Samstag, 22. August 2026

Homogen – spielfreudig – gut

 



ASV Bergedorf 85 - FSV Geesthacht 2.3 (1:2)

Als Bergedorf 85 in der 65. Spielminute einen Eckstoß bekommt, prophezeit ein Elsternfan, der sonst eher nicht für seinen blühenden Optimus bekannt ist, den Ausgleich der Elstern.

Es kommt so, wie es kommen muss: Eine einstudierte Variante in den Rücken der Abwehr mit souveränen Abschluss von Bryan Pinto Ferro.

Was folgte war ein Jubelsprung, den der Autor dieser Zeilen gefühlt eine Ewigkeit nicht mehr machte.

Warum? Weil der Ausgleich so verdient war – gegen den Meisterschaftsfavoriten der Liga schlechthin.

Dabei begann das Spitzenspiel so wie eigentlich erwartet. Der FSV Geesthacht, der Mitte vergangene  Saison seine DNA extrem veränderte und mit dem Erfolgs-Coach Dennis Tornieporth und mit vielen neuen höherklassigen Spieler durch die Kreisliga marschierte, zeigte seine Klasse. Spielbestimmend konnten erste gute Möglichkeiten erzeugt werden. Ein Traumpass und ein Stürmer stand alleine vor dem Elstern-Keeper. Doch der Ball  ging haarscharf am Pfosten vorbei.

Der ASV aber auch zu diesem Zeitpunkt schon mit erkennbaren Ansätzen. Schnell wurde bei Ballgewinn umgeschaltet, doch die ersten Konter wurden nicht konzentriert zu Ende gespielt.

Dann ein Doppelschlag:

Den ersten natürlich von unserer ehemaligen Elster Sandro Schraub – Vor den Augen seines Opas, der wie seit Jahrzehnten wieder auf seinem Ehrenplatz oben an der Sprecherkabine das Spiel verfolgte.

Keine zwei Minuten später das 2:0 für die Gäste.

Der auffällige „Sechser“ Ahmad Abdul Hafiz tunnelte Gegenspieler und erwischte den jungen Bergedorfer Torwart Pavlo Palahin auf dem falschen Fuß.

Der Elster-Fan, der keine Stunde später das 2:2 vorhersagte, meinte nach diesem Tor: Das war´s für uns!

Doch es sollte anders kommen. ASV-Trainer Thorsten Beyer wurde schon vor den Toren zum ersten Mal laut:

„Zweiter Wachruf da auf der linken Seite“ mahnte er Konzentration an. Nach dem Rückstand wurde Beyer richtig aktiv an der Seitenlinie.

Es half:

Niklas Tokar – wie immer mit top Einsatz – brachte den Ball in den Strafraum, wo sich ein Geestachter Abwehrspieler nur noch mit einem Foul behelfen konnte. Der Kult-Schiedsrichter „Drago“ Ralph Vollmers zeigte sofort auf den Punkt. Bryan Pinto verkürzte.

Im zweiten Durchgang spielte zunächst nur der ASV. Dem Favoriten wurde nicht nur Paroli geboten, sondern man war besser. Taktisch und kämpferisch überzeugend. Überragend Elstern-Nr. 17 Davon Matzat, der vor Spielfreude nur so sprühte.

Nach dem Ausgleich offenes Spiel. Es ging hin und her. FSV wechselte viel und übernahm wieder das Kommando. 10 Minuten vor dem Ende dann der Siegtreffer. 85 versuchte noch einmal alles. Geesthacht bekam noch nach Notbremse im Mittelfeld die Rote Karte.

Doch am Ende blieb es beim Sieg der Gäste.

Für Außenstehende, die nicht an den Sander Tannen waren und nur das blanke Ergebnis sehen – so wie ein bekannter MOPO-Sportjournalist und zugleich bekennender Fan des ASV Bergedorf 85, enttäuschend. Gleich nach Spielende postete  er auf dem 85-Twitter-Account :

„ Zwei Spieltage vorbei und die ganze Saison wieder im Eimer“

Dem wird nicht so sein – da lehne ich mich weit aus dem Fenster: Dieses Team wird sich immer weiter entwickeln und den Fans noch viel Freude bereiten.

Weitere Beobachtungen:

Zwei Elstern gingen mit Verspätung zur Halbzeit in die Kabine. Zum einen Torwart Pavlo Palahin. ER übte noch ein paar Minuten Abschläge mit dem Torwarttrainer Henning Rühmann

Ebenso verweilte auch Coach Thorsten Beyer noch gut 5 Minuten auf dem Platz, bevor er zur Halbzeitansprache zu seinen Jungs ging.

Neuzugang und Linksfuß Malik Lativ (14) ähnelt ein wenig - für ältere 85 Fans - Dimitri Panagoitidis. Quirlig, technisch stark - heute jedoch zu oft an Gegenspielern hängengeblieben. Ihn kennt Trainer Beyer noch vom Klub Kosova Hamburg.

Halber Neuzugang Amer Hassan, der eins vom FC Bergedorf kam. Er spielte auf der rechten Seite und beschäftigte die gegnerische Hintermannschaft enorm. 

Niklas Hosemann kam zur Halbzeit für Maximilian Granzow. Niklas spielte zuletzt bei TuS Finkenwerder teils in der Bezirksliga. Er spielte heute in der Abwehr grundsolide.

Schiedsrichter "Drago" Vollmers gefiel sehr gut. Imme rauf Ballhöhe, lies sehr viel weiterlaufen und agierte sehr gut mit seinen beiden Assistenten.


Zum Offiziellen Spielbericht des ASV Bergedorf 85