Möglichkeiten die aber ungenutzt vergeben wurden. Für ein „happy end“ sorgte schließlich Stefan Vonau mit dem Ausgleichstor zwei Minuten vor dem Abpfiff.

Frust in Blankenese Vom Punktspiel bei Komet Blankenese kehrten die Elstern mit leeren Händen nach Bergedorf zurück. Trotz teilweise überlegenen Spieles gab es eine 1 : 3 – Niederlage. Zwischen der 57. und 63. Minute machten Friedrichs, Scholz und Schütt ( alle Komet ) alles klar und stellten den Spielstand auf 3 : 0. Das Tor von Thomas Stoppel zum 1 : 3 in der 78. Minute kam zu spät um noch etwas Zählbares mitzunehmen. Wer in sechs Minuten drei Tore bekommt sollte nicht die Schuld bei den Platzverhältnissen suchen denn unter denen leiden immer beide Mannschaften:

So geht es nicht Der nächste Gegner der Elstern hätte an den Sander Tannen der Meiendorfer SV sein sollen aber der ASV – Schiedsrichterobmann Helmut Timmann sagte das Spiel am Sonntagvormittag wegen Unbespielbarkeit des Platzes ab – die Rasendecke sollte geschont werden. Der Meiendorfer Trainer Bert Ehm sah sich den Platz an und hielt ihn für bespielbar, diese Meinung wurde auch vom eingeteilten Schiedsrichter Kuhne ( Horner TV ) geteilt. Der MSV legte gegen diese Absage Protest ein, denn in einem solchen Falle muß auf einem Ausweichplatz gespielt werden. Dem Protest des MSV wurde stattgegeben und das Spiel wurde mit 2 : 0 Toren und 2 : 0 Punkten für den MSV gewertet.

Das Beste war das Resultat Dreihundert Besucher sahen an den Sander Tannen zwischen dem ASV und der TSV Reinbek kein mitreißendes Spiel. Nach torloser erster Halbzeit gelang dem ASV durch Thomas Stoppel in der 60. Minute das 1 : 0. Der Reinbeker Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten, Ronigkeit traf in der 65. Minute zum 1 : 1. Das Tor zum glücklichen 2 : 1 – Erfolg das ASV gelang Ingo Pinnau vier Minuten vor dem Abpfiff. 

Halbzeit in der Verbandsliga   
Die Tabelle zeigte infolge von Spielausfällen etwas „Schieflage“ aber hier ein kurzer Überblick: Auf den ersten beiden Plätzen standen die Amateure des HSV gefolgt von Vikt. Wb.-Veddel. Auf Platz sieben der ASV gefolgt vom SV Börnsen mit einem Punkt Rückstand. Der ASV und auch der SV Börnsen haben die Tabellenspitze etwas aus den Augen verloren, aber noch schlechter stand es um die TSV Reinbek, für 7 : 21 Punkte ist der letzte Platz reserviert. Auch um Eilbek, DuWo und Urania muß man sich Sorgen machen. Eine gute Runde hat bisher der Neuling FC Süderelbe gespielt. Mit nur zwei Niederlagen rangieren die Männer vom Opferberg mit 21 : 9 Zählern auf dem dritten Tabellenplatz.

Victoria war die bessere Mannschaft Der SC Victoria war vor dreihundertachtzig Besuchern an den Sander Tannen in allen Belangen den Elstern überlegen. Nach einem 3 : 1 – Sieg nahm der SCV die Punkte an die Hoheluft mit. In der 38. und 55. Minute brachten Stüwe und Schmidt die Victoria 2 : 0 in Führung.. Nach dem Anschlußtreffer zum 1 : 2 durch Stefan Vonau waren die Elstern vorübergehend gleichwertig ohne aber das Tor der Victoria ernsthaft zu gefährden. Als dann Flebbe in der 76. Minute auf 3 : 1 für Victoria erhöhte und kurz darauf Stefan Vonau des Feldes verwiesen wurde war die Partie zu Gunsten des SC Victoria entschieden.

Keine Punkte am Rothenbaum Gegen die Amateure des HSV lieferten die Elstern ein gutes Spiel ab und hätte Marc Brockmann in der 6. Minute gegen HSV – Torhüter Reinhard Rietzke einen Strafstoß verwandelt hätte das Spiel möglicherweise einen anderen Verlauf genommen. Hätte, wäre, wenn !! Das Tor des Tages erzielte Pape ( HSV ) in der 74. Minute zum 1 : 0 für den HSV und die Elstern standen mit leeren Händen da.

Ein Sieg des Willens Nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen mußte gegen den FC Süderelbe ein Sieg her um ein weiteres Abgleiten in der Tabelle zu verhindern. Der Verlauf der ersten Spielhälfte deutete nicht auf einen Punktgewinn hin. In der 41. Minute wurde Detlef Wulff-Holdt des Feldes verwiesen. Danach ging ein Ruck durch die Mannschaft und der ASV gewann das Übergewicht auf dem Platz. In der 57. Minute trug dies Früchte – Stefan Vonau brachte die Elstern in Führung. Süderelbe hielt dagegen und Bontoux gelang in der 66. Minute der Ausgleichstreffer. In der 83. Minute wurde der nimmermüde Einsatz der Elstern belohnt denn Marek Mackiewicz gelang in der 83. Minute der Siegtreffer für den ASV. Nach diesem wichtigen Sieg war das Punktverhältnis des ASV wieder ausgeglichen ( 19 : 19 ) und die Mannschaft fand sich auf Platz zehn wieder. Bescheiden die Zuschauerzahl: nur zweihundert Besucher wollten die Elstern sehen. Zwei Wochen nach diesem Punktspiel kam es zu einem erneuten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften. In der zweiten Pokalrunde siegte der FC Süderelbe an den Sander Tannen vor diesmal fünfhundert Besuchern mit 1 : 0. Im HAB wird über Hintergrundgespräche zwischen Spielern und Trainerkollegen berichtet. 


 
TuS Holstein konnte nicht gestoppt werden Der TuS Holstein empfing die Elstern in Quickborn am 20. Spieltag. Tus Holstein war in absoluter Topform und holte aus den letzten neun Spielen sechzehn Punkte, es war also klar daß den Quickbornern auch die Favoritenrolle zufiel. Die Elstern – auf Tabellenplatz zehn – zogen sich gegen den Favoriten achtbar aus der Affäre und waren ein nahezu gleichwertiger Gegner. Da aber das Angriffsspiel die nötige Durchschlagskraft vermissen ließ blieben Torerfolge für den ASV aus. Entschieden wurde das Spiel durch ein Tor von Biester in der 38. Spielminute. TuS Holstein konnte seine Serie auf 18 : 2 Zähler ausbauen während sich der ASV nun mit 19 : 21 Punkten und dem elften Tabellenplatz zufrieden geben mußte.

In Norderstedt keine Chance Wären die Norderstedter zu Beginn der Runde nicht in den Startlöchern sitzengeblieben (der erste Sieg erst am 6. Spieltag ) würden sie in der Tabelle weit vorne stehen. So aber mußte der SCN versuchen, im letzten Drittel der Saison zu den Spitzenplätzen aufzuschließen. Den ersatzgeschwächten Elstern konnte man für dieses Spiel nur Außenseiterchancen einräumen. Bis zur 55. Minute blieb die Begegnung torlos, dann verwandelte Dirk Klenke für den SCN einen Foulelfmeter. Zehn Minuten später erhöhte Köhlert auf 2 : 0. Der Endstand von 3 : 0 ging in der Schlußminute auf das Konto von Saribal. Gegen die überlegenen Norderstedter hatten die Elstern keine Chance und mußten eine deutliche 0 : 3 – Niederlage hinnehmen. Eine faire Geste zeigten die Norderstedter Sportkameraden: als Elsterntorwart Balunovic verletzt am Boden lag leistete der Norderstedter Masseur spontan erste Hilfe.

Teilerfolg am Schützenhof Beide Mannschaften, der SC Urania und Bergedorf 85, haben schon bessere Zeiten erlebt wobei Urania mitten im Abstiegskampf steckte. Den vierhundert Besuchern wurde eine hektische Partie geboten. In einem Spiel das eigentlich keinen Sieger verdient hat, teilten sich die Mannschaften dann auch mit einem 0 : 0 die Punkte. Ein Ergebnis das keiner Mannschaft weiterhelfen konnte.

Sieg gegen Spitzenteam Wenn der Tabellenzweite, die Viktoria aus Wilhelmsburg, beim Zehnten der Tabelle antritt scheint für viele Sachverständige die Fragen nach dem späteren Sieger schon beantwortet. Aber abgerechnet wird zum Schluß. Zoran Balunovic, der Mann zwischen den Bergedorfer Pfosten verbrachte einen ruhigen Nachmittag, lediglich Ex -Elster Peter Hartwig störte mit einem Kopfball die Ruhe. Wenig später, in der 70. Minute, fand ein Freistoß von Thomas Stoppel den Weg ins Tor der Gäste. Nach neunzig Minuten war die Überraschung perfekt, der ASV bezwang den Favoriten aus Wilhelmsburg verdient mit 1 : 0. Vierhundertfünfzig Zuschauer sahen eine gute Leistung des ASV und freuten sich über den verdienten Sieg.

Abstiegsangst bei DuWo 08 Die Elstern haben in dieser Spielzeit zu selten das abrufen können was sie auf dem Platz eigentlich zeigen können. Tabellenplatz zehn mit 22 : 24 Zählern liegt hinter der Erwartung zurück. Noch schlechter sah es bei DuWo aus – die Mannschaft stand mit 11 : 35 Punkten am Tabellenende. Die letzten vier Mannschaften – Sperber, Urania, Eilbek und DuWo waren durch drei Pluspunkte voneinander getrennt. Drei Vereine müssen am Ende der Saison in den sauren Apfel beißen. Ein Sieg würde DuWo am heutigen Tag von Zentnerlasten befreien. Entsprechend nervös . Die anderen „Kellerkinder“ verloren ihre Spiele und so konnte sich DuWo in der Tabelle um zwei Plätze verbessern, das rettende Ufer war allerdings noch in weiter Ferne.
begann DuWo und geriet schon in der 7. Minute durch ein Tor von Nils Meyer in Rückstand. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang den Gastgebern der Ausgleich. Auch im zweiten Durchgang konnte DuWo die Nervosität nicht ablegen und mußte sich nach neunzig Minuten mit einem Punkt zufrieden geben

Nullnummer gegen Börnsen Dem Berichterstatter des HAB ist zu diesem Spiel offensichtlich nichts eingefallen, dementsprechend gab es zu diesem Spiel nur die Eckdaten: 0 : 0 vor 322 Besuchern. Immerhin: der erste Punktgewinn gegen Börnsen an den Sander Tannen.

Pleite gegen Eilbek Die Frage nach einer Zeitstrafe läßt sich schnell beantworten: das Spiel hatte 256 Zuschauer. Der abstiegsgefährdete Neuling, der SC Eilbek besiegte die Elstern nach Toren von Kühn und Zepernik in der 63. und 88. Minute mit 2 : 0. Mit diesem Sieg konnte der SC Eilbek den letzten Tabellenplatz verlassen und den Abstand zu den sicheren Tabellenregionen etwas verkürzen.

Verzweiflung beim SC Sperber Auch der SC Sperber war in den hinteren Tabellenregionen ansässig und kämpfte um den Klassenerhalt. Ein Sieg vor heimischer Kulisse gegen den ASV hätte dem SC Sperber im Abstiegskampf etwas Luft verschafft. Die Rechnung schien auch aufzugehen, unmittelbar vor dem Pausenpfiff traf Franke ( Sperber ) zum 1 : 0 für seine Mannschaft. Aber anstatt den zweiten Treffer anzustreben beschränkten sich die Alsterdorfer auf Absicherung der knappen Führung und das ging gründlich schief. Nils Meyer glich in der 59. die Führung aus und Frank Jacobsen gelang in der 76. Minute das Tor zur 2 : 1 Führung der Elstern. Die Elstern fanden sich auf dem neunten Tabellenplatz wieder, Sperber vergab die Chance sich wertvolle Punkte zu sichern. 

Für Sperber standen nach dem 28. Spieltag 17 : 39 Punkte auf dem Konto, einen Punkt dahinter der SC Eilbek mit 16 : 40 Zählern. DuWo – ein Spiel weniger – stand mit 15 : 39 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Mit 12 : 44 Punkten hatte der Tabellenletzte, der SC Urania keine Chance, dem Abstieg zu entgehen. Beeindruckend die Aufholjagd der TSV Reinbek: zur Halbzeit noch im Tabellenkeller, nun nach achtundzwanzig Spieltagen auf dem 12. Rang frei von allen Sorgen um den Klassenerhalt.
Werfen wir einen Blick auf die vorderen Regionen. Die Amateure des HSV hatten sich frühzeitig den Titel gesichert und waren von der Tabellenspitze nicht mehr zu verdrängen. Spannung versprach der Kampf um den zweiten Tabellenplatz. Meiendorf ( 28 Spiele ) lag mit 39 : 17 am besten im Rennen gefolgt von Norderstedt ( 37 : 17 ), Wilhelmsburg – Veddel mit 36 : 18 Punkten und Holstein Quickborn mit 34 : 20 Punkten Die drei letztgenannten Mannschaften hatten jeweils siebenundzwanzig Spiele ausgetragen.

Niederlage vor Minuskulisse Die letzten Spiele der Elstern waren nicht berauschend und man hatte den Eindruck, daß „die Luft raus ist“. So kamen zum Spiel gegen Komet Blankenese nur noch 165 Besucher an die Sander Tannen. Die Daheimgebliebenen hatten wohl schon eine Vorahnung über das was den 165 Getreuen geboten wurde. Es kam keine Freude auf, denn nach Toren von Puls ( 23. ) und Tracht ( 78. ) siegten die Gäste mit 2 : 0. Mit dieser Heimniederlage verabschiedeten sich die Elstern von ihrem Publikum aus der Saison 85 / 86

Ein Geisterspiel ?  Der 29. Spieltag sah für den ASV das Auswärtsspiel beim VfL Pinneberg vor. Im HAB konnten weder das Ergebnis noch Torschützen und Zuschauerzahl aufgefunden werden. Aus dem Punktestand und Torverhältnis am 28. und 30. Spieltag ergab sich ein Spielergebnis von 1 : 1.

Die Würfel sind gefallen 
Die Amateure des HSV standen vor dem letzten Spieltag als Titelträger fest und konnten dem letzten Spieltag mit Gelassenheit entgegensehen. Umkämpft war der zweite Tabellenplatz. Die besten Karten hatte er SC Norderstedt mit einem Punktestand von 40 : 18 Zählern und einer Tordifferenz von +20. Ein Punkt dahinter lauerte der Meiendorfer SV mit einer Tordifferenz von +32. Mit jeweils 38 : 20 Zählern hatten Viktoria Wilhelmsburg – Veddel und Holstein Quickborn auch noch theoretische Chancen auf den zweiten Tabellenplatz falls sowohl Meiendorf als auch Norderstedt am letzten Spieltag verlieren sollten. Gewinnt Norderstedt gegen den SC Victoria ist der zweite Tabellenplatz dem SC Norderstedt nicht mehr zu nehmen! 

 Am letzten Spieltag war der Meiendorfer SV Gastgeber für die Elstern. Für Meiendorf ging es darum, die letzte Chance auf Platz zwei wahrzunehmen, für die Elstern war die Saison gelaufen, es ging um nichts mehr. Mit hängenden Köpfen verließen die Meiendorfer Spieler nach dem Abpfiff das Spielfeld, der 5 : 0 Erfolg über die Elstern war ein Muster ohne Wert, denn der SC Norderstedt ließ „nichts anbrennen“ und schickte Victoria mit einer 0 : 3 Niederlage nach Hause. Hier noch der Vollständigkeit halber die Meiendorfer Torschützen: Gigar eröffnete den Torreigen mit seinen Toren zum 3 :0 Zwischenstand in der 41 – 47 und 72. Minute, Schrader und Lieb komplettierten in der 77. und 85. Minute das Ergebnis auf 5 : 0 vor 344 Besuchern. 



Glückwunsch an den Rothenbaum und nach Norderstedt! 
 In der Aufstiegsrunde konnten sich die beiden Hamburger Vertreter nicht durchsetzen und blieben so der Verbandsliga erhalten
Auch in der Abstiegszone mußten die letzten Entscheidungen fallen. Während der SC Urania mit 12:46 Punkten bei nur drei Siegen als Absteiger bereits feststand mußten noch zwei weitere Absteiger ermittelt werden. Hochgradig gefährdet waren der SC Sperber mit 18 Punkten, der SC Eilbek mit 16 Zählern und DuWo 08 mit 18 Zählern. Am letzten Spieltag besiegte der SC Eilbek den TSV DuWo 08 mit 4 : 1, gleichzeitig unterlag der SC Sperber der Viktoria aus Wilhelmsburg mit 0 : 2. Der SC Urania verabschiedete sich mit einer 1 : 2 – Heimniederlage gegen Holstein Quickborn aus der Verbandsliga. Am Ende waren Sperber, Eilbek und DuWo mit 18:42 Zählern punktgleich. Die Tordifferenz mußte den Ausschlag geben und da hatte der SC Sperber die Nase vorn. Den -25 Toren des SC Sperber standen -32 Tore des SC Eilbek und die -33 Tore von DuWo 08 gegenüber. Mit achtzehn Pluspunkten und fünf Siegen bei dreißig auszutragenden Spielen gelang dem SC Sperber der Klassenerhalt. 
 
In der Endphase der Meisterschaft gab es Dinge die einem Sportfreund fremd sein sollten. Der Artikel aus dem HAB vom 17.5.86 gibt Auskunft über dieses trübe Kapitel. Der Verfasser verzichtet auf einen eigenen Kommentar.



Für den ASV dominierte in der abgelaufenen Saison das Mittelmaß. Fünfzehn Punkte in der Vorrunde ergänzt um zwölf Zähler in der Rückrunde bescherten dem ASV den elften Tabellenplatz. Nicht zufriedenstellend war die Torausbeute. Würde man die Tabelle nach der Zahl der erzielten Tore einrichten würde der ASV mit seinen siebenundzwanzig Treffern auf dem letzten Platz stehen. Zwölf Mal verließen die Elstern den Platz ohne eigenen Torerfolg. Die Schützen der siebenundzwanzig Tore sind schnell aufgezählt : Stefan Vonau 7 Tore, Thomas Stoppel 5, Marek Mackiewicz 4, Thomas Falck 3, Nils Meyer und Frank Jacobsen je 2Tore und Marc Brockmann, Ingo Pinnau, Wolfgang Schmidt und Detlef Wulff-Holdt mit je einem Treffer.

Nicht nur beim ASV machte sich ein drastischer Zuschauerschwund bemerkbar, im Durchschnitt besuchten 380 Zuschauer die Heimspiele des ASV. In den vergangenen Spielzeiten war der ASV in der Zuschauergunst auf den Hamburger Verbandsligaplätzen weit oben zu finde, die 380 Besucher sind nur noch Mittelmaß. Allerdings machte der Zuschauerschwund auch vor höheren Spielklassen nicht halt: der Hummelsbütteler SV begrüßte zum Heimspiel gegen den SV Wolfenbüttel neunundvierzig Unentwegte, im Schnitt kamen auch nur 390 Zuschauer nach Hummelsbüttel.
Wie schon in früheren Berichten kann über Spielerwechsel nicht berichtet werden, nur der Wechsel vonTorwart Rainer Gülzow zum Meiendorfer SV wurde aktenkundig. Daniel Glogowski, Garant für Engagement und Einsatzfreude, fand den Weg zu den Elstern zurück. Bei Durchsicht der Spielberichte anderer Mannschaften tauchten frühere Elsternspieler auf, genannt werden hier Peter Hartwig, der wieder für seinen Stammverein Vikt. Wb.-Veddel die Stiefel schnürt, Heiko Fetkenheuer trat für die TSV Reinbek an und Pfützenreuter war nun für den SV Börnsen aktiv. Dimitrios Panagiotidis, Torjäger der Vorsaison fand beim SC Norderstedt eine neue sportliche Heimat. Der frühere Trainer der Elstern – Manfred Juhnke – betreute die Mannschaft der Wiklhelmsburger Viktoria und Peter Rohrschneider nahm den Platz auf der Börnsener Trainerbank ein.
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Quellennachweis Sämtliche Kurzberichte der Verbandsligaspiele lehnen sich an die Berichterstattung im HAB an. Die Vorstellungen der Vereine FC Süderelbe ( Seiten 300 / 301 ) und SC Eilbek ( Seite 102 ) orientierten sich an den entsprechenden Ausführungen im Fußball –Lexikon Hamburg ( Meyer / Stahl / Wetzner ). Die Abschlußtabelle der beschriebenen Saison wurde dem Deutschen Fußballarchiv entnommen. Die Anlagen 1 – 4 entstammen ebenfalls dem HAB; und zwar Anlage 1 aus dem HAB vom 28.10.85, Anlage 2 HAB vom 30.9.85, Anlage 3 aus dem HAB vom 17.5.86 sowie Anlage 4 aus dem HAB vom 21.4.86

Statistik (Bitte auf Abbildungen klicken, um zu vergrößern)














































Samstag, 14. Dezember 2019

Nachruf auf Herrmann Hansen

Herrmann Hansen – Ein Nachruf 

Fünf Monate nach dem Tod seiner Ehefrau starb Herrmann Hansen im Alter von dreiundneunzig Jahren.
Vom SC Urania fand Herrmann Hansen den Weg zu den Bergedorfer Elstern. Dort wurde er zu einer prägenden Persönlichkeit und trug ein Jahrzehnt – unterbrochen von einem einjährigen Gastspiel beim VfB Oldenburg – das Trikot des ASV. Er war auf und neben dem Platzeine absolute Integrationsfigur und mit seinem nimmermüden Einsatz vorbildlich,für seine Mannschaftskameraden hatte er stets ein offenes Ohr.

Höhepunkt seiner Laufbahn war neben den Spielen um die deutsche Meisterschaft der Amateure der Aufstieg in die Oberliga Nord, der
damals höchsten deutschen Spielklasse. In dieser Klasse absolvierte er achtundsiebzig Spiele für den ASV. Das Punktspiel gegen den VfB Oldenburg am letzten Spieltag der Saison 61 / 62 war sein letztes Punktspiel für den ASV.

Auch nach seiner aktiven Zeit beim ASV stand er mit Rat und Tat zur Verfügung.So manches Mal sah man ihn an den Sander Tannen auf der kleinen Tribüne, ältere Fußballfreunde sprachen ihn dann bei entsprechendem Spielverlauf mit den Worten - Herrmann, zieh Dich schon mal um – an.
Herrmann Hansen hat sich in die Herzen der Bergedorfer Fussballfreunde eingeprägt.

Danke, Herrmann

Sonntag, 27. Oktober 2019

Unterhaltsamer Nachmittag an den Sander Tannen : Bergedorf und Glinde trennen sich 1:1


In seinem wirklich sehr lesenswertem Roman STADT DER GROßEN TRÄUME schreibt Fredrik Backmann:

„Eishockey ist nur ein lächerliches unbedeutendes Spiel, dem wir uns Jahr für Jahr hingeben, ohne darauf hoffen zu können, im Gegenzug irgendetwas zurückzubekommen. Wir opfern alles, was wir haben, brennen fürs Eishockey, bluten und weinen im vollen Bewusstsein darüber, das das absolut Größte, was uns dieser Sport geben kann, im besten Fall unbegreiflich klein und wertlos ist: Es sind nur paar vereinzelte Augenblicke. Das ist alles.“

Heute wurde an den Sander Tannen auf Rasen Fußball gespielt, doch so ein paar dieser Momente waren dabei...

Die ersten 45 Minuten rissen keinem der vielen Besucher – erfreulich viele Fans vom TSV Glinde wurden von unseren fleißigen Kassiererinnen begrüßt und „abkassiert“ - vom Hocker.
Glinde wirkte reifer in der Spielanlage. Die Elstern versuchten es shr viel simpler mit langen Bällen.
Die erste große Torchance hatte auch der TSV:
Wirklich ein wunderschöner Angriff brachte den Glinder Stürmer frei vor dem Bergedorfer Tor in beste Schußposition. 85-Keeper Björn Garvs zeigte in dieser 1:1 Situation wieder einmal seine Extraklasse und vereitelte.
Bergedorf 85 kam einmal auch gut vor das Tor der Gäste – doch auch ohne Erfolg.

Erfolg hatte Glinde kurz vor dem Halbzeitpfiff: Eine weite Flanke in den Strafstoß wurde per Kopf verwandelt. Jubel bei den Spielern, Trainer und Fans.
Doch dann kam zwar nicht der Videobeweis, aber ein Winken des Linienrichters, der ein Foul des Stürmers erkannt haben wollte. Treffer zählte nicht!

Bergedorf musste schon früh wechseln. Für den verletzten Abwehrchef Julian Bieber (der etatmäßige zentrale Abwehrspieler Pascal Assante-Sefa ist aufgrund seiner Gelb-Roten Karte aus dem letzten Spiel gesperrt gewesen) kam Thomas Herrmann bereits nach 20 Minuten.
Früh sah auch Philip Nennstiel eine gelbe Karte...

Die zweite Halbzeit begann ganz anders:
Die Elstern viel engagierter. Endlich wurde Fußball gespielt. Das sie auch Kurzpass können, haben sie doch schon oft gezeigt.
Die größeren Spielanteile jetzt bei 85. Glinde wirkte irgendwie ziellos.

Doch dann zeigte Schiedsrichter Tobias Lohmeier in der 67. Minute Philip Nennstiel zum zweiten Mal gelb. Konsequenz: Gelb-Rot!

Ob auch das große Schiedsrichterbeobachtungs-Team, das mit Kamera die 90 Minuten aufzeichnete, diese Szene nach der Partie mit dem Spielleiter analysierte?
Jedenfalls pfiff der Mann in Gelb recht kleinlich und reagierte fast 100 prozentig auf vermeintlich Schmerzschreie der Spieler.

Glinde ab sofort wieder Herr im fremden Hause. Sukzessive schnürte das Team vom Trainer Sören Deutsch Bergedorf mehr ein. Bergedorf kam zu wenigen Kontern.
Einer dieser wurde zu so einem wie eingangs beschriebenen Moment:
Mirko Dell mit einem 40 Meter Traumpass auf Benjamin Vermehren. Glindes Keeper Marco Reksidler kommt eine Minisekunde zu spät, so dass Benjamin Vermehren ins leere Tor einschieben kann.
Großer Jubel bricht unter den Fans der Elstern aus.
Paar Augenblicke später wäre der Jubel der Fans wohl noch größer ausgefallen. Ja, wenn Mirco Dell, der alleine auf das Tor zu lief, nicht zu spät in die Mitte gepasst hätte..

Da haben sich die ehemaligen Elstern-Idole Rainer „Ernie“ Schmidt und „Klaus „Buffi“ Muruszach , die zusammen mit dem Ex-Ligaobamm Detlef Schlottmann das Spiel sahen, auch die Haare gerauft haben.
Alle Drei sind übrigens im Freundeskreis der Elstern!

Also ging die Zitterpartie weiter. Glinde setzte alles auf eine Karte, aber der Ball wollte nicht ins Tor. Bis in der Nachspielzeit wieder eine hohe Flanke in den Strafraum segelte – Tormann Björn Garvs blieb erneut auf der Linie – Glindes Jacob Ernst gewann das Kopfballduell, Berhedorfs Spieler trat auf der Linie stehend über den Ball. Jetzt große Momente bei den Fans und Trainer und Spielern von Glinde.
Das Spiel sollte nach dem Ausgleich noch mehrere Minuten laufen. Der Tabellenzweite Glinde wollte mehr und sie hätten fast alles bekommen:
Sage und Schreibe vier Gästekicker liefen alleine in der 4. Minute der Nachspielzeit auf das Bergedorf Tor zu. Was dann kam war kläglich: der Ball wurde gut drei Meter neben das Tor geschossen.
Riesen Glück für die Elstern, die so mit dem Punkt gut leben dürften.



Sonntag, 15. September 2019

4:3 an der Fichtestraße – Elstern gewinnen glücklich gegen den SC Eilbek



Keine 15 Minuten noch zu spielen. Bergedorfs Julian Bieber wird eingewechselt. Er bringt noch einen großes Zettel mit auf dem Platz. Die Trainer stellen beim Spielstand von 2:3 die Mannschaft um. Auf den Zettel scheint einiges zu stehen.
Sofort ersichtlich: Abwehrchef Pascal Asante-Sefa wird nach vorne beordert, Bieber rückt in die Abwehr.
Zu diesem Zeitpunkt geben die wenigsten noch einen Pfifferling auf 85. Der Gastgeber lag völlig verdient mit 3:2 vorne und war klar die bessere Mannschaft.
Eilbek verkörperte die Tugenden, die Bergedorf eigentlich bisher ausmachte: Zweikampfstärke und schnelle Umschalten bei Ballgewinn.
Keine drei Minuten waren gespielt, als Roy Bannasch im Mittelfeld die Kugel verlor. Eilbek spielte sofort über Außen, von dort kam eine mustergültige Flanke und der Stürmer vollendete trocken zur Führung.
Bergedorf schien noch zu schlafen. Die linke Abwehrseite offen wie das berühmte Scheunentor.
Doch der Sportclub aus Elbek glänzte auch hinten nicht. So fand  sich Justin Gauger alleine vor den herauslaufenden Keeper. Justin umspielte den Torwart und schob ins leere Tor.
Kurz darauf Ecke für die Elstern.
Für Standards hat 85 einen Experten: Daniel Wagner! Auch diesmal ging sein Eckball ohne weitere Berührung eines anderen Spielers ins Netzt.
Doch hinten war man unsicher.
Wie schon beim ersten Gegentreffer wieder ein schlampiges Abspiel im Mittelfeld. Eilbek machte es gut und eher die Abwehr geordnet war, lag der Ball zum Ausgleich im Netz.
Eilbek setzte jetzt nach und hätte schon hier in Führung gehen müssen. Doch so ging es aus Sicht von 85 schmeichelhaft mit einem 2:2 in die Kabinen.
Dort kamen die 85-Kicker schnell wieder heraus.
Es schien in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff, dass die Trainer die richtigen Worte gefunden hätten. Es wurde jetzt früher „raufgegangen“. Doch es war nur ein Strohfeuer.
Eilbeks Filigran-Techniker  und Spielmacher Tim Aydin Bandahl konnte schalten und walten. Doch zunächst hatte 85 noch eine Doppelchance, die eigentlich reingemacht werden musste.
Doch Eilbek vergab danach noch eine viel größere Chance zur Führung, die dann aber doch gelang.
Bergedorf kam nicht ins Spiel. Eilbek war flinker , einfach wacher !
Bis dann Julian Bieber mit dem Zettel auf den Platz kam.
Fünf Minuten waren noch zu spielen. Jener Bieber mit einem „tödlichen“ Pass auf Alexander Felker, Der beste 85 Spieler heute passte in die Mitte, wo zum 3:3 vollendet wurde.
85 nutzte die Gunst der Stunde zum Doppelschlag:
Pacal Asante-Sefa blieb vorne und völlig unbehelligt. Ein weiter Pass nach vorne, Pascal eiskalt zur 4:3 Führung.
Danach versuchte Eilbek noch mal alles, aber es passierte nichts mehr.
„Die bessere Mannschaft hat heute verloren“
So ein enttäuschter Eilbeker Co-Trainer . Recht hat er.
Doch diese Erkenntnis hält die Elstern nicht davon ab, ausgelassen mit den Fans zu feiern. Wer solche Spiele gewinnt…

Schöne Fotogalerie bei fussifreunde.de !!!

Mittwoch, 11. September 2019

Elstern-Round-Up 5/19 inkl. Interview mit Co-Trainer SC Eilbek



Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Sieben Spiele, 21 Punkte und ein Torverhältnis von 46:11 !!!!
Im Schatten der erfolgreichen Liga und zuletzt dem Trubel um das Stadion Sander Tannen spielt unsere Zwote eine bisher überragende Saison.
Das Team von Trainer Mario Meier grüßt  von der Tabellenspitze der Kreisklasse A2 – und das als Aufsteiger.
Gibt es einen Zaubertrunk?
Nein, natürlich nicht und an den Sander Tannen gibt es auch keinen Druiden Miraculix. Das Erfolgsgeheimnis ist eine gute Kameradschaft, eine fast ideale Mischung von jungen Talenten und erfahrenen Spielern und eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft. Das beste Beispiel ist das letzte Spiel gegen Grünhof Tesperhude. „Leuchtturm“ Stephan Funk (Goalgetter der Liga) sammelt nach langer Pause Spielpraxis in der Zweiten. Hingegen wiederum der Torjäger von 85II nach überragenden Leistungen jetzt bei den Elstern in der Bezirksliga sein Startelfdebut geben konnte.

Beim Bezirksligaderby gegen den SC Vier- und Marschlande war richtig guter Besuch. Über 200 Zuschauer sahen ein 2:0 Erfolg von Bergedorf. Unter den Zuschauern auch der Co-Trainer vom SC Eilbek, den nächsten Gegner des ASV.
Ingo Desombre machte sich viele Notizen auf seinem Spickzettel. Die „super Grundordnung“ und einen „überragenden Kapitän in der Innenverteidigung“ fiel ihm besonders auf.

85live sprach kurz mit Ingo Desombre:
(achtet ab Minute 1:35 auf das legendäre „Elstern-Echo“ im Hintergrund)



Also, Sonntag 10:45 Uhr Fichtestraße !!!
ASV Bergedorf 85 II spielt bereits am Freitag um 19:45 Uhr beim TSV Gülzow.  Dieses Team hat noch keine Punkte auf dem Konto und hatte leider zuletzt für negative Schlagzeilen gesorgt.
(Spiel wurde vom Verband abgesetzt)


Eine große Vorschau zu allen Spielen der Fußballabteilung des ASV Bergedorf 85 gibt es auf der Homepage der Fußballer.

Foto: Werner Heitmann

Dienstag, 10. September 2019

Happy Birthday, Klaus Vogel !!!

Ein großer Bergedorfer Fußballspieler hat Geburtstag. Am heutigen Dienstag wird Klaus Vogel siebzig Jahre alt.

Zu Beginn der Spielzeit 1971 / 72 wechselte Klaus Vogel vom SC Concordia – für den er zwischen 1968 und 1970 achtundfünfzig Spiele in der Regionalliga Nord bestritten hatte - an die Sander Tannen. Sein erstes Spiel für die Elstern war im August 1971 ein Pokalspiel gegen Göttingen 05, das letzte Spiel im Trikot der Elstern fand im August 1983 gegen den SV Lurup statt. Dazwischen lagen über fünfhundert Einsätze für den ASV Bergedorf 85.
Ein Pfeifkonzert begleitete ihn beim Spiel der Elstern beim SC Concordia im Mariental. Seine Antwort war eindeutig, per Kopf erzielte er das Führungstor für den ASV und die Pfiffe verstummten.

Technisch anspruchsvoller Fußball, Einsatzfreude, Fairneß und sportliches Auftreten waren seine Markenzeichen. Vereinstreue war für ihn kein Fremdwort und den Verlockungen
finanzkräftiger Sponsoren und Mäzene anderer Vereine widerstand er. Höhepunkt seiner Laufbahn war das legendäre Pokalspiel gegen den FC Bayern München. Drei Sekunden fehlten zur Sensation. Nach dem Ende seiner Laufbahn als Spieler gab Klaus Vogel als Trainer seine Erfahrungen weiter, letzte Trainerstation war der SC Willinghusen.

Jeder Jugendliche der sich Klaus Vogel zum Vorbild nimmt befindet sich auf einem guten Weg.

Die Leidenschaft für den Fußballsport wurde von der Begeisterung für den Golfsport abgelöst.
Die Fangemeinde des ASV wünscht Klaus Vogel eine Vielzahl von Birdies und zum Geburtstag alles erdenklich Gute.

Interview mit Klaus Vogel (Juli 2017)

Die Bergedorfer Zeitung zum Geburtstag von Klaus Vogel

Fotos: Archiv / HAB – Archiv vom 17.4.72

Sonntag, 8. September 2019

Alles andere wie ein Hühnerhaufen – Elstern gewinnen verdient 2:0 gegen gute Vier- und Marschländer


Man traute seinen Augen kaum.
Beim Einbiegen in die Krusestraße fallen sofort die parkenden Autos auf. Die wollen doch nicht alle zum Fußballspiel?
Doch!
Das dürfte heute die beste Kulisse seit dem Wiederbeginn in einem Punktspiel gewesen sein.
Gut 200 Fans – auch viele vom SCVM – sollten ein gutes Spiel sehen.

Alle Spieler des ASV Bergedorf 85 liefen mit einer grünen Armbinde auf. Grün, die Farbe der Hoffnung. In Sachen „Kampf um die Sander Tannen“ verdrängt Zuversicht die Wut und Fassungslosigkeit. Das Bezirksamt hat gemerkt, dass die Idee, ohne Not ein schönes Stadion platt zu machen, nicht so gut war und bindet jetzt den Verein in die Planungen der Stadionsanierung ein.
Gesichtet wurde an den Sander Tannen tatsächlich Ulli Hoenneß: Ein treuer Elstern-Fan hat die Presseschlagzeile mit samt Konterfei des Bayern-Granden auf ein T-Shirt bedruckt. Lustige Idee!

Mutig die Überlegung des 85-Coaches Patrick Paap. Er belohnte die starken und torreichen Auftritte von Benedikt Karsten in der 2. Mannschaft mit einem Startelfdebut in der Liga!
In der 18. Minute hätte Benedikt gleich auch in der Bezirksliga knipsen können – vielleicht sogar müssen. Ein mustergültiger Angriff mit letztem uneigennützigen Querpass von Justin Gauger. Benedikt zirkelte den Ball aber knapp am leeren Tor vorbei.
Kurz darauf eine gute Möglichkeit für den Gast:
Bergedorfs Malte Adden kommt einen Schritt zu spät. Gut, dass Schiedsrichter Tobias Lohmeier genau hingeschaut hat. Viele Unparteiische hätten dieses Foul sicherlich in den Strafraum gelegt und auf den Elfmeterpunkt gezeigt.
Eine muntere Partie. Bergedorf versuchte wirklich jeden Angriff schnell und überlegt -manchmal sogar mit One-Touch-Fußball - vorzutragen. Daraus ergaben sich viele gute Möglichkeiten.
SCVM-Trainer Thorsten Beyer konnte mit seinem sehr jungen Team zufrieden sein. Besonders fielen die Zwillingsbrüder Erik und Peer Wegner auf, die unter diesem Trainer sehr gut aufgehoben scheinen und sich sicherlich für Höheres qualifizieren werden.

Nach der Pause setzte 85 weiter auf durchdachtes Spiel. Wieder so ein Musterangriff und endlich trifft Benjamin Vermehren ins Schwarze!
Doch das noch mehr beruhigende 2:0 wollte nicht fallen. SCVM machte jetzt mehr Druck. Einmal musste auch Elstern-Keeper Lukas Stradins in einer 1:1 Situation retten.
Kurz vor dem Abfiff dann doch das 2:0. Aus halbrechter Position gut 35 Metern vor dem Tor zirkelte wiederum Benjamin Vermehren den Ball in den Winkel. Ein Tor, das zumindest für die engere Wahl des Tor des Monats in Frage kommen könnte.

Fazit: Bergedorf 85 auf sehr gutem Wege - Fußball, der Hoffnung macht !!!


Donnerstag, 5. September 2019

Kommentar zum geplanten „Rückbau“ des Stadions Sander Tannen


Vorweg:
Es ist toll und großartig, dass die Bergedorfer Schülerinnen und Schüler endlich eine richtige Leichtathletikanlage (mit fast allem Drum und Dran) bekommen werden!!!
In 99 Prozent aller Kommentare folgt nun ein ABER…
Denkste, ein ABER gibt es nicht!

Die Stehtraversen des Stadions beeinträchtigen in keiner Weise den Bau und den sportlichen Betrieb  der Leichtathletikanlagen.
Genau dieser Umstand lässt den geplanten Kahlschlag des Stadions so absurd erscheinen.

Seit Jahren gibt es ein finanzpolitisches Hin und Her zum Bau der Schulsportanlage.
Zeitweise schien dieses Vorhaben ganz zu scheitern. Dann gab es große und kleine Lösungen, je nachdem wie viel Geld der Bezirk locker machen konnte.
Der Durchbruch  kam mit RISE (Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung) – ein Förderprogramm des Hamburger Senats zur Stadterneuerung und Stadtteilentwicklung.

Zusätzliche 250.000 EUR erhöhen das Budget auf eine halbe Millionen Euro.
Stolz verkündet Bezirksamtsleiter Arne Dornquast auf der offiziellen Internetseite des Bezirks den großen Wurf zur „Städtebaulichen Aufwertung des Bezirks“.
Zitat aus der Pressemitteilung:
„Im Fokus der Maßnahme stehen der Neubau der Leichtathletikanlage, die teilweise Sanierung der Tribünen sowie ein zusätzlicher Trainingsplatz mit zwei 5-Meter Toren.“

Das klingt in der Tat nach Aufwertung!
Und nun?
Statt teilweise Sanierung der Tribünen, komplette Vernichtung der Tribünen bzw. Stehtraversen!

Ist das eine Städtebauliche Aufwertung“ ????

Es stellen sich viele Fragen:
Warum der Sinneswandel? Ist der nicht jetzt komplett geplante Rückbau nicht sogar teurer? Muss nachher Geld einfach verausgabt werden, damit es nicht verfällt (Stichwort „Dezemberfieber“)?

Wird der Bezirk aufgewertet, wenn er sein über die Stadtgrenzen von Hamburgs bekanntes und geschätztes Fußballstadion zerstört?
Ist das Stadion nicht vielleicht  ein Kulturdenkmal mit seinen in Norddeutschland  einzigartig zusammenhängenden hohen Stehtraversen?
Ist es nicht kurzsichtig, sich selber der Möglichkeit zu beschneiden, jemals wieder große Fußballspiele im Bezirk  austragen zu können?
Große Fußballspiele sind nicht nur DFB-Pokalspiele, Herr Dornquast!
Der HSV zog zu Freundschaftsspielen gegen TuS Dassendorf und Bergedorf 85 mehr als 4000 Zuschauer an die Sander Tannen. So lange ist es auch nicht her, dass der ASV Bergedorf 85 im Hamburger Oddsetpokal vierstellige Zuschauerzahlen verbuchen konnte (z.B. 2005 gegen St. Pauli ca. 5000).
Wer weiß schon, wie die sportliche Entwicklung der Heimatvereine in den nächsten 10-20 Jahren aussieht.
Dann hätte man nur noch einen Sportplatz Sander Tannen mit einem Fassungsvermögen von 200 Zuschauerplätzen.

Undenkbar !!!


Freitag, 30. August 2019

Die Elstern – Fußball im Amateurbereich Zahlen – Daten - Fakten (von Hans-Martin Lippold)


Nach fünf Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse, der Oberliga Nord und sieben Jahren in der Regionalliga Nord, der damaligen zweiten Liga mußten die Elstern ins Amateurlager absteigen.
Dieser Abstieg war vermeidbar denn eine eklatante Fehlentscheidung bei der Besetzung der Torhüterposition kostete entscheidende Punkte. Das Experiment, einen Torwart mit der Erfahrung von über hundert Regionalligaeinsätzen gegen einen jungen Torwart aus der Bezirksliga zu ersetzen schlug gründlich fehl. Fünfzig Gegentore in der Hinrunde sprachen eine deutliche Sprache. Am Ende der Saison standen die Elstern auf dem vorletzten Tabellenplatz punktgleich mit Olympia Wilhelmshaven Die geringere Tordifferenz (-21 gegenüber -33 für den ASV) sicherte Wilhelmshaven den Klassenerhalt. Das Divisionsverfahren früherer Jahre hätte für die Elstern Klassenerhalt bedeutet.
Für den Chronisten bietet sich die Gelegenheit für einen komprimierten Rückblick auf fünfzehn Jahre Amateurfussball in Bergedorf. Dieser Zusammenfassung liegen die Berichte der einzelnen Spielzeiten von 1970 bis 1985 zugrunde.

Die sportliche Verantwortung für die Mannschaft lag in dieser Zeit in Händen von neun Trainern.
In der Endphase der Saison 69 / 70, also noch in der Regionalliga kehrte Heinz Werner auf die Trainerbank des ASV zurück. Auch in den Spielzeiten 70/71 und 71/72 betreute er die Mannschaft. Die Saison 71/72 endete mit dem Titelgewinn in der Landesliga Hamburg. In der Aufstiegsrunde zur Regionalliga scheiterten die Elstern am SV Meppen. Vollkommen unverständlich beendete der ASV die Zusammenarbeit mit Heinz Werner. Nachfolger von Heinz Werner wurde sein bisheriger Assistent Hans Knubbe. Nach zwei Spielzeiten, zum Ende der Saison 73/74 warf „Hansi“ Knubbe das Handtuch. Ständige Nörgeleien und Kritik aus dem Untergrund wollte er sich – zu Recht - nicht mehr bieten lassen. Die Qualifikation zur neugeschaffenen Amateuroberliga Nord wurde verpasst. Werner Thomsen wurde der neue Mann an der Seitenlinie, ein Mann von hohem Ansehen im Kollegenkreis. Nach drei Jahren mit den Platzierungen fünf, eins und drei verließ Werner Thomsen nach Ablauf der Saison 76/77 den ASV und wechselte zum Hummelsbüttler SV . Der frühere Spieler des SC Concordia – Manfred Juhnke – wurde zu Beginn der Saison 1977/78 Nachfolger von Werner Thomsen. Unter seiner Leitung wurde die Mannschaft zum Ende der Saison Meister der Verbandsliga Hamburg. Als am Ende der Saison 78/79 ein Entscheidungsspiel um den zweiten Tabellenplatz gegen den SC Victoria ausgetragen werden mußte, wurde Manfred Juhnke von seinen Aufgaben entbunden. Schon frühzeitig hatte er seinen Wechsel zu Victoria bekannt gegeben um einer Interessenkollision zu entgehen trennten sich die Wege vom ASV und Juhnke. Mit dem neuen Trainer Peter Rohrschneider ging es zum Ende der Spielzeit 79/80 in die Aufstiegsrunde zur Amateuroberliga. Die Elstern scheiterten. Die Saison 80/81 beendeten die Elstern wieder auf dem zweiten Tabellenplatz, mußten aber in der Aufstiegsrunde dem Lüneburger SK den Vortritt lassen. Nächster Arbeitgeber von Peter Rohrschneider wurde dann der Hummelsbüttler SV. Vom Ligakonkurrenten VfL Stade kam Gerhard Mewes an die Sander Tannen. Die Saison 81/82 beendete die Mannschaft auf dem vierten Tabellenplatz, als „Trostpflaster“ gelang der Mannschaft der Pokalsieg und somit die Qualifikation zur ersten DFB – Hauptrunde. Als Gegner wurde dem ASV der FC Bayern München zugelost. In einem dramatischen Spiel unterlag der ASV nach Verlängerung dem FC Bayern mit 1:5. Noch vor diesem Spiel schied Gerhard Mewes beim ASV nach Kompetenzstreitigkeiten aus. Die Trainingsleitung wurde den Spielern Lutz Bendler und Klaus Vogel übertragen.
Nach acht Spieltagen wurde das Experiment mit zwei Spielertrainern beendet.
Während der laufenden Saison 82/83 kehrte Peter Rohrschneider auf die ASV – Trainerbank zurück. Die Saison wurde erstmals mit einem negativen Punktverhältnis auf dem elften Tabellenplatz beendet. Auch in die Spielzeit 83/84 startete der ASV mit Rohrschneider als Übungsleiter aber nach sechsundzwanzig Spieltagen beendete der ASV das Arbeitsverhältnis mit Peter Rohrschneider.
Am 27. Spieltag trat der Nachfolger Willi Kern seinen Dienst an den Sander Tannen an und führte die Mannschaft auf den vierten Tabellenplatz. Am Ende der Spielzeit84/85 standen für den ASV 28 : 32 Punkte und der 11. Tabellenplatz zu Buche.


In den vierhundertfünfzig Spielen im Amateurbereich ist der ASV auf insgesamt vierundvierzig verschiedene Gegner getroffen. Die Resultate sind in der Tabelle
Kumulierte Spielergebnisse Bergedorf 85zusammen getragen
(Zum Vergrößern bitte die Abbildung einfach anklicken)
Von den 225 Heimspielen wurden 131 Begegnungen gewonnen, dies entspricht einem Anteil von 58%;, von den Spielen auf gegnerischen Plätzen wurden 41% der Spiele siegreich gestaltet.
Als besonders hartnäckiger Gegner hat über einen Zeitraum von dreizehn Jahren sich der VfL Pinneberg erwiesen,von den sechsundzwanzig Spielen haben die Elstern nur zehn Partien gewinnen können.
Auch gegen Urania, den Hummelsbüttler SV und Holstein Quickborn zogen die Elstern unverhältnismäßig oft denKürzeren.
Auch gegen Komet Blankenese wurde kein Punkt gewonnen, da beide Mannschaften aber nur eine gemeinsame Saison in der Verbandsliga verbracht haben kann diese Einzelbilanz nicht als
systematisch gewertet werden.
Erstaunlich schwer taten sich die Elstern gegen die Konkurrenz aus der Nachbarschaft. Gegen Curslack und Reinbek gab es positive Heimbilanzen, Geesthacht und Börnsen nahmen die meisten Punkte von en Sander Tannen mit. Anders hingegen die Auswärtsbilanz des ASV gegen die erwähnten Gegner. In Börnsen wurden alle Spiele gewonnen, Curslack und Reinbek konnten sich für die Punktverluste an den Sander Tannen schadlos halten.



Die auffälligen Resultate sind in der entsprechenden Tabelle Zusammenfassung aller Spielergebnisse
gekennzeichnet worden.
Sechsmal bestand für den ASV die Möglichkeit, nach dem Abstieg die Klasse noch zu erhalten oder sich in der Aufstiegsrunde zu qualifizieren.
Erstmals am Ende der Saison 69 / 70 in einer Ausscheidungsrunde zwischen den Elstern, dem SV Meppen unddem Polizei SV Bremen. Am Ende der Runde hatten alle Mannschafte 2 : 2 Punkte, die günstigere Tordifferenz verhalf dem SV Meppen zum Aufstieg.
Am Ende der Saison 71/72 fuhr der ASV mit einem Punkt Vorsprung auf den SV Meppen zum letztenAufstiegsspiel nach Meppen. Ein Unentschieden hätte dem ASV zum Aufstieg gereicht. Der SV Meppen gewann mit 4:0 Toren.
Die Qualifikation zur neugeschaffenen Amateuroberliga Nord wurde nach der Saison 74/75 durch den vierten Platz in der Verbandsliga verpasst. Victoria und Poppenbüttel stiegen direkt auf, der Drittplatzierte Spvgg. Blankenese nahm an der Aufstiegsrunde teil, auf Platz vier die Elstern. Punktverlust am Ende der Saison verhinderten einen besseren Tabellenplatz.
Erneuter Titelgewinn am Ende der Saison 75/76, in der Aufstiegsrunde hatten die Amateure des SV Werder Bremen die Nase vorn.


Eine 1:2 – Niederlage beim Bremer SV am vorletzten Spieltag der Aufstiegsrunde 77/78 beendete alle Aufstiegshoffnungen des ASV, der Sprung in die AOL gelang dem Bremer SV.
Eine große Chance wurde in der Aufstiegsrunde 78/79 verpasst. Die Tabellenzweiten der beiden Spielgruppen spielten um den dritten Aufstiegsplatz. Nach zwei Niederlagen gegen den späteren Aufsteiger MTV Gifhorn und dem SV Meppen belegte der ASV den dritten Platz in der Gruppe. Meppen wurde Zweiter und gewann das nachfolgende Qualifikationsspiel. Der zweite Platz am Ende der Saison 79/80 sicherte dem ASV die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur AOL. Bis zum letzten Spieltag war das Rennen offen, ein Sieg über den Lüneburger SK hätte Aufstieg bedeutet. Das letzte Spiel an den Sander Tannen wurde von Schiedsrichter Osmers entschieden. Einseitige Parteinahme gegen den ASV verbunden mit roten Karten und Aberkennung eines ASV – Tores entschieden das Spiel. Der Lüneburger SK stieg in die AOL auf.
Aufstiegsspiele haben Pokalcharakter, jeder Punktverlust kann eine Mannschaft entscheidend zurückwerfen, diese Punktverluste sind nur schwer aufzuholen. In allen vorgestellten Aufstiegsrunden hatten die Elstern nach vier Spieltagen gute Aussichten auf den Aufstieg, aber in den beiden letzten Spielen gab es keine Siege mehr. Die beigefügte Ergebnistabelle gibt diesen Sachverhalt wieder.



Zum Schluß ein Blick auf die Zuschauerzahlen. Im gesamten Betrachtungszeitraum waren die Zuschauerzahlen an den Sander Tannen dem Durchschnitt von Hamburgs höchster Klasse überlegen. Gesteigerte Mobilität, verändertes Freizeitverhalten und auch die Zuwendung zum „großen“ Fussball können den Rückgang der Besucherzahlen im HFV – Bereich erklären, drastisch hingegen die Entwicklung beim ASV. Der Tabellenstand kann dies nicht hinreichend erklären. In den ersten Jahren nach dem Abstieg strömten die Besucher in vierstelligen Zahlen an die Sander Tannen, zu Spitzenspielen kamen bis zu sechstausend Besucher. In den Jahren 1976 bis 1980 spielten die Elstern dreimal um den Aufstieg und die Besucherzahlen waren ( auch nur ) im oberen dreistelligen Bereich. Nach vergeblichen Anläufen in Richtung AOL haben sich Enttäuschung und Resignation breit gemacht und das in Bergedorf sehr kritische Publikum fand nicht mehr den Weg an die Sander Tannen. Die zu jedem Spiel zugehörigen Besucherzahlen sind in der Tabelle Zuschauerzahlen Bergedorf 85 bei Heimspielen niedergelegt und im Vergleich zu den Liga – Mittelwerten graphisch dargestellt.
Diese Notiz sollte einen kurzen Rückblick auf fünfzehn Jahre Fußball im Amateurbereich bieten. Die Vielzahl der Gegner, deren Aufenthaltsdauer in der Liga und deren Ergebnisse sollten abgebildet werden. Anspruch auf Vollständigkeit kann nicht erhoben werden.